{"id":14720,"date":"2026-05-07T12:33:08","date_gmt":"2026-05-07T12:33:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14720\/"},"modified":"2026-05-07T12:33:08","modified_gmt":"2026-05-07T12:33:08","slug":"proteste-gegen-migranten-sie-wollen-keine-fremden-in-suedafrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14720\/","title":{"rendered":"Proteste gegen Migranten: Sie wollen keine Fremden in S\u00fcdafrika"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Einige Demonstranten zogen in Johannesburg und Pretoria in traditioneller Zulu-Tracht mit Speeren auf die Stra\u00dfen. Andere schwenkten s\u00fcdafrikanische Fahnen und hielten Plakate mit der Aufschrift \u201eIt is time to go\u201c (\u201eEs ist Zeit, zu gehen\u201c) in die H\u00f6he. Die Demonstrationen Ende April wurden von einer neuen Anti-Immigration-Bewegung organisiert, die derzeit Sorgen vor einer weiteren Welle fremdenfeindlicher Gewalt in <a data-rtr-index=\"6\" title=\"S\u00fcdafrika\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/suedafrika\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">S\u00fcdafrika<\/a> sch\u00fcrt. Nun ist die Regierung in Erkl\u00e4rungsnot gegen\u00fcber anderen afrikanischen Regierungen geraten, die den diplomatischen Druck auf Pretoria erh\u00f6hen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Nigerias Pr\u00e4sident sei besorgt \u00fcber die Lage und fordere die s\u00fcdafrikanischen Sicherheitskr\u00e4fte dazu auf, die Lage effektiv zu kontrollieren, schrieb Nigerias Au\u00dfenministerin Bianca Odumegwu-Ojukwu in dieser Woche auf der Plattform X. Nigeria werde die eigenen Staatsb\u00fcrger unterst\u00fctzen und R\u00fcckkehrfl\u00fcge organisieren. 130 Antr\u00e4ge seien bereits eingegangen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Vorher hatten Nigeria und auch Ghana die s\u00fcdafrikanischen High Commissioner in ihren L\u00e4ndern einbestellt und mit dem s\u00fcdafrikanischen Au\u00dfenminister Ronald Lamola telefoniert. Das Thema sollte auch bei einem Arbeitsbesuch des mosambikanischen Pr\u00e4sidenten Daniel Chapo in S\u00fcdafrika am Dienstag zur Sprache kommen.<\/p>\n<p>Eine Kopie der \u201eOperation Dudula\u201c?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Fremdenfeindlichkeit gegen\u00fcber Einwanderern aus anderen afrikanischen Staaten ist kein neues Ph\u00e4nomen in S\u00fcdafrika. Sie eskalierte immer wieder. Nicht vergessen ist die brutale Ermordung eines Kleinunternehmers aus Mosambik, der 2015 in dem Johannesburger Armenviertel Alexandra zusammengeschlagen und mit Messern attackiert wurde. Sieben Jahre davor wurden in einer Welle fremdenfeindlicher Gewalttaten mehr als 60 Menschen get\u00f6tet. Die Berichte und Fotos ver\u00e4nderten damals das Bild S\u00fcdafrikas als friedlicher \u201eRegenbogennation\u201c. Vor allem ein weiterer Mord an einem Mosambikaner, der nach der Attacke angez\u00fcndet worden war, sorgte international f\u00fcr Entsetzen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Vor einigen Jahren dann trat eine Bewegung namens \u201eOperation Dudula\u201c in Erscheinung. \u201eDudula\u201c hei\u00dft aus der Zulu-Sprache \u00fcbersetzt \u201egewaltsam vertreiben\u201c. Abgesehen von Demonstrationen zogen die Anh\u00e4nger zu \u201eRazzien\u201c in Gesch\u00e4ften los, um ausl\u00e4ndische Besch\u00e4ftigte ohne g\u00fcltige Papiere aufzusp\u00fcren, oder sie versuchten, ausl\u00e4ndischen