{"id":14997,"date":"2026-05-08T09:34:25","date_gmt":"2026-05-08T09:34:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14997\/"},"modified":"2026-05-08T09:34:25","modified_gmt":"2026-05-08T09:34:25","slug":"festnahmen-im-senegal-neues-gesetz-verschaerft-lage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/14997\/","title":{"rendered":"Festnahmen im Senegal &#8211; Neues Gesetz versch\u00e4rft Lage"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem die Regierung im <a href=\"https:\/\/schwulissimo.de\/neuigkeiten\/homosexualitaet-im-senegal-regierung-verdoppelt-haftstrafen \" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Senegal eine Verdopplung der Haftstrafen auf zehn Jahre f\u00fcr homosexuelle Handlungen beschlossen hat<\/a>, scheinen die Beh\u00f6rden nun offenbar noch radikaler gegen Schwule und Lesben im Land vorzugehen. Wie die queere Organisation All-Out berichtet, wurden zuletzt mehrere bekannte Pers\u00f6nlichkeiten aus der Community inhaftiert, darunter ein bekannter Fernsehmoderator sowie weitere homosexuelle K\u00fcnstler und Kreative. Sie stehen demnach wegen \u201eunnat\u00fcrlicher Handlungen\u201c vor Gericht. Einige wurden zus\u00e4tzlich beschuldigt, HIV \u201eabsichtlich \u00fcbertragen\u201c zu haben.\u00a0<\/p>\n<p>Das Wichtigste im \u00dcberblick:Versch\u00e4rfung der Strafen im Senegal: Die Haftstrafen f\u00fcr homosexuelle Handlungen wurden auf bis zu zehn Jahre verdoppelt, und die Regierung geht noch h\u00e4rter gegen Schwule und Lesben vor.Inhaftierungen prominenter Personen: Mehrere bekannte queere Pers\u00f6nlichkeiten, darunter ein Fernsehmoderator und K\u00fcnstler, wurden wegen \u201eunnat\u00fcrlicher Handlungen\u201c und angeblicher HIV-\u00dcbertragung inhaftiert.Festnahmen und Stigmatisierung: Festnahmen finden landesweit statt, oft bei privaten Treffen, und die Medien verbreiten Namen und Gesichter der Betroffenen, was die Stigmatisierung verst\u00e4rkt.Rechtsstaatsprobleme: Das neue Gesetz gef\u00e4hrdet Grundrechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit und k\u00f6nnte auch Organisationen und Medien bestrafen, die Homosexualit\u00e4t thematisieren.Appell an die internationale Gemeinschaft: Aktivisten fordern die Freilassung der Inhaftierten und bitten die Europ\u00e4ische Union, Druck auf den Senegal auszu\u00fcben, um das Gesetz zu verhindern.Petition gegen das Gesetz: Queere Organisationen fordern die Unterschrift des Pr\u00e4sidenten, um das Gesetz zu stoppen und setzen sich f\u00fcr die Rechte von LGBTIQ+ Menschen im Senegal ein.Festnahmen im ganzen Land<\/p>\n<p>Die queere Hilfsorganisation betont dazu: \u201eIm ganzen Land kommt es zu weiteren Festnahmen. Die Polizei nimmt M\u00e4nner in Wohnungen, bei privaten Treffen und bei der Vorbereitung auf Veranstaltungen fest. Medienberichte ver\u00f6ffentlichten Namen und Gesichter und verst\u00e4rkten Stigmatisierung. Familien geraten unter Druck, Existenzen brechen weg.\u201c Dabei bekr\u00e4ftigt ein Sprecher des Vereins weiter: \u201eNiemand darf wegen seiner Identit\u00e4t inhaftiert werden. Niemand darf f\u00fcr eine einvernehmliche Beziehung ins Gef\u00e4ngnis kommen. Das Recht auf Gleichbehandlung vor dem Gesetz, auf Privatsph\u00e4re und auf ein Leben ohne Diskriminierung sind grundlegende Menschenrechte. Wenn ein Staat private, einvernehmliche Beziehungen bestraft, verletzt er diese Rechte.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Massiver Schaden des Rechtsstaats<\/p>\n<p>Wie bef\u00fcrchtet scheint sich seit der Verabschiedung des neuen Gesetzes die Lage weiter zu dramatisieren. \u201eWenn Schutz durch Angst ersetzt wird, wird die Freiheit aller br\u00fcchiger. Die Kriminalisierung von Sprache und Solidarit\u00e4t gef\u00e4hrdet auch Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie den Schutz vor willk\u00fcrlicher Festnahme.