{"id":13358,"date":"2026-05-03T16:37:14","date_gmt":"2026-05-03T16:37:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/13358\/"},"modified":"2026-05-03T16:37:14","modified_gmt":"2026-05-03T16:37:14","slug":"krieg-im-kongo-kongo-die-usa-brauchen-die-rohstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/13358\/","title":{"rendered":"Krieg im Kongo \u2013 Kongo: \u00bbDie USA brauchen die Rohstoffe\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img321248\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/321248.jpeg\" alt=\"Ein Mitglied der M23 patrouilliert auf der Stra\u00dfe, um in Goma am 12. M\u00e4rz 2026 Demonstranten zu \u00fcberwachen, die gegen Luftangriffe in den Tagen zuvor protestieren.\"\/><\/p>\n<p>Ein Mitglied der M23 patrouilliert auf der Stra\u00dfe, um in Goma am 12. M\u00e4rz 2026 Demonstranten zu \u00fcberwachen, die gegen Luftangriffe in den Tagen zuvor protestieren.<\/p>\n<p>Foto: AFP\/Jospin Mwisha<\/p>\n<p>Wie nehmen Sie die Situation in der umk\u00e4mpften kongolesischen Region Kivu wahr?<\/p>\n<p>Das allt\u00e4gliche Leben ist sehr, sehr schwierig. Es gibt keine offenen Banken und es ist fast kein Geld im Umlauf. Viele Menschen haben keine Arbeit und k\u00f6nnen nicht f\u00fcr ihre Familie sorgen. Viele Kinder mussten die Schule abbrechen. All dies und der Krieg machen es so schwierig hier in Kivu. Viele Menschen wurden vertrieben im Verlauf der K\u00e4mpfe. Die medizinische Versorgungslage ist nicht ausreichend und viele Menschen haben Hunger.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen Sie unter diesen Umst\u00e4nden die Aktivit\u00e4ten der Organisation \u00bbAct for Tomorrow\u00ab aufrechterhalten, die sich f\u00fcr soziale Belange einsetzt?<\/p>\n<p>Wir passen uns der Situation an, in der wir uns befinden. Vor dem Krieg war es einfacher. Mit \u00bbAct for Tomorrow\u00ab machen wir humanit\u00e4re Arbeit. Wir organisieren Gemeinschaftsessen und Bildungsaktivit\u00e4ten. Wir arbeiten mit traumatisierten Kindern und Waisen. Wir versuchen manche dieser Kinder wieder in die Schule zu schicken, denn sie sind die Zukunft des Kongo. Diese Aktivit\u00e4ten werden durch die Zahl bewaffneter Gruppen und immer wieder ausbrechende K\u00e4mpfe erschwert. Es kann durchaus passieren, dass wir als Zivilisten ins Kreuzfeuer kommen. Aber wir geben nicht auf, denn unsere Motivation ist eine gute Zukunft f\u00fcr den Kongo.<\/p>\n<p>Wie bewerten Sie die aktuellen Verhandlungen zwischen der von Ruanda unterst\u00fctzten Rebellengruppe M23 und der kongolesischen Regierung?<\/p>\n<p>Ich kann nur sagen, dass ich nicht wirklich<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1199430.krieg-im-kongo-kongo-friedensprozess-mit-fallstricken.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> viel Vertrauen in einen Deal zwischen der Regierung und der M23 <\/a>besitze. Die Ursachen der Situation, die wir erleben, sind eng verbunden mit den Politikern, die uns regieren. Wir haben viele Probleme im Kongo. Es wird nicht einfach, diesen Frieden zwischen der Regierung und der M23 auch wirklich umzusetzen. Wir br\u00e4uchten einen nationalen Dialog \u00fcber die Zukunft des Kongo, in dem wir offen aussprechen k\u00f6nnen, was nicht funktioniert, nur so k\u00f6nnen wir auf einen anhaltenden Frieden hoffen. Wenn wir aber als Kongolesen nicht miteinander in Kontakt bleiben und die Ursachen des Krieges nicht verstehen, glaube ich kaum, dass wir wirklichen Frieden erreichen. Dennoch m\u00fcssen wir jetzt alles in unserer Macht Stehende f\u00fcr einen echten Frieden tun.<\/p>\n<p>Wie denken sie \u00fcber die Rolle der USA in den Verhandlungen?<\/p>\n<p>Lassen Sie es mich so sagen: Wenn wir Fleisch haben, werden auch Hunde kommen, die das Fleisch essen wollen. <a href=\"http:\/\/02cr-02052026-Kongo-Verhandlungen\" rel=\"nofollow\">Die USA beteiligen sich nicht einfach so an den Verhandlungen. Wie<\/a> bekannt ist, brauchen die USA Rohstoffe f\u00fcr ihre Industrien. Der Kongo ist ein strategisches Land f\u00fcr sie, auch wegen der Mineralien, die wir hier in Kivu haben. Ihr Ziel ist es, Explorationen durchzuf\u00fchren und Bergbauoperationen zu entwickeln. Vermutlich werden sie Land kaufen und die Leute von dort vertreiben. Dann werden sie wahrscheinlich arme Menschen dort f\u00fcr sich arbeiten lassen. Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist. Wenn der von den USA 2025 verhandelte Deal zwischen Ruanda und Kongo Wirklichkeit wird und die K\u00e4mpfe im Osten Kongos beendet werden, w\u00e4re das nat\u00fcrlich zu begr\u00fc\u00dfen. Doch ich habe auch Bedenken. Chinesische Firmen betreiben hier viele Minen, wenn nun US-amerikanische Unternehmen ins Land kommen, k\u00f6nnte dies Missverst\u00e4ndnisse und Spannungen produzieren. Dies k\u00f6nnte zu einem weiteren Konflikt im Kongo f\u00fchren. Als B\u00fcrger Kongos kann ich also nur sagen, dass ich dem Deal gegen\u00fcber skeptisch bin. Dieser Deal k\u00f6nnte sich negativ auf unser Land, unsere Natur und unser Klima auswirken, ohne dass unser vulnerables Volk und die einfachen Menschen davon profitieren.<\/p>\n<p>Interview<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/321249.jpeg\" alt=\"\" title=\"\" width=\"170\"\/><\/p>\n<p>privat<\/p>\n<p>Daniel Kalalizi, Jahrgang 2003, ist Gr\u00fcnder der Organisation \u00bbAct for Tomorrow\u00ab und studiert zurzeit im Master Physik am \u00bbInstitute Superieure Pedagogique\u00ab in Bukavu. 2021 wurde ihm das Ausma\u00df der Umweltzerst\u00f6rung durch die Ausbeutung nat\u00fcrlicher Ressourcen und den Klimawandel bewusst und er beteiligte sich seitdem an Baumpflanzaktionen, \u00f6kologischen Aufkl\u00e4rungskampagnen und anderen umweltpolitischen Initiativen.<\/p>\n<p>Welche Erfahrungen gibt es in Kivu und im Kongo mit dem Bergbaubusiness?<\/p>\n<p>Wir haben hier gro\u00dfe internationale Unternehmen, aber auch handwerklichen Kleinbergbau, der viele Menschen mit einem kleinen Einkommen versorgt. F\u00fcr viele Minenarbeiter ist es ein Kampf um das t\u00e4gliche \u00dcberleben. Menschen sterben in den Minen durch Rutschungen, durch schlechte Arbeitsbedingungen und fehlende Sicherheitsstandards. Manche internationale Unternehmen setzen Chemikalien ein, um die Rohstoffe zu extrahieren. Nach der Nutzung werden die R\u00fcckst\u00e4nde der Chemikalien mitsamt dem kontaminierten Wasser einfach in den Feldern und Fl\u00fcssen der Gegend entsorgt. Manche Menschen pflanzen aus Mangel aus Alternativen auch auf diesen belasteten B\u00f6den Gem\u00fcse an. Diese Chemikalien kontaminieren unser Wasser, unsere Fl\u00fcsse und beeinflussen die Gesundheit der Menschen hier. Wer Wasser aus den Fl\u00fcssen verwendet, kann dadurch krank werden. Das trifft auch auf die Fische zu. Au\u00dferdem bedrohen die vielen Minen unseren Wald.<\/p>\n<p>Wie schauen Sie in die Zukunft?<\/p>\n<p>Die Ursachen von alldem sind politisch. Es gibt viele politische Gruppen, welche die Zukunft des Kongo positiv oder negativ beeinflussen k\u00f6nnen. Unser Land leidet sehr unter der Umleitung von \u00f6ffentlichen Geldern in private Taschen. Viele Leute, die eigentlich Regierungsprojekte umsetzen sollten, behalten das Geld f\u00fcr sich selbst. Das hat nat\u00fcrlich eine Auswirkung auf die Zukunft des Kongo. Zurzeit sind die Politiker sehr leise, denn die n\u00e4chste Wahl ist noch weit entfernt. Aber im Wahlkampf kommen sie wieder in die D\u00f6rfer und in die entlegenen Gegenden, um Geld und Nahrung an die lokale Bev\u00f6lkerung zu verteilen. Die lokale Bev\u00f6lkerung wird f\u00fcr diese Politiker, die unser Land ausrauben, applaudieren. Diese Politiker wollen das Land gar nicht entwickeln, sie genie\u00dfen es einfach nur, von der Bev\u00f6lkerung beklatscht zu werden. Ich kann nur sagen, dass die Zukunft des Kongo von seinen B\u00fcrgern abh\u00e4ngt. Es liegt an uns. Wir m\u00fcssen vor den Politikern unsere Ohren und M\u00fcnder \u00f6ffnen. Viele B\u00fcrger beteiligen sich aber nicht an Protesten, um die schlechte Situation anzuprangern. Denn sie sind ver\u00e4ngstigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Mitglied der M23 patrouilliert auf der Stra\u00dfe, um in Goma am 12. 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