{"id":13794,"date":"2026-05-05T01:30:40","date_gmt":"2026-05-05T01:30:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/13794\/"},"modified":"2026-05-05T01:30:40","modified_gmt":"2026-05-05T01:30:40","slug":"wem-gehoert-afrikas-kulturerbe-die-rueckgabe-der-benin-bronzen-und-die-zukunft-des-museums-geschichte-der-gegenwart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/13794\/","title":{"rendered":"Wem geh\u00f6rt Afrikas Kulturerbe? Die R\u00fcckgabe der Benin-Bronzen und die Zukunft des Museums \u2013 Geschichte der Gegenwart"},"content":{"rendered":"<p>Im Zuge der R\u00fcck\u00adgabe der Benin-Bronzen an Nigeria erschien im Mai 2023 ein kriti\u00adscher <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/benin-bronzen-werden-privatbesitz-des-oba-war-das-der-sinn-18872272.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Artikel<\/a> in der FAZ von der emeri\u00adtierten Indonesien-Expertin Brigitta Hauser-Sch\u00e4ublin, die seit einiger Zeit in der deut\u00adschen und Schweizer Presse zum Thema schreibt und ethno\u00adlo\u00adgi\u00adsches Fach\u00adwissen in die Resti\u00adtu\u00adti\u00adons\u00adde\u00adbatte einbringen m\u00f6chte. Insbe\u00adson\u00addere die \u00dcber\u00adtra\u00adgung der <a href=\"https:\/\/www.theartnewspaper.com\/2023\/04\/26\/who-will-museums-partner-with-over-benin-bronzes-now-eyebrows-raised-as-latest-nigerian-government-announcement-makes-oba-owner-of-artefacts\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eigen\u00adtums\u00adrechte<\/a> an den Oba Ewuare II., der sich in der Nach\u00adfolge des letzten unab\u00adh\u00e4n\u00adgigen K\u00f6nigs von Benin Oba Ovon\u00adramwen versteht, welcher wiederum nach der Erobe\u00adrung und Pl\u00fcn\u00adde\u00adrung seines Palastes 1897 von den Briten exilierte wurde, gab Anlass zur Emp\u00f6\u00adrung. Es folgten zahl\u00adreiche weitere Artikel unter\u00adschied\u00adli\u00adcher Autor:innen, die den Tenor weiter\u00adf\u00fchrten, die R\u00fcck\u00adgabe sei ein Fiasko, denn unsere wert\u00advollen Bronzen w\u00fcrden in den Privat\u00adbe\u00adsitz des Oba \u00fcber\u00adgehen. Von \u201eBaer\u00adbocks Unheil\u201c ist die Rede, vom Blut, das an den Bronzen kleben w\u00fcrde. Hauser-Sch\u00e4ublin schrieb zudem mehr\u00adfach von deut\u00adschem Schuld\u00adkom\u00adplex und Nazi-Trauma als Grund\u00adlage von Resti\u00adtu\u00adtionen. Da hei\u00dft es erst einmal durchatmen.<\/p>\n<p>Zwei\u00aderlei\u00a0Ma\u00df<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Brigitta Hauser-Sch\u00e4ublins sensible Vertei\u00addi\u00adgung von Taring Padi, ihre kennt\u00adnis\u00adreiche Einord\u00adnung von deren anti\u00adse\u00admi\u00adti\u00adscher oder anti\u00adse\u00admi\u00adtisch erschei\u00adnender Symbol\u00adsprache in eine Geschichte der Unter\u00addr\u00fc\u00adckung in Indo\u00adne\u00adsien von verschie\u00addenen Zeitungen abge\u00adlehnt wurde, und schlie\u00df\u00adlich auf der Platt\u00adform des <a href=\"https:\/\/www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de\/tag\/antisemitismus\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Netz\u00adwerks Wissen\u00adschafts\u00adfrei\u00adheit<\/a> erschienen ist, fanden ihre Anw\u00fcrfe gegen den Oba von Benin, die deut\u00adsche Au\u00dfen\u00adpo\u00adlitik und die Arbeit von Museen offene Ohren und sehr viel mehr Anklang. Hauser-Sch\u00e4ublins Rekon\u00adstruk\u00adtion der Geschichte des K\u00f6nig\u00adtums Benin ist vornehm\u00adlich auf <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/benin-bronzen-schweizer-museen-beschoenigen-die-geschichte-ld.1737087?reduced=true\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Trigger<\/a> ange\u00adlegt (Skla\u00adven\u00adhandel, Menschen\u00adopfer), und nicht an der jahr\u00adzehn\u00adte\u00adlangen Forschung zur Geschichte Nige\u00adrias orientiert.