{"id":14702,"date":"2026-05-07T11:29:35","date_gmt":"2026-05-07T11:29:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14702\/"},"modified":"2026-05-07T11:29:35","modified_gmt":"2026-05-07T11:29:35","slug":"wilderer-toeten-beliebten-silberruecken-in-uganda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14702\/","title":{"rendered":"Wilderer t\u00f6ten beliebten Silberr\u00fccken in Uganda"},"content":{"rendered":"<p>Ein ber\u00fchmter Berggorilla ist Wilderern zum Opfer gefallen \u2013 es ist ein herber R\u00fcckschlag f\u00fcr die jahrzehntelangen Bem\u00fchungen von Artensch\u00fctzern, die um das \u00dcberleben der stark gef\u00e4hrdeten Tiere k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Die Beh\u00f6rden in Uganda verhafteten vier mutma\u00dfliche Wilderer, wie die ugandische Wildtierbeh\u00f6rde am 12. Juni mitteilte. Auf ihr Konto geht der Tod von Rafiki. Der 25-j\u00e4hrige Silberr\u00fccken f\u00fchrte seit 2008 eine Gruppe von 17 Gorillas im westugandischen <a href=\"https:\/\/www.bwindiforestnationalpark.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Bwindi-Impenetrable-Forest-Nationalpark<\/a> im Westen Ugandas an.<\/p>\n<p>Der Menschenaffe war ein Touristenliebling. Er starb, nachdem ihm ein Wilderer einen Speer in den Bauch gesto\u00dfen hatte, der bis zu den inneren Organen vordrang, wie aus einem Obduktionsbericht hervorgeht. Zuletzt war 2011 ein Berggorilla von einem Menschen get\u00f6tet worden.<\/p>\n<p>Rafikis Familie sucht regelm\u00e4\u00dfig auch jenseits der Parkgrenzen nach Futter. Deshalb sei sie \u201eeine symboltr\u00e4chtige Gruppe in Bezug auf das Zusammenleben\u201c mit Menschen, sagt Anna Behm Masozera. Sie ist die Direktorin des International Gorilla Conservation Programme, einer regionalen Koalition von Umweltgruppen. \u201eDer Tod von Rafiki und die Umst\u00e4nde, unter denen er starb, sind enorm bedeutsam. Er war das einzige geschlechtsreife M\u00e4nnchen in dieser ber\u00fchmten Gruppe.\u201c<\/p>\n<p>Rafiki galt seit 1. Juni als vermisst. Ein Suchtrupp fand seinen verst\u00fcmmelten Kadaver am folgenden Tag. Ranger verfolgten einen Verd\u00e4chtigen bis in ein nahegelegenes Dorf, wo er angeblich mit Buschfleisch, Schlingfallen, einem Speer und Glocken f\u00fcr die Halsb\u00e4nder von Jagdhunden gefunden wurde. Er gestand, dass er und drei andere M\u00e4nner im Park Antilopen gejagt hatten. Dabei soll Rafiki ihn angegriffen haben, weshalb er ihn aus Notwehr get\u00f6tet habe.<\/p>\n<p>Nach den strengen ugandischen Gesetzen droht den vier M\u00e4nnern lebenslange Haft oder eine Geldstrafe von 5,4 Millionen Dollar, falls sie f\u00fcr schuldig befunden werden, eine vom Aussterben bedrohte Tierart get\u00f6tet zu haben.<\/p>\n<p>Galerie: \u201eKoko konnte uns zeigen, zu was alle Menschenaffen f\u00e4hig sind.\u201c<\/p>\n<p>Zwar wurde Rafiki nicht seines Fleisches wegen get\u00f6tet, aber <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2020\/may\/05\/conservation-in-crisis-covid-19-could-push-mountain-gorillas-back-to-the-brink-aoe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">der Vorfall ereignete sich nach der Warnung von Natursch\u00e4tzen und Regierungsbeamten<\/a>, dass die Coronavirus-Pandemie und die damit einhergehenden Abriegelungen die Menschen dazu zwingen k\u00f6nnten, aus Verzweiflung zu wildern. Durch die landesweite Ausgangssperre sind Nationalparks geschlossen. Auch \u00d6kotourismus-Expeditionen, bei denen die Gorillas in ihrem nat\u00fcrlichen Lebensraum beobachtet werden k\u00f6nnen \u2013 die Haupteinnahmequelle f\u00fcr den Gorillaschutz \u2013, wurden ausgesetzt.<\/p>\n<p>\u201eIm gesamten Verbreitungsgebiet der Berggorillas berichten Parkmanager von \u00fcberdurchschnittlich hoher menschlicher Aktivit\u00e4t \u2013 ein Gro\u00dfteil davon illegal\u201c, sagt Behm Masozera.<\/p>\n<p>Das wiederum bringt zus\u00e4tzliche Gefahren mit sich. Illegale Jagd kann Menschen in Kontakt mit Berggorillas bringen, wie es bei Rafiki der Fall war. Das <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/d41586-020-00859-y?utm_medium=affiliate&amp;utm_source=commission_junction&amp;utm_campaign=3_nsn6445_deeplink_PID8099906&amp;utm_content=deeplink\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">erh\u00f6ht das Risiko der \u00dcbertragung des Coronavirus<\/a>, denn aufgrund unserer genetischen \u00c4hnlichkeit k\u00f6nnen sich Primaten Atemwegserkrankungen vom Menschen einfangen.