{"id":12790,"date":"2026-05-01T15:41:44","date_gmt":"2026-05-01T15:41:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12790\/"},"modified":"2026-05-01T15:41:44","modified_gmt":"2026-05-01T15:41:44","slug":"ein-runder-pool-fuer-den-flussgott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12790\/","title":{"rendered":"Ein runder Pool f\u00fcr den Flussgott"},"content":{"rendered":"\n<p>Die antike Stadt Pelusium spielte in der \u00e4gyptischen Antike eine wichtige Rolle als Handelszentrum und Festung gegen Angriffe aus der Levante. Jetzt haben Arch\u00e4ologen dort einen ungew\u00f6hnlichen Tempel entdeckt: Ein Heiligtum in Form eines kreisrunden, 35 Meter gro\u00dfen Wasserbeckens mit zentralem Podest und Kanalverbindungen zu einem Nilseitenarm. Diese bislang einzigartige wasserdurchstr\u00f6mte Anlage diente wahrscheinlich als Tempel f\u00fcr den Flussgott Pelusius, den namensgebenden Patron der Stadt.<\/p>\n<p>Die am \u00f6stlichen Rand des Nildeltas gelegene Hafenstadt Pelusium war in pharaonischer Zeit ein wichtiges Handelszentrum. Durch ihre Lage an einem Seitenarm des Nils verf\u00fcgte sie \u00fcber eine Anbindung ans Mittelmeer und war daher Anlaufstelle f\u00fcr Schiffe und ihre Waren. Aufgrund ihrer strategisch bedeutenden Lage fungierte Pelusium aber auch als Grenzbefestigung gegen Angriffe aus der Levante. Denn von dort kommende Feinde mussten durch den Norden des Sinai und damit direkt an Pelusium vorbei. Als \u201eFestung \u00c4gyptens\u201c kommt die Stadt sogar in der Bibel vor. Sowohl die Perser als auch die R\u00f6mer belagerten und eroberten Pelusius im Rahmen von Feldz\u00fcgen. Schon seit mehr als 100 Jahren f\u00fchren Arch\u00e4ologen in der Stadt Ausgrabungen durch.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wissenschaft.de\/wp-content\/uploads\/2\/6\/26-04-tempel2.jpg\" rel=\"attachment wp-att-343937 nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-343937\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/26-04-tempel2-300x291.jpg\" alt=\"Tempel von oben\" width=\"300\" height=\"291\"  \/><\/a>Die Luftaufnahme zeigt die ungew\u00f6hnliche und komplexe Anlage des Tempels. \u00a9 Ministry of Tourism and AntiquitiesR\u00e4tselhafter Rundbau<\/p>\n<p>Im Jahr 2019 stie\u00df ein Arch\u00e4ologenteam bei Ausgrabungen nahe der Hauptstra\u00dfe Pelusiums auf Teile eines kreisrunden, aus roten Ziegeln und Kalkstein errichteten Geb\u00e4udes. Aufgrund des gro\u00dfen Umfangs der damals erst zu einem Viertel freigelegten Mauern und den \u00dcberresten einiger als B\u00e4nke interpretiertenr Einbauten im Innenteil vermuteten Arch\u00e4ologen, dass es sich um einen \u00f6ffentlichen Bau \u2013 m\u00f6glicherweise sogar das Senatsgeb\u00e4ude der Stadt \u2013 handeln k\u00f6nnte. Seither hat das Team der \u00e4gyptischen Altertumsbeh\u00f6rde weitere Teile des Rundbaus ausgegraben und auch die Strukturen im Inneren des Kreises und in seiner Umgebung freigelegt.<\/p>\n<p>Die bei diesen Ausgrabungen entdeckten Strukturen widerlegen nun die fr\u00fcheren Annahmen zur Funktion des Geb\u00e4udes, wie Mohamed Abdel-Badi von der \u00e4gyptischen Altertumsbeh\u00f6rde berichtet. Demnach handelt es sich bei diesem Bauwerk nicht um ein Senatsgeb\u00e4ude Pelusiums, sondern um einen ungew\u00f6hnlichen Tempel. \u201eDie \u00dcberreste des Tempels bestehen aus einem massiven, kreisrunden Wasserbecken mit rund 35 Meter Durchmesser\u201c, so der Arch\u00e4ologe. Im Zentrum des Wasserbeckens entdeckte das Team ein gro\u00dfes, quadratisches Podest, auf dem wahrscheinlich einst die monumentale Statue einer Gottheit stand.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wissenschaft.de\/wp-content\/uploads\/2\/6\/26-04-tempel3.jpg\" rel=\"attachment wp-att-343939 nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-343939\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/26-04-tempel3-300x169.jpg\" alt=\"Beckenmauer\" width=\"300\" height=\"169\"  \/><\/a>Blick auf den gemauerten Rand des Tempelbeckens und einen Kanal. \u00a9 Ministry of Tourism and Antiquities\u201eBedeutender Fund\u201c<\/p>\n<p>Nach Angaben des Forschungsteams diente diese Anlage wahrscheinlich religi\u00f6sen Ritualen in Verbindung mit dem Flussgott Pelusius \u2013 dem Patron der Stadt Pelusium. Dessen Name ist vom griechischen Wort \u201ePlus\u201c abgeleitet, was so viel wie Schlamm oder Schlick bedeutet. Dies passt zu dem nach ihm benannten Seitenarm des Nils, dessen Wasser viel Sediment mitf\u00fchrte und letztlich zur Verlandung des Flusses f\u00fchrte. Das runde Wasserbecken des Tempels war \u00fcber ein umfangreiches Netz von Kan\u00e4len mit diesem Nil-Seitenarm verbunden. Von dieser Verbindung zeugen auch Schlickablagerungen im Tempelbecken.<\/p>\n<p>Dieser Fund sei von gro\u00dfer Bedeutung, betonte Hisham El-Leithy, Generalsekret\u00e4r des obersten Rats f\u00fcr Altert\u00fcmer. Denn der einzigartige Tempel unterstreiche die wichtige Rolle Pelusiums im antiken \u00c4gypten und den Einfluss dieser Stadt auch f\u00fcr die Verbreitung religi\u00f6ser und kultureller Ideen in jener Zeit. Datierungen zufolge wurde der Wassertempel von Pelusium vom zweiten Jahrhundert vor Christus bis ins sechste Jahrhundert unserer Zeit hinein genutzt. Die ungew\u00f6hnliche Architektur der Anlage vereint hellenistische und r\u00f6mische Stile. Damit sei dieser Tempel eine Verk\u00f6rperung der engen kulturellen Beziehungen zwischen \u00c4gypten und der antiken Welt, so El-Leithy. Noch sind die Ausgrabungen nicht abgeschlossen, daher erhofft sich das Team in naher Zukunft weitere Erkenntnisse.<\/p>\n<p>Quelle: Egypt Ministry of Tourism and Antiquities<\/p>\n<p class=\"entry-meta meta-small\"> \u00a9 damals.de &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die antike Stadt Pelusium spielte in der \u00e4gyptischen Antike eine wichtige Rolle als Handelszentrum und Festung gegen Angriffe&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12791,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[54,4152,55,6043,2061,6044],"class_list":{"0":"post-12790","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-aegypten","8":"tag-aegypten","9":"tag-antike","10":"tag-egypt","11":"tag-flussgott","12":"tag-pelusium","13":"tag-tempel"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116500082590919316","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12790"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12790\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12791"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}