{"id":14915,"date":"2026-05-08T00:03:23","date_gmt":"2026-05-08T00:03:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14915\/"},"modified":"2026-05-08T00:03:23","modified_gmt":"2026-05-08T00:03:23","slug":"warnung-hilfsorganisationen-hungersnot-im-sudan-verschaerft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14915\/","title":{"rendered":"Warnung: Hilfsorganisationen: Hungersnot im Sudan versch\u00e4rft"},"content":{"rendered":"<p>In der Not wird auf Pflanzenbl\u00e4tter und Tierfutter zur\u00fcckgegriffen, um zu \u00fcberleben. Konkret betroffen sind die Regionen Nord-Darfur und S\u00fcd-Kordofan. Auch aus dem von den Vereinten Nationen koordinierten Humanitarian Needs and Response Plan 2026 geht hervor, dass 28,9 Millionen Menschen im Sudan, fast zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung, von akuter Ern\u00e4hrungsunsicherheit betroffen sind. UNO-Organisationen best\u00e4tigen eine Hungersnot in Teilen der Regionen Nord-Darfur und S\u00fcd-Kordofan.<\/p>\n<p>Caritas-Vizepr\u00e4sident Alexander Bodman wies in einem Pressegespr\u00e4ch am Montag auf die katastrophale Lage im Sudan hin und nannte diese die \u201egr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Krise weltweit\u201c. Hunger werde als Waffe milit\u00e4rischer Streitkr\u00e4fte eingesetzt werden. Die UNO bewerte die humanit\u00e4re Lage im Sudan mit der h\u00f6chsten Stufe, Stufe 5, was \u201eKatastrophe\u201c bedeutet, so Bodman. Die Caritas fordere Aufmerksamkeit und humanit\u00e4re Mittel, da Verst\u00f6\u00dfe gegen das V\u00f6lkerrecht klar erkannt werden, so der Caritas-Vizepr\u00e4sident. Ernsthafter politischer Druck f\u00fcr einen Waffenstillstand sei notwendig \u2013 auch von \u00d6sterreich, forderte Bodman.<\/p>\n<p>\u201eSkandal der Unsichtbarkeit\u201c<\/p>\n<p>Er sprach von einem \u201eSkandal der Unsichtbarkeit\u201c. Trotz der Dimension des Leids fehle es an internationaler Aufmerksamkeit und politischem Willen. \u201eSudan ist nicht vergessen, weil wir nichts wissen, sondern weil wir zu wenig hinschauen\u201c. Gleichzeitig warnte Bodmann vor einem massiven R\u00fcckgang internationaler Hilfsgelder. Der humanit\u00e4re Hilfsplan f\u00fcr den Sudan war im Vorjahr nur zu rund einem Drittel finanziert, f\u00fcr 2026 fehlen weiterhin gro\u00dfe Teile der ben\u00f6tigten Mittel. Weltweit w\u00fcrden Budgets gek\u00fcrzt \u2013 auch in Europa. \u201eWenn wir jetzt nicht handeln, wird aus dieser Krise eine dauerhafte Katastrophe\u201c, so Bodmann.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%205000%203335'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/3002545_bigpicture_1161250_ssudan_-_conflict_-_displacement_.jpg\"  alt=\"Frauen im Sudan holen Wasser von einem Brunnen\"\/><\/p>\n<p>   APA\/AFP\/Luis Tato<\/p>\n<p>      Im S\u00fcdsudan versch\u00e4rft sich die Hungerkatastrophe, warnen Hilfsorganisationen<\/p>\n<p>Hunger als Kriegswaffe<\/p>\n<p>Dem Bericht \u201cWhat it Takes to Eat. Conflict and Sudan\u2019s Fragile Food System&#8220; der Hilfsorganisationen CARE, Action Against Hunger, International Rescue Committee, Mercy Corps und Norwegian Refugee Council zufolge sind Frauen und M\u00e4dchen besonders von der Krise betroffen. Sie sind einem hohen Risiko von Vergewaltigungen und Bel\u00e4stigungen ausgesetzt, wenn sie auf die Felder, M\u00e4rkte oder zum Wasserholen gehen. Die von Frauen gef\u00fchrten Haushalte haben es deutlich schwerer, an Lebensmittel zu kommen.<\/p>\n<p>Der Bericht basiert auf Befragungen von Bauern, H\u00e4ndlern und Helfern im Sudan. Die Krise f\u00fchrt er darauf zur\u00fcck, dass der landwirtschaftliche Anbau von Nahrungsmitteln durch den B\u00fcrgerkrieg gest\u00f6rt wurde. Hunger werde als Kriegswaffe eingesetzt, indem etwa Bauernh\u00f6fe und M\u00e4rkte gezielt zerst\u00f6rt werden. Auch Angriffe auf Krankenh\u00e4user in den letzten zwei Wochen und ein Choleraausbruch, der 400 Menschen das Leben gekostet hat, treffen den Sudan inmitten der Krise, sagt die L\u00e4nderdirektorin des Sudan, Mary Wamuyu, im Caritas-Pressegespr\u00e4ch am Montag.