{"id":14511,"date":"2026-05-06T22:23:13","date_gmt":"2026-05-06T22:23:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14511\/"},"modified":"2026-05-06T22:23:13","modified_gmt":"2026-05-06T22:23:13","slug":"crews-spotten-ueber-show-putzen-wie-sicher-sind-kreuzfahrten-wirklich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14511\/","title":{"rendered":"Crews spotten \u00fcber \u201eShow-Putzen\u201c \u2013 wie sicher sind Kreuzfahrten wirklich?"},"content":{"rendered":"<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Ja, Reisen bleibt sch\u00f6n! Und: Ja, Kreuzfahrten bieten auch weiterhin unvergleichliche Erlebnisse, weil sie Zug\u00e4nge zu Traumzielen weltweit erm\u00f6glichen. Aber: Das Risiko einer Erkrankung reist immer mit. Allgegenw\u00e4rtige Werbung sowie exponentiell anschwellende Bilderfluten auf allen Social-Media-Kan\u00e4len von sich zuprostenden Menschen irgendwo an Bord r\u00fccken gesundheitliche Risiken dabei schnell in den Hintergrund. Wird schon gut gehen? In den allermeisten F\u00e4llen tut es das auch.\u00a0<\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Der dramatische Fall der \u201eMV Hondius\u201c der niederl\u00e4ndischen Reederei Oceanwide Expeditions mit mindestens drei Toten und mehreren Infizierten nach Ausbruch des gef\u00fcrchteten Hantavirus auf der R\u00fcckfahrt von Feuerland nach Europa zeigt erneut Grenzen auf. Denn: Die Niederl\u00e4nder m\u00f6gen dem breiten Publikum bisher eher verborgen geblieben sein. Im Expeditions-Segment \u2013 vor allem zu Polarregionen \u2013 gelten sie aber mit einer 30-j\u00e4hrigen Firmengeschichte als vergleichsweise solide Reise-Veteranen.<\/p>\n<p><a class=\"Teaser_image__tZiz3\" id=\"image\" href=\"https:\/\/www.focusplus.de\/gesellschaft\/who-hantavirus-wohl-zwischen-menschen-uebertragen-12559\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img class=\"ThumborPicture_image__404Vg\" alt=\"South Africa Hantavirus\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/jGj1CGX9pcemepR-KUcOiqyfPqNIfP4HSwO6meUj6lM.jpg\" width=\"80\" height=\"80\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Ja, es gab zuvor bereits medizinische Zwischenf\u00e4lle bei der Reederei wie den t\u00f6dlichen Sturz eines US-B\u00fcrgers 2022 auf der \u201eMV Plancius\u201c oder den etwas mysteri\u00f6sen Tod im Jahr 2020 des beliebten Kapit\u00e4ns Alexej Nazarov mit 42 Jahren. Die \u201eMV Hondius\u201c selbst ist mit Baujahr 2019 allerdings vergleichsweise neu, war damals weltweit das erste Passagierschiff mit der h\u00f6chsten Eisklasse (PC6) \u00fcberhaupt, also f\u00fcr besonders anspruchsvolle Eisbedingungen gebaut.\u00a0<\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Sie leistet sich bei einem \u00fcberschaubaren Platzangebot f\u00fcr gerade einmal 170 G\u00e4ste auf Deck drei immerhin neben einem eigenen Arztraum auch eine etwas gr\u00f6\u00dfere Krankenstation. Ihre Reiseofferten in die Antarktis ab 7350 Euro (z.B. f\u00fcr 10 Tage p.P. in der Viererkabine ab\/bis Feuerland, zzgl. Flug) widerlegen auch den Vorwurf, es habe sich bei Oceanwide Expeditions um einen kleinen Billiganbieter gehandelt.<\/p>\n<p>Eigentlich gibt es Regeln f\u00fcr den Krisenfall an Bord<\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Passagiere und Crew best\u00e4tigen, dass sich die Sofortma\u00dfnahmen nach dem Hantavirus-Ausbruch an Bord entlang der internationalen Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie der Weltschifffahrtsorganisation (IMO) orientierten: Vorgeschrieben sind da Kabinenquarant\u00e4ne f\u00fcr betroffene Passagiere, Trennung von Verdachtsf\u00e4llen und der medizinischen \u00dcberwachung aller Kontaktpersonen. Wem hier Erinnerungen an Corona in den Sinn kommen, der liegt nicht ganz falsch: Es handelt sich um Standardma\u00dfnahmen auf Schiffen bei respiratorischen Erregern, wozu auch Covid-19 und Hantaviren z\u00e4hlen.