{"id":14177,"date":"2026-05-06T04:10:44","date_gmt":"2026-05-06T04:10:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14177\/"},"modified":"2026-05-06T04:10:44","modified_gmt":"2026-05-06T04:10:44","slug":"radsport-wm-in-ruanda-viel-steht-fuer-afrika-auf-dem-spiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14177\/","title":{"rendered":"Radsport-WM in Ruanda &#8211; viel steht f\u00fcr Afrika auf dem Spiel"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Wir sind immer an gef\u00e4hrlichen Orten unterwegs. Im Jahr 2014 waren wir drei Wochen nach dem <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/f\u00fcnf-jahre-maidan-wie-weiblich-war-die-revolution-der-w\u00fcrde-in-der-ukraine\/a-47587606\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Maidan-Aufstand<\/a> in Kyjiw&#8220;, sagt Matthias Schnapka, Chef und Gr\u00fcnder des <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/radsport\/t-17548047\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Radteams<\/a> Bike Aid, nach der <a rel=\"noopener follow nofollow\" target=\"_blank\" class=\"external-link\" href=\"https:\/\/www.tourdurwanda.rw\/\" title=\"Externer Link \u2014 Tour du Rwanda\">Tour du Rwanda<\/a> gegen\u00fcber der DW. &#8222;Die Realit\u00e4t auf den Stra\u00dfen ist fast immer anders, als sie in den Medien dargestellt wird. H\u00e4ufig entsteht der Eindruck von einem Staat durch einen einzigen Bericht. Aber das ist immer nur ein kleiner Ausschnitt aus einem riesigen Land, in dem Millionen von Menschen leben und jeden Tag Tausende von Dingen passieren.&#8220;<\/p>\n<p>Schnapkas Team besteht\u00a0seit 2009, seit 2014 ist es als sogenanntes &#8222;Continental Team&#8220; in der dritth\u00f6chsten Kategorie der Profimannschaften registriert. Bike Aid will jedoch nicht nur sportliche Erfolge einfahren, sondern vor allem den Radsport in <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/afrika\/t-17882153\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Afrika<\/a> vorabringen.<\/p>\n<p>Bei der Tour du Rwanda, die am vergangenen Wochenende zu Ende ging, gewann Bike Aid die Teamwertung und stellte mit dem deutschen Fahrer Oliver Mattheis den Drittplatzierten hinter dem siegreichen Franzosen Fabien Doubey und dem Eritreer Henok Mulubrhan.<\/p>\n<p>EU-Parlament macht Druck auf Ruanda<\/p>\n<p>Die inzwischen 17. Auflage der Radrundfahrt in <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ruanda\/t-17548117\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ruanda<\/a> stand unter besonderer Beobachtung. <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/europaparlament\/t-17523429\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Das Europaparlament<\/a> hatte in einem <a rel=\"noopener follow nofollow\" target=\"_blank\" class=\"external-link\" href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/RC-10-2025-0102_DE.html\" title=\"Externer Link \u2014 Entschlie\u00dfungsantrag\">Entschlie\u00dfungsantrag<\/a> am 11. Februar gefordert, die f\u00fcr dieses Jahr in dem afrikanischen Land geplante Rad-Weltmeisterschaft (21. bis 28. September 2025) abzusagen, &#8222;wenn Ruanda seinen Kurs nicht \u00e4ndert&#8220;.<\/p>\n<p>Das EU-Parlament wirft der Armee Ruandas vor, im <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ruanda-dr-kongo-reaktionen-internationale-gemeinschaft\/a-71535266\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">B\u00fcrgerkrieg<\/a> im Nachbarstaat <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/demokratische-republik-kongo\/t-18054927\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Demokratische Republik Kongo<\/a> eine Rebellengruppe milit\u00e4risch zu unterst\u00fctzen und damit den Konflikt anzuheizen.<\/p>\n<p>Der Radsport-Weltverband Union Cycliste Internationale (UCI) hat erkl\u00e4rt, dass es mit Blick auf die WM &#8222;keinen Plan B&#8220; gebe. Die Veranstaltung in Ruanda w\u00e4re die erste Rad-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"71813608\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/71813608_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Die Top 3 bei der Siegerehrung der Tour du Rwanda: Gewinner Fabien Doubey (Mitte) mit Henok Mulubrhan (l.) und Oliver Mattheis (r.)\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Die Top 3 der Tour du Rwanda: Sieger Fabien Doubey (Mitte) mit Henok Mulubrhan (l.) und Oliver Mattheis (r.)Bild: Tour du Rwanda<\/p>\n<p>Das belgische Topteam Soudal Quick-Step, bei dem unter anderen der Doppel-Olympiasieger von <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/olympische-spiele\/t-17998352\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Paris 2024<\/a>, Remco Evenepoel, sein Geld verdient, hatte seinen Start bei der Tour du\u00a0Rwanda mit\u00a0Hinweis auf die N\u00e4he der Route zum Konfliktgebiet in der DR Kongo abgesagt. Daran entz\u00fcndete sich eine Sicherheitsdebatte. Die achtt\u00e4gige Veranstaltung verlief jedoch weitgehend reibungslos. Lediglich die Schlussetappe musste\u00a0nach 13 Kilometern abgebrochen werden &#8211;\u00a0wegen schlechten Wetters.