<\/p>\n<p>Ihr Anliegen jedoch ist zwei\u00adfellos richtig: n\u00e4mlich ethno\u00adlo\u00adgi\u00adsches Wissen in die Debatte einzu\u00adbringen und kriti\u00adschen Posi\u00adtionen, z.B. aus <a href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=4224243\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nigeria<\/a> und der <a href=\"https:\/\/rsgincorp.org\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schwarzen Commu\u00adnity in den USA<\/a>, Geh\u00f6r zu verschaffen, deren Argu\u00admente zu erl\u00e4u\u00adtern und zu disku\u00adtieren. Aber warum geschieht das so abf\u00e4llig gegen\u00ad\u00fcber dem Oba, dem Staat Nigeria und den Museen, zudem so sehr auf Zuspit\u00adzungen zielend und aus einer in der Ethno\u00adlogie \u00fcber\u00adholten Perspek\u00adtive der distan\u00adziert aus euro\u00adp\u00e4i\u00adschen Berichten sch\u00f6p\u00adfenden arm-chair anthro\u00adpo\u00adlogy, mit der sie sich etwa zu der Aussage versteigt, die Sch\u00e4tze der Hofkunst des K\u00f6nig\u00adtums Benin seien erst in Europa zu Kunst\u00adwerken und afri\u00adka\u00adni\u00adschem Kultur\u00aderbe geworden? F\u00fcr Indo\u00adne\u00adsien w\u00fcrde sich Brigitta Hauser-Sch\u00e4ublin solche Stereo\u00adtype und aus der Kolo\u00adni\u00adal\u00adli\u00adte\u00adratur zusam\u00admen\u00adge\u00adstellte Schlag\u00adlichter vermut\u00adlich verbitten. Und wenn immer wieder vom Oba als Nach\u00adfahren von Skla\u00adven\u00adh\u00e4nd\u00adlern die Rede ist, die hofiert w\u00fcrden, sei zumin\u00addest kurz die Frage erlaubt, ob denn nicht wir die Nach\u00adfahren der Skla\u00adven\u00adein\u00adk\u00e4ufer sind (ja, auch Deut\u00adsche und <a href=\"https:\/\/www.news.uzh.ch\/de\/articles\/2020\/Sklaverei.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schweizer<\/a> waren am Skla\u00adven\u00adhandel beteiligt).<\/p>\n<p>Geschichts\u00adstunde<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18079\" data-lazy-type=\"image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/baerbock_spiegel.jpg\" alt=\"\" class=\"lazy lazy-hidden wp-image-18079 size-full\" width=\"1600\" height=\"1124\"  \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-18079\" class=\"wp-caption-text\">Abba Isa Tijani, Direktor des nige\u00adria\u00adni\u00adschen Natio\u00adnal\u00admu\u00adseums, Kultur\u00adstaats\u00admi\u00adnis\u00adterin Claudia Roth und Au\u00dfen\u00admi\u00adnis\u00adterin Anna\u00adlena Baer\u00adbock im Dezember 2022 in Lagos; Quelle: spiegel.de<\/p>\n<p>Entgegen der Unter\u00adstel\u00adlung, die deut\u00adsche Au\u00dfen\u00admi\u00adnis\u00adterin sei naiv in die Verhand\u00adlungen gegangen, d\u00fcrfte wohl klar sein, dass hinter den Kulissen eine komplexe und kompli\u00adzierte Diplo\u00admatie statt\u00adge\u00adfunden hat, die u.a. ganz unter\u00adschied\u00adliche nige\u00adria\u00adni\u00adsche Inter\u00adessen kennt und auszu\u00adglei\u00adchen versucht hat \u2013 etwa unter\u00adschied\u00adliche Inter\u00adessen der zentral- und bundes\u00adstaat\u00adli\u00adchen Kultur\u00adpo\u00adlitik und von heute nur noch kultu\u00adrell aner\u00adkannten Ober\u00adh\u00e4up\u00adtern wie dem Oba von Benin. In Nigeria haben die \u201etradi\u00adtional leaders\u201c, anders als in anderen afri\u00adka\u00adni\u00adschen Staaten, keine verfas\u00adsungs\u00adrecht\u00adliche Stel\u00adlung, dennoch ist er von nige\u00adria\u00adni\u00adscher und deut\u00adscher Seite \u2013 zu Recht \u2013 in die Verhand\u00adlungen einbe\u00adzogen worden. Ohnehin ist es <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/provenance-research-and-claims-to-bangwa-collections\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">v\u00f6lker\u00adrecht\u00adlich