{"id":14481,"date":"2026-05-06T20:15:53","date_gmt":"2026-05-06T20:15:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14481\/"},"modified":"2026-05-06T20:15:53","modified_gmt":"2026-05-06T20:15:53","slug":"militaerrat-uebernimmt-regierung-des-tschad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14481\/","title":{"rendered":"Milit\u00e4rrat \u00fcbernimmt Regierung des Tschad"},"content":{"rendered":"<p>Mit einer Regierungscharta hat der neue \u00dcbergangs-Milit\u00e4rrat im Tschad seinen Machtanspruch untermauert. Die F\u00fchrung des zentralafrikanischen Landes setze sich ab sofort aus dem Milit\u00e4rrat, einem Nationalen \u00dcbergangsrat und einer \u00dcbergangsregierung zusammen, hei\u00dft es in einem am Mittwoch ver\u00f6ffentlichten Dokument. Als Pr\u00e4sident des Milit\u00e4rrats \u00fcbernimmt demnach D\u00e9bys Sohn Mahamat die Aufgaben des Pr\u00e4sidenten und des Obersten Armeechefs.<\/p>\n<p>Weiter hei\u00dft es, Mahamat Idriss D\u00e9by werde eine \u00dcbergangsregierung ernennen, die ihm unterstellt sei. Der unter anderem in Frankreich ausgebildete Generalmajor hatte zuletzt einen Posten in der F\u00fchrung der tschadischen Eingreiftruppe in Nordmali inne, die dort gegen islamistische Rebellen k\u00e4mpft. Zus\u00e4tzlich soll den Angaben zufolge ein \u00dcbergangsrat als politisches Beratungsorgan vom Milit\u00e4rrat berufen werden.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"57264093\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/57264093_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Todesfall Pr\u00e4sident des Tschad Idriss Deby gestorben\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Langzeitherrscher Idriss D\u00e9by Itno: Starb im Kampf mit RebellenBild: Ludovic Marin\/AP\/picture alliance<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident D\u00e9by hatte den Tschad mehr als 30 Jahre lang zunehmend autokratisch regiert und sich dabei vor allem auf das Milit\u00e4r gest\u00fctzt. Der Tschad ist Teil der Milit\u00e4rallianz G5-Sahel, in der sich Truppen aus Mauretanien, Burkina Faso, Mali, Niger und dem Tschad zum gemeinsamen Kampf gegen islamistische Rebellen in der Region zusammengeschlossen haben. Seit mehreren Tagen liefert sich die Armee des Tschad zudem heftige K\u00e4mpfe mit der Rebellen-Allianz &#8222;Front f\u00fcr Wandel und Eintracht im Tschad&#8220;, FACT, die aus ihren R\u00fcckzugsgebieten in Libyen von Norden her einfiel, offenbar um D\u00e9by zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Rebellen wollen weiter k\u00e4mpfen<\/p>\n<p>Die FACT- Rebellen kritisierten die Macht\u00fcbernahme durch D\u00e9bys Sohn. &#8222;Der Tschad ist keine Monarchie&#8220;, hie\u00df es in einer Erkl\u00e4rung der politischen und milit\u00e4rischen Rebellenbewegung, die 2016 gegr\u00fcndet wurde. Laut der Verfassung des Tschads h\u00e4tte der Pr\u00e4sident der Nationalversammlung die F\u00fchrung nach dem Tod des Pr\u00e4sidenten \u00fcbernehmen sollen. Man werde den Kampf um die Hauptstadt fortsetzen, k\u00fcndigte die FACT an.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"57260599\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/57260599_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Afrika Tschad Konflikt Panzer in den Stra\u00dfen \" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Panzer vor dem Pr\u00e4sidentenpalast in N&#8217;Djamena: Die Rebellen wollen die Hauptstadt einnehmenBild: REUTERS<\/p>\n<p>Auch von Seiten der Opposition und der Zivilbev\u00f6lkerung wurden kritische Stimmen laut. &#8222;Das Volk m\u00f6chte, dass wir uns zusammensetzen, um eine zivile \u00dcbergangsregierung zu bilden. Das Milit\u00e4r hat heute so viele Dinge zu tun, um die Sicherheit des Landes zu gew\u00e4hrleisten, aber auch um im Kampf gegen den Terrorismus zu helfen. Sein Platz ist in der Kaserne und in v\u00f6lliger Neutralit\u00e4t&#8220;, sagte Succ\u00e8s Masra von der Oppositionspartei &#8222;Les Transformateurs&#8220; der Deutschen Welle.<\/p>\n<p>Jacques Nguarassal, Koordinator des Kollektivs &#8222;Tournons la page&#8220; (&#8222;Lasst uns eine neue Seite aufschlagen&#8220;), das sich in vielen afrikanischen L\u00e4ndern f\u00fcr demokratischen Wandel einsetzt, f\u00fchrte im DW-Interview aus: &#8222;F\u00fcr uns als Organisation der Zivilgesellschaft gleicht das aktuelle Geschehen eher einem institutionellen Putsch. Normalerweise sollte man zun\u00e4chst zu einem Nationaldialog aufrufen, damit wir dar\u00fcber diskutieren k\u00f6nnen, was wir uns genau w\u00fcnschen.&#8220;<\/p>\n<p><img data-format=\"FREE_IMAGE\" data-id=\"57286350\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/57286350_${formatId}.png\" data-aspect-ratio=\"1920\/2432\" alt=\"Infografik Karte FACT Rebellen Tschad DE\" style=\"padding-bottom: 126.67%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Deutsche sollen das Land verlassen<\/p>\n<p>Die deutsche Bundesregierung rief die im Tschad lebenden Deutschen angesichts der un\u00fcbersichtlichen Lage zum sofortigen Verlassen des Landes auf. Sie sollten die noch bestehenden Flugverbindungen nutzen, sagte eine Sprecherin des Ausw\u00e4rtigen Amts in Berlin. Es sei auch eine Reisewarnung ausgesprochen worden.<\/p>\n<p>Die Bundeswehr ist in der Region an Eins\u00e4tzen beteiligt und die Bundesregierung plant, ihre Beteiligung am EU-Ausbildungseinsatz EUTM in Mali um 150 auf 600 Soldaten aufzustocken.<\/p>\n<p>uh\/haz (dpa, epd, rtr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit einer Regierungscharta hat der neue \u00dcbergangs-Milit\u00e4rrat im Tschad seinen Machtanspruch untermauert. Die F\u00fchrung des zentralafrikanischen Landes setze&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14482,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[242],"tags":[365,364],"class_list":{"0":"post-14481","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-tschad","8":"tag-chad","9":"tag-tschad"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116529475252052420","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14481","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14481"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14481\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14482"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14481"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14481"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14481"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}