{"id":14238,"date":"2026-05-06T08:40:08","date_gmt":"2026-05-06T08:40:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14238\/"},"modified":"2026-05-06T08:40:08","modified_gmt":"2026-05-06T08:40:08","slug":"gedenken-an-voelkermord-in-namibia-kein-campingplatz-mehr-auf-ehemaliger-todesinsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14238\/","title":{"rendered":"Gedenken an V\u00f6lkermord in Namibia: Kein Campingplatz mehr auf ehemaliger Todesinsel &#8211; &#8230;"},"content":{"rendered":"<p class=\"date\">01.08.2025 \u2013 11:23<\/p>\n<p class=\"customer\">\n                        <a class=\"story-customer\" title=\"weiter zum newsroom von Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker e.V. (GfbV)\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/nr\/29402\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker e.V. (GfbV)<\/a>\n                    <\/p>\n<p><a class=\"glightbox-pseudo event-trigger\" href=\"https:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_hires\/4a87067d-b5e2-48aa-9120-3f755cc5dd06\/2025_04%20Namibia_C_Sa~rk%20Island%20(275).JPG.jpg\" data-description=\"Ein Camper steht auf Shark Island vor dem Gedenkstein an den V\u00f6lkermord an den Ovaherero und Nama. Das Foto wurde im April 2025 aufgenommen, Foto: Sarah Neumeyer\/GfbV\" data-category=\"medialightbox\" data-action=\"click\" data-label=\"single\" data-value=\"688c8782270000fd2c1bb88a\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" height=\"540\" with=\"720\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/gedenken-an-v-lkermord-in-namibia-kein-campingplatz-mehr-auf-ehemaliger-todesinsel-l-ngst-berf-llig.jpeg\"   alt=\"Gedenken an V\u00f6lkermord in Namibia: Kein Campingplatz mehr auf ehemaliger Todesinsel - \u201el\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig\u201c\" class=\"single\"\/><\/a><\/p>\n<p>Die Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker (GfbV) begr\u00fc\u00dft die wichtige, aber l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Ank\u00fcndigung von Namibia Wildlife Resorts (NWR), sich schrittweise von allen touristischen und betrieblichen Aktivit\u00e4ten auf Shark Island in \u01c3Nami\u01c2N\u00fbs\/L\u00fcderitz zur\u00fcckzuziehen. Auf Shark Island befand sich von 1905 bis 1907 ein Konzentrationslager der deutschen Kolonialmacht, in dem Tausende Ovaherero und Nama interniert, gefoltert und ermordet wurden. <\/p>\n<p>\u201eDie Entscheidung erfolgt sp\u00e4t und erst nach anhaltendem \u00f6ffentlichem und zivilgesellschaftlichem Druck. \u00dcber Jahre hatten betroffene Gemeinschaften, Aktivisten und Historiker auf die Unvereinbarkeit einer touristischen Nutzung mit der brutalen Geschichte des Ortes hingewiesen\u201c, sagt Laura Mahler, GfbV-Referentin f\u00fcr Subsahara-Afrika. NWR ist ein staatliches Tourismusunternehmen, das rund 30 Lodges, Camps und Resorts in namibischen Nationalparks betreibt, darunter auf der Campingplatz auf Shark Island. Die Verantwortung f\u00fcr das Areal soll k\u00fcnftig beim Namibia Heritage Council (NHC) liegen, der die historische St\u00e4tte verwalten und neu gestalten soll.