{"id":13125,"date":"2026-05-02T19:36:15","date_gmt":"2026-05-02T19:36:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/13125\/"},"modified":"2026-05-02T19:36:15","modified_gmt":"2026-05-02T19:36:15","slug":"250-millionen-jahre-alte-meeresraeuber-verbreiteten-sich-bis-nach-madagaskar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/13125\/","title":{"rendered":"250 Millionen Jahre alte Meeresr\u00e4uber verbreiteten sich bis nach Madagaskar"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Nach dem gr\u00f6\u00dften Massenaussterben eroberten krokodil\u00e4hnliche Amphibien die Ozeane schneller als gedacht.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Eine Gattung dieser fr\u00fchen Meeresr\u00e4uber hatte Verwandte, die von der Arktis bis ins heutige Madagaskar in Afrika verbreitet waren. Dies deutet darauf hin, dass sich einige der ersten im Meer lebenden Landwirbeltiere entlang der K\u00fcsten des Superkontinents Pang\u00e4a in k\u00fcrzester Zeit \u00fcber den gesamten Globus ausbreiteten \u2013 einschlie\u00dflich der Gew\u00e4sser vor dem heutigen Afrika.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die Funde werfen ein neues Licht auf die Entstehung mariner \u00d6kosysteme zu Beginn des Erdmittelalters, jener Epoche, die auch als Zeitalter der Dinosaurier bekannt ist.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Ein internationales <a href=\"https:\/\/www.sciencedaily.com\/releases\/2026\/02\/260224023203.htm\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Forscherteam um Benjamin P. Kear vom Schwedischen Naturhistorischen Museum<\/a> hat rund 250 Millionen Jahre alte Fossilien aus der Kimberley-Region im abgelegenen Nordwesten Australiens neu untersucht. Die im Journal of Vertebrate Paleontology ver\u00f6ffentlichten Ergebnisse zeigen, dass in der Region nicht \u2013 wie seit 1972 angenommen \u2013 nur eine einzige Art mariner Amphibien lebte, sondern dass mindestens zwei verschiedene Raubtiergattungen nebeneinander existierten.\n            <\/p>\n<p>            \u00dcber 50 Jahre verschollene Fossilien wiederentdeckt<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die Geschichte dieser Fossilien liest sich wie ein pal\u00e4ontologischer Krimi. In den 1960er- und 1970er-Jahren hatten Expeditionen die \u00dcberreste auf der Noonkanbah-Rinderstation s\u00fcd\u00f6stlich der Kleinstadt Derby geborgen. Die Funde wurden auf Museen in Australien und den USA verteilt. Eine Studie aus dem Jahr 1972 ordnete s\u00e4mtliches Material einer einzigen Art zu: Erythrobatrachusnoonkanbahensis. In den folgenden Jahrzehnten gingen die Originalfossilien jedoch verloren.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Ihr Verschwinden l\u00f6ste eine internationale Suche durch Museumssammlungen aus. Erst im Jahr 2024 wurden die verschollenen Exemplare schlie\u00dflich im Museum f\u00fcr Pal\u00e4ontologie der University of California in Berkeley wiederentdeckt \u2013 sie waren dort falsch etikettiert und unter einer anderen Registriernummer abgelegt worden. Die Fossilien werden nun nach Australien zur\u00fcckgef\u00fchrt, wie das Schwedische Naturhistorische Museum mitteilte.\n            <\/p>\n<p>            3D-Scans brachten eine wesentliche Erkenntnis<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die erneute Analyse der Sch\u00e4delfragmente mithilfe hochaufl\u00f6sender 3D-Scans brachte eine wesentliche Erkenntnis: Die Knochen, die man \u00fcber Jahrzehnte einer einzigen Art zugeschrieben hatte, stammen von mindestens zwei verschiedenen Gattungen sogenannter Trematosauriden. Bei diesen Tieren handelte es sich um krokodils\u00e4hnliche Amphibien, die bis zu zwei Meter lang werden konnten und entfernte Verwandte heutiger Salamander und Fr\u00f6sche waren.