{"id":15030,"date":"2026-05-08T11:24:14","date_gmt":"2026-05-08T11:24:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15030\/"},"modified":"2026-05-08T11:24:14","modified_gmt":"2026-05-08T11:24:14","slug":"proteste-in-marokko-das-land-boomt-die-jugend-rebelliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15030\/","title":{"rendered":"Proteste in Marokko: Das Land boomt, die Jugend rebelliert"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/marokko-protest-100.jpg\" alt=\"Protestierende in Marokko.\" title=\"Protestierende in Marokko. | AP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 07.10.2025 \u2022 15:59 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        W\u00e4hrend Marokko immer mehr Touristen anzieht und sich mit internationalen Sportveranstaltungen profiliert, protestieren junge Menschen gegen die Regierung. Sie fordern eine bessere \u00f6ffentliche Versorgung &#8211; und soziale Gerechtigkeit.\n    <\/p>\n<p>Von Anne Baier, ARD Rabat\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Marokko ist derzeit das meistbesuchte Land Afrikas und hat damit \u00c4gypten abgel\u00f6st. Im Dezember beginnt hier der Afrika-Cup. Und vielerorts weisen Plakate auch schon auf die Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft der M\u00e4nner 2030 hin. Doch in diesen Tagen fliegen in Marokkos St\u00e4dten Steine, jeden Abend gehen im ganzen Land Hunderte junger Menschen auf die Stra\u00dfe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im September waren in Agadir acht Frauen an Kaiserschnitt-Eingriffen gestorben. Es war der Ausl\u00f6ser f\u00fcr eine Protestwelle, die mittlerweile das gesamte Land erfasst hat. An manchen Orten im Land eskaliert die Gewalt, drei Demonstrierende wurden von der Polizei erschossen. Doch die Proteste gehen weiter.<\/p>\n<p>    &#8222;Vertrauen in die Regierung verloren&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bereits seit neun Tagen geht die Generation Z in Marokko auf die Stra\u00dfe, fordert eine bessere Gesundheitsversorgung und ein besseres Bildungssystem. Eine der Protestierenden vor dem Parlament in der Hauptstadt Rabat ist die Studentin Aziza. Sie ist 22 Jahre alt, wurde bei einer der ersten Demonstrationen festgenommen und nach sechs Stunden Verh\u00f6r wieder freigelassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie will, so wie viele der jungen Menschen im Land, ganz grunds\u00e4tzlich mehr soziale Gerechtigkeit &#8211; und vor allem eine Perspektive im eigenen Land. Die Jugend habe das Vertrauen in die Regierung verloren, so die Studentin.<\/p>\n<p>    Fu\u00dfballstadien oder Krankenh\u00e4user?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Marokko bereitet sich derzeit f\u00fcr die Fu\u00dfball-WM 2030 vor. \u00dcberall entstehen neue Stadien, es werden Milliarden in die Infrastruktur investiert. Viele der Jugendlichen empfinden diese Priorisierung der Ausgaben als ungerecht &#8211; w\u00e4hrend es in manchen Regionen Marokkos nicht einmal Krankenh\u00e4user gibt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch das \u00f6ffentliche Bildungssystem ist marode. Wer Geld hat, schickt seine Kinder in Marokko auf private Schulen. Das kann sich die Mehrheit aber nicht leisten, und so lernen viele Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen in \u00fcberf\u00fcllten Klassen und maroden Schulgeb\u00e4uden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bildungsexperten wie Azeddine Akesbi von der Universit\u00e4t Rabat warnen schon seit Jahren vor einem Bildungsnotstand. Denn die Zahl der Schulabbrecher und Analphabeten sei unter jungen Menschen sehr hoch. Betroffen seien in l\u00e4ndlichen Gebieten oft vor allem M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>    Wohin f\u00fchren die Proteste?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Bilder von brennenden Autos und gepl\u00fcnderten Gesch\u00e4ften in der vergangenen Woche gingen um die Welt. Der Staat reagierte mit gro\u00dfer Polizeipr\u00e4senz auf die Ausschreitungen. Seitdem ist es ruhiger geworden. Aber noch ist nicht absehbar, wohin sich die Proteste entwickeln und wie lange sie andauern werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Klar sei, wenn die jungen Menschen ihre Rechte erhielten, dann w\u00fcrden die meisten auch nicht dar\u00fcber nachdenken, Marokko zu verlassen, meint Souad Brahma, Anw\u00e4ltin und Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation AMDH. Sie ist \u00fcberzeugt, dass die Proteste weitergehen werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Aziza will weiterhin protestieren. Es sei, sagt sie, ihre Pflicht, f\u00fcr ihre Rechte zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.10.2025 \u2022 15:59 Uhr W\u00e4hrend Marokko immer mehr Touristen anzieht und sich mit internationalen Sportveranstaltungen profiliert, protestieren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15031,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[95,96],"class_list":{"0":"post-15030","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-marokko","8":"tag-marokko","9":"tag-morocco"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116538708017342845","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15030","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15030"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15030\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15031"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15030"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15030"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15030"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}