{"id":14569,"date":"2026-05-07T05:48:13","date_gmt":"2026-05-07T05:48:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14569\/"},"modified":"2026-05-07T05:48:13","modified_gmt":"2026-05-07T05:48:13","slug":"marokko-nach-ueberschwemmung-das-wasser-geht-die-schaeden-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14569\/","title":{"rendered":"Marokko nach \u00dcberschwemmung: Das Wasser geht, die Sch\u00e4den bleiben"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/schlamm-hinterhof-100.jpg\" alt=\"Blick in einen mit Schlamm bedeckten Hinterhof im Dorf Sfari (Marokko).\" title=\"Blick in einen mit Schlamm bedeckten Hinterhof im Dorf Sfari (Marokko). | Stefan Ehlert\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 18.02.2026 \u2022 17:48 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Langsam flie\u00dft das Wasser aus den \u00dcberschwemmungsgebieten im Nordwesten Marokkos ab. Erste Bewohner k\u00f6nnen zur\u00fcck in ihre H\u00e4user. Dort erwarten sie Schlamm und Sch\u00e4den.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/stefan-ehlert-104.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Stefan Ehlert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/stefan-ehlert-100.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Zeltcamp in der N\u00e4he von Kenitra, rund 60 Kilometer n\u00f6rdlich der Hauptstadt Rabat, ist in Aufl\u00f6sung begriffen. Milit\u00e4r-Lkw stehen in einer Schlange zur Abfahrt aufgereiht, die Ladefl\u00e4chen voller Menschen. Doch l\u00e4ngst nicht alle Bewohner dieser Auffangstation mit Hunderten von Zelten k\u00f6nnen schon nach Hause.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Putenz\u00fcchter Sghrir Moukhtar sagt, er wisse auch gar nicht, wo er dort mit Frau und drei Kindern wohnen soll: &#8222;Mein Haus aus Lehm und Holz wurde zerst\u00f6rt, ich br\u00e4uchte dort ein Zelt.&#8220; Nur noch zwei seiner 30 Puten seien ihm geblieben, sagt Moukhtar. Die anderen seien ertrunken. Nun schl\u00e4gt er sich als Stra\u00dfenh\u00e4ndler durch, verkauft einzelne Zigaretten oder Kopfh\u00f6rer f\u00fcr Handys.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Er hofft, dass er sich durch die vom Staat in Aussicht gestellte Entsch\u00e4digung etwas Neues aufbauen kann. An den bevorstehenden Fastenmonat Ramadan mag er gar nicht denken. Wie und wo soll seine Familie am Abend feierlich das Fasten brechen?<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Blick auf eine Zeltstadt bei Kenitra.\n                    <\/p>\n<p>    Kein Futter f\u00fcr Nutztiere<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch bei der B\u00e4uerin Mbarka Boukhris wird der Ramadan anders schmecken als sonst. Denn noch bleibe der Strom abgeschaltet. Ohne Strom k\u00f6nne sie aber das Fleisch und die Milch nicht k\u00fchlen. Vor zwei Tagen durfte die Witwe mit ihren vier Kindern nach zwei Wochen im Zelt in ihr Dorf Sfari zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wie alle anderen ist auch sie mit Putzen und Waschen besch\u00e4ftigt. Kniehoch habe das Wasser in ihrer K\u00fcche gestanden, deutet sie an. Tiere besitze sie selbst nicht, aber die Schafe ihres Cousins seien vom Wasser mitgerissen worden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ihre Nachbarin Latifah teilt sich mit Mann und vier Kindern ein Zimmer. Ihre gesamte Ernte auf den Feldern sei vernichtet &#8211; vor allem die Luzerne, das Futter f\u00fcr ihre zw\u00f6lf Schafe: &#8222;Wir br\u00e4uchten Hilfe, um unsere Tiere f\u00fcttern zu k\u00f6nnen&#8220;, sagt sie.<\/p>\n<p>    Staat k\u00fcndigt Entsch\u00e4digungen f\u00fcr Bauern an<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hunderttausende Menschen im Nordwesten Marokkos haben sich vor den Wassermassen Ende Januar und Anfang Februar in Sicherheit bringen m\u00fcssen. Allein in der Provinz Kenitra waren es mehr als 45.000 Menschen &#8211; eine riesige logistische Herausforderung f\u00fcr die Beh\u00f6rden, doch zum Gl\u00fcck sei niemand ums Leben gekommen, sagt der Wirtschaftsrat der Provinz Kenitra, Adil El-Khoutabi. Das Extremwetter habe erneut deutlich gemacht, dass sich Marokko auf die Folgen des Klimawandels noch besser vorbereiten m\u00fcsse.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr die Sch\u00e4den der Bauern werde es nach Pr\u00fcfung jedes Einzelfalls eine Entsch\u00e4digung durch den Staat geben. Die meisten Bauern sind zudem gegen Ernteausf\u00e4lle versichert. Au\u00dferdem planen der Agrarminister und die lokalen Beh\u00f6rden eine landwirtschaftliche Kampagne, um &#8211; je nach Wasserstand &#8211; neue Pflanzen auszubringen.<\/p>\n<p>    Nach D\u00fcrre vorerst kein Mangel an Wasser<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch noch \u00e4hnelt die Landschaft n\u00f6rdlich von Kenitra in weiten Teilen einem Ozean. Eine schmale Stra\u00dfe f\u00fchrt wie eine Br\u00fccke durch Fluten und Nebel zu dem besonders gef\u00e4hrdeten Dorf Oulad Chkour am Ufer des Flusses Sebou. Das Wasser kam von allen Seiten und bedrohte die 5.000 Bewohnerinnen und Bewohner. Sie alle mussten das Dorf verlassen. Erst jetzt, nach zwei Wochen, durften sie wieder heimkehren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein ambulanter Kr\u00e4mer mit seinem Moped ist schon vor Ort, mit einem gro\u00dfen Eimer Seife auf der Ladefl\u00e4che. Er verkaufe vor allem Putzmittel, sagt er. Doch besonders nervt die Bewohner, dass noch immer das Wasser aus den Leitungen abgestellt ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der 40-j\u00e4hrige Tarek Hajjaj hat einen Brunnen, sein Wasser teilt er mit den Nachbarn. Der Mangel an Wasser, die D\u00fcrre &#8211; das sei viele Jahre lang das gr\u00f6\u00dfte Problem der Landwirte gewesen: &#8222;Das ist jetzt anders. Ich glaube, in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren werden wir kein Problem mit der Bew\u00e4sserung unserer Felder haben&#8220;, sagt Hajjaj.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Marokkos Staud\u00e4mme sind nach den j\u00fcngsten Unwettern im Schnitt zu zwei Dritteln gef\u00fcllt &#8211; nach den heftigen Regenf\u00e4llen des zur\u00fcckliegenden Winters m\u00fcssen sich die Bauern zumindest f\u00fcr einige Zeit keine Sorgen ums Wasser machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 18.02.2026 \u2022 17:48 Uhr Langsam flie\u00dft das Wasser aus den \u00dcberschwemmungsgebieten im Nordwesten Marokkos ab. 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