<\/p>\n<p><img class=\"ThumborPicture_image__404Vg\" alt=\"Cape Verde Hantavirus Ship\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/TR-Rs3jwmAazt8O2j1vgm_mmg5LeWlFHT-J9IbRnpAI.jpg\" width=\"480\" height=\"270\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\"\/><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1778106192_379_TR-Rs3jwmAazt8O2j1vgm_mmg5LeWlFHT-J9IbRnpAI.jpg\" alt=\"Cape Verde Hantavirus Ship\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">WHO und IMO fordern des Weiteren verst\u00e4rkte Hygieneprotokolle wie die \u201eintensive Desinfektion aller Oberfl\u00e4chen\u201c. Kreuzfahrern werden hierzu immer wieder einmal an Bord die \u201eWashy-Washy\u201c genannten Reinigungstrupps aufgefallen sein, die mit Handschuhen, Putzlappen und Spr\u00fchflaschen bewaffnet alle m\u00f6glichen Griffe, T\u00fcrklinken oder Ablagefl\u00e4chen bearbeiten. Wer sie genauer beobachtet, wird feststellen, dass sie \u00e4u\u00dferst unterschiedlich effektiv ans Werk gehen. Unter Crew-Membern genie\u00dft diese wichtige Arbeit kein gro\u00dfes Ansehen und wird nicht ganz zu Unrecht oft als \u201eShow-Putzen\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Weiterhin verlangt wird laut internationaler Protokolle au\u00dferdem schwerpunktm\u00e4\u00dfig feuchte Reinigung anstelle von trockenem Kehren sowie Maskenpflicht bei Symptomen. Veranstaltungen, bei denen viele Passagiere zusammen kommen, sollen bei einem Ausbruch dann ebenso gestoppt werden wie der Buffetbetrieb in den Restaurants.<\/p>\n<p>Eingeschr\u00e4nkte Rechte f\u00fcr Passagiere<\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Kaum bekannt d\u00fcrfte sein, dass Kreuzfahrtpassagiere grunds\u00e4tzlich an Bord nur eingeschr\u00e4nkte Rechte haben: Auf hoher See entscheiden der Mediziner und\/oder der Kapit\u00e4n dar\u00fcber, wer bei einer Krise in die Isolation gehen muss und wer nicht. In H\u00e4fen und oft auch in Hoheitsgew\u00e4ssern liegt die Entscheidung bei den Hafenbeh\u00f6rden oder der jeweiligen Regierung an Land. In schauriger Erinnerung wird dazu vielen die mehrw\u00f6chige Corona-Quarant\u00e4ne der \u201eDiamond Princess\u201c mit 3700 Passagieren und Crew-Mitgliedern vor sechs Jahren vor Yokohama in Japan geblieben sein.<\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Die meisten Ansteckungsgefahren lauern an Bord in Form von Noroviren (meist eher harmlos, bekannt f\u00fcr Brechdurchfall) sowie Influenzaviren (Erk\u00e4ltung, Fieber) oder Covid\u201119. Hantaviren an Bord waren bisher eine Seltenheit. Der Kontakt mit einer Nagetier-Ausscheidung gilt als wahrscheinlicher \u00dcbertragungsweg. Das Virus wurde wohl von einem Landausflug eingeschleppt. Auch deshalb ist die WHO nun ernsthaft besorgt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Selbstverst\u00e4ndlich existieren l\u00e4ngst zahlreiche Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen gegen solche Krankheitsausbr\u00fcche auf Seereisen. Vor der Einschiffung sind die Gesundheitsfrageb\u00f6gen und Screenings der G\u00e4ste l\u00e4ngst etabliert. Teilweise gibt es weiterhin Temperatur- und Symptomchecks mit Messger\u00e4ten oder Vor-Ort-Kontrollen durch Mediziner. Erkrankte Passagiere d\u00fcrfen Reedereien von der geplanten Reise ausschlie\u00dfen und m\u00fcssen daf\u00fcr auch keine Kosten erstatten. Das Gesundheitsrisiko vor dem Einschiffen tr\u00e4gt somit immer der Gast alleine.\u00a0<\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Und im laufenden Betrieb schalten Schiffe dann idealerweise auf \u201ehochfrequente Desinfektion\u201c vor allem f\u00fcr Gel\u00e4nder, Aufz\u00fcge, Restaurants um. Eine standardisierte Lebensmittelhygiene (HACCP) mit sieben Grunds\u00e4tzen ist Pflicht. Ebenso wie L\u00fcftungssysteme mit Filtration sowie geschultes Personal f\u00fcr die Infektionskontrolle.