{"id":15129,"date":"2026-05-08T18:48:10","date_gmt":"2026-05-08T18:48:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15129\/"},"modified":"2026-05-08T18:48:10","modified_gmt":"2026-05-08T18:48:10","slug":"muammar-al-gaddafi-libyens-diktator-war-im-fokus-von-profilern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15129\/","title":{"rendered":"Muammar al-Gaddafi: Libyens Diktator war im Fokus von Profilern"},"content":{"rendered":"<p>Narzisstischer Diktator:Libyens Gaddafi im Fokus der Profiler<\/p>\n<p class=\"i1s9hs9j c1bdz7f4\">42 Jahre lang, von 1969 bis 2011, hielt sich Muammar al-Gaddafi in Libyen an der Macht. Der US-Geheimdienst sah in ihm von Anfang an eine Bedrohung. Und setzte Profiler auf ihn an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\" alt=\"Archivfoto von Muammar al Gaddafi in traditioneller libyscher Kleidung, 2006\" class=\"pei0kpe\"\/><\/p>\n<p class=\"c1pbsmr2\">Muammar al-Gaddafi herrscht ganze 42 Jahre lang \u00fcber Libyen. Ehemalige Wegbegleiter und f\u00fchrende Psychologen geben nun spannende Einblicke in die Psyche des ehemaligen Diktators.<\/p>\n<p>13.06.2025 | 43:07 min<\/p>\n<p class=\"r1nj4qn5 rvqyqzi\">Muammar al-Gaddafi war der Sohn eines Ziegen- und Kamelhirten aus der N\u00e4he der libyschen Stadt Sirte. Seine Kindheit war gepr\u00e4gt von Kolonisierung und Fremdherrschaft sowie von den Erz\u00e4hlungen davon in seiner Familie. Schon als Sch\u00fcler soll Gaddafi hochgradig politisiert gewesen sein.<\/p>\n<p class=\"r1nj4qn5 rvqyqzi\">Als Idealist begann die politische Karriere Muammar al-Gaddafis. Er versprach, dem Volk die Macht zu \u00fcbergeben. Die Abschaffung der Verfassung und die Vereinigung der Macht in seinen H\u00e4nden geh\u00f6rten zu den ersten Ma\u00dfnahmen nach dem von Gaddafi angef\u00fchrten Putsch der &#8222;Bund freier Offiziere&#8220; 1969.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\" alt=\"Gefl\u00fcchtete im Auffanglager in Libyen\" class=\"pei0kpe\"\/><\/p>\n<p class=\"c1pbsmr2\">David ist seit zwei Jahren in Italien. In libyschen Abschiebelagern hat er auf der Flucht Gewalt erfahren, Menschen sterben sehen. Online-Propaganda verschleiert solche Erfahrungen<\/p>\n<p>21.08.2024 | 2:20 min<\/p>\n<p>Jerrold Post &#8211; Pionier der Profilierung internationaler Anf\u00fchrer<\/p>\n<p class=\"r1nj4qn5 rvqyqzi\">In den <a data-testid=\"richtext-link\" class=\"_nl_\" id=\"4a1ba46a\" href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/thema\/usa-news-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> l\u00f6ste das Auftreten des neuen Despoten unmittelbar Besorgnis aus. Der Auslandsgeheimdienst CIA setzte eine Abteilung auf Gaddafi an, die 1965 von dem Psychiater Jerrold Post (1934 &#8211; 2020) gegr\u00fcndet wurde. &#8222;Dr. Post war ein Pionier auf diesem Gebiet&#8220;, sagt Kenneth Dekleva, ein j\u00fcngerer Kollege von Post und fr\u00fcher Berater des US-Au\u00dfenministeriums.<\/p>\n<p class=\"r1nj4qn5 rvqyqzi\">&#8222;Seine Studien haben einen bedeutenden Beitrag zum Verst\u00e4ndnis der Funktionsweise von Terrorgruppen geleistet&#8220;, so Dekleva. Das sei eine gro\u00dfe Herausforderung, denn man habe meist keine Gelegenheit, deren Anf\u00fchrer pers\u00f6nlich zu treffen.<\/p>\n<p class=\"tley63f hhhtovw\">Wir analysieren Herrscher wie Gaddafi anhand ihrer K\u00f6rpersprache, ihres Erscheinungsbildes und ihres Verhaltens.