{"id":14172,"date":"2026-05-06T03:28:09","date_gmt":"2026-05-06T03:28:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14172\/"},"modified":"2026-05-06T03:28:09","modified_gmt":"2026-05-06T03:28:09","slug":"die-gefahr-ist-gross-dass-kinder-vor-hunger-sterben-stopp-der-us-entwicklungshilfe-potenziert-im","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14172\/","title":{"rendered":"&#8222;Die Gefahr ist gro\u00df, dass Kinder vor Hunger sterben&#8220;: Stopp der US-Entwicklungshilfe potenziert im"},"content":{"rendered":"<p id=\"isPasted\">Cyrille Roassoum Ngarbim, Koordinator f\u00fcr Humanit\u00e4re Hilfe bei den SOS-Kinderd\u00f6rfern Tschad sagt: &#8222;Wegen der USAID-Streichungen ist vielerorts die Nahrungsmittelhilfe eingestellt worden. In den Gefl\u00fcchtetencamps gibt es jetzt noch mehr unterern\u00e4hrte Kinder. Auf der Suche nach Essen irren die Kinder in den Camps und auf M\u00e4rkten umher. Die Gefahr ist gro\u00df, dass sie ausgebeutet werden oder vor Hunger sterben!&#8220;<\/p>\n<p>Der Tschad ist kein Einzelfall. In einer Serie zeigen die SOS-Kinderd\u00f6rfer, welche Folgen die Aufl\u00f6sung der US-Entwicklungsbeh\u00f6rde USAID und der Stopp zentraler F\u00f6rderprogramme f\u00fcr Kinder und Familien in besonders betroffenen L\u00e4ndern haben.\u00a0<\/p>\n<p>Humanit\u00e4re Notlage betrifft Bev\u00f6lkerung und Gefl\u00fcchtete<\/p>\n<p>Im Tschad sind fast 80 Prozent der Bev\u00f6lkerung mehrfach von Armut betroffen &#8211; hinsichtlich der Nahrungsmittel, des Zugangs zu Bildung und Gesundheitsdienstleistungen. Dar\u00fcber hinaus ist das zentralafrikanische Land in den letzten Jahren mit dem gr\u00f6\u00dften Gefl\u00fcchteten-Zustrom in seiner Geschichte konfrontiert: dort leben rund 1,5 Millionen Gefl\u00fcchtete. Rund 900.000 stammen aus dem Sudan, wo seit drei Jahren B\u00fcrgerkrieg herrscht. Noch 2024 haben die USA knapp 162 Millionen Dollar in die Entwicklungszusammenarbeit investiert. Zusammen mit Partnerorganisationen wurden die Gelder unter anderem f\u00fcr die humanit\u00e4re Hilfe f\u00fcr Gefl\u00fcchtete eingesetzt. Seit Anfang 2025 sind viele Hilfsorganisationen aufgrund der Streichung der US-Finanzmittel gezwungen, Einsatzgebiete zu verlassen oder ihre Hilfe stark einzuschr\u00e4nken. Alain Routoumbaye, Projektleiter f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe der SOS-Kinderd\u00f6rfer in der Region Quaddai sagt: &#8222;Tagt\u00e4glich kommen mehr Gefl\u00fcchtete, zugleich stehen aber weniger Versorgungsressourcen als bisher zur Verf\u00fcgung. In den Gefl\u00fcchtetencamps stellt uns das bei der Verteilung von Lebensmitteln vor enorme Herausforderungen. Es ist nicht mehr genug f\u00fcr alle da! Kinder wie Erwachsene leiden Hunger.&#8220;<\/p>\n<p>    Grenzregion Quaddai steht vor Versorgungskollaps<\/p>\n<p>Die Grenzregion Quaddai ist f\u00fcr viele sudanesische Gefl\u00fcchtete und Vertriebene erste Anlaufstelle, laut UN sind davon 86 Prozent Kinder und Frauen. Obwohl die humanit\u00e4re Hilfe der SOS-Kinderd\u00f6rfer Tschad unabh\u00e4ngig von US-Finanzmitteln agiere, so Alain Routoumbaye, br\u00e4chten die K\u00fcrzungen auch die Teams der SOS-Kinderd\u00f6rfer in den Gefl\u00fcchtetencamps an ihre Grenzen. Dort betreiben die SOS-Kinderd\u00f6rfer zum Beispiel in vier Camps sogenannte ,Child Friendly Spaces\u2018: betreute Schutzr\u00e4ume, wo Kinder und Jugendliche zum Beispiel psychosoziale Unterst\u00fctzung und Bildungsangebote erhalten. Zudem basiere der Kinderschutzsektor auf der Zusammenarbeit verschiedener humanit\u00e4rer Akteure und Akteurinnen. &#8222;Wenn wir ein krankes Kind an ein Gesundheitszentrum \u00fcberweisen wollen, das aber aufgrund der K\u00fcrzungen schlie\u00dfen musste, gef\u00e4hrdet das das Leben des Kindes.