durchaus umstritten<\/a>, ob nur Natio\u00adnal\u00adstaaten \u00fcber R\u00fcck\u00adgaben verhan\u00addeln k\u00f6nnen, wie oft behauptet wird, oder ob nicht indi\u00adgene Gemein\u00adschaften eben\u00adfalls als Vertrags\u00adpartner behan\u00addelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4si\u00addent der Stif\u00adtung Preu\u00ad\u00dfi\u00adscher Kultur\u00adbe\u00adsitz <a href=\"https:\/\/www.preussischer-kulturbesitz.de\/meldung\/artikel\/2023\/05\/09\/parzinger-benin-bronzen-muessen-oeffentlich-gezeigt-werden.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hermann Parzinger<\/a> hat zudem darauf hinge\u00adwiesen, dass R\u00fcck\u00adgaben im Herkunfts\u00adland Debatten zwischen staat\u00adli\u00adchen Kulturerbe-Beh\u00f6rden und regio\u00adnalen Commu\u00adni\u00adties ausl\u00f6sen. Dies seien wich\u00adtige Prozesse, um zu einer trag\u00adf\u00e4\u00adhigen L\u00f6sung zu kommen. Auch f\u00fcr die Herkunfts\u00adl\u00e4nder seien Resti\u00adtu\u00adtionen ein neues Ph\u00e4nomen, Debatten daher legitim und gera\u00addezu notwendig: \u201eIn unseren Gespr\u00e4\u00adchen haben der Oba und seine Vertreter das hohe Inter\u00adesse an einer \u00f6ffent\u00adli\u00adchen Pr\u00e4sen\u00adta\u00adtion von Kunst aus Benin, auch mit welt\u00adweiten Leih\u00adgaben in Museen, stets sehr glaub\u00adhaft unterstrichen.\u201c<\/p>\n<p>Geplant ist neben dem <a href=\"https:\/\/www.emowaa.com\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Edo Museum of West African Art<\/a> (EMOWAA) in Benin City auch ein Royal Benin Museum. Die Aner\u00adken\u00adnung regio\u00adnaler Inter\u00adessen ist kein R\u00fcck\u00adfall in kultur\u00adre\u00adla\u00adti\u00advis\u00adti\u00adsche Posi\u00adtionen, wie in manchen Kommen\u00adtaren behauptet. Viel\u00admehr geht es in vielen F\u00e4llen bei Diskus\u00adsionen und Konflikten zwischen Regie\u00adrungen bzw. deren Minis\u00adte\u00adrien und lokalen Gruppen um Minder\u00adhei\u00adten\u00adrechte oder Anspr\u00fcche gegen\u00ad\u00fcber dem Zentral\u00adstaat. Dies resul\u00adtiert aus einem aus der Kolo\u00adni\u00adal\u00adzeit ererbten Problem, vor dem prak\u00adtisch jede afri\u00adka\u00adni\u00adsche Regie\u00adrung nach der Unab\u00adh\u00e4n\u00adgig\u00adkeit stand, n\u00e4mlich dem Umgang mit ehemals vom Kolo\u00adnia\u00adlismus je nach Inter\u00ades\u00adsens\u00adlage dele\u00adgi\u00adti\u00admierten oder in Dienst gestellten Ober\u00adh\u00e4up\u00adtern \u2013 von Dorf\u00advor\u00adste\u00adhern bis zu K\u00f6nigs\u00adh\u00e4u\u00adsern \u2013, die im modernen post\u00adko\u00adlo\u00adnialen Staat einen Platz in den Verfas\u00adsungen und im poli\u00adti\u00adschen System finden mussten. Der post\u00adko\u00adlo\u00adniale Staat konnte diese Inter\u00adessen nicht einfach \u00fcber\u00adgehen, zumal sie h\u00e4ufig die l\u00e4nd\u00adli\u00adchen Regionen betrafen und betreffen. Auch ohne den Oba als Person oder Insti\u00adtu\u00adtion zu vertei\u00addigen, w\u00e4re es gerade eine verfehlte Diplo\u00admatie, ihn zu ignorieren.<\/p>\n<p>Muse\u00adums\u00adpo\u00adlitik \u2013 \u201cances\u00adtors from the future\u201d<\/p>\n<p>Jenseits der erst seit relativ kurzer Zeit zwischen Staaten ausge\u00adhan\u00addelten Resti\u00adtu\u00adtionen (ein fr\u00fches Beispiel w\u00e4re die R\u00fcck\u00adf\u00fch\u00adrung der sterb\u00adli\u00adchen \u00dcber\u00adreste von <a href=\"https:\/\/www.e-periodica.ch\/cntmng?pid=ros-001:2008:0::136\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sarah Baartman<\/a> aus Frank\u00adreich nach S\u00fcdafrika) gibt es schon lange Koope\u00adra\u00adti\u00adons\u00adpro\u00adjekte