{"id":14504,"date":"2026-05-06T21:33:46","date_gmt":"2026-05-06T21:33:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14504\/"},"modified":"2026-05-06T21:33:46","modified_gmt":"2026-05-06T21:33:46","slug":"ein-25-milliarden-dollar-geheimnis-was-das-groesste-fleischunternehmen-der-welt-in-nigeria-verbirgt-greenpeace-luxembourg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14504\/","title":{"rendered":"Ein 2,5-Milliarden-Dollar-Geheimnis: Was das gr\u00f6\u00dfte Fleischunternehmen der Welt in Nigeria verbirgt &#8211; Greenpeace Luxembourg"},"content":{"rendered":"<p>Von Amanda Larsson, globale Kampagnenleiterin f\u00fcr Landwirtschaft bei Greenpeace Aotearoa<\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber die Klimakrise sprechen, stehen meist fossile Energiekonzerne wie Shell oder ExxonMobil im Mittelpunkt. Doch es gibt einen weiteren Industriegiganten, der die Klimazerst\u00f6rung ma\u00dfgeblich vorantreibt und derzeit eine massive Expansion in Afrika plant.<\/p>\n<p>Hier kommt JBS ins Spiel: das gr\u00f6\u00dfte Fleischunternehmen der Welt und vermutlich eine der gr\u00f6\u00dften Klimabedrohungen, von der viele noch nie geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p>Um die Dimensionen zu verstehen, helfen ein paar Zahlen: JBS schlachtet <a href=\"https:\/\/www.sec.gov\/Archives\/edgar\/data\/1791942\/000119312525079335\/d654052df4a.htm\" class=\"external-link\" title=\"This link will lead you to sec.gov\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">t\u00e4glich<\/a> rund 76.000 Rinder, 14 Millionen H\u00fchner, 147.000 Schweine und 23.500 L\u00e4mmer. Die Methanemissionen des Unternehmens <a href=\"https:\/\/changingmarkets.org\/report\/emissions-impossible-how-emissions-from-big-meat-and-dairy-are-heating-up-the-planet-methane-edition\/\" class=\"external-link\" title=\"This link will lead you to changingmarkets.org\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00fcbersteigen<\/a> Sch\u00e4tzungen zufolge die gesamten Emissionen der Viehwirtschaft in Frankreich, Deutschland, Kanada und Neuseeland zusammen.<\/p>\n<p>Seit Jahrzehnten dominiert JBS den brasilianischen Rindfleischmarkt, der als Haupttreiber der Zerst\u00f6rung des Amazonas-Regenwaldes gilt. Das Unternehmen war in Korruptionsskandale verwickelt und <a href=\"https:\/\/cozinhandooplaneta.org.br\/en\/\" class=\"external-link\" title=\"This link will lead you to cozinhandooplaneta.org.br\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wird \u00fcber seine Lieferketten<\/a> mit schweren Menschenrechtsverletzungen sowie illegaler Viehzucht auf indigenem Land in Verbindung gebracht. Nun exportiert der Konzern dieses zerst\u00f6rerische Modell der Ausbeutung nach Subsahara-Afrika, um die Gewinne seiner milliardenschweren Aktion\u00e4re weiter zu steigern.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"512\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/f570f043-jbs-1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-28328\"  \/>Rinderzucht in einem abgeholzten Gebiet in Quer\u00eancia, Bundesstaat Mato Grosso. Die Rinderzucht ist der Hauptgrund f\u00fcr die Waldzerst\u00f6rung im brasilianischen Amazonasgebiet. Fast 80 % der gesamten abgeholzten Fl\u00e4chen im Amazonasgebiet werden als Weideland genutzt.