<\/p>\n<p>Milit\u00e4rischer Konflikt um Kontrolle<\/p>\n<p>Hintergrund der Krise im Sudan ist der Krieg der sudanesischen Armee und der RSF-Miliz, der mittlerweile drei Jahre anh\u00e4lt. Die von der Armee gest\u00fctzte Regierung bestreitet, dass es eine Hungersnot gibt. Die RSF weist die Verantwortung f\u00fcr die Zust\u00e4nde in den von ihr kontrollierten Gebieten zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Experte John Ashworth zeigte in einem Pressegespr\u00e4ch am Montag die Kontrolle des staatlichen Milit\u00e4rs \u00fcber Wirtschaft und Ressourcen auf. Der milit\u00e4rische Konflikt im Sudan sei ein brutaler, gepr\u00e4gt von einem existenziellen Kampf \u00fcber Kontrolle und Wirtschaft, sagte er. Friedensverhandlungen gebe es nicht, denn beide Seiten glauben, sie k\u00f6nnten gewinnen, so der Experte. Der Konflikt sei ein interner Krieg \u00fcber die Wirtschaft, indem auch Nachbarl\u00e4nder wie Tschad, \u00c4thiopien und Kenia ihre Finger im Spiel haben und Geld damit machen, sagt Ashworth.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sei es noch zu fr\u00fch, um die Auswirkungen des Iran-Krieges auf den Sudan zu erkennen, sagt Ashworth. Offensichtlich sei, dass die Weltwirtschaft und daher die \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt besonders betroffen sind. Der Sudan k\u00f6nnte von den Verhandlungen der Golfstaaten profitieren, da diese dort ebenfalls Interessen und St\u00e4rken haben, so Ashworth.<\/p>\n<p>Millionen Fl\u00fcchtlinge im Tschad<\/p>\n<p>Jens Hesemann vom UNO-Fl\u00fcchtlingshochkommissariat UNHCR berichtete in einem Pressegespr\u00e4ch am Montag von der Fl\u00fcchtlingslage im Tschad. Demnach gebe es insgesamt 1,3 Millionen Fl\u00fcchtlinge im Tschad, welcher selbst zu den \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Welt geh\u00f6re. Auf dem Human Development Index rangiere das Land auf Platz 189 von 191. Seit April 2023 seien 900.000 Fl\u00fcchtlinge dazugekommen, ein Gro\u00dfteil davon aus der vom Krieg gebeutelten Darfur Region des Sudans, so Hesemann. Insgesamt seien 4,4 Millionen sudanesische Fl\u00fcchtlinge ins Ausland geflohen, so Hesemann.<\/p>\n<p>Dies habe einen gro\u00dfen demografischen Schock verursacht. Im Osten des Landes sei jeder dritte Bewohner ein sudanesischer Fl\u00fcchtling. Die Fl\u00fcchtlinge seien extrem schutzbed\u00fcrftig und berichten von f\u00fcrchterlichen Geschichten, so Hesemann. Die Unterern\u00e4hrung der Bev\u00f6lkerung im Tschad sowie der fehlende Zugang zu Bildung und Sozialleistungen versch\u00e4rfe zudem die Lage. Die Grund- und Wasserversorgung der Fl\u00fcchtlinge sei ebenfalls sehr schwierig, sagte Hesemann. Pro Person st\u00fcnden zw\u00f6lf Liter t\u00e4glich f\u00fcr die gesamte Grundversorgung \u2013 waschen, trinken, kochen \u2013 zur Verf\u00fcgung. Der internationale sogenannte Emergency Standard betrage jedoch 15 Liter.<\/p>\n<p>Hilfe wird auch in Europa gesucht<\/p>\n<p>Vor allem der Osten des Tschads sei zudem vom Klimawandel betroffen, die Landfl\u00e4chen seien verdorrt, sagte Hesemann. Zudem leben immer noch 190.000 Fl\u00fcchtlinge in Grenzgebieten auf tschadischer Seite in Slums. Es sei wirklich beeindruckend, wie viele Fl\u00fcchtlinge der Tschad trotz der eigenen Lage aufgenommen habe, sagte Hesemann. Das Problem sei, dass er nicht glaube, dass diese bald zur\u00fcckgehen werden. Zudem gebe es Schmugglernetzwerke sowie eine steigende Tendenz, dass Sudanesinnen und Sudanesen in Europa Hilfe suchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der Not wird auf Pflanzenbl\u00e4tter und Tierfutter zur\u00fcckgegriffen, um zu \u00fcberleben. 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