{"id":12563,"date":"2026-04-30T22:12:24","date_gmt":"2026-04-30T22:12:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12563\/"},"modified":"2026-04-30T22:12:24","modified_gmt":"2026-04-30T22:12:24","slug":"masern-und-meningitis-im-tschad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12563\/","title":{"rendered":"Masern und Meningitis im Tschad"},"content":{"rendered":"<p>Im Osten des Tschad reagieren Teams von \u00c4rzte ohne Grenzen auf einen doppelten Ausbruch von Masern und Meningitis C. Gleichzeitig fl\u00fcchten immer mehr Menschen vor dem Krieg im Sudan dorthin.<\/p>\n<p>Seit Januar 2026 wurden mehr als 1500 Patient*innen in die Isolationsstationen von \u00c4rzte ohne Grenzen aufgenommen. Von den 212 Kindern, die zwischen M\u00e4rz und April mit Meningitis eingeliefert wurden, starben 25 \u2013 eine erschreckende Sterblichkeitsrate von fast zw\u00f6lf Prozent.\u00a0<\/p>\n<p>Die \u00fcberwiegende Mehrheit der von Meningitis betroffenen Kinder leidet an schweren Formen der Erkrankung\u201c, so L\u00e9a Ledru, Koordinatorin von \u00c4rzte ohne Grenzen in Adr\u00e9.\u00a0<\/p>\n<p>In Adr\u00e9, nahe der sudanesischen Grenze, hat sich die Lage innerhalb weniger Wochen drastisch verschlechtert: Nach 18 Meningitis-F\u00e4llen im Januar, gab es im M\u00e4rz 109 F\u00e4lle und 101 F\u00e4lle in den ersten beiden Aprilwochen. Auch die Zahl der Masernf\u00e4lle steigt rapide: Nach 16 F\u00e4llen im Januar stieg die Zahl der F\u00e4lle auf 371 im M\u00e4rz und auf 161 F\u00e4lle in den ersten beiden Aprilwochen.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eJeden Tag kommen Kinder mit schweren Maserninfektionen zu uns, oft mit einer Lungenentz\u00fcndung als Komplikation, sodass wir sofort ins Krankenhaus \u00fcberweisen m\u00fcssen\u201d, sagt Isabelle Kavira, medizinische Leiterin von \u00c4rzte ohne Grenzen in Adr\u00e9. \u201eGleichzeitig liegt die Bettenauslastung bei Meningitis schon bei fast 100 Prozent, unsere Kapazit\u00e4ten sind voll ausgelastet und die Versorgung anderer Erkrankungen ist beeintr\u00e4chtigt.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Geberl\u00e4nder m\u00fcssen zugesagte Hilfsgelder umgehend bereitstellen\u00a0<\/p>\n<p>Als Reaktion auf diesen Anstieg hat \u00c4rzte ohne Grenzen seine Isolationskapazit\u00e4ten f\u00fcr Kinder in Adr\u00e9 verdreifacht, die Zahl der Betten f\u00fcr Masernpatient*innen von f\u00fcnf auf 15 erh\u00f6ht und ein spezielles Zelt mit 30 Betten f\u00fcr Meningitis-Patient*innen eingerichtet. Au\u00dferdem unterst\u00fctzte die Organisation das Gesundheitsministerium, das innerhalb von drei Wochen Notimpfungen durchf\u00fchrte und so in den am st\u00e4rksten betroffenen Gebieten mehr als 95.500 Kinder gegen Masern und 337.800 Menschen gegen Meningitis impfte.\u00a0<\/p>\n<p>Aufgrund von Unterbrechungen in der K\u00fchlkette und L\u00fccken bei den routinem\u00e4\u00dfig vorgeschriebenen Impfungen sind jedoch ganze Bev\u00f6lkerungsgruppen ungesch\u00fctzt. Versch\u00e4rft wird die Situation durch die hohe Zahl an sudanesischen Gefl\u00fcchteten und durch die Lebensbedingungen in den Gefl\u00fcchteten-Camps. \u00dcberbelegung, ein eingeschr\u00e4nkter Zugang zu Wasser und medizinischer Versorgung sowie Mangelern\u00e4hrung beg\u00fcnstigen die \u00dcbertragung von Krankheiten und erh\u00f6hen das Risiko schwerer Komplikationen, insbesondere bei Kindern unter f\u00fcnf Jahren.\u00a0<\/p>\n<p>Es braucht dringend mehr Impfungen, insbesondere routinem\u00e4\u00dfige Impfungen auf der Ebene der prim\u00e4ren Gesundheitsversorgung. Wichtig ist dabei der Einsatz mobiler Teams von Gesundheitszentren in den umliegenden Gebieten. Ohne nachhaltige Ma\u00dfnahmen reichen reaktive Impfkampagnen allein nicht aus. Geberl\u00e4nder wie Deutschland m\u00fcssen zudem zugesagte Hilfsgelder umgehend bereitstellen, um die Gesundheitssysteme in der Region zu stabilisieren \u2013 jede Verz\u00f6gerung kostet Kinderleben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Osten des Tschad reagieren Teams von \u00c4rzte ohne Grenzen auf einen doppelten Ausbruch von Masern und Meningitis&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12564,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[242],"tags":[365,364],"class_list":{"0":"post-12563","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-tschad","8":"tag-chad","9":"tag-tschad"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116495957544652547","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12563"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12563\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}