{"id":13230,"date":"2026-05-03T09:19:41","date_gmt":"2026-05-03T09:19:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/13230\/"},"modified":"2026-05-03T09:19:41","modified_gmt":"2026-05-03T09:19:41","slug":"tod-von-tschads-praesident-rueckschlag-fuer-die-stabilitaet-im-sahel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/13230\/","title":{"rendered":"Tod von Tschads Pr\u00e4sident: &#8222;R\u00fcckschlag f\u00fcr die Stabilit\u00e4t im Sahel&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/macron-deby-101.jpg\" alt=\"Tschads Langzeitmachthaber Idriss D\u00e9by zu Besuch bei Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron (Archivbild vom 28.08.2017).\" title=\"Tschads Langzeitmachthaber Idriss D\u00e9by zu Besuch bei Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron (Archivbild vom 28.08.2017). | picture alliance \/ Francois Mori\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 20.04.2021 \u2022 17:43 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Nach dem Tod von Langzeitmachthaber D\u00e9by \u00fcbernimmt das Milit\u00e4r die Macht im Tschad. D\u00e9bys Regierung galt als unterdr\u00fcckerisch, aber auch als wichtiger Partner der EU im Kampf gegen Terrorismus. Nun steht im Sahel ein Umbruch bevor.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/dunja-sadaqi-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Dunja Sadaqi\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/dunja-sadaqi-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im tschadischen Staatsfernsehen werden zur Staatstrauer Verse aus dem Koran abgespielt. Pr\u00e4sident Idriss D\u00e9by sei tot, verk\u00fcndete ein Milit\u00e4rsprecher: &#8222;Mit tiefer Bitterkeit verk\u00fcnden wir dem tschadischen Volk am Dienstag, den 20. April 2021, den Tod des Marschalls von Tschad infolge seiner Verletzungen an der Front.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In den vergangenen Tagen war es zu Milit\u00e4reins\u00e4tzen im Norden Tschads gekommen, weil Rebellengruppen vom n\u00f6rdlichen Nachbarstaat Libyen kommend eine Offensive gestartet hatten. Die tschadische Armee hatte verk\u00fcndet, bei einem Einsatz mehr als 300 Rebellen get\u00f6tet zu haben, die bis wenige hundert Kilometer vor die Hauptstadt N&#8217;Djamena vorger\u00fcckt sein sollen.<\/p>\n<p>Ausw\u00e4rtiges Amt fordert zum Verlassen des Tschad auf<\/p>\n<p>        Nach dem Tod D\u00e9bys und der Macht\u00fcbernahme durch das Milit\u00e4r hat das Ausw\u00e4rtige Amt alle deutschen Staatsb\u00fcrger &#8222;dringend&#8220; aufgerufen, das zentralafrikanische Land &#8222;umgehend&#8220; zu verlassen. Zudem wurde in einem aktualisierten Reisehinweis vor Reisen in den Tschad gewarnt. Es sei &#8222;mit politischer Instabilit\u00e4t und bewaffneten Auseinandersetzungen&#8220; zu rechnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr deutsche Staatsangeh\u00f6rige, die sich im Tschad aufhalten, hei\u00dft es auf der Internetseite des Ausw\u00e4rtigen Amts: &#8222;Meiden Sie Demonstrationen und sonstige Menschenansammlungen weitr\u00e4umig. Halten Sie sich von Armeekr\u00e4ften und bewaffneten Gruppen fern.&#8220; Es sei geplant, die Botschaft in den kommenden Tagen zu schlie\u00dfen, sodass ab dann keine konsularische Unterst\u00fctzung vor Ort mehr m\u00f6glich sei.\n    <\/p>\n<p>    Langzeitmachthaber seit 1990<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der 68-j\u00e4hrige D\u00e9by war erst Anfang der Woche bei Pr\u00e4sidentschaftswahlen mit gro\u00dfer Mehrheit und ohne \u00dcberraschung wiedergew\u00e4hlt worden. Er war 1990 durch einen Putsch an die Macht gekommen und hatte seitdem das zentralafrikanische Land regiert. Und so w\u00e4re es wohl nach seiner Wiederwahl noch lange weitergegangen: Durch eine Verfassungs\u00e4nderung im Jahr 2018 h\u00e4tte er noch bis 2033 an der Staatsspitze bleiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">D\u00e9by wurde vorgeworfen, Opposition und Regime-Kritiker zu unterdr\u00fccken. Proteste gegen seine erneute Pr\u00e4sidentschaftskandidatur waren in den vergangenen Monate verboten und von Sicherheitskr\u00e4ften unterbunden worden.