\u201c K\u00fcnftig sollen sich mit dem neuen Gesetz auch Organisationen und Medien strafbar machen, die finanziell oder anderweitig Homosexualit\u00e4t \u201ef\u00f6rdern\u201c oder auch nur dar\u00fcber berichten.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eDer Senegal hat sich in seiner Verfassung und durch internationale Abkommen verpflichtet, W\u00fcrde, Sicherheit und Gleichheit aller Menschen zu sch\u00fctzen. Wir fordern die Beh\u00f6rden auf, alle Personen freizulassen, die wegen einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Beziehungen festgenommen wurden. Wir fordern zudem die Europ\u00e4ische Kommission auf, die Festnahmen und die geplante Versch\u00e4rfung im politischen Dialog mit Senegal klar anzusprechen. Es geht nicht darum, Werte aufzuzwingen, sondern darum, ein Gesetz zu verhindern, das noch mehr Menschen wegen ihres Seins oder wegen der Verteidigung ihrer Rechte in Gefahr bringt. Die Festnahmen finden jetzt statt. Einige warten auf ihren Prozess. Je l\u00e4nger dieses Klima anh\u00e4lt, desto gr\u00f6\u00dfer wird der Schaden \u2013 f\u00fcr Einzelne, f\u00fcr Familien und f\u00fcr den Rechtsstaat.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Petition an Pr\u00e4sident und EU<\/p>\n<p>Mittels einer Petition versucht All-Out im B\u00fcndnis mit weiteren queeren Vereinen vor Ort den Druck auf Pr\u00e4sident Bassirou Diomaye Faye zu erh\u00f6hen \u2013 erst mit seiner Unterschrift kann das neue Gesetz final in Kraft treten. In einem offenen Brief an Faye betonten die Aktivisten: \u201eNiemand sollte wegen dessen, wer er ist oder wen er liebt, verhaftet oder inhaftiert werden. Die St\u00e4rke eines Staates misst sich daran, wie er die Rechte aller seiner Menschen, einschlie\u00dflich der vulnerablen oder unpopul\u00e4ren Gruppen, sch\u00fctzt.\u201c<\/p>\n<p>Und mit Blick auf die Europ\u00e4ische Union erkl\u00e4ren die Aktivisten: \u201eWir fordern Sie respektvoll auf, in ihrem politischen Dialog mit dem Senegal \u00f6ffentlich Besorgnis \u00fcber diese Festnahmen und den vorgeschlagenen Gesetzentwurf zu \u00e4u\u00dfern, die Freilassung derjenigen zu fordern, die wegen einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Beziehungen inhaftiert sind und sicherzustellen, dass der Respekt f\u00fcr Menschenrechte, der Schutz vor Diskriminierung und die Freiheit von willk\u00fcrlicher Verhaftung im Rahmen der EU-Zusammenarbeit mit dem Senegal im Vordergrund stehen. Die Europ\u00e4ische Union hat sich verpflichtet, Menschenrechte in ihrem externen Handeln voranzubringen. Diese Verpflichtungen sollten die Zusammenarbeit mit dem Senegal leiten.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nachdem die Regierung im Senegal eine Verdopplung der Haftstrafen auf zehn Jahre f\u00fcr homosexuelle Handlungen beschlossen hat, scheinen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14998,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[6915,300],"class_list":{"0":"post-14997","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-senegal","8":"tag-appell-von-queerem-verband-an-praesident-und-eu","9":"tag-senegal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116538275405635115","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14997","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14997"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14997\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14998"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14997"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14997"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14997"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}