&#8220; In allen Camps sei der Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen und zu Bildung jetzt extrem eingeschr\u00e4nkt, auch seien Programme zum Schutz von M\u00e4dchen und Frauen vor Gewalt ausgesetzt worden. &#8222;Es steht zu bef\u00fcrchten, dass Kinder wie Erwachsene wegen der Ressourcenknappheit immer mehr sch\u00e4dliche, aggressive Bew\u00e4ltigungsstrategien entwickeln \u2013 das gilt f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten, aber auch f\u00fcr die Gemeinschaften, die sie aufnehmen&#8220;, so Alain Routoumbaye und sein Kollege Cyrille Roassoum Ngarbim f\u00fcgt hinzu: &#8222;Diese dramatische Unterversorgung l\u00e4sst uns humanit\u00e4re Helfer mit einem tiefen Gef\u00fchl des Versagens zur\u00fcck. Wenn die internationale Gemeinschaft jetzt nicht ihre Kr\u00e4fte b\u00fcndelt und Gelder aufbringt, werden viele, viele Kinder und Erwachsene sterben.&#8220;<\/p>\n<p>Wie die SOS-Kinderd\u00f6rfer helfen<\/p>\n<p>Die SOS-Kinderd\u00f6rfer Tschad betreiben insgesamt 19 ,Child Friendly Spaces\u2018 in den Krisenregionen des Tschad, neun davon in den Gefl\u00fcchtetencamps von Quaddai. Wegen des R\u00fcckzugs anderer Hilfsorganisationen suchen immer mehr Kinder Zuflucht in den Schutzr\u00e4umen der SOS-Kinderd\u00f6rfer. Um dem erh\u00f6hten Bedarf gerecht werden zu k\u00f6nnen, ist in allen Einrichtungen die Zahl der Mitarbeitenden deutlich aufgestockt worden. Auch kommen in den Camps mehr sogenannte ,Community-Mitarbeitende\u2018 zum Einsatz, sie stehen den gefl\u00fcchteten Familien beratend zur Seite.<\/p>\n<p>Hintergrund zur Serie: Die Folgen des USAID-StoppsDie SOS-Kinderd\u00f6rfer dokumentieren in einer Reihe von Berichten die Auswirkungen der Aufl\u00f6sung von USAID auf besonders betroffene L\u00e4nder. Neben dem Tschad geh\u00f6ren dazu unter anderem Nigeria, Peru, Simbabwe, Kolumbien und die Ukraine. USAID z\u00e4hlte jahrzehntelang zu den gr\u00f6\u00dften Gebern weltweit. Mit der Eingliederung in das US-Au\u00dfenministerium im Februar 2025 wurden zahlreiche Programme gestoppt oder massiv gek\u00fcrzt &#8211; mit direkten Folgen f\u00fcr Gesundheitsversorgung, Kinderschutz, humanit\u00e4re Hilfe, Friedensf\u00f6rderung und Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung. Laut einer Studie der Fachzeitschrift ,The Lancet\u2018 k\u00f6nnten die Einschnitte bis 2030 zum Tod von bis zu 4,5 Millionen Kindern beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Cyrille Roassoum Ngarbim, Koordinator f\u00fcr Humanit\u00e4re Hilfe bei den SOS-Kinderd\u00f6rfern Tschad sagt: &#8222;Wegen der USAID-Streichungen ist vielerorts die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14173,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[242],"tags":[365,364],"class_list":{"0":"post-14172","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-tschad","8":"tag-chad","9":"tag-tschad"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116525511652139748","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14172"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14172\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14173"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}