{"id":14089,"date":"2026-05-05T18:59:19","date_gmt":"2026-05-05T18:59:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14089\/"},"modified":"2026-05-05T18:59:19","modified_gmt":"2026-05-05T18:59:19","slug":"chinas-ki-training-in-kenia-whatsapp-gruppen-ersetzen-den-arbeitsvertrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14089\/","title":{"rendered":"Chinas KI-Training in Kenia: WhatsApp-Gruppen ersetzen den Arbeitsvertrag"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend US-Tech-Giganten f\u00fcr ihre Arbeitspraktiken in Kenia zunehmend unter Beobachtung stehen, bauen chinesische KI-Firmen im Stillen ein Netzwerk aus Billigarbeitskr\u00e4ften auf. Die Rekrutierung l\u00e4uft informell \u00fcber WhatsApp, ohne Vertr\u00e4ge und mit enormem Leistungsdruck.<\/p>\n<p>Laut einem Bericht von <a target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/restofworld.org\/2025\/kenya-youth-ai-labeling-outsourcing\/\">Rest of World<\/a> rekrutieren chinesische KI-Unternehmen verst\u00e4rkt kenianische Arbeitskr\u00e4fte, um riesige Mengen an Videodaten zu labeln. Die Bedingungen sind prek\u00e4r: F\u00fcr Schichten von bis zu 12 Stunden erhalten die oft studentischen Arbeiter teilweise nur 700 Kenia-Schilling, umgerechnet etwa 5,42 US-Dollar. Doch die extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit von 67 % (Stand Juli 2025) zwinge viele Studenten und Absolventen dazu, diese Bedingungen zu akzeptieren. Die kenianische Regierung arbeitet zwar an Regulierungen, doch die aktuellen Arbeitsgesetze bieten diesen digitalen Arbeitern bislang keinen Schutz.<\/p>\n<p>Anders als US-Konzerne, die meist formelle Outsourcing-Partner nutzen, setzen chinesische Akteure dabei auf undurchsichtige Netzwerke. Die Arbeit wird \u00fcber WhatsApp-Gruppen organisiert, die Bezahlung erfolgt \u00fcber den mobilen Dienst M-Pesa, und rekrutiert wird via Google Forms. Formale Arbeitsvertr\u00e4ge oder Sozialleistungen existieren laut den befragten Arbeitern nicht. Oft kennen die Angestellten nicht einmal den Namen des Auftraggebers, sondern haben nur Kontakt zu Mittelsm\u00e4nnern.<\/p>\n<p>Digitale Fabrikhallen auf WhatsApp<\/p>\n<p>Der Leistungsdruck in diesen informellen Strukturen ist laut dem Bericht enorm. In sogenannten &#8222;Simulationsphasen&#8220; m\u00fcssen Bewerber bis zu 20.000 Videoclips pro Tag mit einer Genauigkeit von 90 Prozent klassifizieren. Wer die Quote nicht erf\u00fcllt, riskiert die Entlassung des gesamten Teams. Im regul\u00e4ren Betrieb steigt das Pensum auf bis zu 26.000 Videos pro Person und Tag. Ein Arbeiter beschreibt den Zustand w\u00e4hrend der Schicht als &#8222;Zombie-Modus&#8220;, der n\u00f6tig sei, um die schiere Masse an Daten zu bew\u00e4ltigen. Die WhatsApp-Gruppen fungieren dabei als digitale Fabrikhallen, in denen t\u00e4glich Ranglisten und Leistungsdaten ver\u00f6ffentlicht werden, um den Druck aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Payal Arora, Professorin an der Universit\u00e4t Utrecht, warnt gegen\u00fcber Rest of World, dass diese &#8222;Schatten-Lieferketten&#8220; die Rechenschaftspflicht massiv erschweren. W\u00e4hrend US-Firmen zunehmend unter Beobachtung st\u00fcnden, operierten die chinesischen Subunternehmer unter dem Radar. Joan Kinyua von der Data Labelers Association bezeichnet das System als &#8222;H\u00f6hepunkt des digitalen Kolonialismus&#8220;.<\/p>\n<p>US-Technologieunternehmen wie Meta, Google und OpenAI standen bereits vor einigen Jahren im Fokus der Kritik bez\u00fcglich ihrer Outsourcing-Praktiken in Kenia. Diese Konzerne arbeiten mit etablierten Firmen wie Sama oder CloudFactory zusammen. Diese Kooperationen f\u00fchrten in der Vergangenheit zu \u00f6ffentlichen Protesten und Gerichtsprozessen, in denen lokale Arbeitskr\u00e4fte gegen niedrige L\u00f6hne, traumatische Arbeitsinhalte und eine toxische Arbeitskultur vorgingen.<\/p>\n<p>\t\t\t\tKI-News ohne Hype \u2013 von Menschen kuratiert<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t\tMit dem THE\u2011DECODER\u2011Abo liest du werbefrei und wirst Teil unserer Community: Diskutiere im Kommentarsystem, erhalte unseren w\u00f6chentlichen KI\u2011Newsletter, 6\u00d7 im Jahr den &#8222;KI Radar&#8220;\u2011Frontier\u2011Newsletter mit den neuesten Entwicklungen aus der Spitze der KI\u2011Forschung, bis zu 25 % Rabatt auf KI Pro\u2011Events und Zugriff auf das komplette Archiv der letzten zehn Jahre.\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/the-decoder.de\/subscription\/\" class=\"inline-block text-white bg-(--heise-primary) mt-3 hover:bg-blue-800 focus:ring-4 focus:outline-none focus:ring-blue-300 font-medium rounded-sm w-full sm:w-auto  pl-3 pr-3 py-2.5 text-center newsletter-submit-button hover:no-underline\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n\t\t\t\t\tJetzt abonnieren\t\t\t\t<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend US-Tech-Giganten f\u00fcr ihre Arbeitspraktiken in Kenia zunehmend unter Beobachtung stehen, bauen chinesische KI-Firmen im Stillen ein Netzwerk&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14090,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[6508,118,119,6507],"class_list":{"0":"post-14089","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kenia","8":"tag-generative-ki","9":"tag-kenia","10":"tag-kenya","11":"tag-ki-training"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116523510201159962","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14089","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14089"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14089\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14090"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14089"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14089"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14089"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}