<\/p>\n<p> \u00a9 Rodrigo Bal\u00e9ia \/ Greenpeace<\/p>\n<p>Ein 2,5 Milliarden Dollar teures Unternehmensgeheimnis<\/p>\n<p>Die H\u00e4lfte der globalen Expansion von JBS im Umfang von <a href=\"https:\/\/api.mziq.com\/mzfilemanager\/v2\/d\/fdb59571-9620-473a-8f8d-a9c27ebf7d44\/93cf4e75-4734-d776-9cac-4cb9922472dc\" class=\"external-link\" title=\"This link will lead you to api.mziq.com\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">6 Milliarden Dollar<\/a> ist f\u00fcr <a href=\"https:\/\/mediaroom.jbs.com.br\/noticia\/jbs-and-nigeria-sign-agreement-to-invest-in-food-security-and-develop-sustainable-supply-chains\" class=\"external-link\" title=\"This link will lead you to mediaroom.jbs.com.br\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nigeria<\/a> vorgesehen. Das Unternehmen hat mit der nigerianischen Regierung ein Abkommen zum Bau von sechs riesigen Fleischverarbeitungsanlagen unterzeichnet. Mindestens <a href=\"https:\/\/fmino.gov.ng\/niger-state-govt-to-provide-1-2-million-hectares-of-land-for-the-multi-billion-dollar-livestock-investment-secured-by-the-federal-government-in-brazil\/\" class=\"external-link\" title=\"This link will lead you to fmino.gov.ng\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">1,2 Millionen Hektar<\/a> Land wurden dem Projekt bereits zugesichert, das zur industriellen Landwirtschaft genutzt werden soll.<\/p>\n<p>Das Problem? Dieses Projekt bietet keinerlei Transparenz.<\/p>\n<p>JBS hat wesentliche Informationen zu seinen Pl\u00e4nen nicht offengelegt, weder das Abkommen mit der nigerianischen Regierung noch Umwelt- und Menschenrechtspr\u00fcfungen. In einer Region, in der traditionelle Weidewirtschaft mehr als<a href=\"https:\/\/www.worldbank.org\/en\/news\/opinion\/2024\/11\/05\/why-pastoralism-matters-more-than-ever-for-the-sahel-and-west-africa-future\" class=\"external-link\" title=\"This link will lead you to worldbank.org\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> 20 Millionen Menschen ern\u00e4hrt<\/a>, handelt es sich nicht nur um ein Gesch\u00e4ftsprojekt. Es ist eine direkte Bedrohung f\u00fcr Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t, Menschenw\u00fcrde und lokale Lebensgrundlagen.<\/p>\n<p>In Nigeria leisten lokale Gemeinschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen Widerstand. Sie fordern Transparenz und warnen vor Landraub, massiver Vertreibung und der Zerst\u00f6rung traditioneller Lebensweisen.<\/p>\n<p>Greenpeace Africa hat den Fall k\u00fcrzlich <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/international\/press-release\/82417\/greenpeace-african-court-climate-destruction-human-rights-violation\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vor den African Court<\/a> on Human and Peoples\u2019 Rights gebracht. Der Fall macht auf die intransparenten Expansionspl\u00e4ne von JBS aufmerksam und betont, dass sowohl Staaten als auch Unternehmen verpflichtet sind, Sch\u00e4den zu verhindern, \u00f6ffentliche Beteiligung zu gew\u00e4hrleisten und den Zugang zu Informationen sicherzustellen. Staaten m\u00fcssen Unternehmen zudem f\u00fcr das Handeln ihrer Tochtergesellschaften zur Verantwortung ziehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"432\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/cfc47ea1-jbs-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-28330\"  \/>Greenpeace Afrika hat beim Afrikanischen Gerichtshof f\u00fcr Menschen- und V\u00f6lkerrechte (AfCHPR) einen Amicus-Curiae-Schriftsatz eingereicht, in dem argumentiert wird, dass die Klimazerst\u00f6rung eine systematische und anhaltende Verletzung der Rechte der Menschen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent darstellt.<\/p>\n<p>Wir werden nicht tatenlos zusehen.<\/p>\n<p>Multinationale Konzerne wie JBS profitieren davon, im Verborgenen zu agieren. Sie bauen ihre Imperien fernab der \u00d6ffentlichkeit auf, w\u00e4hrend lokale Gemeinschaften die Folgen tragen m\u00fcssen: verschmutzte Luft, ersch\u00f6pfte Wasserressourcen und ein zunehmend instabiles Klima.