<\/p>\n<p><img class=\"ThumborPicture_image__404Vg\" alt=\"Cape Verde Hantavirus Ship\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/dyN8Ix5Oy3_0yQfpHj03rg_pR5CH65HI_EVUVySHNrY.jpg\" width=\"480\" height=\"270\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\"\/><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1778106193_524_dyN8Ix5Oy3_0yQfpHj03rg_pR5CH65HI_EVUVySHNrY.jpg\" alt=\"Cape Verde Hantavirus Ship\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Ergebnis: Selbst perfekt ausgef\u00fchrte und kontrollierte Schiffshygiene kann eine Ansteckung unter Passagieren nie vollst\u00e4ndig verhindern, wenn die Infektionen vom Land her eingeschleppt werden. Expeditionskreuzfahrten legen dazu systemische Schwachstellen offen: Bei den Anlandungen wird offensiv nach Kontakt zur Natur und Wildtieren gesucht. Die \u00d6kosysteme sind exponiert und es gibt etwa in polaren Regionen nur begrenzte Kontrolle und \u00dcbersicht \u00fcber die jeweiligen Hygienestandards.<\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Die engen r\u00e4umlichen Verh\u00e4ltnisse an Bord tun dann ihr \u00dcbriges: In \u00f6ffentlichen R\u00e4umen gibt es eine gemeinsame L\u00fcftung, viele soziale Kontakte. Seltene Krankheiten werden mit den begrenzten Mitteln an Bord zu sp\u00e4t erkannt und unspezifische Symptome wie Fieber oder Atemprobleme lassen sich in Urlaubsstimmung zun\u00e4chst gut ignorieren. Die amerikanische Seuchenbeh\u00f6rde CDC spricht deshalb bei Kreuzfahrtschiffen schon seit Jahren von \u201eepidemiologisch sensiblen R\u00e4umen\u201c.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen Passagiere tun?<\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Was k\u00f6nnen die Passagiere tun, um sich zu sch\u00fctzen? Eine Menge und doch so wenig. Zun\u00e4chst: den eigenen K\u00f6rper ernst nehmen und bei einer noch so kleinen Erkrankung nicht an Bord gehen. Selbsthygiene: h\u00e4ufig H\u00e4ndewaschen, Desinfizieren, T\u00fcrklinken an Bord vermeiden. Bedienrestaurants w\u00e4hlen anstelle von offenen Buffets. Menschenansammlungen an Pools, im Theater, beim Essen meiden, Veranstaltungen nur selektiv besuchen. Nach Landausfl\u00fcgen: Schuhe desinfizieren.\u00a0<\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Vorsichtige geben ihre gesamte Kleidung nach jedem Landausflug in die Reinigung. Und dann noch: Balkonkabine mit Frischluft w\u00e4hlen anstelle einer Innen- oder Au\u00dfenkabine. Bei Reederei nach Art der Luftreinigung (Hepa-Filter, UV-Licht) fragen. Reisen mit sehr vielen Familien meiden (sie gelten unter Epidemiologen als \u201eVirenbeschleuniger\u201c). Ebenso Reisen mit einem Zielpublikum von \u00fcber 60 Jahren, da diese Gruppe statistisch gesehen h\u00e4ufiger Vorerkrankungen mitbringt und unter einer Schw\u00e4chung ihres Immunsystems leidet. Kleinere Schiffe bedeuten strukturell auch weniger Menschen und somit weniger Kontakte \u2013 doch das alleine reicht nicht, wie der aktuelle Fall ja zeigt.<\/p>\n<p class=\"sc-17d8dcc2-0 kkRKtT\">Oceanwide Expeditions gibt seinen G\u00e4sten vor der Reise diese S\u00e4tze zum Nachdenken mit auf den Weg: \u201eBedenken Sie vor Reiseantritt das Risiko, dass Sie sich infizieren k\u00f6nnten oder von Einschr\u00e4nkungen, Einreiseverboten, Quarant\u00e4nevorschriften oder anderen Sicherheitsma\u00dfnahmen betroffen sein k\u00f6nnten. Informieren Sie sich au\u00dferdem \u00fcber die Kapazit\u00e4ten des Gesundheitswesens an Ihrem Reiseziel und dar\u00fcber, wie Sie im Krankheitsfall nach Hause zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen.\u201c Im Falle der krisengesch\u00fcttelten Feuerlandreise der \u201eMV Hondius\u201c klingt das r\u00fcckblickend heute allerdings doch eher wie ein schlechter Witz.<\/p>\n<p><a class=\"Article_homeBtn__kEoMA Button_secondary__PNkAv Button_base__GoPte Tokens_buttonLabel__UEWx8\" href=\"https:\/\/www.focusplus.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ja, Reisen bleibt sch\u00f6n! 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