{"id":14183,"date":"2026-05-06T04:59:49","date_gmt":"2026-05-06T04:59:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14183\/"},"modified":"2026-05-06T04:59:49","modified_gmt":"2026-05-06T04:59:49","slug":"kongo-bricht-diplomatische-beziehungen-zu-ruanda-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14183\/","title":{"rendered":"Kongo bricht diplomatische Beziehungen zu Ruanda ab"},"content":{"rendered":"<p>Die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/demokratische-republik-kongo\/t-18054927\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Demokratische Republik Kongo<\/a> hat alle diplomatischen Beziehungen zu ihrem Nachbarland <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ruanda\/t-17548117\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ruanda<\/a> abgebrochen. Kongo rief bereits seine Diplomaten aus Ruanda ab und forderte dessen Beh\u00f6rden auf, seinerseits die diplomatischen und konsularischen Aktivit\u00e4ten in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa innerhalb von 48 Stunden einzustellen. Dies geht aus einem Schreiben des kongolesischen Au\u00dfenministeriums an die ruandische Botschaft hervor. Es ist auf den 24. Januar datiert.<\/p>\n<p>Rebellengruppe M23 k\u00e4mpft auch mit Blauhelmen\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Der seit drei Jahren andauernde Konflikt der von Ruanda unterst\u00fctzten Rebellengruppe M23 gegen die kongolesische Armee im Osten Kongos hat sich seit\u00a0Jahresbeginn wieder massiv versch\u00e4rft.\u00a0Bei kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Armee und Rebellen starben zuletzt auch 13 Soldaten internationaler Friedenstruppen. Die Regierungen der betroffenen\u00a0Staaten <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/s\u00fcdafrika\/t-17600914\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">S\u00fcdafrika<\/a>, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/malawi\/t-69342615\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Malawi<\/a>\u00a0und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/uruguay\/t-18456871\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Uruguay<\/a>\u00a0gaben am Samstag den Tod ihrer Soldaten bekannt.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"71392860\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/71392860_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"F\u00fcnf s\u00fcdafrikanische Armeefahrzeuge auf einer Stra\u00dfe in der N\u00e4he der Stadt Sake \" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Eine f\u00fcr die Mission MONUSCO im Einsatz befindliche Einheit S\u00fcdafrikas in der N\u00e4he der Stadt Sake Bild: Michael Lunanga\/AFP<\/p>\n<p>Auch UN-Blauhelmsoldaten lieferten sich in der Region K\u00e4mpfe mit der Miliz M23. Eine Eliteeinheit der UN-Mission MONUSCO sei &#8222;aktiv in intensive K\u00e4mpfe&#8220; verwickelt gewesen, teilte die Mission mit. Seit Mittwoch habe MONUSCO mehrere Artillerie-Angriffe auf Stellungen von M23-K\u00e4mpfern ausgef\u00fchrt. Derzeit sind rund 15.000 Blauhelmsoldaten im Kongo stationiert.<\/p>\n<p>Die M23-K\u00e4mpfer\u00a0versuchten\u00a0unterdessen, weiter auf die Stadt Goma in der Provinz Nord-Kivu vorzur\u00fccken, in der mehr als eine Million Menschen leben. Die\u00a0am Ufer des Kivu-Sees gelegene Provinzhauptstadt, in der sich einschlie\u00dflich Fl\u00fcchtlingen rund drei Millionen Menschen aufhalten sollen, ist weitgehend umzingelt. Schwere Gefechte finden derzeit in der rund 25 Kilometer entfernten Stadt Sake statt, die die letzte H\u00fcrde f\u00fcr die Rebellen vor Goma darstellt.\u00a0<\/p>\n<p>Schon 400.000 Menschen vertrieben<\/p>\n<p>Die Rebellen hatten in den vergangenen Wochen bei den Gefechten um Goma an Boden gewonnen. Seit Anfang Januar wurden durch die K\u00e4mpfe nach UN-Angaben bereits 400.000 Menschen in der Region vertrieben. Der\u00a0M23\u00a0werden Morde und massenhafte Vergewaltigungen vorgeworfen.