Familien den Zugang zu Schulen und Gesundheitseinrichtungen zu versperren. Im November vergangenen Jahres verbot ein Gericht in Johannesburg die Aktionen. Sie seien \u201egesetzeswidrig, fremdenfeindlich und nicht mit der Verfassung vereinbar\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Neuerdings tauchen Plakate und Posts einer neuen Bewegung mit dem Namen \u201eMarch and March\u201c auf, die vor allem in den sozialen Medien f\u00fcr viel Wirbel sorgen. Unklar ist, wie viele Anh\u00e4nger sie tats\u00e4chlich hat. Beobachter nennen sie eine Kopie der \u201eOperation Dudula\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Auch ihre Anh\u00e4nger machen illegale Einwanderer f\u00fcr die vielf\u00e4ltigen Probleme im Land verantwortlich und warnen vor dem Verlust der \u201eSouver\u00e4nit\u00e4t\u201c S\u00fcdafrikas und der \u201eIdentit\u00e4t\u201c seiner Einwohner. In einem Land mit einem extrem ungleich verteilten Einkommen und einer der h\u00f6chsten Arbeitslosen- und Kriminalit\u00e4tsraten der Welt finden solche Parolen viel Geh\u00f6r, vor allem in der jungen Bev\u00f6lkerung in den Armenvierteln.<\/p>\n<p>Auch der K\u00f6nig macht mit<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Einige neue populistische Parteien verbreiten \u00e4hnliche Botschaften. So waren Mitglieder der MK-Partei des fr\u00fcheren Pr\u00e4sidenten Jacob Zuma auf Dudula-Demonstrationen zu sehen. Anfang des Jahres heizte kein Geringerer als der Zulu-K\u00f6nig Misuzulu kaZwelithini in der Provinz Kwa-Zulu-Natal die fremdenfeindliche Stimmung zus\u00e4tzlich an, als er Einwanderer in einer Rede mit einem Schimpfwort bezeichnete und sagte, sie sollten \u201eihre Sachen packen\u201c und gehen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Der 51 Jahre alte polygame K\u00f6nig, der selbst mit einigen Frauen aus Eswatini verheiratet ist, folgte dem Beispiel seines verstorbenen Vaters Goodwill Zwelithini. Er wurde 2015 beschuldigt, die Gewalttaten gegen Ausl\u00e4nder im gleichen Jahr mit angestachelt zu haben. Der Chef der linkspopulistischen Partei Economic Freedom Fighters (EFF), Julius Malema, hielt k\u00fcrzlich dagegen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Durch Angriffe auf Simbabwer, Mosambikaner und andere afrikanische Staatsb\u00fcrger w\u00fcrden keine Jobs geschaffen, sagte er auf einer Kundgebung zum 1. Mai. Die Wut solle sich lieber gegen die Regierung und die wei\u00dfe Wirtschaftselite im eigenen Land richten.<\/p>\n<p>Zuwanderer aus Nachbarstaaten schon seit mehr als hundert Jahren<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Nach der letzten Volksz\u00e4hlung im Jahr 2022 lebten 2,4 Millionen Ausl\u00e4nder in S\u00fcdafrika, das sind etwa vier Prozent der Bev\u00f6lkerung. Die meisten Einwanderer stammten nach Angaben der Volksz\u00e4hlung aus Simbabwe, Mosambik, Lesotho und anderen Mitgliedstaaten der Entwicklungsgemeinschaft des s\u00fcdlichen Afrikas (SADC). Aus diesen L\u00e4ndern kommen schon seit der Zeit des Gold- und Diamantenrauschs vor mehr als hundert Jahren Wanderarbeiter nach S\u00fcdafrika, um in Bergwerken zu arbeiten. Heute verrichten sie vor allem niedrig bezahlte Jobs als G\u00e4rtner, Hausangestellte oder Taxifahrer. Viele S\u00fcdafrikaner sind jedoch \u00fcberzeugt, dass die tats\u00e4chliche Zahl der Einwanderer deutlich h\u00f6her ist und sich ein gro\u00dfer Teil ohne g\u00fcltige Papiere im Land befindet.