<\/p>\n<p>Hoffnung trotz R\u00fcckschlag<\/p>\n<p>Durch Jahrzehnte des verheerenden B\u00fcrgerkriegs und der ungez\u00fcgelten Wilderei war die Population der Berggorillas in den 1980er Jahren auf rund 350 Tiere zusammengeschrumpft. Durch Artenschutzma\u00dfnahmen erlebten sie danach einen erstaunlichen Aufschwung. Heute gibt es wieder mehr als 1.000 Tiere, die sich auf zwei Hauptpopulationen in Bwindi und ein Netz aus Parks in der Virunga-Bergkette verteilen. Im Jahr 2018 stufte die Weltnaturschutzunion <a href=\"https:\/\/www.iucnredlist.org\/species\/39999\/17989719\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">den Status<\/a> der Berggorillas von \u201evom Aussterben bedroht\u201c auf \u201estark gef\u00e4hrdet\u201c zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Teil der erfolgreichen Strategie zur Bewahrung der Art ist die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden und die Unterst\u00fctzung ihrer \u00d6kotourismus-Projekte, sagt Behm Masozera. Touristen zahlen \u00fcber 600 Dollar pro Person f\u00fcr eine offizielle Erlaubnis, um die Gorillas f\u00fcr eine Stunde zu besuchen. Aber der Mangel an westlichen Touristen in den letzten Monaten hat die Lebensgrundlage der lokalen Tr\u00e4ger, Ladenbesitzer, Hotelangestellten und anderer Arbeiter aus den Gemeinden am Rande des Nationalparks zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Einige der Betroffenen k\u00f6nnen sich mit Subsistenzlandwirtschaft \u00fcber Wasser halten. Aber die bevorstehende Trockenzeit wird ihre Ertragsmenge verringern und ihre wirtschaftliche Situation verschlechtern.<\/p>\n<p>Natursch\u00fctzer bef\u00fcrchten au\u00dferdem, dass Rafikis Tod seine Familie \u2013 die Nkuringo-Gruppe \u2013 spalten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u201eSilberr\u00fccken wie Rafiki spielen eine wirklich wichtige Rolle f\u00fcr die Stabilit\u00e4t und den Zusammenhalt der Gruppe, weshalb dieser Verlust einen gro\u00dfen Einfluss auf die Gruppe haben wird\u201c, sagt Cath Lawson, eine Primatologin und Regionalmanagerin f\u00fcr Ostafrika beim WWF-UK. \u201eSein Tod ist tragisch.\u201c<\/p>\n<p>Galerie: Best of: Tierfotos des Tages<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise wird ein anderer Silberr\u00fccken, der nicht so an Menschen gew\u00f6hnt ist, die Gruppe \u00fcbernehmen. Dieser w\u00fcrde die Familie jedoch von den Touristen wegf\u00fchren, was die Wirtschaft der Region noch weiter belasten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wenn Silberr\u00fccken gestorben sind, kam es in der Vergangenheit oft vor, dass sich die verbleibenden Mitglieder ihrer Familie auf andere Gruppen aufgeteilt haben. Dort laufen die Jungtiere allerdings <a href=\"https:\/\/gorillafund.org\/when-a-dominant-silverback-dies\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Gefahr<\/a>, von anderen Silberr\u00fccken get\u00f6tet zu werden.<\/p>\n<p>Trotz der Herausforderungen sind die Natursch\u00fctzer entschlossen, die Errungenschaften aus jahrzehntelanger Arbeit zum Schutz der Berggorillas nicht zu verlieren.<\/p>\n<p>\u201eDas ist ein R\u00fcckschlag\u201c, sagte Behm Masozera. \u201eAber eine friedliche Koexistenz ist ein Ziel, das nicht \u00fcber Nacht erreicht wird.\u201c<\/p>\n<p>Der Artikel wurde urspr\u00fcnglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein ber\u00fchmter Berggorilla ist Wilderern zum Opfer gefallen \u2013 es ist ein herber R\u00fcckschlag f\u00fcr die jahrzehntelangen Bem\u00fchungen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14703,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[207],"class_list":{"0":"post-14702","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-uganda","8":"tag-uganda"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116533065291242969","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14702","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14702"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14702\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14703"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14702"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14702"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14702"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}