{"id":14450,"date":"2026-05-06T18:18:31","date_gmt":"2026-05-06T18:18:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14450\/"},"modified":"2026-05-06T18:18:31","modified_gmt":"2026-05-06T18:18:31","slug":"algerien-will-lieferant-von-gruenem-wasserstoff-fuer-europa-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14450\/","title":{"rendered":"Algerien will Lieferant von gr\u00fcnem Wasserstoff f\u00fcr Europa werden"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/stromleitungen-wueste-100.jpg\" alt=\"Eine Stromleitung in der algerischen W\u00fcste.\" title=\"Eine Stromleitung in der algerischen W\u00fcste. | Kristina B\u00f6ker\/ARD-Studio Madrid\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 08.02.2026 \u2022 16:23 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Klimafreundlich produzierter Wasserstoff gilt als zentral f\u00fcr die Energieversorgung der Zukunft. Deutschland ist dabei auf Importe angewiesen &#8211; unter anderem aus Algerien. Wie kommen die Pl\u00e4ne voran?\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/kristina-boeker-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Kristina B\u00f6ker, SWR\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/boeker-kristina-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In einem kleinen Labor an der technischen Universit\u00e4t Blida nahe Algier analysieren angehende Chemie-Ingenieurinnen Wasserproben. In ihrem Kurs geht es um klimafreundlich erzeugten gr\u00fcnen Wasserstoff. Seit diesem Semester gibt es an der Uni einen eigenen Master-Studiengang Wasserstoff-Energie. Die Sahara sei nun mal ein Ort mit gigantischer Sonneneinstrahlung, so die Studentin Akbel Doukhi. &#8222;Man kann diese Fl\u00e4chen nutzen und Photovoltaikanlagen aufstellen und die dann mit der Technik zur Produktion verkn\u00fcpfen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Produziert wird noch nicht, aber Algerien stellt die Weichen f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff: Der gr\u00f6\u00dfte Gasexporteur Afrikas baut eine gro\u00dfe Photovoltaikanlage nach der anderen. Noch flie\u00dft Strom aus Gas durch die Leitungen, mitten durch die riesigen W\u00fcstengebiete Algeriens. K\u00fcrzlich fertig gestellt: die vier Quadratkilometer gro\u00dfe Anlage &#8222;Tendla&#8220; im Norden der Sahara: ein Ort mit besonders hoher Sonneneinstrahlung und Teil der gr\u00fcnen Energie-Offensive des Landes.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im April des vergangenen Jahres lag die installierte Leistung f\u00fcr Erneuerbare Energien in Algerien bei 400 Megawatt. Bis 2035 will man auf 15.000 Megawatt aufstocken. Das entspricht in etwa der Leistung von 15 Atomkraftwerken.<\/p>\n<p>    G\u00fcnstige Lage am Mittelmeer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Algerien biete ein hervorragendes Potenzial f\u00fcr gr\u00fcne Energien, so Christoph Hank, Wasserstoff-Experte beim Fraunhofer-Institut. Und: Er sieht das Land auch im Vergleich mit weltweiten Konkurrenten im Vorteil. Es gebe n\u00e4mlich bereits Initiativen, eine existierende Gas-Pipeline umzuwidmen und auszubauen. &#8222;Die w\u00fcrde es dann erlauben, den gr\u00fcnen Wasserstoff, der in Algerien erzeugt wird, direkt per Pipeline bis nach Deutschland zu bringen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/habeck-algerien-100.html\" title=\"Algerien und Deutschland wollen bei Wasserstoff kooperieren\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deshalb hatte auch der fr\u00fchere gr\u00fcne Wirtschaftsminister Robert Habeck Algerien als Wasserstofflieferanten ins Auge gefasst.<\/a> Vor knapp zwei Jahren reiste er mit einer hochkar\u00e4tigen Wirtschaftsdelegation nach Algier und gab sich optimistisch f\u00fcr die k\u00fcnftige Zusammenarbeit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch seine Nachfolgerin Katherina Reiche (CDU) bekenne sich zur Bedeutung von Wasserstoffimporten f\u00fcr die Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung Deutschlands, so das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie gegen\u00fcber tagesschau.de. Eine m\u00f6glichst diversifizierte und resiliente Energieversorgung sei zur Reduzierung einseitiger Import-Abh\u00e4ngigkeiten unabdingbar.<\/p>\n<p>    Algerische Firmen warten auf Zusagen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Januar 2025 unterzeichneten Deutschland, Algerien, Italien, \u00d6sterreich und Tunesien ihre Absicht, den &#8222;s\u00fcdlichen Wasserstoffkorridor&#8220; zu errichten. Damit ist eine Pipeline von Algerien \u00fcber Tunesien durchs Mittelmeer nach Italien und von dort bis Deutschland gemeint.