zwischen ethno\u00adlo\u00adgi\u00adschen Museen und der soge\u00adnannten Herkunfts\u00adge\u00adsell\u00adschaft. Dies begann sp\u00e4tes\u00adtens in den 1960er Jahren in ehema\u00adligen Sied\u00adler\u00adko\u00adlo\u00adnien USA, Austra\u00adlien, Neusee\u00adland, in denen die ehemals Kolo\u00adni\u00adsierten Teil der eigenen Gesell\u00adschaft sind. Unter\u00adst\u00fctzt durch Gesetze wie dem <a href=\"https:\/\/www.nps.gov\/subjects\/nagpra\/index.htm\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">NAGPRA<\/a> entstanden neue Museums- und Ausstel\u00adlungs\u00adkon\u00adzepte, oft in Kombi\u00adna\u00adtion mit der R\u00fcck\u00adgabe von Kunst- und Kultur\u00adg\u00fc\u00adtern sowie sterb\u00adli\u00adchen \u00dcber\u00adresten. Solche Parti\u00adzi\u00adpa\u00adtion verl\u00e4uft f\u00fcr alle Seiten nicht konflikt\u00adfrei. Es geht um die Defi\u00adni\u00adti\u00adons\u00admacht \u00fcber Samm\u00adlungen und Objekte: Haben Museen, haben Kurator:innen hier nur noch eine Stimme unter anderen, oder \u00fcber\u00adhaupt keine legi\u00adtime Stimme mehr? Wer spricht f\u00fcr die Herkunfts\u00adge\u00adsell\u00adschaften, wer f\u00fcr die Nach\u00adfahren, die sich nicht von soge\u00adnannten tradi\u00adtio\u00adnellen Auto\u00adri\u00adt\u00e4ten repr\u00e4\u00adsen\u00adtiert f\u00fchlen? Wer verwaltet und kura\u00adtiert \u201edie Tradi\u00adtion\u201c? Spricht etwa die Rapperin <a href=\"https:\/\/www.allisonwarden.com\/aku-matu.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">AKU-MATU aus Alaska<\/a>, die sich als \u201eancestor from the future\u201c bezeichnet, f\u00fcr \u201edie Inuit\u201c oder f\u00fcr ihre Generation?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18080\" data-lazy-type=\"image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/matu.jpg\" alt=\"\" class=\"lazy lazy-hidden size-full wp-image-18080\" width=\"1251\" height=\"1334\"  \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-18080\" class=\"wp-caption-text\">Die alas\u00adki\u00adsche Rapperin Aku-Matu; Quelle: allisonwarden.com<\/p>\n<p>Solche Fragen und Ausein\u00adan\u00adder\u00adset\u00adzungen im Zuge von kultu\u00adrellen Eman\u00adzi\u00adpa\u00adti\u00adons\u00adpro\u00adzessen und einer (k\u00fcnst\u00adle\u00adri\u00adschen, histo\u00adri\u00adschen und spiri\u00adtu\u00adellen) R\u00fcck\u00adbe\u00adsin\u00adnung auf das eigene kultu\u00adrelle Erbe, mit dem sich die ethno\u00adlo\u00adgi\u00adschen Museen auch in Europa schon lange besch\u00e4f\u00adtigen, errei\u00adchen nun auch \u00d6ffent\u00adlich\u00adkeit und Politik. Bei der Resti\u00adtu\u00adtion von Kunst- und Kultur\u00adg\u00fc\u00adtern geht es nicht in erster Linie darum, wer sie zu Recht oder Unrecht zu Welt\u00adkunst und Welt\u00aderbe erkl\u00e4rt hat, oder wer wessen Kunst und Kultur ausstellen \u201edarf\u201c, sondern dass diese Arte\u00adfakte in einer konkreten histo\u00adri\u00adschen Phase mehr oder weniger gewalt\u00adt\u00e4tig ange\u00adeignet und ins Museum gestellt worden sind. Mit der Verhand\u00adlung \u00fcber die R\u00fcck\u00adgabe von Objekten ist also auch eine Ausein\u00adan\u00adder\u00adset\u00adzung mit der Kolo\u00adni\u00adal\u00adge\u00adschichte von Objekten und Samm\u00adlungen in Museen verbunden. Dabei geht es um die Aner\u00adken\u00adnung von mehr\u00adfa\u00adchem Verlust: So sind die Objekte viel\u00adleicht vor dem \u201eVerfall\u201c gerettet worden, aber oftmals nicht das Wissen \u00fcber diese Objekte und die mit ihnen verbun\u00addenen Prak\u00adtiken. \u201eDie <a href=\"https:\/\/www.freiburger-filmforum.de\/program\/les-statues-meurent-aussi\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Statuen sterben auch<\/a>\u201c, lautet der Titel eines pathe\u00adti\u00adschen und in Frank\u00adreich zun\u00e4chst zensierten Films \u00fcber afri\u00adka\u00adni\u00adsche Kunst in euro\u00adp\u00e4i\u00adschen Museen vom Alain Resnais und Chris Marker (1953).