{"id":14872,"date":"2026-05-07T20:36:25","date_gmt":"2026-05-07T20:36:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14872\/"},"modified":"2026-05-07T20:36:25","modified_gmt":"2026-05-07T20:36:25","slug":"rettung-von-25-affen-bringt-licht-in-afrikas-tierschmuggel-netzwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14872\/","title":{"rendered":"Rettung von 25 Affen bringt Licht in Afrikas Tierschmuggel-Netzwerk"},"content":{"rendered":"<p>Es war eine von vielen routinem\u00e4\u00dfigen Grenzkontrollen: Im vergangenen September stoppten simbabwische Beamte einen Laster, der aus Sambia kam und nach S\u00fcdafrika wollte. Doch bei der Sichtung der \u201eWare\u201d wurde schnell klar, dass etwas nicht stimmte. Man fand 25 junge Affen in kleinen K\u00e4figen, alles Tiere, die nicht in Sambia heimisch waren.<\/p>\n<p>\u201eSie haben die Affen geschmuggelt\u201c, sagt Tinashe Farawo, Sprecher der Zimbabwe Parks and der Wildlife Management Authority (ZimParks), die gemeinsam mit der Hemmersbach Rhino Force ein Projekt gegen Wilderei f\u00fchren. \u201eUnd sie haben auch versucht, Beamte an der Grenze zu bestechen.\u201c<\/p>\n<p>Laut der Tierschutzorganisation Pan African Sanctuary Alliance (PASA), einem Zusammenschluss von 23 Wildtierzentren und Naturschutzgebieten auf dem gesamten Kontinent, ist dies bis heute eine der gr\u00f6\u00dften bekannten Beschlagnahmungen von illegal gehandelten Primaten in Afrika. Und mehr noch: Der Fall bringt neue Erkenntnisse \u00fcber den Verlauf einer \u00dcberlandschmuggelroute f\u00fcr lebende Primaten von der Demokratischen Republik Kongo \u00fcber Sambia und Simbabwe nach S\u00fcdafrika, so Jean Fleming, Kommunikationsmanager von PASA.<\/p>\n<p>Man nimmt an, dass auf dieser Route jedes Jahr tausende Tiere illegal gehandelt werden, darunter Hunderte von Primaten, sagt Adams Cassinga, angehender <a href=\"http:\/\/admin.nationalgeographic.org\/find-explorers\/adams-cassinga\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">National Geographic Explore<\/a>r und Gr\u00fcnder der Ermittlungsorganisation f\u00fcr Wildtierkriminalit\u00e4t Conserv Congo. Er beschreibt die Demokratische Republik Kongo als \u201eGround Zero\u201c f\u00fcr den Handel mit Wildtieren. Primaten seien besonders gef\u00e4hrdet, da sowohl Menschenaffen als auch kleinere Primaten in diversen Bereichen gefragt seien: in Zoo- und Heimtierhandel genauso wie auf dem Markt f\u00fcr Buschfleisch.<\/p>\n<p>Die beschlagnahmten Affen kamen aus der Demokratischen Republik Kongo: zw\u00f6lf Goldbauchmagaben, zwei \u00d6stliche Vollbartmeerkatzen, zwei Lomami-Meerkatzen, zwei Grauwangenmanagaben, f\u00fcnf Gro\u00dfe Wei\u00dfnasenmeerkatzen und zwei Sumpfmeerkatzen. Fast alle dieser Arten sind von der Weltnaturschutzunion IUCN als gef\u00e4hrdet oder stark gef\u00e4hrdet eingestuft.<\/p>\n<p>Die M\u00e4nner, die aus der Demokratischen Republik Kongo, Sambia und Malawi kommen, wurden wegen Wildtierhandels verurteilt und verb\u00fc\u00dfen derzeit sechs Monate Haft im Karoi-Gef\u00e4ngnis im Norden Simbabwes. Nach ihren Angaben sollten die Tiere nach S\u00fcdafrika gebracht werden. Bis zur R\u00fcckf\u00fchrung in ihre Heimat werden die Affen nun an einem geheimen Ort in Chirundu, einem Dorf nahe der Grenze zwischen Simbabwe und Sambia, <a href=\"https:\/\/rhino-force.org\/projects.