{"id":14083,"date":"2026-05-05T18:40:07","date_gmt":"2026-05-05T18:40:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14083\/"},"modified":"2026-05-05T18:40:07","modified_gmt":"2026-05-05T18:40:07","slug":"regierung-von-guinea-aufgeloest-das-militaer-greift-durch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14083\/","title":{"rendered":"Regierung von Guinea aufgel\u00f6st: Das Milit\u00e4r greift durch"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\"> taz Guineas Milit\u00e4rjunta hat die zivile Regierung des Landes aufgel\u00f6st und damit die volatile politische Stimmung weiter versch\u00e4rft. In einem drastischen Schritt k\u00fcndigte am sp\u00e4ten Montagabend Brigadegeneral Amara Camara, Generalsekret\u00e4r von Pr\u00e4sident Mamady Doumbouya, die Entlassung von Premierminister Bernard Goumou und die Aufl\u00f6sung des Regierungskabinetts mit sofortiger Wirkung an.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Die bisherigen Minister wurden aufgefordert, ihre Dienstwagen abzugeben und ihre Reisep\u00e4sse bei der Pr\u00e4sidentschaft einzureichen. Auch ihre Bankkonten sind eingefroren. S\u00e4mtliche Dokumente und Dienststempel sind zu hinterlassen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Bis zur Bildung einer neuen Regierung sollen stellvertretende Minister oder noch niederrangigere Beamte die Gesch\u00e4fte in den Ministerien f\u00fchren. General Camara empfing am Dienstag die Kabinettsdirektoren und Generalsekret\u00e4re der Ministerien und sprach ihnen im Namen des Pr\u00e4sidenten das Vertrauen zur Weiterf\u00fchrung der Amtsgesch\u00e4fte aus.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Guinea wird seit einem Putsch im September 2021 von der Militu\u00e4rjunta CNRD (Nationalkomitee f\u00fcr Vers\u00f6hnung und Entwicklung) unter Oberst Mamady Doumouya regiert, dem ehemaligen Kommandanten der guineischen Spezialkr\u00e4fte. Dem CNRD sind die Ministerien untergeordnet. Der von Doumbouya ernannte zivile Premierminister Goumou war seit Juli 2022 im Amt.<\/p>\n<p>      Checkpoints und Patrouillen in der Hauptstadt<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Die Aufl\u00f6sung der Regierung war von strengen Sicherheitsma\u00dfnahmen begleitet, insbesondere in der Hauptstadt Conakry. Milit\u00e4rische Checkpoints auf den Stra\u00dfen und verst\u00e4rkte Stra\u00dfenpatrouillen waren sichtbar. Es wurde mit Demonstrationen entweder f\u00fcr oder gegen die Regierungsaufl\u00f6sung gerechnet. Am Montag waren bei Unruhen in einem Viertel der Hauptstadt zwei Obersch\u00fcler erschossen worden; ihre Familien machten die Gendarmerie verantwortlich.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Die Junta verk\u00fcndete auch die Schlie\u00dfung aller Grenzen bis zur vollen \u00dcbergabe der Ministerien an das CNRD, wobei der internationale Flughafen von Conakry am Dienstag zun\u00e4chst ge\u00f6ffnet blieb.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Das drastische Vorgehen der Milit\u00e4rs wird mit der Notwendigkeit begr\u00fcndet, einen \u201efrischen Wind\u201c walten zu lassen, wie es General Camara ausdr\u00fcckte. \u201eDas war unvermeidlich\u201c, sagt der politische Aktivist Sekou Diallo in Conakry. \u201eDas Land muss zu 100 Prozent frei vom Einfluss Frankreichs werden und gleichzeitig jeden Verdacht von Korruption in der F\u00fchrung begraben.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"9\">Alhassane Camara, Studentenf\u00fchrer an der Universit\u00e9 Mercure Internationale, sagt, es war klar, dass Guinea jetzt durch eine Phase gehen muss, in der \u201eMarionetten des Westens\u201c beseitigt werden. \u201eKeine Freiheit kommt ohne Opfer, Blutvergie\u00dfen oder Kampf. Wir wollen, dass unsere Jugendlichen, V\u00e4ter und M\u00fctter die Fr\u00fcchte der Freiheit genie\u00dfen, ohne dass Guinea einem anderen Land gehorchen muss. Ich hoffe dass der Regierungswechsel auch das Ende der Korruption bedeutet, Korruption ist ein Krebsgeschw\u00fcr, das die Entwicklung behindert.\u201c<\/p>\n<p>      Das Milit\u00e4r regiert seit 2021<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"11\">Der Regierungswechsel ist der spektakul\u00e4rste politische Schritt seit dem <a href=\"https:\/\/taz.de\/Militaer-verhaftet-Guineas-Praesidenten\/!5799173\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Putsch von September 2021<\/a>. Damals wurde Guineas gew\u00e4hlter Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/taz.de\/Putsch-in-Guinea\/!5799245\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alpha Cond\u00e9<\/a> vom Milit\u00e4r unter Oberst Doumbouya gest\u00fcrzt, nachdem er sich zu einer verfassungswidrigen dritten Amtszeit <a href=\"https:\/\/taz.de\/Aufruhr-in-Westafrika\/!5723164\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hatte wiederw\u00e4hlen lassen<\/a>. Der Putsch war zwar ebenfalls verfassungswidrig, wurde aber von den J\u00fcngeren als eine Ma\u00dfnahme gegen franz\u00f6sischen Neokolonialismus begr\u00fc\u00dft. Cond\u00e9 hatte unter fr\u00fcheren Milit\u00e4rdiktaturen lange Zeit im franz\u00f6sischen Exil gelebt. Milit\u00e4rputsche hatte es zuvor auch im Nachbarland Mali gegeben.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"12\">Das Land mit 24 Millionen Einwohnern ist dadurch aber nicht zur Ruhe gekommen. Im November griffen Bewaffnete das Zentralgef\u00e4ngnis in Conakry an und <a href=\"https:\/\/taz.de\/Chaos-in-Guinea\/!5968384\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">befreiten den fr\u00fcheren Milit\u00e4rdiktator Moussa Dadis Camara<\/a>, der Guinea von 2008 bis 2010 regierte und wegen eines Massakers an \u00fcber 150 Demonstranten im Jahr 2009 vor Gericht steht. Dadis wurde wieder eingefangen, aber seine ehemalige rechte Hand Claude Pivi nicht; seitdem tritt der <a href=\"https:\/\/taz.de\/13-Jahre-nach-Massaker-von-Conakry\/!5880410\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Prozess wegen des Massakers von 2009<\/a> auf der Stelle.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"13\">Im Dezember gab es Unruhen in Conakry, nachdem das zentrale Treibstoffdepot der Hauptstadt explodiert war, was 24 Menschen das Leben kostete und zu einer Benzinknappheit f\u00fchrte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"taz Guineas Milit\u00e4rjunta hat die zivile Regierung des Landes aufgel\u00f6st und damit die volatile politische Stimmung weiter versch\u00e4rft.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14084,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[238],"tags":[328],"class_list":{"0":"post-14083","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-guinea","8":"tag-guinea"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116523435456192345","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14083","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14083"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14083\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}