<\/p>\n<p>Mit der Fest\u00adstel\u00adlung, dass sich das west\u00adliche Museum mit seinem univer\u00adsalen Anspruch heute global verbreitet hat, geht oft die Vorstel\u00adlung einher, es h\u00e4tte sich in diesem Prozess selbst nicht ver\u00e4n\u00addert. Auch wenn manche Museen auf dem afri\u00adka\u00adni\u00adschen Konti\u00adnent bereits aus kolo\u00adnialen Gr\u00fcn\u00addungen hervor\u00adge\u00adgangen sind, wie etwa das IFAN (Mus\u00e9e de l\u2019Institut Fonda\u00admental d\u2019Afrique Noire) in Dakar, oder als direkte Antwort auf den Kolo\u00adnia\u00adlismus entstanden, wie das in den 1920er vom Sultan selbst gegr\u00fcn\u00addete Palast\u00admu\u00adseum in Fumban in Kamerun, haben sie l\u00e4ngst eigene Tradi\u00adtionen entwi\u00adckelt. Zudem haben Kunstethnolog:innen, wie der Pionier <a href=\"https:\/\/africa-art-archive.ch\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hans Himmel\u00adheber<\/a> schon in den 1930er Jahren, viel\u00adfach gezeigt, dass Dinge zu sammeln, zu bewahren und zu pr\u00e4sen\u00adtieren oder sie zum eigenen Vergn\u00fcgen kontem\u00adplativ zu betrachten, keine exklusiv west\u00adliche Praxis ist. So k\u00f6nnen heutige Museen auf dem afri\u00adka\u00adni\u00adschen Konti\u00adnent aus unter\u00adschied\u00adli\u00adchen Tradi\u00adtionen sch\u00f6pfen und auch das \u201ewest\u00adliche\u201c Museum selbst hat sich in Ausein\u00adan\u00adder\u00adset\u00adzung mit den eigenen kolo\u00adnialen Anf\u00e4ngen und seiner welt\u00adweiten Verbrei\u00adtung ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\tSie k\u00f6nnen uns unter\u00adst\u00fctzen, indem Sie diesen Artikel teilen:\u00a0<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fgeschichtedergegenwart.ch%2Fwem-gehoert-afrikas-kulturerbe-die-rueckgabe-der-benin-bronzen-und-die-zukunft-des-museums%2F\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"Bei Facebook teilen\" class=\"share-fb\" alt=\"Bei Facebook teilen\">Face\u00adbook<\/a><br \/>\n\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=https%3A%2F%2Fgeschichtedergegenwart.ch%2Fwem-gehoert-afrikas-kulturerbe-die-rueckgabe-der-benin-bronzen-und-die-zukunft-des-museums%2F&amp;text=Wem+geh%C3%B6rt+Afrikas+Kultur%C2%ADerbe%3F+Die+R%C3%BCck%C2%ADgabe+der+Benin-Bronzen+und+die+Zukunft+des+Museums%20%23GdG%20%40G_der_Gegenwart\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" class=\"share-tw\" title=\"Bei Twitter teilen\" alt=\"Bei Twitter teilen\">Twitter<\/a><\/p>\n<p>Zukunft des Museums<\/p>\n<p>Was in den ethno\u00adlo\u00adgi\u00adschen Museen begann, betrifft heute alle Museen, so die These der Profes\u00adsorin f\u00fcr Kunst\u00adge\u00adschichte <a href=\"https:\/\/soundcloud.com\/pittriversound-1\/kavita-singh?in=pittriversound-1%2Fsets%2Fthe-future-of-ethnographic\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kavita Singh<\/a>. Selbst wenn das Museum, verstanden als Kunst- oder Natio\u00adnal\u00admu\u00adseum, west\u00adli\u00adchen Ursprungs ist, so ist es inzwi\u00adschen als Insti\u00adtu\u00adtion globa\u00adli\u00adsiert und damit geht eine Ver\u00e4n\u00adde\u00adrung einher. Die spezi\u00adfi\u00adsche Heraus\u00adfor\u00adde\u00adrung ethno\u00adlo\u00adgi\u00adscher Museen, den Kontext der fremden Dinge zu erkl\u00e4ren, betrifft heute jedes Museum welt\u00adweit, denn Europa, so Singh, ist l\u00e4ngst durch Mobi\u00adlit\u00e4t und Migra\u00adtion, durch den Aufstieg neuer \u00d6kono\u00admien und aufgrund einer Neuord\u00adnung der Welt nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes dezen\u00adtriert worden. So wird das Museum \u201ezum Schau\u00adplatz radi\u00adkaler Begeg\u00adnungen, die durch radi\u00adkale Verschie\u00adbungen hervor\u00adge\u00adrufen werden \u2013 unsere eigenen ebenso wie die der Objekte, die wir betrachten\u201c.