{"id":14628,"date":"2026-05-07T08:03:53","date_gmt":"2026-05-07T08:03:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14628\/"},"modified":"2026-05-07T08:03:53","modified_gmt":"2026-05-07T08:03:53","slug":"franzoesische-truppen-in-mali-bomben-auf-hochzeitsgesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14628\/","title":{"rendered":"Franz\u00f6sische Truppen in Mali: Bomben auf Hochzeitsgesellschaft?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/frankreich-mali-mirage-101.jpg\" alt=\"Franz\u00f6sische Mirage-Jets auf einer Piste in Mali\" title=\"Franz\u00f6sische Mirage-Jets auf einer Piste in Mali | picture alliance \/ dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 29.01.2021 \u2022 03:06 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Eine umstrittene Milit\u00e4raktion in Mali bringt Frankreichs Ruf als unverzichtbare St\u00fctze gegen Islamisten in Gefahr. Hat Frankreichs Armee dabei humanit\u00e4res V\u00f6lkerrecht verletzt? Oder doch alles richtig gemacht?\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/norbert-hahn-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Norbert Hahn, WDR\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/norbert-hahn-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es ist der 3. Januar. Nahe dem D\u00f6rfchen Bounti in Zentral-Mali taucht eine franz\u00f6sische Reaper-Drohne auf, die bewaffnete Motorradfahrer verfolgt. So ausger\u00fcstet bewegen sich Islamisten oft durch das Land. Als die Verd\u00e4chtigen Bounti erreichen, haben sich dort Gruppen von Menschen gebildet, eine besteht nur aus M\u00e4nnern. Nach mehr als einer Stunde der Beobachtung, so das franz\u00f6sische Verteidigungsministerium, wird ein Angriffsbefehl erteilt. Zwei Mirage-Kampfjets steigen auf, werfen nacheinander drei Bomben. Am Ende sind 19 Menschen tot, viele verletzt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die franz\u00f6sische Armee spricht zun\u00e4chst von &#8222;Dutzenden Dschihadisten&#8220;, die get\u00f6tet worden seien &#8211; die Dorfbewohner von Hochzeitsg\u00e4sten. &#8222;Wir haben Hochzeit gefeiert. Sie haben uns bombardiert und dann gesagt, sie h\u00e4tten Dschihadisten get\u00f6tet. Das stimmt nicht. Es gab keine Dschihadisten unter den Get\u00f6teten&#8220;, sagt Ismael (Name aus Sicherheitsgr\u00fcnden ge\u00e4ndert).<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die beiden Motorradfahrer habe man nicht gekannt, hei\u00dft es, sie seien nicht Teil der Feier gewesen. Gegen\u00fcber der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) erkl\u00e4ren Zeugen, M\u00e4nner und Frauen h\u00e4tten getrennt gefeiert. So seien nun mal die Regeln der Islamisten, denen man sich nicht widersetzen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>    Die Zweifel in der Bev\u00f6lkerung wachsen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Je mehr Widerspr\u00fcche es gibt, desto hartn\u00e4ckiger verteidigt sich die franz\u00f6sische Regierung &#8211; es habe &#8222;keine Kollateralsch\u00e4den&#8220; gegeben. Wenn die Regierung denn so gute Beweise f\u00fcr ihre These habe, warum lege sie die nicht auf den Tisch, fragt HRW-Konfliktforscher Jonathan Pedneault: &#8222;Stattdessen sprechen sie von einem Krieg der Informationen. Damit diskreditieren sie die Zeugenaussagen der Zivilisten in Mali.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Tats\u00e4chlich sp\u00fcrt man im franz\u00f6sischen Handeln in diesem Teil der Welt mehr und mehr Verunsicherung. Noch 2013 wurden die Franzosen als Retter vor der islamistischen Bedrohung begr\u00fc\u00dft, heute sagt der malische Politikanalyst Mohamed Ag Assory:&#8220;Die Zivilbev\u00f6lkerung zahlt einen hohen Preis. Ein gro\u00dfer Teil der Menschen in Mali fragt inzwischen: Was bringt uns die Pr\u00e4senz der franz\u00f6sischen Armee in Mali und dem Sahel? Was bringen uns die internationalen Truppen?