<\/p>\n<p>Warum wir alle von dem betroffen sind was in Nigeria passiert<\/p>\n<p>Vielleicht befinden Sie sich aktuell in Madrid, Mexiko-City oder Auckland und denken, Nigeria sei weit entfernt. Doch die Strategien der Agrarindustrie und ihre Auswirkungen sind globaler Natur, und unser Widerstand muss es ebenfalls sein.<\/p>\n<p>Die globale Fleisch- und Milchindustrie wird von einer Handvoll Gro\u00dfkonzerne dominiert, die die Regeln zu ihren Gunsten verzerren. Sie zu stoppen erfordert globale Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Klimakrise ausbremsen: Methan ist kurzfristig mehr als 80-mal so klimasch\u00e4dlich wie CO\u2082. JBS sieht Nigeria als Ausgangspunkt, um sein zerst\u00f6rerisches Modell industrieller Landwirtschaft \u00fcber den gesamten afrikanischen Kontinent und dar\u00fcber hinaus auszurollen. Indem wir uns mit der nigerianischen Zivilgesellschaft solidarisieren, k\u00f6nnen wir unser gemeinsames Klima vor irreversiblen Kipppunkten sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Ein Zeichen f\u00fcr Verantwortlichkeit setzen: Weltweit nutzen Agrarlobbyisten ihre wirtschaftliche Macht, um Umweltvorschriften auszuh\u00f6hlen und \u00f6ffentliche Gesundheit zugunsten von Unternehmensgewinnen zu opfern. Wenn wir die Expansion von JBS in Afrika stoppen, setzen wir ein klares Signal: Kein Unternehmen ist zu gro\u00df, um zur Rechenschaft gezogen zu werden, und keine Gemeinschaft darf im Verborgenen verdr\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p>Transparenz von JBS einfordern<\/p>\n<p>Wir haben bereits gesehen, welche Sch\u00e4den fossile Konzerne wie Shell f\u00fcr Klima, Umwelt und Menschenrechte verursachen. Nun ist JBS dabei, denselben Weg einzuschlagen.<\/p>\n<p>Die Geschichte zeigt, dass gro\u00dfe Unternehmen sich erst \u00e4ndern, wenn \u00f6ffentlicher Druck sie dazu zwingt. Das Gesch\u00e4ftsmodell der Agrarindustrie beruht auf politischem Einfluss, Greenwashing, Korruption und Intransparenz, um ein System industrieller \u00dcberproduktion aufrechtzuerhalten, das Gewinne f\u00fcr wenige auf Kosten von Mensch und Natur generiert.<\/p>\n<p>Doch wir k\u00e4mpfen f\u00fcr eine andere Zukunft. Eine Zukunft, in der Nahrung den Menschen dient und nicht den Profiten von Konzernen.<\/p>\n<p>Echte Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t bedeutet, diese Expansion zu stoppen und sicherzustellen, dass lokale Gemeinschaften die Kontrolle \u00fcber ihr Land behalten. In Nigeria erheben sie bereits ihre Stimmen.<\/p>\n<p>Jetzt brauchen wir Menschen wie Sie, um die Pl\u00e4ne von JBS ans Licht zu bringen und eine neue Welle der Zerst\u00f6rung zu verhindern, bevor sie beginnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von Amanda Larsson, globale Kampagnenleiterin f\u00fcr Landwirtschaft bei Greenpeace Aotearoa Wenn wir \u00fcber die Klimakrise sprechen, stehen meist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14505,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[6653,6654,77,6655],"class_list":{"0":"post-14504","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nigeria","8":"tag-biodiversitt","9":"tag-nachhaltigelandwirtschaft","10":"tag-nigeria","11":"tag-urwlder"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116529778073626163","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14504","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14504"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14504\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14505"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14504"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14504"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14504"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}