{"id":14936,"date":"2026-05-08T04:11:11","date_gmt":"2026-05-08T04:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14936\/"},"modified":"2026-05-08T04:11:11","modified_gmt":"2026-05-08T04:11:11","slug":"bremer-friedenspreis-mate-ni-kani-fuer-die-alphabetisierung-im-niger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14936\/","title":{"rendered":"Bremer Friedenspreis: &#8222;Mate ni kani&#8220; f\u00fcr die Alphabetisierung im Niger"},"content":{"rendered":"<p>                        Manfred Weule und Bako Malam Abdou erhalten am Freitag im Bremer Rathaus den Internationalen Bremer Friedenspreis der Stiftung &#8222;Die Schwelle&#8220; f\u00fcr ermutigende Initiativen.<br \/>\n                        Ihr Verein &#8222;Mate ni kani&#8220; ver\u00f6ffentlicht zweisprachige Kinder- und Jugendb\u00fccher in lokalen Sprachen des Niger, um Bildungsprobleme durch die hohe Analphabetenquote zu adressieren.<br \/>\n                        Die Bremer Stadtmusikanten und das Buch &#8222;Magana Hausa&#8220; wurden f\u00fcr Kinder im Niger angepasst und neu verlegt, um lokale Perspektiven sichtbar zu machen und zur Dekolonialisierung beizutragen.<\/p>\n<p>            Mehr anzeigen<br \/>\n            Weniger anzeigen<\/p>\n<p>    <a class=\"linked-story\" href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/bremen-was-der-betreiber-mit-dem-stadtmusikantenhaus-vorhat-doc85i26y7tc1f1bm2iu5va\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Bremer Stadtmusikanten sind \u00fcber die Grenzen der Hansestadt hinaus bekannt.<\/a> Auch bis in den <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/niger-q1032\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Niger<\/a>. Daf\u00fcr haben Esel, Hund, Katze und Hahn Manfred Weule zu danken, der das M\u00e4rchen in dem westafrikanischen Binnenstaat bekannt machte. Der 73-j\u00e4hrige Bremer ist Vorsitzender des Vereins &#8222;Mate ni kani&#8220;. Zusammen mit seinem Gesch\u00e4ftspartner Bako Malam Abdou erh\u00e4lt er an diesem Freitag im <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/bremer-rathaus-q19479\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bremer Rathaus<\/a> den Internationalen Bremer Friedenspreis der Stiftung &#8222;Die Schwelle&#8220; \u2013 genauer gesagt den &#8222;Preis f\u00fcr ermutigende Initiativen&#8220;.\n<\/p>\n<p>Der Verein, benannt nach einer morgendlichen Begr\u00fc\u00dfung in Djerma, einer der zehn Nationalsprachen Nigers, ver\u00f6ffentlicht zweisprachige Kinder- und Jugendb\u00fccher. Mittlerweile sind es ungef\u00e4hr 50 St\u00fcck \u2013 geschrieben, illustriert, gedruckt und verlegt von Menschen vor Ort. Warum das eine ermutigende Initiative ist? &#8222;Die Analphabetenquote liegt dort bei rund 80 Prozent&#8220;, erkl\u00e4rt Weule. <\/p>\n<p>Franz\u00f6sisch als Relikt des Kolonialismus<\/p>\n<p>Ein postkoloniales Problem, wie er weiter erl\u00e4utert. Denn bis 2025 war die Amtssprache in Niger Franz\u00f6sisch. &#8222;In Schulen wurde nur auf Franz\u00f6sisch unterrichtet, obwohl fast niemand dort die Sprache spricht.&#8220; Alles, was ein Kind bisher gelernt hat \u2013 sich auszudr\u00fccken oder zu rechnen \u2013 m\u00fcssten sie neu lernen, wei\u00df Malam Abdou. Das verunsichere sie und schlie\u00dfe viele Sch\u00fcler aus. &#8222;Dann fliegen sie von der Schule oder gehen freiwillig&#8220;, erz\u00e4hlt Weule. <\/p>\n<p>Aufmerksam auf dieses Problem wurde Weule eher durch Zufall. Nachdem der geb\u00fcrtige Braunschweiger 1991 nach Bremen gezogen war, arbeitete er zuerst lange in der Erwachsenenbildung. W\u00e4hrend einer touristischen Reise in den Niger kn\u00fcpften seine Frau und er Kontakte \u2013 unter anderem zu einer Museumsp\u00e4dagogin. Auf ihr Angebot hin arbeitete Weule, der auch ein Studium im Bereich Visuelle Kommunikation absolviert hatte, ehrenamtlich von Oktober 2008 bis Mai 2009 im Nationalmuseum in Niamey, der nigrischen Hauptstadt.<\/p>\n<p>Wir sehen, dass die Bilingualit\u00e4t vorankommt.