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Der s\u00fcdafrikanische Au\u00dfenminister Lamola gestand nach den Gespr\u00e4chen mit seinen Amtskollegen Handlungsbedarf ein. Es sei f\u00fcr S\u00fcdafrika von gro\u00dfer Bedeutung, eine \u201edauerhafte L\u00f6sung f\u00fcr das Problem der irregul\u00e4ren Migration zu finden\u201c, sagte er Mitte der Woche. Aber auch die Herkunftsl\u00e4nder der Migranten tr\u00fcgen Verantwortung.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Auch der Pr\u00e4sident Cyril Ramaphosa hatte am \u201eFreiheitstag\u201c, dem Jahrestag der ersten demokratischen Wahlen 1994, versucht, die Aufregung nach den Demonstrationen zu beschwichtigen, und passend zum Jahrestag an die Unterst\u00fctzung afrikanischer Regierungen im Widerstandskampf gegen das Apartheidregime erinnert. \u201eWir d\u00fcrfen niemals zulassen, dass die berechtigten Sorgen \u00fcber illegale Migration Vorurteile und Hass gegen\u00fcber unseren afrikanischen Mitb\u00fcrgern sch\u00fcren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEin unzertrennliches Band\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Nigerias Au\u00dfenministerin schrieb, die \u00f6ffentlichen Stellungnahmen zeigten, dass S\u00fcdafrikas Regierung fremdenfeindliche Propaganda und Angriffe auf ausl\u00e4ndische Staatsangeh\u00f6rige klar ablehne. In den j\u00fcngsten Demonstrationen seien auch keine Nigerianer angegriffen worden. Sie nannte aber zwei nigerianische Staatsb\u00fcrger, die nach ihrer Aussage in separaten Vorf\u00e4llen in S\u00fcdafrika unter Mitwirkung staatlicher Sicherheitskr\u00e4fte get\u00f6tet worden seien. Nigeria werde die Ermittlungen und die weiteren Demonstrationen daher genau verfolgen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">In Ghana hatte ein in den sozialen Medien verbreitetes Video Emp\u00f6rung ausgel\u00f6st. Mehrere Personen sind darin zu sehen, die einen Ghanaer auf der Stra\u00dfe bedr\u00e4ngen, seinen Pass mit Visum zu zeigen. Als der Mann eine Kopie herausholt, werfen sie ihm vor, die Dokumente gekauft zu haben. Schlie\u00dflich zwingen sie ihn dazu, seine Landsleute in einer Videobotschaft aufzurufen, S\u00fcdafrika zu verlassen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Nach der Vorladung des s\u00fcdafrikanischen Diplomaten schlug auch der ghanaische Au\u00dfenminister Samuel Ablakwa einen vers\u00f6hnlichen Ton an. \u201eM\u00f6gen diese bedauerlichen Vorf\u00e4lle niemals unsere panafrikanische Verbundenheit und Solidarit\u00e4t tr\u00fcben\u201c, teilte er auf der Plattform X mit.  Die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Afrikaner sei durch ein \u201eunzerbrechliches Band\u201c verbunden. Sie w\u00fcrden sich nicht \u201edurch den Hass einiger weniger Randgruppen\u201c spalten lassen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Nach Angaben der Regierung in Accra wurde der Mann mittlerweile auf dem Video identifiziert. Er sei unversehrt, k\u00f6nne aber auf Staatskosten nach Ghana zur\u00fcckkehren. Untersuchungen h\u00e4tten ergeben, dass er sich legal in S\u00fcdafrika aufgehalten und nicht gegen ein Gesetz versto\u00dfen hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Einige Demonstranten zogen in Johannesburg und Pretoria in traditioneller Zulu-Tracht mit Speeren auf die Stra\u00dfen. 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