<\/p>\n<p>Singh geht in ihrem <a href=\"https:\/\/soundcloud.com\/pittriversound-1\/kavita-singh?in=pittriversound-1%2Fsets%2Fthe-future-of-ethnographic\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vortrag<\/a> mit dem program\u00adma\u00adti\u00adschen Titel \u201eThe Future of the Museum is Ethno\u00adgra\u00adphic\u201c, davon aus, dass wir uns in einer zuneh\u00admend globa\u00adli\u00adsierten Welt alle gegen\u00adseitig erkl\u00e4ren m\u00fcssen, dass jedes Museum, also auch das euro\u00adp\u00e4i\u00adsche Kunst\u00admu\u00adseum (und seine Ableger in aller Welt) zum \u201eethno\u00adgra\u00adphi\u00adschen\u201c Museum wird, das dem globalen Publikum Objekte nicht nur zeigen kann, sondern durch \u00dcber\u00adset\u00adzung zug\u00e4ng\u00adlich machen muss.<\/p>\n<p>Singh zeigt damit etwas Wich\u00adtiges. Nicht der Univer\u00adsa\u00adlismus wird heraus\u00adge\u00adfor\u00addert, sondern eine west\u00adliche Posi\u00adtion, die sich selbst als univer\u00adsa\u00adlis\u00adtisch versteht und den Rest der Welt als parti\u00adkular. Es ist keines\u00adwegs kultur\u00adre\u00adla\u00adti\u00advis\u00adtisch, davon auszu\u00adgehen und zu verstehen, dass andere Regionen der Welt eine andere Geschichte und andere Vorstel\u00adlungen etwa von Kunst, Besitz, \u00c4sthetik, Objekten, Indi\u00advi\u00addua\u00adlit\u00e4t etc. haben. Im Gegen\u00adteil, und das ist ja im Grunde auch ein Anliegen von Brigitta Hauser-Sch\u00e4ublin, w\u00e4ren die Resti\u00adtu\u00adti\u00adons\u00adde\u00adbatten eine Gele\u00adgen\u00adheit, sich mit der Geschichte und Gegen\u00adwart anderer Welt\u00adre\u00adgionen oder \u201eKulturen\u201c zu befassen und etwas zu lernen. Aller\u00addings ger\u00e4t Afrika fast ausschlie\u00df\u00adlich in den Blick, wenn es Anlass zur Skan\u00adda\u00adli\u00adsie\u00adrung gibt oder diese herbei\u00adge\u00adschrieben wird.<\/p>\n<p>Symbol Benin-Bronzen<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18081\" data-lazy-type=\"image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/BIS_III-1033_zugeschnitten_Hochformat.jpg\" alt=\"\" class=\"lazy lazy-hidden size-full wp-image-18081\" width=\"1200\" height=\"1600\"  \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-18081\" class=\"wp-caption-text\">Gedenk\u00adkopf eines Herr\u00adschers (oba);<br \/>vermut\u00adlich 16. Jh.; Benin City, Nigeria; Quelle: mbk.ch<\/p>\n<p>Die Hofkunst des K\u00f6nig\u00adtums Benin, die bereits Felix von Luschan, seit 1885 zun\u00e4chst Direk\u00adto\u00adri\u00adal\u00adas\u00adsis\u00adtent und dann Direktor des K\u00f6nig\u00adli\u00adchen Museums f\u00fcr V\u00f6lker\u00adkunde in Berlin, mit Werken der Renais\u00adsance verglich, sind zu einem Symbol in der Resti\u00adtu\u00adti\u00adons\u00adde\u00adbatte geworden, weil es sich hier um einen abgrenz\u00adbaren und inzwi\u00adschen in einer Daten\u00adbank erfassten Bestand handelt, dessen R\u00fcck\u00adgabe beschlos\u00adsene Sache ist. Das Bed\u00fcrfnis und die Notwen\u00addig\u00adkeit, sich mit den eigenen Samm\u00adlungen und deren genauer Herkunft bis hin zu den Sch\u00f6pfer:innen der Objekte zu befassen, wird aller\u00addings niemals dazu f\u00fchren, dass Museen geleert werden, zumal es zu keiner Zeit aus afri\u00adka\u00adni\u00adschen L\u00e4ndern Forde\u00adrungen nach einer kompletten R\u00fcck\u00adgabe der zu Hundert\u00adtau\u00adsenden vor allem in Muse\u00adums\u00adde\u00adpots lagernden