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei der Deutsch-Algerischen Industrie- und Handelskammer in Algier stehe das Thema Wasserstoff ganz oben auf der Agenda, so Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Oliver Blank. Ende 2025 h\u00e4uften sich bei ihm Besuche von Delegationen aus Deutschland, von Unternehmen und auch aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium. Die Besucherinnen und Besucher aus Deutschland h\u00e4tten gesehen, dass Algerien Rahmenbedingungen geschaffen und in Infrastruktur investiert habe, so Blank. &#8222;Auf der algerischen Seite ist die Erwartungshaltung, dass jetzt auf der deutschen Seite klare Zeichen gesetzt werden, dass gr\u00fcner Wasserstoff, der in Algerien produziert wird, auch abgenommen wird.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aber von wem? Noch gibt es keinen etablierten Markt f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff. Das Ministerium weist gegen\u00fcber tagesschau.de auf diverse europ\u00e4ische Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung der Nachfrage sowie auf Hilfen f\u00fcr die heimische Industrie hin. &#8222;Der S\u00fcdkorridor ist ein privatwirtschaftliches Projekt, das hei\u00dft, Abnahmevertr\u00e4ge f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff werden von industriellen Nachfragern abgeschlossen.&#8220;<\/p>\n<p>    Pilotprojekte am Mittelmeer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">An der algerischen Mittelmeerk\u00fcste im Industriegebiet von Oran stehen mehrere Firmen in den Startl\u00f6chern f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff &#8211; bei ihnen laufen Pilotprojekte. Bisher entsteht in ihren gigantischen Industrieanlagen Ammoniak f\u00fcr die Chemieindustrie weltweit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ammoniak wird \u00e4hnlich hergestellt wie Wasserstoff. Man braucht daf\u00fcr viel Wasser und viel Energie: bisher aus Gas, k\u00fcnftig aus Sonne und Wind. Das Wasser kommt aus dem Meer, wird direkt entsalzt. Noch sind die Firmen in der Umbauphase, aber bald wollen sie erst gr\u00fcnen Ammoniak und dann gr\u00fcnen Wasserstoff nach Europa liefern. 2030 k\u00f6nne man mit der industriellen Produktion von gr\u00fcnem Wasserstoff beginnen, so offizielle Planungen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Deutschland macht zwar keine Abnahme-Zusagen, ist aber schon l\u00e4nger beratend am Start, etwa damit die europ\u00e4ischen Umweltstandards eingehalten werden. Auch bei der Entsalzung des Meerwassers. Dabei gelte es zu pr\u00fcfen, dass die Entsalzung nachhaltig funktioniert, so Elisabeth Gager von der Gesellschaft f\u00fcr internationale Zusammenarbeit in Algier, &#8222;einerseits durch die Anwendung von Erneuerbaren Energien, aber andererseits dann nat\u00fcrlich auch in der Behandlung von R\u00fcckst\u00e4nden in der Entsalzung&#8220;.<\/p>\n<p>    Einfluss der Geopolitik<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aber wo steht Algerien politisch? Meinungsfreiheit und Demokratie werden in dem Land nicht besonders gro\u00dfgeschrieben. Und Russland, Iran oder China galten bisher eher als Partner als die westlichen demokratischen Industrienationen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aber wirtschaftlich scheint sich Algerien gerade auch jenseits gr\u00fcner Energien intensiver Richtung Europa zu orientieren. Umgekehrt nimmt AHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Blank bei deutschen Mittelst\u00e4ndlern ein gestiegenes Interesse an Algerien wahr. Vor dem Hintergrund der &#8222;geopolitischen Situation mit den gro\u00dfen Unsicherheiten durch die gro\u00dfen Player China und die USA im Wesentlichen&#8220; seien der Nahe Osten und Nordafrika mehr in den Fokus ger\u00fcckt. Und damit auch Algerien als Wasserstofflieferant. Mit einer Prognose, wann gr\u00fcner Wasserstoff aus Algerien erstmals in Deutschland landet, will sich kaum jemand vorwagen. Fraunhofer-Experte Hank rechnet nicht vor 2035 damit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die ersten Absolventinnen und Absolventen mit Wasserstoff-Master von der Uni Blida d\u00fcrften dann l\u00e4ngst im Berufsleben stehen, sie werden 2027 fertig. Auch der Wissenschaftsbetrieb kooperiert \u00fcbrigens mit Deutschland. Partner der Universit\u00e4t Blida in Sachen Wasserstoff ist die Hochschule Esslingen. In Algier und Esslingen gehen die Organisatoren davon aus, dass alle mit einem Abschluss gute Berufsaussichten haben werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 08.02.2026 \u2022 16:23 Uhr Klimafreundlich produzierter Wasserstoff gilt als zentral f\u00fcr die Energieversorgung der Zukunft. 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