{"id":15077,"date":"2026-05-08T14:23:30","date_gmt":"2026-05-08T14:23:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15077\/"},"modified":"2026-05-08T14:23:30","modified_gmt":"2026-05-08T14:23:30","slug":"deutsche-auswanderer-in-kenia-currywurst-in-nairobi-junges-geschaeft-mit-erfolg-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15077\/","title":{"rendered":"Deutsche Auswanderer in Kenia: Currywurst in Nairobi: Junges Gesch\u00e4ft mit Erfolg"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Fabian F\u00f6rster isst \u00abunfassbar gerne\u00bb Currywurst. Damit hatte er in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/nairobi\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nairobi<\/a> ein Problem, als er mit seiner deutsch-amerikanischen Frau in die kenianische Hauptstadt zog. Denn so sehr die Kenianer gegrilltes Fleisch \u2013 hierzulande hei\u00dft es Nyama Choma \u2013 m\u00f6gen, Currywurst war bis zum vergangenen Jahr v\u00f6llig unbekannt.\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2026\/17\/russland-rekrutierung-kenia-nairobi-ukraine-krieg\" data-ct-label=\"Russische Rekrutierung in Afrika: Es gibt gute Arbeit, sagten sie. Dann ging es an die Front\" data-uuid=\"4944290f-e99b-4455-b471-db950bc02fb5\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Russische Rekrutierung in Afrika:<br \/>\n                        Es gibt gute Arbeit, sagten sie. Dann ging es an die Front<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/sport\/2026-04\/weltrekord-marathon-london-sabastian-sawe-kenia\" data-ct-label=\"Weltrekord im Marathon: Sch\u00f6ne Gr\u00fc\u00dfe von der anderen Seite der Schallmauer\" data-uuid=\"1a499690-2f8c-4bbf-a3a8-266b9049e337\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Weltrekord im Marathon:<br \/>\n                        Sch\u00f6ne Gr\u00fc\u00dfe von der anderen Seite der Schallmauer<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/sport\/2026-04\/weltrekord-kenianer-sawe-laeuft-london-marathon-in-unter-zwei-stunden\" data-ct-label=\"London-Marathon: Sawe l\u00e4uft Marathon in weniger als zwei Stunden und bricht Weltrekord\" data-uuid=\"cc2f92f8-0fd7-4891-af7f-00fc5c62662d\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        London-Marathon:<br \/>\n                        Sawe l\u00e4uft Marathon in weniger als zwei Stunden und bricht Weltrekord<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                    Kulinarisches Denkmal f\u00fcr westf\u00e4lischen Opa        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">F\u00f6rster wollte nicht nur mitreisender Ehemann sein, w\u00e4hrend seine Frau in ihrem Geburtsland <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/kenia\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kenia<\/a> ihre Doktorarbeit schreibt. Der Westfale aus Lemgo k\u00fcmmert sich remote um seine Marketingfirma in Deutschland, leidet also nicht unter Langeweile. Doch vor knapp einem Jahr machte er dann seine Liebe zur Currywurst zu einem weiteren beruflichen Standbein und er\u00f6ffnete \u00abDieters Grill\u00bb \u2013 ein kleines Imbissrestaurant im international gepr\u00e4gten Stadtteil Westlands.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Namensgeber war der verstorbene Opa, den F\u00f6rster sehr geliebt hatte. \u00abDen h\u00e4tte man mit der Currywurst hier auch sehr, sehr gl\u00fccklich machen k\u00f6nnen\u00bb, meint F\u00f6rster. Und ein klassischer deutscher Name wie Dieter passe auch zu seiner Bude. Die Familie jedenfalls sei mit der Namensgebung einverstanden und auch ein bisschen stolz gewesen.\n<\/p>\n<p>        Schon immer vom eigenen Imbiss getr\u00e4umt        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00abIch hatte schon, selbst als wir noch in Deutschland gelebt haben, davon getr\u00e4umt, vielleicht mal so ein Imbiss aufzumachen\u00bb, erz\u00e4hlt er, w\u00e4hrend eine seiner vier Angestellten W\u00fcrste auf dem Grill wendet. \u00abAber da ist nat\u00fcrlich der Markt ein ganz anderer.\u00bb\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Jeder Currywurst-Fan wei\u00df: Ganz wichtig ist die Sauce. Das Rezept hat F\u00f6rster aus der Heimat mitgebracht. \u00abIch habe gesagt, die Curryso\u00dfe, die muss stimmen, bevor der Rest kommt.\u00bb Der Rest war dann allerdings auch noch herausfordernd, denn die Wurst, die F\u00f6rster anfangs von einem lokalen Partner orderte, entsprach nicht so ganz der heimischen Tradition.