{"id":14312,"date":"2026-05-06T11:46:16","date_gmt":"2026-05-06T11:46:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14312\/"},"modified":"2026-05-06T11:46:16","modified_gmt":"2026-05-06T11:46:16","slug":"nigeria-350-000-kinder-in-maiduguri-gegen-diphtherie-geimpft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14312\/","title":{"rendered":"Nigeria: 350 000 Kinder in Maiduguri gegen Diphtherie geimpft"},"content":{"rendered":"<p>\n    Die medizinische Hilfsorganisation \u00c4rzte ohne Grenzen\/M\u00e9decins Sans Fronti\u00e8res (MSF) und das Gesundheitsministerium des Bundesstaates Borno haben erfolgreich eine Impfkampagne gegen Diphtherie durchgef\u00fchrt. Geimpft wurden Kinder im Alter bis 14 Jahre im Verwaltungsbezirk Maiduguri Metropolitan Council (MMC) im nigerianischen Bundesstaat Borno.\n  <\/p>\n<p>W\u00e4hrend der ersten Impfrunde, die vom 9. bis zum 15. Februar 2026 dauerte, konnten 490\u00a0000 Kinder erreicht werden, was das urspr\u00fcngliche Ziel von 387\u00a0000 deutlich \u00fcbertraf. Die zweite Runde fand vom 9. bis 15. April statt. Dabei wurden 360\u00a0000 Kinder aus der ersten Runde erneut geimpft, um den Schutz zu st\u00e4rken. Trotz der hohen Zahl der Kinder, die erreicht werden konnten, schr\u00e4nkte der nur begrenzt verf\u00fcgbare Impfstoff die Bek\u00e4mpfung der Krankheit ein.<\/p>\n<p>Nigeria k\u00e4mpft mit einem der schwersten Diphtherie-Ausbr\u00fcche in der Geschichte des Landes. Das Nationale Zentrum f\u00fcr Krankheitskontrolle und Pr\u00e4vention (NCDC) meldete von Mai 2022 bis zum 22. M\u00e4rz 2026 insgesamt 65\u00a0759 Verdachtsf\u00e4lle und 2229 Todesf\u00e4lle. Der Ausbruch wurde 2023 offiziell bekannt gegeben. Im Bundesstaat Borno, der besonders stark betroffen ist, hat \u00c4rzte ohne Grenzen seit 2023 mehr als 7400 Verdachtsf\u00e4lle medizinisch versorgt, 4200 allein im letzten Jahr. In enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gesundheitsbeh\u00f6rden behandelt \u00c4rzte ohne Grenzen zudem auch im Rest des Landes tausende von Menschen, bei denen der Verdacht auf Diphtherie besteht oder die Krankheit best\u00e4tigt wurde. Aktuell unterst\u00fctzt die Organisation Bek\u00e4mpfungsmassnahmen in den Bundesstaaten Bauchi, Borno, Kano und Sokoto.<\/p>\n<p>Diphtherie ist eine akute Infektionskrankheit, die sich vor allem \u00fcber Tr\u00f6pfchen oder durch Kontakt mit entz\u00fcndeten Wunden verbreitet. Zu den Symptomen geh\u00f6ren Halsschmerzen, Fieber, Lymphknotenschwellungen und ein gr\u00e4ulicher Belag, der sich im Rachen ansammelt und die Atmung behindern kann. In schweren F\u00e4llen kann das von den Bakterien produzierte Gift Sch\u00e4den an Herz, Nieren oder Nerven verursachen und zu L\u00e4hmungen f\u00fchren. Besonders gef\u00e4hrdet sind ungeimpfte Menschen: Ohne angemessene Behandlung kann Diphtherie bei ihnen in rund 30\u00a0Prozent der F\u00e4lle t\u00f6dlich verlaufen; das h\u00f6chste Sterberisiko haben Kleinkinder.<\/p>\n<p>\u00c4rzte ohne Grenzen unterst\u00fctzte das Gesundheitsministerium bei der Durchf\u00fchrung der Impfkampagne und bot dazu logistischen Support wie die Lagerung und den Transport der Impfstoffe an, kam f\u00fcr die Verg\u00fctung der Impfteams auf, f\u00fchrte Massnahmen zur Gesundheitsf\u00f6rderung durch und \u00fcbernahm das Monitoring. Die Impfstoffe wurden vom Gesundheitsministerium zur Verf\u00fcgung gestellt. Dank dieser Zusammenarbeit konnten die Impfteams weite Gebiete abdecken und die Bev\u00f6lkerung reagierte w\u00e4hrend beider Impfrunden sehr positiv auf das Angebot.<\/p>\n<p>Die Impfung wird dazu beitragen, die Immunit\u00e4t von Kindern unter 14 Jahren in Maiduguri wesentlich zu st\u00e4rken. Tats\u00e4chlich stammen in unserem Behandlungszentrum die meisten Diphtherief\u00e4lle aus diesem Gebiet. Diese proaktive Massnahme ist entscheidend, um die Krankheit unter Kontrolle zu bringen und einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p>\u00c4rzte ohne Grenzen unterst\u00fctzte zudem in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsbeh\u00f6rde auch die Diphtherie-Abteilung am Ausbildungsspital in Maiduguri. Es zeigte sich, dass w\u00e4hrend der Kampagne hier deutlich mehr Verdachtsf\u00e4lle aufgenommen wurden, da die Impfmassnahmen das Bewusstsein f\u00fcr die Krankheit erh\u00f6hten und dazu f\u00fchrten, dass lokale Gesundheitshelfer:innen bei der \u00dcberweisung effizienter vorgingen.<\/p>\n<p>Um k\u00fcnftige Ausbr\u00fcche von vermeidbaren Krankheiten wie Diphtherie zu verhindern, sind verschiedene Massnahmen erforderlich: eine Routineimpfung, ein verbesserter Versorgungszugang in unsicheren Gebieten und kompetente Kommunikation, um Vorurteilen und Impfskepsis zu begegnen. Zentral ist auch, dass die Impfstoffe in ausreichender Menge zur Verf\u00fcgung stehen, damit m\u00f6glichst viele Kinder gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen. Nur durch die Impfung ist es m\u00f6glich, in Borno weitere Ansteckungen zu verhindern und Leben zu retten.<\/p>\n<p>Neben den Aktivit\u00e4ten zur Bek\u00e4mpfung von Diphtherie unterst\u00fctzt \u00c4rzte ohne Grenzen in Maiduguri auch ein spezialisiertes Entbindungs- und Notfallspital f\u00fcr Geburtshilfe mit 60 Betten, das \u00fcber eine Intensivstation und eine neonatologische Intensivstation verf\u00fcgt. Im Gesundheitszentrum in Shuwari und in der Ern\u00e4hrungsklinik von Nilefa Kiji behandeln unsere Teams Kinder unter f\u00fcnf Jahren, die an schwerer und mittelschwerer akuter Mangelern\u00e4hrung leiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die medizinische Hilfsorganisation \u00c4rzte ohne Grenzen\/M\u00e9decins Sans Fronti\u00e8res (MSF) und das Gesundheitsministerium des Bundesstaates Borno haben erfolgreich eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14313,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[77],"class_list":{"0":"post-14312","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nigeria","8":"tag-nigeria"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116527469846184667","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14312","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14312"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14312\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14313"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14312"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14312"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}