<\/p>\n<p>    Als EU-Partner im Sahel hofiert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Vor Ort bleibt die Sicherheitslage weiter besorgniserregend. Die terroristische Bedrohung erstreckt sich weit \u00fcber das Gebiet des Tschadsees hinaus auf die gesamte Sahel- und Sahara-Region&#8220;, hatte D\u00e9by auf der j\u00fcngsten Sahel-Konferenz vergangenen Februar verk\u00fcndet, mit der er bei f\u00fcnf Sahelstaaten um mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine Milit\u00e4rallianz warb. Frankreich unterst\u00fctzte ihn stets. D\u00e9bys Soldaten hatten daf\u00fcr 2013 den Franzosen geholfen, weite Teile Malis von Extremisten zur\u00fcckzuerobern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Tschad gilt als wichtiger Partner in der Sahel-Region, die \u00fcber mehrere Landesgrenzen hinweg immer st\u00e4rker vom Terrorismus bedroht wird. Terrorismus bek\u00e4mpfen und illegale Migration verhindern &#8211; das war bisher D\u00e9bys st\u00e4rkstes Pfund bei ausl\u00e4ndischen Partnern wie der EU.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der &#8222;Boss im Sahel&#8220;, wie er sich gern nennen lie\u00df, stand auch f\u00fcr ein gewisses Ma\u00df an Stabilit\u00e4t. Sein Tod sei ein &#8222;R\u00fcckschlag f\u00fcr die Stabilit\u00e4t im Sahel&#8220; &#8211; das k\u00f6nne Auswirkungen auf die gesamte Region haben, warnte Thomas Schiller, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung im Sahel mit Sitz im malischen Bamako:<\/p>\n<p>\n                    In der letzten Zeit gab es eine Reihe von R\u00fcckschl\u00e4gen, die eine Stabilisierung der Region weiter erschweren: den Putsch in Mali, die chaotischen Zust\u00e4nde nach den Wahlen im Niger. Das f\u00fchrt dazu, dass es immer schwieriger werden wird, die gesamte Region stabil zu bekommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Unklar sei auch, so Schiller, wie es mit der F\u00fchrung der G5-Sahel weitergehe. Das Staatenb\u00fcndnis hat eine gemeinsame grenz\u00fcbergreifende Eingreiftruppe gegen den sich ausbreitenden Terror in der Region, der Tschad hat zurzeit die Pr\u00e4sidentschaft inne.<\/p>\n<p>    Parlament und Regierung sind aufgel\u00f6st<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Attacken von Rebellen im libyschen Grenzgebiet sind nichts Neues. Dort kommt es regelm\u00e4\u00dfig zu Angriffen durch Rebellengruppen. Bereits im Februar 2019 hatten Aufst\u00e4ndische von Libyen her kommend versucht, D\u00e9by zu st\u00fcrzen &#8211; und waren durch Eins\u00e4tze franz\u00f6sischer Kampfflugzeuge gestoppt worden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Laut Informationen der Staatsmedien im Tschad sind Parlament und Regierung nach dem Tod des Pr\u00e4sidenten aufgel\u00f6st worden. Nun soll ein Milit\u00e4rrat unter der Leitung von D\u00e9bys Sohn Mahamat den verstorbenen Pr\u00e4sidenten vor\u00fcbergehend ersetzen. Nach einer 18-monatigen \u00dcbergangsphase soll es neue Wahlen geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 20.04.2021 \u2022 17:43 Uhr Nach dem Tod von Langzeitmachthaber D\u00e9by \u00fcbernimmt das Milit\u00e4r die Macht im Tschad.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":13231,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[242],"tags":[365,364],"class_list":{"0":"post-13230","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-tschad","8":"tag-chad","9":"tag-tschad"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116509904901479249","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13230","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13230"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13230\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13231"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13230"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13230"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13230"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}