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">betreut<\/a>, bis sie in eine Auffangstation gebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1365\" class=\"size-medium wp-image-11320\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/hemmersbach-rhino-force-monkey-hand.jpg\"   alt=\"Affenhand an K\u00e4fig\"\/><\/p>\n<p>Die 25 Affen seien h\u00f6chstwahrscheinlich auf dem Weg in chinesische Zoos gewesen, sagt Gregg Tully, Executive Director der PASA. Mit dem Wachstum der chinesischen Mittelschicht steige auch die Zahl der privaten Tierparks im Land, und die wollen ihren Besuchern etwas bieten \u2013 auch afrikanische Primaten. Laut Dave Neale, Tierschutzdirektor von Animals Asia, einer in Hongkong ans\u00e4ssigen Tierschutzorganisation, haben in China in den letzten f\u00fcnf Jahren sch\u00e4tzungsweise fast hundert Zoos er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Chinas Ministerium f\u00fcr Bauwesen hat zwar Richtlinien f\u00fcr die Zoos des Landes vorgegeben, doch viele Einrichtungen arbeiten \u201eim Widerspruch zu diesen nationalen Vorschriften\u201c, wie aus <a href=\"https:\/\/4apes.com\/news\/ape-alliance\/item\/1614-new-ape-alliance-report-on-chimpanzees-in-chinese-captive-wild-animal-facilities\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">einem Bericht<\/a> der Ape Alliance aus dem Jahr 2018 hervorgeht. Die Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, den Handel mit Affen zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Das Ministerium f\u00fcr Bauwesen reagierte auf Nachfragen der Redaktion nicht auf diese Vorw\u00fcrfe.\u00a0<\/p>\n<p>Ein \u201cWendepunkt\u201d in Afrikas Tierschmuggel?<\/p>\n<p>\u201e25 Tiere sind viel \u2013 und der Schmuggel so vieler Tiere ist eine gro\u00dfe Unternehmung\u201c, sagt Fleming. \u201eEs muss ein gro\u00dfes Netzwerk dahinterstecken, wenn so viele Tiere auf einem Lastwagen diverse Grenzen passieren sollen.\u201c Die \u00dcberf\u00fchrung der vier Schmuggler sei ein \u201eWendepunkt\u201c f\u00fcr den Kampf gegen illegalen Tierhandel.<\/p>\n<p>Nach Angaben von Cassinga ist die Demokratische Republik Kongo nicht nur der Ursprung illegal gehandelter Wildtiere, sondern auch eine wichtige Transitzone f\u00fcr den Handel mit afrikanischen Tieren. Es teilt neun Grenzen mit anderen L\u00e4ndern, die meisten von ihnen seien einfach zu passieren und w\u00fcrden nicht \u00fcberwacht.<\/p>\n<p>\u201eWir haben sehr lange Grenzen und eine der schw\u00e4chsten Sicherheitsbeh\u00f6rden der Welt\u201c, sagt Cassinga. Wenn jemand versuche, der Strafverfolgung in der Demokratischen Republik Kongo zu entkommen, \u201ekann er leicht verschwinden\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1363\" height=\"2048\" class=\"size-medium wp-image-11321\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/gray-cheeked-mangabey.jpg\"   alt=\"Grauwangenmangabe\"\/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1365\" height=\"2048\" class=\"size-medium wp-image-11322\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/lhoests-monkey.jpg\"   alt=\"\u00d6stliche Vollbartmeerkatze\"\/><\/p>\n<p>\u201eMenschenaffen sind nach Schuppentieren und Elefanten die von Wilderern begehrtesten Tiere\u201c, sagt Cassinga. In der Demokratischen Republik Kongo leben drei der wertvollsten Arten: Schimpansen, Gorillas und Bonobos (Zwergschimpansen). Laut einem <a href=\"https:\/\/www.un-grasp.org\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/StolenApes-English.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Bericht der Vereinten Nationen<\/a> verschwanden von 2005 bis 2011 jedes Jahr durchschnittlich mehr als 3.000 Menschenaffen aus den W\u00e4ldern Afrikas und Asiens spurlos. Kleinere Primaten, wie die, die in Simbabwe beschlagnahmt wurden, sind ebenfalls sehr begehrte \u201eWare\u201c. Ihre Gr\u00f6\u00dfe erleichtere das Verstecken und Transportieren, sagt Cassinga.<\/p>\n<p>In der Demokratischen Republik Kongo gibt es so viele \u201eunglaubliche Tiere, endemische Tiere \u2013 die es sonst nirgendwo auf dem Planeten gibt\u201c, sagt Franck Chantereau, Pr\u00e4sident und Gr\u00fcnder des JACK Chimpanzee Sanctuary, einer in Lubumbashi ans\u00e4ssigen Auffangstation, die sich vor allem um Schimpansen und Affenbabys k\u00fcmmert, die durch illegalen Handel verwaist sind. \u201eIn diesem Land verschwinden Tiere in rasendem Tempo\u201c, sagt er. Das Santuary, ein Mitglied der PASA, hat sich bereit erkl\u00e4rt, den beschlagnahmten Affen ein Zuhause zu bieten.