{"id":13483,"date":"2026-05-04T01:14:00","date_gmt":"2026-05-04T01:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/13483\/"},"modified":"2026-05-04T01:14:00","modified_gmt":"2026-05-04T01:14:00","slug":"erzbischof-fortunatus-nwachukwu-zur-lage-der-christen-in-nigeria-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/13483\/","title":{"rendered":"Erzbischof Fortunatus Nwachukwu zur Lage der Christen in Nigeria 2025"},"content":{"rendered":"<p>Mit f\u00fcnf get\u00f6teten Seelsorgern im Jahr 2025 ist Nigeria das gef\u00e4hrlichste Land f\u00fcr katholische Missionare weltweit. Im Interview mit der vatikanischen Nachrichtenagentur Fides spricht Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, Sekret\u00e4r im Dikasterium f\u00fcr die Evangelisierung, \u00fcber die \u201eRauchleinwand\u201c der Gewalt, das Versagen der Regierung und die schleichende Verfolgung der christlichen Minderheit.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2025-12\/nigeria-terrorismus-us-luftangriff-christen-verfolgung.html\" title=\"Nigeria: Kirchenf\u00fchrer reagieren unterschiedlich auf US-Luftangriffe\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2025\/12\/26\/15\/1766760110553.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Nigeria: Kirchenf\u00fchrer reagieren unterschiedlich auf US-Luftangriffe\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Der US-Luftangriff am 25. Dezember gegen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat im Nordwesten Nigerias haben unterschiedliche Reaktionen bei Kirchenvertretern ausgel\u00f6st. &#8230;\n     <\/p>\n<p>Die Zahlen f\u00fcr das Jahr 2025 sind ersch\u00fctternd: F\u00fcnf katholische Priester und Ordensleute wurden in Nigeria ermordet, unz\u00e4hlige weitere entf\u00fchrt. Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, selbst geb\u00fcrtiger Nigerianer, blickt mit einer Mischung aus Trauer und Scham auf seine Heimat. \u201eNigeria ist eines der religi\u00f6sesten L\u00e4nder der Welt. Wir alle sagen, wir seien Menschen des Friedens. Doch vor diesen Fakten m\u00f6chte ich sehen, dass muslimische Freunde den Missbrauch ihrer Religion f\u00fcr Gewalt endlich klar zur\u00fcckweisen\u201c, so der Erzbischof.<\/p>\n<p>Die \u201eRauchleinwand\u201c der Gewalt <\/p>\n<p>In der Debatte dar\u00fcber, ob man in Nigeria bereits von einer systematischen Christenverfolgung sprechen kann, nutzt Nwachukwu ein pr\u00e4gnantes Bild: Er spricht von einem \u201eSmoke Screen\u201c \u2013 einer Rauchleinwand aus allgemeiner Unsicherheit und Kriminalit\u00e4t. Dieser Zustand des totalen Sicherheitszusammenbruchs verhindere oft den klaren Blick darauf, ob bestimmte Gruppen gezielt angegriffen werden.<\/p>\n<p>Doch die Indizien f\u00fcr eine gezielte Verfolgung verdichten sich laut Nwachukwu: \u201eViele Signale deuten darauf hin, dass es Gruppen gibt, die systematisch christliche Gemeinschaften ins Visier nehmen.\u201c Besonders auff\u00e4llig sei, dass Sicherheitskr\u00e4fte bei Angriffen auf Christen oft gar nicht oder viel zu sp\u00e4t reagierten.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2023\/03\/15\/00011_02102021.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Erzbischof Fortunatus Nwachukwu\" title=\"Erzbischof Fortunatus Nwachukwu\"\/><\/p>\n<p>\n   Erzbischof Fortunatus Nwachukwu \u00a0 (Vatican Media)\n  <\/p>\n<p>Versagen der Regierung und das Schicksal der Fulani <\/p>\n<p>Harte Kritik \u00fcbt der Erzbischof an der nigerianischen Regierung. Dass bewaffnete Gruppen 300 Sch\u00fcler entf\u00fchren k\u00f6nnen, ohne dass der Staat einschreitet, sei mehr als nur Inkompetenz. \u201eEs fehlt der Wille zu reagieren\u201c, klagt Nwachukwu. Selbst die Armee werde durch Hinrichtungen von Gener\u00e4len, die von Milizen gefilmt werden, gedem\u00fctigt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig warnt er vor einer gef\u00e4hrlichen Pauschalisierung: Der Konflikt zwischen den (meist muslimischen) Fulani-Hirten und christlichen Bauern werde zunehmend als Deckmantel f\u00fcr dschihadistischen Terror missbraucht. \u201eDie Fulani werden f\u00fcr alle zu Teufeln. Aber wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass es viele gute Fulani gibt. Wenn wir die gesamte Volksgruppe demonisieren, reicht ein Funke, um neuen Hass zu entfachen.\u201c<\/p>\n<p>Kirche als Anker in der Not <\/p>\n<p>Trotz der Gefahr bleiben die kirchlichen Strukturen oft der einzige Halt f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. W\u00e4hrend die Regierung versagt, bieten die Di\u00f6zesen Schutzr\u00e4ume und Bildung an. Nwachukwu betont, dass das christliche Martyrium kein freiwilliger Heroismus sei: \u201eDer M\u00e4rtyrer ist niemand, der Selbstmord begeht. Er ist jemand, der in Nachfolge Christi die Liebe Gottes f\u00fcr alle bezeugt \u2013 und dabei bereit ist, sein Leben zu geben.\u201c<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der j\u00fcngsten US-Milit\u00e4rschl\u00e4ge gegen IS-Stellungen in Nigeria zeigt sich der Erzbischof pragmatisch: Wenn ein Land seine Krisen nicht mehr selbst bew\u00e4ltigen k\u00f6nne und die Regierung immobil bleibe, k\u00f6nne externe Hilfe zur Beseitigung der Gewaltursachen gerechtfertigt sein.<\/p>\n<p>(fides &#8211; mg)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit f\u00fcnf get\u00f6teten Seelsorgern im Jahr 2025 ist Nigeria das gef\u00e4hrlichste Land f\u00fcr katholische Missionare weltweit. 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