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die erste Gattung, Erythrobatrachus, besa\u00df einen etwa 40 Zentimeter langen, breiten Sch\u00e4del und war ein gro\u00dfer Raubfischj\u00e4ger. Die zweite Gattung, Aphaneramma, war von \u00e4hnlicher K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe, hatte jedoch eine lange, schmale Schnauze, die zum Fangen kleiner Fische geeignet war. Beide Arten schwammen im selben Lebensraum, jagten aber vermutlich unterschiedliche Beute. Dies ist ein Hinweis auf eine bereits erstaunlich ausdifferenzierte \u00f6kologische Gemeinschaft so kurz nach dem verheerenden Massenaussterben.\n            <\/p>\n<p>            Aufschlussreiche geologische Verbreitung<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Besonders aufschlussreich ist die geografische Verbreitung der Gattungen. Erythrobatrachus ist bislang ausschlie\u00dflich aus Australien bekannt. Aphaneramma-Fossilien hingegen wurden in Gesteinen \u00e4hnlichen Alters auf Spitzbergen in der skandinavischen Arktis, im russischen Fernen Osten, in Pakistan und auf Madagaskar gefunden.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Diese Verteilung legt nahe, dass sich einige der fr\u00fchesten meereslebenden Wirbeltiere des Erdmittelalters innerhalb von weniger als zwei Millionen Jahren entlang der zusammenh\u00e4ngenden K\u00fcstenlinien des Superkontinents Pang\u00e4a \u00fcber weite Teile der Erde ausbreiteten.\n            <\/p>\n<p>            Nach der gr\u00f6\u00dften Katastrophe der Erdgeschichte<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Vor etwa 252 Millionen Jahren ereignete sich das Perm-Trias-Massenaussterben, die verheerendste biologische Krise der Erdgeschichte. Sch\u00e4tzungsweise verschwanden dabei \u00fcber 90 Prozent aller marinen Arten. In der Folge kam es zu einer extremen globalen Erw\u00e4rmung.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              In diesem \u00f6kologischen Vakuum begannen sich moderne marine \u00d6kosysteme herauszubilden. Zu den ersten Tiergruppen, die sich in den leeren Ozeanen als Spitzenpr\u00e4datoren etablierten, geh\u00f6rten die Trematosauriden. Ihre Fossilien tauchen in weniger als einer Million Jahre alten K\u00fcstengesteinen auf und gelten damit als die \u00e4lteste klar identifizierbare Gruppe meereslebender Wirbeltiere des Erdmittelalters.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Vor 250 Millionen Jahren lag die heute karge W\u00fcstenregion der Kimberley am Rande einer flachen Bucht, die mit einem ausgedehnten pr\u00e4historischen Ozean verbunden war \u2013 dem sogenannten ostgondwanischen Binnenmeer-Riftsystem. Dieses trennte die heutigen Landmassen Australiens und Indiens voneinander. Die Fossilien stammen aus der Blina-Schichtformation, einer Gesteinsschicht, die in einem \u00dcbergangsbereich zwischen S\u00fc\u00df- und Salzwasser abgelagert wurde. Gezeitenspuren, Muschelschalen und gemischte Tier- und Pflanzenreste deuten auf ein flaches, brackiges K\u00fcstengebiet mit wechselndem Salzgehalt hin.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Neben den Trematosauriern enth\u00e4lt die Blina-Schichtformation eine vielf\u00e4ltige Fossilgemeinschaft aus weiteren Amphibienarten, Knochenfischen, Lungenfischen und m\u00f6glicherweise sogar fr\u00fchen Meeresreptilien. Letztere Zuordnung k\u00f6nnte jedoch auf einer fr\u00fcheren Fehlbestimmung beruhen.\n            <\/p>\n<p>              <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/2344159\" class=\"flex gap-4 items-start group\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fa7fd6bd-f507-46de-806b-7ef61c468450.jpeg\" alt=\"Ein 247 Millionen Jahre alter \u201eWundersaurier\u201c entdeckt: Dieser Zeitraum ist unvorstellbar!\" class=\"w-full h-full object-cover aspect-[3\/2]\"\/><\/p>\n<p>                        Pal\u00e4ontologie<\/p>\n<p>                      Ein 247 Millionen Jahre alter \u201eWundersaurier\u201c entdeckt: Dieser Zeitraum ist unvorstellbar!<\/p>\n<p>              <\/a><\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/images\/blz\/send-mail.svg\" alt=\"Send feedback\"\/><\/p>\n<p>Lesen Sie mehr zum Thema<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach dem gr\u00f6\u00dften Massenaussterben eroberten krokodil\u00e4hnliche Amphibien die Ozeane schneller als gedacht. 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