{"id":13298,"date":"2026-05-03T14:01:10","date_gmt":"2026-05-03T14:01:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/13298\/"},"modified":"2026-05-03T14:01:10","modified_gmt":"2026-05-03T14:01:10","slug":"tschad-unter-druck-gewalt-und-fluechtlingskrise-news","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/13298\/","title":{"rendered":"Tschad unter Druck: Gewalt und Fl\u00fcchtlingskrise &#8211; News"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-paragraph\">Der Tschad wird zunehmend in den Krieg im Sudan hineingezogen. Entlang der kaum kontrollierbaren Grenze nehmen Gewalt, Drohnenangriffe und Spannungen zu. Gleichzeitig bringt die Aufnahme von \u00fcber einer Million Gefl\u00fcchteten das ohnehin fragile Land an seine Grenzen\u00a0\u2013 humanit\u00e4r, politisch und sicherheitspolitisch. Afrika-Korrespondentin Sarah Fluck mit den Hintergr\u00fcnden.<\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" alt=\"Sarah Fluck \" class=\"image__img\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ed0187.webp\"\/><\/p>\n<p class=\"person-details__name\">\n                Sarah Fluck\n    <\/p>\n<p class=\"person-details__function\" itemprop=\"jobTitle\">\n        Afrika-Korrespondentin\n    <\/p>\n<p>    Personen-Box aufklappen<br \/>\n    Personen-Box zuklappen<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Sarah Fluck ist seit 2024 <a href=\"https:\/\/twitter.com\/sa_fluck\" target=\"_blank\" data-urn=\"\" data-title=\"\" rel=\"nofollow noopener\">Afrika-Korrespondentin<\/a> von Radio SRF und lebt in der ugandischen Hauptstadt Kampala. Vor ihrem Engagement bei SRF war Fluck als freie Journalistin in Ostafrika t\u00e4tig. Sie hat Afrikapolitik an der \u00abSchool of Oriental and African Studies\u00bb (SOAS) in London studiert. <\/p>\n<p>                                                        Wie ist die Lage im Grenzgebiet zwischen Sudan und Tschad?<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Die Grenze ist \u00fcber 1300 Kilometer lang, abgelegen und kaum kontrolliert. Entlang dieser Grenze sind grosse Fl\u00fcchtlingsgebiete entstanden. Viele D\u00f6rfer haben sich innert kurzer Zeit verdoppelt. Damit steigt der Druck auf Ressourcen. Konflikte entstehen an Brunnen, Feldern und Viehrouten. Zuletzt eskalierte am Wochenende etwa ein Streit um eine Wasserstelle mit mindestens 42 Toten.<\/p>\n<p>                                                        Warum nehmen die Drohnenangriffe im tschadischen Grenzgebiet zu?<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Der Krieg im Sudan hat sich bis an die Grenze ausgeweitet. Beide Kriegsparteien setzen vermehrt Drohnen ein, auch \u00fcber gr\u00f6ssere Distanzen. Ziel sind K\u00e4mpfer im Grenzraum sowie deren Nachschubwege und R\u00fcckzugsorte. Die Angriffe treffen aber immer h\u00e4ufiger auch tschadisches Gebiet. Dabei werden auch Zivilisten getroffen. Pr\u00e4sident Mahamat Idriss D\u00e9by liess deshalb Mitte M\u00e4rz die Grenze zum Sudan schliessen. Das hat schwere humanit\u00e4re Folgen: Hilfe und Gefl\u00fcchtete bleiben blockiert.<\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" alt=\"Ein Junge sitzt auf einem H\u00fcgel mit Blick auf ein Fl\u00fcchtlingslager nahe der Grenze zwischen dem Tschad und dem Sudan.\" class=\"image__img\" loading=\"lazy\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\"\/><\/p>\n<p>                    Legende:<\/p>\n<p>                Ein Junge sitzt auf einem H\u00fcgel und blickt auf ein Fl\u00fcchtlingslager nahe der Grenze zwischen Tschad und Sudan. Hier leben Masalit-Familien aus West-Darfur, die nach der Flucht hierher kamen. Viele kamen nach Tagen durch die W\u00fcste geschw\u00e4cht an. Die Lager sind \u00fcberlastet, es fehlt an Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung.<\/p>\n<p>                    Reuters\/FW1FP\/Andrew Heavens<\/p>\n<p>                                                        Was bedeutet die Situation f\u00fcr Gefl\u00fcchtete im Grenzgebiet? <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">F\u00fcr die Gefl\u00fcchteten ist die Lage dramatisch. Viele sind aus Darfur durch die W\u00fcste geflohen. Nun sind sie \u00fcber der Grenze, doch auch dort r\u00fcckt die Gewalt n\u00e4her. Die Lager sind \u00fcberlastet. Der Tschad beherbergt rund 1.3 Millionen Gefl\u00fcchtete. Es fehlt an Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung. Viele kommen in schlechtem Zustand an. Unterern\u00e4hrt, verletzt oder krank. Gleichzeitig breiten sich Masern und Meningitis aus, auch weil viele Kinder im Krieg nicht geimpft wurden. <\/p>\n<p>                                                        Warum wird Hilfe immer schwieriger?<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Die Preise f\u00fcr Hilfsg\u00fcter sind stark gestiegen. Viele Lieferungen liefen fr\u00fcher \u00fcber den Sudan \u2013 heute m\u00fcssen sie \u00fcber l\u00e4ngere und teurere Wege ins Land gebracht werden. Gest\u00f6rte Lieferketten, etwa durch den Krieg mit Iran, verz\u00f6gern Lieferungen. Medizinische G\u00fcter bleiben in Drehkreuzen wie Dubai stecken, gleichzeitig verteuern h\u00f6here \u00d6lpreise den Transport. Die Folge: Hilfsorganisationen k\u00f6nnen mit ihren Budgets weniger leisten, obwohl der Bedarf weiter w\u00e4chst.<\/p>\n<p>          Macht, Milit\u00e4r, Misstrauen: Tschads Innenpolitik<\/p>\n<p>    Box aufklappen<br \/>\n    Box zuklappen<\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" alt=\"Mahamat Idriss D\u00e9by in weissem traditionellen Kleid winkt in die Kamera. \" class=\"image__img\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/b6c8ae7.webp\"\/><\/p>\n<p>                    Legende:<\/p>\n<p>                Der tschadische Pr\u00e4sident Mahamat Idriss D\u00e9by beim Gipfel der Frankophonie im \u00c9lys\u00e9e-Palast in Paris, Oktober 2024.<\/p>\n<p>                    Keystone\/ Louise Delmotte<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Der Tschad ist auch innenpolitisch fragil. 2021 starb Pr\u00e4sident Idriss D\u00e9by bei K\u00e4mpfen gegen Rebellen. Sein Sohn Mahamat Idriss D\u00e9by \u00fcbernahm daraufhin die Macht mithilfe des Milit\u00e4rs. Doch der versprochene demokratische \u00dcbergang blieb begrenzt: 2024 liess D\u00e9by sich in umstrittenen Wahlen best\u00e4tigen, die Macht bleibt stark zentralisiert. Verfassungs\u00e4nderungen verl\u00e4ngerten seither die Amtszeit und hoben Begrenzungen auf. <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Die Regierung st\u00fctzt sich vor allem auf Armee und Sicherheitsapparate; grosse Teile der Ressourcen fliessen ins Milit\u00e4r. Opposition und Zivilgesellschaft sind geschw\u00e4cht, Proteste werden oft unterdr\u00fcckt. Ein Amnestiegesetz sch\u00fctzt Sicherheitskr\u00e4fte neu auch weitgehend vor Strafverfolgung.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Gleichzeitig ist die soziale Lage angespannt: hohe Arbeitslosigkeit, wenig staatliche Leistungen und wachsende Armut. Noch wirkt der Staat zwar stabil, vor allem durch Kontrolle, aber nicht durch breite Legitimation. Experten sehen deshalb ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr interne Gewalt.<\/p>\n<p>                                                        Wenn der Tschad tiefer in den Konflikt hineingezogen wird: Was bedeutet das f\u00fcr die Stabilit\u00e4t der Region?<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Ein instabiler Tschad h\u00e4tte Folgen f\u00fcr die ganze Region. Das Land ist ein zentraler Pufferstaat zwischen dem Krieg im Sudan im Osten und dschihadistischen Konflikten im Sahel im Westen. Ger\u00e4t dieser Stabilit\u00e4tsanker ins Wanken, k\u00f6nnten sich Konflikte st\u00e4rker verbinden und Gewalt weiter ausbreiten. Gleichzeitig w\u00e4re der Tschad weniger f\u00e4hig, Grenzen zu sichern, bewaffnete Gruppen zu bek\u00e4mpfen und Gefl\u00fcchtete aufzunehmen.<\/p>\n<p>                                    <script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Tschad wird zunehmend in den Krieg im Sudan hineingezogen. 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