{"id":14665,"date":"2026-05-07T09:20:47","date_gmt":"2026-05-07T09:20:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14665\/"},"modified":"2026-05-07T09:20:47","modified_gmt":"2026-05-07T09:20:47","slug":"bremer-afrika-archiv-nach-namibia-historiker-aselmeyer-uebt-kritik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14665\/","title":{"rendered":"Bremer Afrika Archiv nach Namibia: Historiker Aselmeyer \u00fcbt Kritik"},"content":{"rendered":"<p>                        Der gr\u00f6\u00dfte Teil des ehemaligen Bremer Afrika Archivs gelangt in 30 Kisten nach Windhoek und wird dem Staatlichen Archiv von Namibia \u00fcbergeben.<br \/>\n                        Das Archiv umfasste Materialien zur neueren Geschichte Namibias, insbesondere zur Swapo und deren Resonanz in Bremen; kleinere Best\u00e4nde gingen an Einrichtungen in Bremen und Basel.<br \/>\n                        Der Historiker Norman Aselmeyer kritisiert die Darstellung als Restitution und betont, dass der Transfer eher eine pragmatische L\u00f6sung zur Rettung der Sammlung sei.<\/p>\n<p>            Mehr anzeigen<br \/>\n            Weniger anzeigen<\/p>\n<p>In diesen Tagen kann sich das Staatliche Archiv von Namibia auf eine gr\u00f6\u00dfere Sendung aus Bremen freuen. Insgesamt 30 Kisten voller Archivalien werden in der namibischen Hauptstadt Windhoek erwartet, wie das Kulturressort mitteilt. Darunter laut Packliste 87 Videokassetten, 270 historische B\u00fccher und acht Kisten mit Foto- und Diasammlungen. Was dem umfangreichen Material gemeinsam ist: Es hat samt und sonders mit der neueren Geschichte Namibias zu tun, dem Kampf der Befreiungsbewegung Swapo gegen die Herrschaft S\u00fcdafrikas und der Resonanz in Bremen.<\/p>\n<p>Bei den verschifften Archivbest\u00e4nden handelt es sich um den gr\u00f6\u00dften Teil des fr\u00fcheren Bremer <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/afrika-q15\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Afrika<\/a> Archivs. Damit ist es endg\u00fcltig aufgel\u00f6st \u2013 die Sammlungen seien Geschichte, vermeldet das Kulturressort. Kleinere Teilbest\u00e4nde gingen an die Basler Afrika Bibliographien, das Staatsarchiv Bremen, das Universit\u00e4tsarchiv und die Studiengangsbibliothek Geschichte. Der Schlussakt hat auch B\u00fcrgermeister und Kultursenator <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/andreas-bovenschulte-q496300\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Andreas Bovenschulte<\/a> (SPD) auf den Plan gerufen. In einem Brief an die namibische Bildungsministerin Sanet Steenkamp erinnert er an die historische Verantwortung Bremens bei der Kolonialisierung Namibias wie auch die engen Bremer Bindungen zur Freiheitsbewegung seit den 1970er-Jahren.<\/p>\n<p>Dass wichtige Dokumente jetzt nach Windhoek gingen, um dort aufgearbeitet, bewahrt und zug\u00e4nglich gemacht zu werden, sei eine positive Entwicklung, so Bovenschulte. &#8222;Dieser Akt ist ein weiterer logischer Schritt der R\u00fcckf\u00fchrung wichtigen Kulturguts nach Namibia&#8220;, hei\u00dft es in der Mitteilung des Kulturressorts zum Abtransport der Archivalien. Doch diese Aussage st\u00f6\u00dft auf Widerspruch. Einige Sachen seien tats\u00e4chlich aus Namibia, sagt der Historiker Norman Aselmeyer \u2013 Fotografien und Brosch\u00fcren, die in Bremen im Namibia-Projekt zusammengetragen wurden. &#8222;Eine Restitution ist es aber gewiss nicht, eher eine bequeme M\u00f6glichkeit f\u00fcr die Stadt und den Senat, diese Sammlung endlich loszuwerden.&#8220;<\/p>\n<p>Sammlung sollte ins Altpapier<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/politik\/bremer-afrika-archiv-das-ende-ist-nah-doc7t9ljpcyensz3jq435w\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wie berichtet, drohte dem Archiv noch im Sp\u00e4tsommer 2024 der Altpapiercontainer als Endstation<\/a>. Bis dahin lagerten die Sammlungen an der Universit\u00e4t Bremen, in R\u00e4umlichkeiten des Fachbereichs Rechtswissenschaft. &#8222;Als die Jura-Fakult\u00e4t in die Stadt zog, stand die Vernichtung des Materials kurz bevor&#8220;, erinnert sich Aselmeyer. Unter seiner Leitung und mit Mitteln des Landes Bremen wurde das Material im zweiten Halbjahr 2023 gesichtet. Damit war aber nicht der Grundstein f\u00fcr den Fortbestand des Archivs gelegt. Vergebens setzte sich Aselmeyer daf\u00fcr ein, das Afrika Archiv als geschlossenen Bestand zu erhalten. Im Optimalfall als Grundstock eines Dokumentationszentrums Kolonialismus, das der rot-gr\u00fcn-rote Senat im Koalitionsvertrag von 2019 in Aussicht gestellt hatte.\n<\/p>\n<p>Doch davon war nach der Neuauflage der Koalition keine Rede mehr. &#8222;Der Senat und die Universit\u00e4t hatten kein Interesse an der Sammlung, bis zuletzt nicht&#8220;, sagt Aselmeyer. Erst als sich Altb\u00fcrgermeister Carsten Sieling und B\u00fcrgerschaftspr\u00e4sidentin <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/antje-grotheer-q584698\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Antje Grotheer<\/a> einschalteten, habe sich das Blatt gewendet. Inzwischen war Aselmeyer nach Oxford gewechselt. An seiner Statt k\u00fcmmerte sich Birgitt Rambalski, die fr\u00fchere Protokollchefin der Senatskanzlei, um das Afrika Archiv. Mit ihr zusammen sei die Aufteilung beschlossen worden. Fazit: &#8222;Die L\u00f6sung, die jetzt gefunden wurde, war die einzige Chance, um das Material zu bewahren.&#8220;<\/p>\n<p>Aus Sicht von Aselmeyer erweckt der Senat den Eindruck, sich um Sicherung und Verteilung des Archivbestands gek\u00fcmmert zu haben. \u201eAn der Organisation und Finanzierung des Transfers war der Senat aber gar nicht beteiligt.\u201c Die Sammlung geh\u00f6re dem Afrika Archiv, es sei eine private Schenkung. Mit seiner fr\u00fcheren Mitstreiterin Caro Sch\u00e4fer arbeitet Aselmeyer jetzt an einem Buch zur Geschichte des Afrika Archivs. Die Publikation ist f\u00fcr 2026 vorgesehen. In dem Werk solle es nat\u00fcrlich auch um das Ende der Sammlung gehen, sagt Aselmeyer.<\/p>\n<p>                Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.<br \/>\n                <a class=\"more-btn\" href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/generative-ki\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    \u2192 Mehr Infos<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc82rc1i2p0x5eym13esv\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der gr\u00f6\u00dfte Teil des ehemaligen Bremer Afrika Archivs gelangt in 30 Kisten nach Windhoek und wird dem Staatlichen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14666,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[414],"class_list":{"0":"post-14665","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-namibia","8":"tag-namibia"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116532561984875981","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14665","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14665"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14665\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14666"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14665"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14665"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14665"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}