<\/p>\n<p>\u201eShark Island ist ein wichtiger Gedenkort an den V\u00f6lkermord, zumal dort noch immer die Gebeine der Ahnen liegen, die f\u00fcr die Nachfahren eine tiefe spirituelle und kulturelle Bedeutung haben. Die Forderungen nach einem respektvollen Umgang mit Shark Island wurden jedoch viel zu lange ignoriert\u201c, kritisiert Mahler. Vertreter traditioneller Autorit\u00e4ten und Nachkommen der Opfer hatten wiederholt betont, dass Shark Island nicht ein Ort der Erholung, sondern des Gedenkens sein m\u00fcsse. Trotzdem hatte NWR das Gel\u00e4nde jahrelang als Campingplatz und Tourismusziel vermarktet. <\/p>\n<p>\u201eErst ein Kabinettsbeschluss und zunehmende mediale Aufmerksamkeit f\u00fchrten nun zur angek\u00fcndigten \u00dcbergabe. Der R\u00fcckzug von NWR ist somit kein freiwilliger Schritt, sondern das Resultat einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe Namibias und ein Eingest\u00e4ndnis, dass wirtschaftliche Interessen nicht \u00fcber historische Verantwortung gestellt werden d\u00fcrfen\u201c, erkl\u00e4rt Mahler. \u201eShark Island darf in Zukunft nicht mehr Ort touristischer oder wirtschaftlicher Ausbeutung sein. F\u00fcr ein angemessenes Gedenken muss ein Raum f\u00fcr historische Aufarbeitung und kollektives Erinnern entstehen\u201c, appelliert Mahler.<\/p>\n<p>Anhaltende Bedrohung der Gedenkst\u00e4tte durch geplantes Wasserstoff-Projekt<\/p>\n<p>Doch auch \u00fcber die touristische Nutzung hinaus  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.gfbv.de\/de\/news\/nama-konferenz-zur-produktion-von-gruenem-wasserstoff-in-namibia-fuer-deutschland-11655\/\">bleibt Shark Island bedroht: Im Zuge des geplanten Hafenausbaus f\u00fcr das Hyphen-Wasserstoffprojekt<\/a> steht das Areal erneut unter Druck. Vertreter der Zivilgesellschaft und traditionelle Autorit\u00e4ten warnen davor, dass infrastrukturelle Gro\u00dfprojekte die W\u00fcrde und historische Bedeutung des Ortes untergraben w\u00fcrden. Die Nama Traditional Leaders Association (NTLA) erkl\u00e4rt dazu: \u201eDie NTLA wird weiterhin unerm\u00fcdlich daf\u00fcr k\u00e4mpfen, dass die kulturellen Rechte und die W\u00fcrde von Shark Island bewahrt bleiben. H\u00e4nde weg von Shark Island, Namport!\u201c<\/p>\n<p>Der Namibia Heritage Council soll k\u00fcnftig ein w\u00fcrdiges, denkmalgerechtes Konzept f\u00fcr die Nutzung von Shark Island entwickeln. In Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, Wissenschaftlern und Nachfahren der Opfer sollen insbesondere m\u00f6gliche Massengr\u00e4ber identifiziert und gesch\u00fctzt werden. Hinweise auf solche Gr\u00e4ber wurden unter anderem durch internationale Forschungsteams wie Forensic Architecture bereits vorgelegt.<\/p>\n<p>Der \u00dcbergabeprozess soll unmittelbar beginnen und bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. In dieser Zeit wird NWR nach und nach seine kommerziellen Aktivit\u00e4ten einstellen und das Gel\u00e4nde an die zust\u00e4ndigen Kulturbeh\u00f6rden \u00fcbergeben. <\/p>\n<p>Sie erreichen Laura Mahler unter  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/29402\/mailto:l.mahler@gfbv.de\">l.mahler@gfbv.de<\/a> oder 03051 \/ 695825-3.<\/p>\n<p>Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker<br \/>\nPressereferat<br \/>\nSarah Neumeyer<br \/>\nPostfach 2024<br \/>\nD-37010 G\u00f6ttingen<br \/>\nTel.:  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/29402\/tel:+495514990621\">+49 551 499 06-21<\/a><br \/>\nFax:  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/29402\/tel:+4955158028\">+49 551 580 28<\/a><br \/>\nE-Mail:  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/29402\/mailto:presse@gfbv.de\">presse@gfbv.de<\/a><br \/>\n <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"http:\/\/www.gfbv.de\/\">www.gfbv.de<\/a><br \/>\nMenschenrechtsorganisation mit beratendem Status bei den UN und mitwirkendem Status beim Europarat  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"01.08.2025 \u2013 11:23 Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker e.V. 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