<\/p>\n<p>Manfred Weule<\/p>\n<p>Es folgte die Gr\u00fcndung von &#8222;Mate ni kani&#8220; im Jahr 2011. Bereits ein Jahr sp\u00e4ter tricksten die Bremer Stadtmusikanten sowohl auf Franz\u00f6sisch als auch auf vier nigrischen Nationalsprachen eine Gruppe Terroristen aus, die einen Mann entf\u00fchren wollten. &#8222;Die Handlung wurde an das Land angepasst&#8220;, erkl\u00e4rt Weule. Der Esel tr\u00e4gt einen in der Region traditionellen Hut, auch eine ber\u00fchmte nigrische Moschee wird zum Handlungsort.<\/p>\n<p>&#8222;Man kann so viele Ideen haben, aber realisieren kann man das nur mit Partnern vor Ort&#8220;, erinnert sich Weule an die Anf\u00e4nge des Vereins. F\u00fcr die Umsetzung kam er mit Malam Abdou in Kontakt \u2013 einem Multitalent, wie sich herausstellte. Der 56-J\u00e4hrige arbeitet als Schulleiter, Bauer, leitet ein kleines Transportunternehmen und ist zus\u00e4tzlich noch Verleger und versiert in verschiedenen Design- und Layoutprogrammen. &#8222;Du darfst niemals nur auf einen Beruf setzen&#8220;, h\u00e4tte seine Mutter ihm gesagt, erkl\u00e4rt der Nigrer und lacht.<\/p>\n<p>Afrikanische Perspektive in der Schule<\/p>\n<p>&#8222;Wir als Verein sehen, dass die Bilingualit\u00e4t vorankommt&#8220;, meint Weule. Zu ihren Anfangszeiten seien rund 700 von insgesamt etwa 21.000 Grundschulen im Niger mehrsprachig gewesen. &#8222;Heute sind es knapp 5000.&#8220; Und in deren Curriculum befindet sich dank &#8222;Mate ni kani&#8220; nun auch die Geschichte von Dorugu.<\/p>\n<p>Dorugu war ein schwarzer Junge aus der Ethnie der Hausa, den der im Niger ber\u00fchmte Afrikaforscher Heinrich Barth in der Mitte des 19. Jahrhunderts gekauft hatte. Er wurde zu seinem Begleiter und Dolmetscher, folgte ihm sogar bis nach England. Dorugu verfasste die &#8222;Magana Hausa&#8220;, ein Buch mit Geschichten von ihm und \u00fcber ihn selbst. Dieses Buch verschwand im Laufe der Jahrzehnte immer wieder, bis es 1970 in England wieder auftauchte und 2014 bei einem Besuch von &#8222;Mate ni kani&#8220; \u2013 neu verlegt \u2013 wieder im Niger landete.<\/p>\n<p>&#8222;Jeder Nigrer kennt &#8218;Henry Barth&#8216;, wie er dort genannt wird. Aber kaum jemand kannte Dorugu&#8220;, erkl\u00e4rt Weule. Ihr Buch habe nun daf\u00fcr gesorgt, dass die Menschen im Niger nicht mehr nur den europ\u00e4ischen Forscher, sondern auch seinen afrikanischen Begleiter und seine Perspektive kennengelernt haben. Da zeigt sich der 73-J\u00e4hrige stolz: &#8222;Das war ein Beitrag zur Dekolonialisierung.&#8220;<\/p>\n<p>                Info<\/p>\n<p>\n        Auszeichnung im Rathaus<br \/>\n        <br \/>Die Verleihung des Internationalen Bremer Friedenspreises findet an diesem Freitag, 8. Mai, um 18 Uhr in der Oberen Rathaushalle statt. Die Veranstaltung ist \u00f6ffentlich, eine Anmeldung nicht erforderlich.<br \/>\n        <br \/>Neben &#8222;Mate ni kani&#8220; wird auch Mahdi Yahya ausgezeichnet. Mit seiner Organisation &#8222;Peace of Art&#8220; setzt sich der Libanese durch Kulturprojekte gegen Extremismus und gesellschaftliche Spaltung in seinem Heimatland ein.\n    <\/p>\n<p>                Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.<br \/>\n                <a class=\"more-btn\" href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/generative-ki\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    \u2192 Mehr Infos<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc85qqfpdp7u0fogmggyz\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/kultur\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Manfred Weule und Bako Malam Abdou erhalten am Freitag im Bremer Rathaus den Internationalen Bremer Friedenspreis der Stiftung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14937,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[243],"tags":[366],"class_list":{"0":"post-14936","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-niger","8":"tag-niger"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116537005366584174","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14936"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14936\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14937"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}