<\/p>\n<p>In der Demokratische Republik Kongo \u201everschwinden Tiere in rasendem Tempo.\u201c<\/p>\n<p>von Franck Chantereau, Pr\u00e4sident und Gr\u00fcnder des JACK Chimpanzee Sanctuary<\/p>\n<p>Chantereau vermutet, dass die 25 Affen Opfer eines Buschfleisch-Syndikats sind \u2013 wie viele der verwaisten Schimpansen, die seine Einrichtung aufnimmt. Wilderer werden daf\u00fcr bezahlt, erwachsene Tiere f\u00fcr ihr Fleisch zu t\u00f6ten. Ihre Jungen, die nicht mehr als ein oder zwei Pfund Fleisch bringen, sind hier wertlos und werden in den Handel f\u00fcr Haustiere oder Zoos geschmuggelt.<\/p>\n<p>Auf Nachfragen der Redaktion zum Primatenhandel in der Demokratischen Republik Kongo antwortete das kongolesische Institut f\u00fcr Naturschutz, das die Nationalparks des Landes verwaltet und f\u00fcr den Schutz gesch\u00fctzter Arten zust\u00e4ndig ist, bis heute nicht.<\/p>\n<p>Eine Drehscheibe f\u00fcr illegalen Export<\/p>\n<p>Die vier im September festgenommenen M\u00e4nner gaben bei der Befragung durch die Beamten von ZimParks an, dass sie auf dem Weg nach S\u00fcdafrika waren und ihnen der Empf\u00e4nger der geschmuggelten Tiere unbekannt sei, sagt Smaragda Louw, Direktorin der s\u00fcdafrikanischen Tierschutzorganisation Ban Animal Trading (BAT). Louw ist Mitautor <a href=\"https:\/\/emsfoundation.org.za\/wp-content\/uploads\/BreakingPoint__FINAL_15052020_web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">eines Berichts<\/a> \u00fcber den Handel mit lebenden Wildtieren des Landes mit China, der 2020 gemeinsam mit der EMS Foundation verfasst wurde.<\/p>\n<p>Laut Louw ist S\u00fcdafrika eine Drehscheibe f\u00fcr den illegalen Export lebender Wildtiere, oder auch nur Teilen von ihnen \u2013 von Primaten und Graupapageien bis hin zu Reptilien, Giraffen und L\u00f6wenknochen. China ist ein gro\u00dfer Markt, aber auch andere asiatische L\u00e4nder wie Bangladesch und Pakistan sind Exportziele.<\/p>\n<p>Der Schmuggel l\u00e4uft seit Jahrzehnten. Zu den ber\u00fchmtesten F\u00e4llen geh\u00f6ren die \u201e<a href=\"https:\/\/www.nbcnews.com\/id\/wbna22025583\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Taiping Four<\/a>\u201c, vier Westliche Flachlandgorillas: Sie wurden Anfang der 2000er in Kamerun illegal gefangen und \u00fcber S\u00fcdafrika in den Taiping Zoo in Malaysia gebracht. Nachdem der Schmuggel aufgeflogen war, wurden die Tiere wieder in ihre Heimat gebracht.<\/p>\n<p>Nach Angaben des <a href=\"https:\/\/emsfoundation.org.za\/wp-content\/uploads\/BreakingPoint__FINAL_15052020_web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Berichts<\/a> von BAT und der EMS Foundation wurden im August 2019 18 Schimpansen aus dem Hartbeespoort Snake and Animal Park in der N\u00e4he von Pretoria, S\u00fcdafrika, an einen Wildtierpark nach Beijing verkauft. In den Transportpapieren wurden die Schimpansen als \u201ein Gefangenschaft gez\u00fcchtet\u201c aufgef\u00fchrt, doch in S\u00fcdafrika gibt es keine registrierten Zuchtanlagen f\u00fcr Schimpansen. Auch konnte der Zoo \u201ekeine verf\u00fcgbaren Beweise auftreiben, die best\u00e4tigen, dass die Schimpansen (\u2026) nicht wild gefangen und illegal importiert wurden.\u201c Schimpansen sind nicht in S\u00fcdafrika beheimatet \u2013 sie kommen nur in Zentral- und Westafrika vor.