Kunst- und Kultur\u00adg\u00fcter gab. Um euro\u00adp\u00e4i\u00adsche Museen zu leeren, dieser Scherz sei erlaubt, m\u00fcsste wohl der gesamte Flug\u00adver\u00adkehr von Europa nach Afrika auf Jahre hinaus auf Fracht umge\u00adstellt werden. Nicht einmal alle Benin-Bronzen sollen aus Sicht nige\u00adria\u00adni\u00adscher Museen, Intel\u00adlek\u00adtu\u00adeller und Politiker:innen zur\u00fcck nach Nigeria gehen. Professor Abba Tijani von der<a href=\"https:\/\/museum.ng\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Nige\u00adrian Commis\u00ads\u00adison for Museums and Monu\u00adments<\/a> etwa versteht die Skulp\u00adturen als wich\u00adtige Botschafter in den Museen des globalen Nordens. Und selbst die \u00dcber\u00adtra\u00adgung von Eigen\u00adtums\u00adrechten bedeutet nicht gleich die physi\u00adsche R\u00fcckgabe.<\/p>\n<p>Felix von Luschan oder Carl Einstein sahen afri\u00adka\u00adni\u00adsche Objekte als Kunst, weil deren Sch\u00f6pfer Werke schufen, die \u00fcber sie hinaus\u00adgingen, die unab\u00adh\u00e4ngig vom \u201eZweck\u201c g\u00fcltig waren. Der Kunst\u00admarkt aller\u00addings verlangte afri\u00adka\u00adni\u00adsche Kunst, die nach\u00adweis\u00adlich im Ritual benutzt worden ist, deren reli\u00adgi\u00f6ser und ritu\u00adeller, durch Patina bezeugter Kontext sie zu begehrten und teuren Objekten machte. Dass Objekte zur Repr\u00e4\u00adsen\u00adta\u00adtion von Status und Macht dienten, dass es sich zum Beispiel bei den Reli\u00adef\u00adplatten aus den Werk\u00adst\u00e4tten von Benin um Archive des Wissens handelte, inter\u00ades\u00adsierte hier wenig. Der Status der Benin-Bronzen war und ist also weder in Europa noch im heutigen Nigeria eindeutig, sie sind gleich\u00adzeitig Kunst und Kultur\u00aderbe, Geschichts\u00adb\u00fc\u00adcher und Repr\u00e4\u00adsen\u00adta\u00adtionen von Ahnen, Muse\u00adums\u00adob\u00adjekte und Beute. Luschan, unter dessen Leitung die Afri\u00adka\u00adsamm\u00adlung des Museums in Berlin von 3500\u00a0Objekten im Jahr\u00a01880 auf \u00fcber 50.000\u00a0Kata\u00adlog\u00adnum\u00admern ange\u00adwachsen war, verstand seine Erwer\u00adbungen als Rettungs\u00adeth\u00adno\u00adlogie, als Bewah\u00adrung einer alten Kunst und Kultur, die der Moderne zum Opfer fielen und dem Unter\u00adgang geweiht waren. Er hat die Zeug\u00adnisse afri\u00adka\u00adni\u00adscher Zivi\u00adli\u00adsa\u00adtionen also, etwas zuge\u00adspitzt, vor Kolo\u00adnia\u00adlismus und Mission gerettet.<\/p>\n<p>Nun sind die afri\u00adka\u00adni\u00adschen Kulturen aber nicht unter\u00adge\u00adgangen, es fand viel\u00admehr eine Renais\u00adsance etwa im Zuge von <a href=\"https:\/\/geschichtedergegenwart.ch\/frankreich-dekolonisieren-die-radikalitaet-der-negritude\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">N\u00e9gri\u00adtude<\/a> und Panafri\u00adka\u00adnismus statt. Schon vor und nach der Unab\u00adh\u00e4n\u00adgig\u00adkeit Nige\u00adrias gab es sehr h\u00f6fliche Anfragen, einzelne St\u00fccke auszu\u00adleihen oder zur\u00fcck\u00adzu\u00ader\u00adhalten. Ein Vorschlag von nige\u00adria\u00adni\u00adscher Muse\u00adums\u00adseite lautete, dass jedes Museum in Europa ein einziges St\u00fcck zur\u00fcck\u00adgeben k\u00f6nnte, doch dieser Vorschlag schei\u00adterte nach Inter\u00adven\u00adtion der Samm\u00adler\u00adlobby. Die R\u00fcck\u00adga\u00adbe\u00adfor\u00adde\u00adrungen haben also eine lange Geschichte. W\u00e4hrend\u00addessen haben nige\u00adria\u00adni\u00adsche Museen Konzepte entwi\u00adckelt, wie mit Objekten, deren Status mehr\u00addeutig ist, umzu\u00adgehen sei. Bei einem Besuch im Natio\u00adnal\u00admu\u00adseum in Lagos habe ich an einer leeren Vitrine den Hinweis gelesen, das hier ausge\u00adstellte