\n<\/p>\n<p>        Imbiss in kenianischer Gastrokultur eher unbekannt        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Seit der Er\u00f6ffnung letztes Jahr hat sich vieles ver\u00e4ndert: Inzwischen wird die Wurst selbst gemacht \u2013 ein befreundeter Metzger verriet sein Rezept. Seitdem schmeckt die Currywurst nach Heimat \u2013 doch nicht nur in \u00abDieters Grill\u00bb.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Was in Kenia deutlich schwieriger ist, ist das klassische Konzept der Imbissbude, wie es in Deutschland bekannt ist. Am Tresen stehen und auf der Hand eine Currywurst oder ein Schnitzelbr\u00f6tchen essen, das ist in Nairobi eine eher unbekannte Esskultur. Wer es sich leisten kann, essen zu gehen, geht eher in ein Restaurant.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wichtiger als Laufkundschaft ist f\u00fcr den Westfalen deshalb die Essenslieferung nach Hause oder in B\u00fcros, Catering bei Veranstaltungen und neuerdings die Belieferung von Restaurants, Lodges und Safariunternehmen. \u00abDas l\u00e4uft gerade sehr gut an, weil wir tats\u00e4chlich ein Alleinstellungsmerkmal haben mit der Qualit\u00e4t. Und sowohl an der K\u00fcste als auch in Nanyuki gibt es jetzt Orte, wo man unsere Wurst kaufen kann.\u00bb\n<\/p>\n<p>                        Vom Hobby ins eigene Unternehmen        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch der Deutsch-Kenianer Arjun Malhotra machte die kulinarische Vorliebe zum Beruf. Seit 2023 betreibt er den Biergarten \u00abCrafty Chameleon\u00bb mit angeschlossener Craftbeer-Brauerei in der kenianischen Hauptstadt. \u00abIch habe lange als Hobby gebraut\u00bb, erz\u00e4hlt er.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Denn als er als Jugendlicher in Kenia lebte, habe er die Vielfalt deutscher Biere in dem ostafrikanischen Land vermisst. Malhotra kommt aus Dorsten, seine Familie m\u00fctterlicherseits ist fest im Ruhrgebiet verankert, der Opa war Steiger.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nach dem Studium von VWL und Management habe er zunehmend mit der Idee einer kleinen Brauerei gelieb\u00e4ugelt, als er nach Kenia zur\u00fcckgekehrt war, erz\u00e4hlt er. Praktika in verschiedenen Brauereien in den Niederlanden und in S\u00fcdafrika erweiterten sein selbst erlerntes Brauwissen.\n<\/p>\n<p>        Das Malz kommt aus Bamberg        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Schnell sei aber auch klar gewesen: Das Bier konnte nicht so g\u00fcnstig produziert werden wie Massenware. \u00abMalz kommt aus Deutschland, die Hopfen je nach Bier aus Amerika, Deutschland oder Tschechien. Es ist dann halt teuer.\u00bb Die Kombination des Ausschanks mit einem Restaurant habe sich nachtr\u00e4glich als optimale L\u00f6sung erwiesen. Das alte Wohnhaus der Familie mit seinem gro\u00dfen Garten zieht mittlerweile Kundschaft aus aller Welt an, wobei Kenianer die Mehrheit stellen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Rezepturen f\u00fcr seine f\u00fcnf Biere \u2013 plus saisonalen Bieren \u2013 hat Malhotra selbst erarbeitet. Gebraut wird selbstverst\u00e4ndlich nach deutschem Reinheitsgebot, das Malz stammt aus der fr\u00e4nkischen Biermetropole Bamberg. \u00abAber bei unseren Saisonalbieren gehen wir auch gerne mal aus dem Reinheitsgebot raus\u00bb, verr\u00e4t Malhotra. So habe es vor ein paar Monaten w\u00e4hrend der Mangosaison ein Mango-Dragonfruit-IPA gegeben. \u00abDas ist dann f\u00fcr die experimentierfreudigere Kundschaft.\u00bb Und im Januar gab es sogar ein alkoholfreies IPA als Saisonalbier f\u00fcr den \u00abDry January\u00bb.\n<\/p>\n<p>        Bayrische Kunden als Weizenbier-Stresstest        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Neben Expats und Kenianern, chinesischen Gesch\u00e4ftsleuten und Deutschen mit Bier-Heimweh waren schon zweimal bayrische Delegationen zu Besuch bei der deutsch-kenianischen Au\u00dfenhandelskammer in Malhotras Biergarten. \u00abDas war nat\u00fcrlich ein Stresstest, das sind die super-kritischen Weizenbiertrinker\u00bb, r\u00e4umt er ein. \u00abAls die gesagt haben, das schmeckt &#8211; das hat schon viel bedeutet.\u00bb\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260427-930-997410\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fabian F\u00f6rster isst \u00abunfassbar gerne\u00bb Currywurst. 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