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"71392904\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/71392904_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Sanit\u00e4ter tragen einen bei den K\u00e4mpfen Verwundeten in ein kleines Hospital in Goma\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Bei den K\u00e4mpfen Verwundete werden in ein Hospital in Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu, eingeliefertBild: Moses Sawasawa\/AP Photo\/picture alliance<\/p>\n<p>Die Demokratische Republik Kongo und die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/vereinte-nationen\/t-17280943\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vereinten Nationen<\/a> werfen Ruanda vor, den Konflikt mit seinen Truppen zu sch\u00fcren. Die Rebellen sollen die Interessen der kongolesischen Tutsi verteidigen, einer ethnischen Gruppe, der der ruandische Pr\u00e4sident Paul Kagame angeh\u00f6rt. Laut UN-Experten befanden sich im vergangenen Jahr bis zu 4000 ruandische Soldaten im Kongo, um die Milit\u00e4raktionen der M23 &#8222;de facto&#8220; zu kontrollieren.<\/p>\n<p>UN ziehen Mitarbeiter aus Goma ab<\/p>\n<p>Der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/un-sicherheitsrat\/t-60959702\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">UN-Sicherheitsrat<\/a> zog inzwischen eine f\u00fcr Montag geplante Dringlichkeitssitzung auf diesen Sonntag vor, wie Diplomaten mitteilten. Die Vereinten Nationen begannen auch damit, alle &#8222;nicht-essentiellen&#8220; Mitarbeiter aus Goma ins Nachbarland Uganda und in die kongolesische Hauptstadt Kinshasa zu bringen.\u00a0Das Ausw\u00e4rtige Amt rief angesichts der eskalierenden K\u00e4mpfe alle deutschen Staatsangeh\u00f6rigen in Nord-Kivu zur Ausreise auf.<\/p>\n<p>Der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/dr-kongo-m23-rebellen-folgen-der-spur-der-mineralien\/a-70712433\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">an Bodensch\u00e4tzen reiche Osten<\/a> der Demokratischen Republik Kongo ist seit den 1990er-Jahren von Gewalt gepr\u00e4gt. Im Dezember waren Friedensverhandlungen zwischen Kongo und Ruanda unter Vermittlung Angolas gescheitert. Ein Treffen zwischen dem kongolesischen Pr\u00e4sidenten Felix Tshisekedi und Ruandas Pr\u00e4sident Paul Kagame wurde in letzter Minute abgesagt.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"62387873\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/62387873_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Bildkombo mit Kongos Pr\u00e4sident Felix Tshisekedi, Angolas Staatschef Jo\u00e3o Louren\u00e7o und dem ruandischen Pr\u00e4sidenten Paul Kagame \" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Zwei Gegenspieler und ein Vermittler: Kongos Pr\u00e4sident Felix Tshisekedi (l.) und der ruandische Staatschef Paul Kagame. In der Mitte Angolas Pr\u00e4sident Jo\u00e3o Louren\u00e7o<\/p>\n<p>Die Afrikanische Union rief nun erneut zu einer &#8222;umgehenden Beendigung&#8220; der K\u00e4mpfe auf und appellierte an die Konfliktparteien, &#8222;das Leben der Zivilisten zu sch\u00fctzen&#8220;. Angolas Pr\u00e4sident\u00a0Jo\u00e3o Louren\u00e7o\u00a0verurteilte die &#8222;unverantwortlichen Aktionen der M23 und ihrer Unterst\u00fctzer&#8220;, die &#8222;sch\u00e4dliche Konsequenzen f\u00fcr die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ostkongo-konflikt-friedensprojekt-eisenbahn-gescheitert\/a-71370452\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">regionale Sicherheit<\/a>&#8220; haben w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Auch die Europ\u00e4ische Union verlangte von der M23, ihren Vormarsch zu stoppen. &#8222;Ruanda muss seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die M23 stoppen und sich zur\u00fcckziehen&#8220;, erkl\u00e4rte die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas. Die EU verurteile\u00a0Ruandas Milit\u00e4rpr\u00e4senz in der Demokratischen Republik Kongo &#8222;scharf als klare Verletzung des V\u00f6lkerrechts, der UN-Charta und der territorialen Integrit\u00e4t&#8220; des Landes, betonte Kallas.<\/p>\n<p>sti\/pg (afp, dpa, rtr)\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Demokratische Republik Kongo hat alle diplomatischen Beziehungen zu ihrem Nachbarland Ruanda abgebrochen. 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