{"id":1357,"date":"2026-04-18T14:47:14","date_gmt":"2026-04-18T14:47:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/1357\/"},"modified":"2026-04-18T14:47:14","modified_gmt":"2026-04-18T14:47:14","slug":"somalia-ankara-zeigt-praesenz-tageszeitung-junge-welt-12-02-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/1357\/","title":{"rendered":"Somalia: Ankara zeigt Pr\u00e4senz, Tageszeitung junge Welt, 12.02.2026"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img219035\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/219035.jpg\" class=\"img-fluid\" alt=\"2024-04-23T182152Z_969219359_RC2FC7AMOF6L_RTRMADP_3_SOMALIA-TURK\"\/><\/p>\n<p>T\u00fcrkische Marineschiffe wie diese Korvette sind im Hafen von Mogadischu nichts Neues (23.4.2024)<\/p>\n<p>Am Mittwoch hat ein Einsatz t\u00fcrkischer Kriegsschiffe vor Somalia begonnen, der die immer intensiver werdende milit\u00e4rische Zusammenarbeit beider L\u00e4nder und den zunehmenden Einfluss \u00adAnkaras in Nordostafrika zeigen soll. Die Gruppe besteht aus zwei Fregatten und einem amphibischen Landungsschiff. Ihre Ankunft in somalischen Gew\u00e4ssern ist mit dem Besuch einer Delegation h\u00f6herer Offiziere der t\u00fcrkischen Marine unter Leitung von deren stellvertretendem Chef, Vizeadmiral Mustafa Kaya, verbunden. Die Gruppe traf am Dienstag und Mittwoch in Mogadischu mit Verteidigungsminister Omar Abdi Ali und dem Kommandeur der Somalischen Nationalarmee, Generalmajor Ibrahim Mohammed Mahmoud, zusammen, der von weiteren hochrangigen Milit\u00e4rs der somalischen Marine und K\u00fcstenwache begleitet wurde.<\/p>\n<p>Den offiziellen Berichten zufolge ging es in den Diskussionen um die Unterst\u00fctzung der T\u00fcrkei bei der \u00bbReform\u00ab, St\u00e4rkung und Modernisierung der somalischen Marine zur Sicherung der Territorialgew\u00e4sser gegen \u00bbBedrohungen wie Seer\u00e4uberei, illegalen Fischfang, Schmuggel und Terrorismus\u00ab. Konkret sei \u00fcber die Erweiterung \u00bbgemeinsamer Ausbildungsanstrengungen, technische Unterst\u00fctzung und strategische Planung\u00ab gesprochen worden. W\u00e4hrend ihres Aufenthalts wird die t\u00fcrkische Delegation auch mit Vertretern verschiedener Bereiche der somalischen Streitkr\u00e4fte zusammentreffen. Anfang des Monats war bereits gemeldet worden, dass auch drei t\u00fcrkische Kampfjets vom Typ \u00bbF-16\u00ab nach Somalia entsandt wurden.<\/p>\n<p>Offiziell ist das Gastspiel der t\u00fcrkischen Marinegruppe als Ma\u00dfnahme zum Schutz und zur logistischen Versorgung von Erd\u00f6lexplorationen eines t\u00fcrkischen Bohrschiffs deklariert. Zu diesem Zweck oder unter diesem Vorwand werden die drei Kriegsschiffe bis zum 25. Februar in der Region bleiben und au\u00dfer in den somalischen Territorialgew\u00e4ssern laut Planung auch im Golf von Aden und im Arabischen Meer \u00bboperieren\u00ab. In dieser Zeit sollen sie au\u00dferdem die Koordination mit dem Somalisch-T\u00fcrkischen Taskforce-Kommando (Turksom) in Mogadischu, dem gr\u00f6\u00dften Auslandsst\u00fctzpunkt der T\u00fcrkei, erproben. Er wurde 2017 in Betrieb genommen; von dort aus wird die Ausbildung und Ausr\u00fcstung der somalischen Streitkr\u00e4fte organisiert.<\/p>\n<p>Der gegenw\u00e4rtigen \u00bbMission\u00ab der drei Kriegsschiffe war am 11. Januar die Verl\u00e4ngerung des Einsatzes der Marine in der Region durch das t\u00fcrkische Parlament um ein weiteres Jahr vorausgegangen. Sie trat am Dienstag in Kraft. Auf dem Weg nach Mogadischu hatten die Schiffe am 6. und 7. Februar einen Zwischenstopp f\u00fcr einen Besuch in der fr\u00fcheren franz\u00f6sischen Kolonie Dschibuti eingelegt.<\/p>\n<p>Die \u00bbstrategische Partnerschaft\u00ab zwischen der T\u00fcrkei und Somalia reicht mehrere Jahrzehnte zur\u00fcck und wird seit 2006 systematisch verst\u00e4rkt. Sie beinhaltet neben sogenannter Milit\u00e4rhilfe, die man auch als t\u00fcrkische Patenschaft und Patronage \u00fcber die somalischen Streitkr\u00e4fte bezeichnen k\u00f6nnte, die t\u00fcrkische Beteiligung an der Finanzierung, Steuerung und Verwaltung von Infrastrukturobjekten wie dem Hafen und dem internationalen Flughafen von Mogadischu. Die Rolle t\u00fcrkischer Firmen an der Erkundung und Ausbeutung somalischer Erd\u00f6l- und Erdgasvorkommen sollte man hingegen nicht \u00fcbersch\u00e4tzen. 35 Jahre nachdem das milit\u00e4rische Eingreifen der USA und anschlie\u00dfend der UNO in Somalia von mehreren Seiten als Jagd nach dem Erd\u00f6l interpretiert wurde, gibt es dort immer noch keine relevante F\u00f6rderung. Hinzu kommt, dass der rechtliche Status der Vorkommen sowohl innenpolitisch gegen\u00fcber den sich als autonom erkl\u00e4renden Bundesstaaten Jubaland und Puntland als auch gegen\u00fcber dem Nachbarland Kenia umstritten ist.<\/p>\n<p>Dass die gegenw\u00e4rtig zu beobachtende Intensivierung der \u00bbstrategischen Zusammenarbeit\u00ab zwischen Ankara und Mogadischu als Teil einer geopolitischen Verschiebung verstanden werden muss, zeigt die am Montag erfolgte Unterzeichnung eines Verteidigungsabkommens zwischen Somalia und Saudi-Arabien. Teil dieses B\u00fcndnisses, das vor allem den Einfluss der Vereinigten Arabischen Emirate begrenzen und zur\u00fcckdr\u00e4ngen soll, ist auch \u00c4gypten. Zum Bild geh\u00f6rt, dass die T\u00fcrkei am 6. Fe\u00adbruar ein Waffengesch\u00e4ft mit Kairo abgeschlossen hat, dessen Wert auf 350 Millionen Dollar berechnet wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"T\u00fcrkische Marineschiffe wie diese Korvette sind im Hafen von Mogadischu nichts Neues (23.4.2024) Am Mittwoch hat ein Einsatz&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1358,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[248],"tags":[1100,532,1101,428,133],"class_list":{"0":"post-1357","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-somalia","8":"tag-marine","9":"tag-militaer","10":"tag-oel","11":"tag-somalia","12":"tag-tuerkei"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1357"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1357\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1358"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}