<\/p>\n<p>Laut des Berichts der EMS Foundation wurden zwischen 2016 und 2019 mindestens 5.035 Wildtiere aus S\u00fcdafrika nach China exportiert. Viele der in den Exportgenehmigungen aufgef\u00fchrten Zieladressen in China seien \u201efrei erfunden\u201c, hei\u00dft es weiter. Sie existierten entweder nicht, konnten nicht gefunden werden oder entsprachen nicht den Angaben der Exporteure \u2013 wie zum Beispiel B\u00fcrogeb\u00e4ude und Hotels.<\/p>\n<p>\u201eDas totale Chaos\u201d <\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr das boomende Exportgesch\u00e4ft in S\u00fcdafrika liegt laut Louw an schlechter Organisation und nachl\u00e4ssigen Kontrollen.<\/p>\n<p>Um Primatenarten legal ins Ausland zu verschiffen, m\u00fcssten Exporteure eine Genehmigung einholen \u2013 gem\u00e4\u00df des \u00dcbereinkommens \u00fcber den internationalen Handel mit gef\u00e4hrdeten Arten wildlebender Tiere und Pflanzen (<a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.com\/animals\/reference\/convention-on-international-trade-in-endangered-species\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">CITES<\/a>), einem weltweiten Abkommen, das den globalen Handel mit Wildtieren regelt.<\/p>\n<p>Meist wird es auf nationaler Ebene erteilt. In S\u00fcdafrika jedoch vergibt jede der neun Provinzen ihre eigenen CITES-Exportgenehmigungen \u2013 und das alles analog auf Papier. \u201eWir haben keine zentralisierte Datenbank f\u00fcr diese Genehmigungen in S\u00fcdafrika\u201c, sagt Louw. \u201eAlles ist in Akten und in Kisten. Es ist das totale Chaos.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr Schmuggler seien die Umst\u00e4nde von Vorteil: Sie k\u00f6nnten alte Ausfuhrgenehmigungen kopieren und nur Informationen wie Adresse des Exporteurs oder Tierart \u00e4ndern. \u201eEs gibt keine M\u00f6glichkeit (..) zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob diese Erlaubnis zuvor schon einmal verwendet wurde\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p>Das s\u00fcdafrikanische Ministerium f\u00fcr Umwelt, Forstwirtschaft und Fischerei sei sich keiner Probleme mit seinem papierbasierten CITES-Genehmigungssystem bewusst, schrieb Kommunikationsdirektor Albi Modise in einer E-Mail. Die Behauptung, dass das Genehmigungssystem in S\u00fcdafrika den Tierschmuggel beg\u00fcnstige, sei inkorrekt, da \u201eeine einmal verwendete Genehmigung nicht mehr wiederverwendet werden kann, da sie zum Zeitpunkt der Einreise storniert wird\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1453\" class=\"size-medium wp-image-11323\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/allen-swamp-monkeys.jpg\"   alt=\"Sumpfmeerkatzen\"\/><\/p>\n<p>Doch selbst wenn illegale H\u00e4ndler festgenommen werden, werden sie nicht zwangsl\u00e4ufig daran gehindert, in Zukunft weiterhin Exportgenehmigungen zu erhalten, mahnt Louw. Zum Beispiel wurde ein s\u00fcdafrikanischer Reptilienh\u00e4ndler namens Beric Muller f\u00fcr schuldig befunden, <a href=\"https:\/\/www.environment.gov.za\/sites\/default\/files\/reports\/necer2016.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Fr\u00f6sche<\/a> ohne die erforderlichen Exportgenehmigungen nach Taiwan geschmuggelt zu haben. Nach Zahlung einer Geldstrafe beantragte er laut Louw weitere Exportgenehmigungen \u2013 und erhielt sie.<\/p>\n<p>Internationale Vorschriften verlangen nicht, dass Exportl\u00e4nder die Zieladresse der Ware auf ihre Berechtigungen \u00fcberpr\u00fcfen, Wildtiere zu importieren, sagt sie. Das hat zur Folge, dass gef\u00e4hrdete Wildtiere in Vergn\u00fcgungsparks, Zirkussen und Laboren landen. Dies versto\u00dfe gegen die von CITES festgelegten Bestimmungen, die eben vorgeben, dass gesch\u00fctzte Arten nicht zu kommerziellen Zwecken gehandelt werden d\u00fcrfen, sagt Louw.