<\/p>\n<p>Schnapka: &#8222;Sport kann Br\u00fccken bauen&#8220;<\/p>\n<p>Bike-Aid-Chef Schnapka h\u00e4lt die Tour du Rwanda f\u00fcr die am besten organisierte Radsportveranstaltung des Kontinents. Und auch um die Sicherheit seiner Fahrer hat er sich keine Sorgen gemacht. &#8222;Welches Land kann von sich behaupten, frei von Konflikten zu sein?&#8220;, fragt der deutsche Teamchef mit Blick auf die Diskussionen um die geplante WM in Ruanda. &#8222;Es ist einfach, einem so weit von uns entfernten Land Korruption, Menschenrechtsprobleme oder <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/sportswashing\/t-65847725\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sportswashing<\/a> vorzuwerfen. Aber man sollte sich auch die M\u00fche machen, die Umst\u00e4nde und Hintergr\u00fcnde genauer zu betrachten. Die sind meist komplexer.&#8220;<\/p>\n<p>Auch die fr\u00fcheren Kolonialm\u00e4chte tr\u00fcgen f\u00fcr einige Missst\u00e4nde eine Verantwortung, so Schnapka. Der Radsport k\u00f6nne verbinden: &#8222;Unsere Fahrer stehen mit den Zuschauern auf der Stra\u00dfe. Sie sprechen mit Menschen, mit denen sie sonst nie gesprochen h\u00e4tten. Sport kann Br\u00fccken bauen.&#8220;<\/p>\n<p>Ende des Radsports in Afrika?<\/p>\n<p>Wie Bike Aid hat sich auch das Team Africa Rising (TAR) auf die Fahnen geschrieben, den Radsport in Afrika zu f\u00f6rdern. F\u00fcr TAR-Gr\u00fcnderin und -Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Kimberly Coats w\u00e4re die Absage der WM im September in Ruanda eine Katastrophe. &#8222;Wenn wir dieses Rennen verlieren, wenn die Europ\u00e4er das forcieren, wird es den afrikanischen Radsport zerst\u00f6ren&#8220;, sagt die US-Amerikanerin der DW. &#8222;Wir w\u00fcrden Jahrzehnte brauchen, um uns davon zu erholen. Weil es das Narrativ untermauern w\u00fcrde, dass Afrika gef\u00e4hrlich ist.&#8220;<\/p>\n<p>TAR ist nicht nur in Ruanda pr\u00e4sent, sondern auch in anderen afrikanischen Staaten wie <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/benin\/t-18507141\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Benin<\/a>, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/en\/sierra-leone\/t-68194383\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sierra Leone<\/a> oder <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/en\/togo\/t-68607122\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Togo<\/a>. Coats leitet dort die Radsport-Talentsuche sowie Trainings- und Rennprogramme. &#8222;Hat eigentlich irgendjemand daran gedacht, dass da [im Radsport &#8211; Anm. d. Red.] eine Menge Afrikaner dabei sind, die hoffen, ihr Land und ihren Kontinent zu vertreten? Das interessiert offenbar niemanden&#8220;, redet sich Coats in Rage.<\/p>\n<p>&#8222;Das macht mich sehr betroffen, denn ich arbeite seit 16 Jahren hier. Wir legen uns voll ins Zeug, um diesen Kindern die Chancen zu geben, die sie verdienen. Und dann kommen die Leute aus der Politik daher und beschlie\u00dfen einfach, dies sei in ihrem besten Interesse. Es ist nicht im Interesse der Aktiven oder der L\u00e4nder, die versuchen, den Sport zu entwickeln.&#8220;<\/p>\n<p>Nach wie vor neigten Sponsoren dazu, von den afrikanischen Aktiven vor allem eines einzufordern: Dankbarkeit. &#8222;Wir nennen das den &#8218;Kumbaya&#8216;-Effekt: Sie sollten mit dem zufrieden sein, was wir ihnen geben&#8220;, erkl\u00e4rt Kimberly Coats.<\/p>\n<p>&#8222;Ich sage nein. Wir haben jetzt \u00fcber 110 afrikanische Fahrer auf der Profi-Ebene &#8211; mehr als in den Vereinigten Staaten, um genau zu sein. Sie haben jedes Recht, das zu tun, was in ihrem Interesse ist, und den Sport auf die n\u00e4chste Stufe zu heben. <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/tour-de-france-l\u00f6st-girmay-radsport-boom-in-afrika-aus\/a-69536028\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Biniam Girmay<\/a> [Radprofi aus <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/eritrea\/t-18455941\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eritrea<\/a> &#8211; Anm. d. Red.] hat mit seinem Gr\u00fcnen Trikot [des besten Sprinters] bei der letzten Tour de France bewiesen, dass Afrikaner auf h\u00f6chstem Niveau mithalten k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Der Artikel wurde aus der englischen Originalfassung <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/en\/world-championships-in-rwanda-if-we-lose-this-race-it-will-destroy-cycling-in-africa\/a-71813214\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;Much at stake in cycling World Championships in Rwanda&#8220;<\/a> adaptiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Wir sind immer an gef\u00e4hrlichen Orten unterwegs. 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