&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Frankreichs Armee soll Mali stabilisieren &#8211; doch inzwischen w\u00e4chst die Kritik an der Milit\u00e4rpr\u00e4senz.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Opferzahlen steigen &#8211; gerade in der Gegend von Mopti, in der Frankreich vor kurzem noch bombardierte. Wie kann eine hochger\u00fcstete Nation mit mehr als 5000 Soldaten in der Sahel-Region einen solchen Krieg verlieren, fragen B\u00fcrger in Mali? Gehe es nicht doch um Kolonialismus, um Rohstoffe, politische Macht? Fragen, die &#8211; zu Recht oder Unrecht &#8211; auch immer mehr in den Nachbarl\u00e4ndern gestellt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Sie stabilisieren unser Land nicht, sondern sie t\u00f6ten unsere Eltern&#8220;, sagt Ismael. Er ist wie viele aus Bounti geflohen, sorgt sich um die Sicherheit seiner Familie. ARD trifft ihn bei einer verbotenen Demo gegen Frankreich in der Hauptstadt Bamako an, die schnell mit Tr\u00e4nengas beendet wird &#8211; angeblich als Covid-Vorsorgema\u00dfnahme.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        In Malis Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst der Unmut &#8211; zuletzt kam es vor einer Woche zu Protesten gegen den franz\u00f6sischen Milit\u00e4reinsatz in der Hauptstadt Bamako.\n                    <\/p>\n<p>    Frankreich sieht sich in Propaganda-Schlacht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr die Regierung in Paris w\u00e4re auch Ismael ein Opfer des &#8222;Info-Kriegs&#8220; &#8211; sie selbst wiederum ein Opfer der Desinformation durch die Konkurrenz. Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron meint damit vor allem Russland, aber auch die T\u00fcrkei oder China, die bei milit\u00e4rischer oder wirtschaftlicher Hilfe f\u00fcr Afrika inzwischen oft schneller handeln als die Franzosen. Und dabei Falschinformationen \u00fcber die guten politischen Absichten der alten Kolonialmacht verbreiten w\u00fcrden, so wird es in Paris empfunden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Tatsache ist: Es wird eng f\u00fcr die alten Spieler auf dem Kontinent. Die neuen Spieler sind nicht ehrlichere Makler, aber sie geben vielen L\u00e4ndern in Afrika Wahlm\u00f6glichkeiten. Macron sieht das sehr wohl. Er verlangt ein Bekenntnis der Sahel-L\u00e4nder zu Frankreich &#8211; inzwischen vergeht kaum noch ein Monat, ohne dass franz\u00f6sische Soldaten im W\u00fcstensand sterben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Am gestrigen Donnerstag traf Macron Malis \u00dcbergangspr\u00e4sident Bah Ndaw. Macron hat anscheinend einen teilweisen Truppenabzug in Aussicht gestellt &#8211; den aber f\u00fcrchtet Malis Regierung. Ob sie ihn verhindern kann, wird auch vom Druck der Stra\u00dfe in Mali abh\u00e4ngen. Frankreichs Ansehen k\u00f6nnte weiter sinken, sollten die Vereinten Nationen in zwei Wochen ihren Untersuchungsbericht zur Bombardierung von Bounti ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 29.01.2021 \u2022 03:06 Uhr Eine umstrittene Milit\u00e4raktion in Mali bringt Frankreichs Ruf als unverzichtbare St\u00fctze gegen Islamisten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3246,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[237],"tags":[331,309],"class_list":{"0":"post-14628","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-mali","8":"tag-frankreich","9":"tag-mali"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116532259427731017","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14628","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14628"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14628\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3246"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14628"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14628"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14628"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}