Ritu\u00adal\u00adschwert sei f\u00fcr eine Zere\u00admonie ausge\u00adliehen worden und w\u00fcrde nach Abschluss des entspre\u00adchenden Festes zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>Offene R\u00e4ume<\/p>\n<p>Resti\u00adtu\u00adti\u00adons\u00adde\u00adbatten und Prove\u00adni\u00adenz\u00adfor\u00adschung er\u00f6ffnen einen gemein\u00adsamen Raum, der \u00fcber das Museum als Insti\u00adtu\u00adtion hinaus\u00adgeht, und notwen\u00addi\u00adger\u00adweise unter\u00adschied\u00adliche Inter\u00adessen ber\u00fcck\u00adsich\u00adtigen muss. Der Verweis von Hauser Sch\u00e4ublin auf die Benin-Bronzen, die im Zuge der Wirren des Biafra-Krieges und in den 1980\/90er Jahren aus Nigeria auf dem Kunst\u00admarkt aufge\u00adtaucht sind, ist doppelt inter\u00ades\u00adsant: Er stellt den Oba bereits pr\u00e4ventiv unter Gene\u00adral\u00adver\u00addacht und l\u00e4sst die ille\u00adgalen Prak\u00adtiken des Kunst\u00admarktes im Westen au\u00dfer Acht. Viel\u00adleicht f\u00fchrt aber die welt\u00adweite Erfas\u00adsung der Benin-Bronzen und die Resti\u00adtu\u00adti\u00adons\u00adde\u00adbatte gerade dazu, dass sie auf dem Kunst\u00admarkt ihren Wert verlieren bzw. nicht mehr (legal) verk\u00e4uf\u00adlich\u00a0sind.<\/p>\n<p>Die jetzt aufge\u00adflammte Diskus\u00adsion um die Benin-Bronzen zeigt gerade nicht beispiel\u00adhaft, was bei Resti\u00adtu\u00adti\u00adons\u00adpro\u00adzessen im Argen liegt, sondern befeuert nur Vorur\u00adteile und verdeckt die eigent\u00adlich wich\u00adtigen Themen: die Ver\u00e4n\u00adde\u00adrung des Museums in einer globa\u00adli\u00adsierten Welt, die R\u00fcck\u00adgabe und Zirku\u00adla\u00adtion von Objekten aufgrund einer Neube\u00adwer\u00adtung des Kolo\u00adnia\u00adlismus und eines anderen Unrechts\u00adbe\u00adwusst\u00adseins, die langen Koope\u00adra\u00adtionen zwischen Museen und Herkunfts\u00adge\u00adsell\u00adschaften, die gemein\u00adsame Forschung. In den meisten F\u00e4llen haben nicht afri\u00adka\u00adni\u00adsche Menschen entschieden, welche Objekte nach Europa kommen. Es ist gerecht, dass sich bei Resti\u00adtu\u00adti\u00adons\u00adfragen die Rich\u00adtung nun umkehrt, und trotz der sehr mode\u00adraten Forde\u00adrungen f\u00fchrt dies notwendig zu Konflikten \u2013 aber es f\u00fchrt auch zur Koope\u00adra\u00adtion. Der nige\u00adria\u00adni\u00adsche Kunst\u00adhis\u00adto\u00adriker Sylvester Okwu\u00adnodu Ogbe\u00adchie hat schon vor fast zwanzig Jahren geschrieben: \u201eMuseum coll\u00adec\u00adtions are valued higher than the cultural processes that bring them into being.\u201c Das ver\u00e4n\u00addert sich mit der gemein\u00adsamen Prove\u00adni\u00adenz\u00adfor\u00adschung und gibt uns mehr, als es uns nimmt, auch wenn manche Objekte aufgrund der kultu\u00adrellen Prozesse, die sie einst erschaffen haben, heute zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\t\t<script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Zuge der R\u00fcck\u00adgabe der Benin-Bronzen an Nigeria erschien im Mai 2023 ein kriti\u00adscher Artikel in der FAZ&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":13795,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[240],"tags":[360],"class_list":{"0":"post-13794","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-benin","8":"tag-benin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116519385358500018","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13794","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13794"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13794\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13795"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13794"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}