{"id":15055,"date":"2026-05-08T13:06:38","date_gmt":"2026-05-08T13:06:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15055\/"},"modified":"2026-05-08T13:06:38","modified_gmt":"2026-05-08T13:06:38","slug":"folgen-der-anerkennung-somalilands-das-wespennest-am-roten-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15055\/","title":{"rendered":"Folgen der Anerkennung Somalilands: Das Wespennest am Roten Meer"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">Der beste Ausgangspunkt, die strategische Bedeutung der Anerkennung Somalilands durch Israel zu verstehen, ist ein Blick auf die Landkarte. Vor der K\u00fcste von Somaliland endet das Rote Meer und \u00f6ffnet sich nach der Meerenge Bab El-Mandab das Arabische Meer hin zum Indischen Ozean.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Hier entlang f\u00fchrt eine der wichtigsten internationalen Handels-Routen, die Europa und Asien verbindet. An der gegen\u00fcberliegenden K\u00fcste zu Somaliland liegt Jemen. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Buergerkrieg-in-Jemen\/!6136672\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Das Land hatte sich in den letzten zwei Jahren zu einem Nebenschauplatz des Gaza-Krieges<\/a> entwickelt. Die Huthi-Rebellen im Norden Jemens hatten Raketen und Drohnen in Richtung Israel abgeschossen und auch die internationale Schifffahrt im Roten Meer angegriffen, bedroht.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Wer in Somaliland sitzt, erh\u00e4lt strategische Aufkl\u00e4rungstiefe weit nach Jemen hinein. Das \u201eInstitute for National Security Studies\u201c der Tel Aviv University beschreibt Somaliland als eine vorgeschobene milit\u00e4rische Basis. Von dort aus k\u00f6nnten die Bewegungen der Huthis beobachtet und direkte milit\u00e4rische Operationen durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Somaliland beherbergt bereits im Hafen Berbera eine Milit\u00e4rbasis der Vereinigten Arabischen Emirate, die mit den Abraham-Abkommen auch diplomatische und sicherheitspolitische Beziehungen mit Israel unterhalten. Berbara ist ein St\u00fctzpunkt, den die Emirate sowohl f\u00fcr milit\u00e4rische Operationen im Jemen nutzen, wie in den letzten Wochen in Hadramaut, als auch f\u00fcr den Nachschub von Waffen an <a href=\"https:\/\/taz.de\/RSF\/!t5611832\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die RSF-Milizen in Sudan<\/a>.<\/p>\n<p>      Ein \u201eDesaster\u201c f\u00fcr \u00c4gypten?<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Die neue Partnerschaft zwischen Israel und Somaliland alarmiert zahlreiche L\u00e4nder am Roten Meer sowie in der weiteren Region. Saudi-Arabien betrachtet die Vereinigten Arabischen Emirate als Konkurrent am Golf und verfolgt deren Aktivit\u00e4ten mit Missgefallen, ebenso einen m\u00f6glichen Ausbau israelischer milit\u00e4rischer Infrastruktur im s\u00fcdlichen Teil des Roten Meeres. Das gilt auch f\u00fcr \u00c4gypten, das eine israelische Pr\u00e4senz am S\u00fcdende des Roten Meeres als ein potenzielles Erpressungspotential f\u00fcr eine seiner wichtigsten strategischen Lebensadern betrachtet \u2013 den Suezkanal.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Muhammad Bassal, leitender Redakteur der \u00e4gyptischen Tageszeitung Schrouk, beschreibt das Ganze als \u201eein Desaster\u201c und zeigt mit seinem Finger noch auf einen weiteren Aspekt: Er spricht von der Gefahr einer israelischen milit\u00e4rischen Infiltration in der N\u00e4he der Nilquellen in \u00c4thiopien.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Die T\u00fcrkei ist eine andere Regionalmacht, die sich betroffen f\u00fchlt. Sie unterh\u00e4lt wie \u00c4gypten gute Beziehungen zu Somalia, mit dem es eine Sicherheitskooperation unterzeichnet hat. T\u00fcrkische Firmen betreiben den Hafen von Mogadischu und das Land unterh\u00e4lt dort auch eine Milit\u00e4rbasis.<\/p>\n<p>      Von Gaza nach Somaliland?<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"10\">Somaliland ist also ein strategisches Wespennest. Und als ob das nicht schon alles genug w\u00e4re, gibt es noch eine weitere ungute Verbindung von Somaliland nach Gaza, \u00fcber 2.200 Kilometer entfernt. Mitte letzten Jahres gab es Diskussionen zwischen der israelischen und der US-Regierung \u00fcber Somaliland als eine m\u00f6gliche Destination <a href=\"https:\/\/taz.de\/Vertreibung-von-Palaestinensern\/!6070391\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">f\u00fcr aus dem Gazastreifen zu vertreibende Pal\u00e4stinenser.<\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"11\">W\u00e4hrend einer Pressekonferenz im Wei\u00dfen Haus wurde US-Pr\u00e4sident Donald Trump \u00fcber eine m\u00f6gliche Verbindung zwischen einer Anerkennung Somalilands und der dortigen Aufnahme von Pal\u00e4stinensern gefragt. Man sehe sich das an, das sei eine komplexe Frage, antwortete Trump damals ausweichend. Indem Israel nun selbst die Anerkennung vollzieht, wird die M\u00f6glichkeit von Somaliland als m\u00f6glichem Abladeplatz f\u00fcr Pal\u00e4stinenser f\u00fcr die Zukunft zumindest offengehalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der beste Ausgangspunkt, die strategische Bedeutung der Anerkennung Somalilands durch Israel zu verstehen, ist ein Blick auf die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15056,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[248],"tags":[428],"class_list":{"0":"post-15055","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-somalia","8":"tag-somalia"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116539109067125624","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15055","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15055"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15055\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15056"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15055"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15055"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15055"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}