<\/p>\n<p>Stattdessen ist es Sache der Beh\u00f6rden des Einfuhrlandes, sicherzustellen, dass die Zieleinrichtung berechtigt ist, schreibt Francisco P\u00e9rez, ein CITES-Sprecher, in einer E-Mail. Einfuhrgenehmigungen sind f\u00fcr jene Arten erforderlich, denen nach CITES das h\u00f6chste Schutzniveau gew\u00e4hrt wird \u2013 einschlie\u00dflich aller Menschenaffen. F\u00fcr Arten mit geringerem Schutz sind \u00fcberhaupt keine Einfuhrgenehmigungen erforderlich, in diesem Fall muss weder das Export- noch das Importland die Ziele \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Als die Forscher im Bericht von BAT und der EMS Foundation die in den Ausfuhrgenehmigungen aufgef\u00fchrten Bestimmungsorte f\u00fcr viele der von 2016 bis 2019 aus S\u00fcdafrika verschifften lebenden Tiere untersuchten, stellten sie fest: viele hatten keinerlei Befugnis.<\/p>\n<p>Einige Zoos in China beispielsweise hatten gef\u00e4hrdete Tiere zu kommerziellen Zwecken gekauft. Andere Tiere landeten auf Zuchtfarmen, wo sie wie in einem \u201eSchwarzen Loch\u201c f\u00fcr immer verschwanden, sagt Louw.<\/p>\n<p>Galerie: Fesselnde Bilder geben Einblicke in die Welt der Schmuggelware<\/p>\n<p>Modise bestreitet, dass seine Abteilung Genehmigungen erteilt hat, die gegen die CITES-Vorschriften versto\u00dfen. Es gebe \u201ekeine rechtliche Grundlage, die S\u00fcdafrika als Exportland in die Lage versetzt, die Einhaltung von [CITES]<\/p>\n<p> zu \u00fcberwachen\u201c, sagt er weiter: \u201eEs liegt in der Verantwortung der Einfuhrl\u00e4nder, den Bestimmungsort zu \u00fcberpr\u00fcfen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Gl\u00fccklichen\u201c<\/p>\n<p>\u201eDass niemand sonst die 25 beschlagnahmten Affen aufnehmen konnte, brach mir das Herz\u201c, sagt unterdessen Franck Chantereau vom JACK Chimpanzee Sanctuary, bei dem die Tiere nun unterkommen sollen. Obwohl es sich um Arten handelte, mit denen seine Station nicht vertraut war, und ihm sowohl Geld als auch Platz fehlten, bot er seine Hilfe an.<\/p>\n<p>Chantereau sammelte Geld, um vier gro\u00dfe K\u00e4fige mit einer H\u00f6he von jeweils etwa sechs Metern und drei Au\u00dfenanlagen mit Gras und B\u00e4umen zu bauen, in denen die Affen untergebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aktuell wartet man in Lubumbashi noch auf die Ankunft der Tiere. JACK soll nur ein vor\u00fcbergehendes Zuhause sein. Wenn die Affen \u00e4lter und st\u00e4rker sind, sollen sie, unter Beobachtung der Beh\u00f6rden, wieder in die Wildnis entlassen werden.<\/p>\n<p>Chantereau nennt diese Affen \u201edie Gl\u00fccklichen\u201c, denn viele ihrer Artgenossen bek\u00e4men eine solche zweite Chance nicht.\u00a0 \u201eEs sind alleine jeden Monat Tausende von Affen, die in die Hauptstadt Kinshasa geliefert und dort als Buschfleisch verkauft werden\u201c, er sagt. \u201eWenn es so weiter geht, ist der Wald hier bald leer \u2013 f\u00fcr immer.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es war eine von vielen routinem\u00e4\u00dfigen Grenzkontrollen: Im vergangenen September stoppten simbabwische Beamte einen Laster, der aus Sambia&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14873,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[246],"tags":[386,385],"class_list":{"0":"post-14872","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-republik-kongo","8":"tag-republic-of-the-congo","9":"tag-republik-kongo"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116535216418202625","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14872","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14872"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14872\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14873"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14872"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14872"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14872"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}