<\/p>\n<p>\u201e<\/p>\n<p class=\"abqjgdv m1lnp037\">Kenneth Dekleva, Psychiater und ehemaliger US-Regierungsberater<\/p>\n<p>Diagnose: B\u00f6sartiger Narzissmus<\/p>\n<p class=\"r1nj4qn5 rvqyqzi\">Die Beschreibung der Profiler zu ihrem Studienobjekt Gaddafi liest sich wie eine Blaupause zum Verst\u00e4ndnis vieler Despoten dieser Welt. Dem libyschen Diktator wurde maligner (b\u00f6sartiger) Narzissmus attestiert. Darunter wird meist eine Kombination verschiedener Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen von <a data-testid=\"richtext-link\" href=\"https:\/\/www.zdf.de\/video\/reportagen\/terra-xplore-mal-ehrlich-wie-viel-wahrheit-vertragen-wir-100\/narzissmus-wie-du-dich-vor-manipulation-schuetzt-100\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"\">Narzissmus<\/a> und Aggression \u00fcber Paranoia bis hin zu antisozialem Verhalten verstanden.<\/p>\n<p>Gaddafi und der toxische Despotismus<\/p>\n<p class=\"r1nj4qn5 rvqyqzi\">Diese Mischung aus verschiedenen Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen zeitigt im politischen Handeln von Despoten wie Gaddafi grausame Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten. Bedrohungen ihrer Macht begegnen sie mit brutalen S\u00e4uberungsaktionen. <\/p>\n<p class=\"r1nj4qn5 rvqyqzi\">Von Gaddafis &#8222;Bund der Offiziere&#8220; 1969 blieben nach einem versuchten Aufstand 1975 nur wenige Mitstreiter \u00fcbrig. Der Rest wurde hingerichtet oder ins Exil verbannt. Studentenprotesten begegnete Gaddafi mit Folter und \u00f6ffentlichen Massenhinrichtungen.<\/p>\n<p>Totale \u00dcberwachung als Mittel gegen Bedrohung<\/p>\n<p class=\"r1nj4qn5 rvqyqzi\">Die Paranoia findet Ausdruck im Hang zur totalen \u00dcberwachung, sie ist in totalit\u00e4ren Regimes die Antwort auf die tats\u00e4chlichen oder eingebildeten Bedrohungen. Auch Gaddafi bediente sich dieses Mittels. Dass er mehrere Attentatsversuche \u00fcberlebte und 1986 sogar eine gezielte Bombenattacke des US-Milit\u00e4rs auf den Pr\u00e4sidentenpalast in Tripolis, n\u00e4hrte wohl auch bei ihm den absurden Glauben an die eigene Gro\u00dfartigkeit und Unverwundbarkeit.<\/p>\n<p class=\"tley63f hhhtovw\">Autokratische Anf\u00fchrer mit Charisma verf\u00fcgen oft \u00fcber eine hohe Standfestigkeit. Das l\u00e4sst sich zum Beispiel bei Wladimir Putin, Xi Jinping und Bashar al-Assad beobachten.<\/p>\n<p>\u201e<\/p>\n<p class=\"abqjgdv m1lnp037\">Kenneth Dekleva, Psychiater und ehemaliger US-Regierungsberater<\/p>\n<p class=\"r1nj4qn5 rvqyqzi\">Diese seien rational, skrupellos und enorm widerstandsf\u00e4hig, erl\u00e4utert Dekleva. &#8222;Und Gaddafi geh\u00f6rt meiner Einsch\u00e4tzung nach auch in diese Kategorie.&#8220;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\" alt=\"&quot;Killing Gaddafi - Jagd auf den Diktator&quot;: Nahaufnahme von Gaddafi und Berlusconi. Sie stehen nebeneinander und schauen in eine Richtung.\" class=\"pei0kpe\"\/><\/p>\n<p class=\"c1pbsmr2\">Die Dokumentation rekonstruiert die letzten Wochen vor Gaddafis Sturz und Tod auf dem Parkett der internationalen Politik.<\/p>\n<p>22.10.2020 | 44:27 min<\/p>\n<p>Verwundungen der Kindheit<\/p>\n<p class=\"r1nj4qn5 rvqyqzi\">Gaddafis Verhalten zwischen Terrorismus, grausamem Despotismus und <a data-testid=\"richtext-link\" href=\"https:\/\/www.zdf.de\/reportagen\/terra-xplore-toxische-maennlichkeit-100\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"\">toxischer M\u00e4nnlichkeit<\/a> war f\u00fcr die Welt so wenig nachzuvollziehen wie sein bizarres Auftreten und die schrille Bekleidung. Und doch folgte es einer inneren Logik, die nur rekonstruieren kann, wer seine anzunehmenden Verwundungen der Kindheit in einer von fremden M\u00e4chten besetzten Heimat im Blick beh\u00e4lt.<\/p>\n<p class=\"r1nj4qn5 rvqyqzi\">&#8222;F\u00fcr westliche Beobachter ergaben seine Taten nicht immer Sinn. Aber man muss bedenken, dass in manchen Kulturkreisen nur ein starker, charismatischer Anf\u00fchrer respektiert wird&#8220;, erkl\u00e4rt Kenneth Dekleva. &#8222;Ein Anf\u00fchrer, der seine Nation stolz macht, indem er einem Aggressor die Stirn bietet. In Gaddafis Fall war das Amerika.&#8220;<\/p>\n<p>Pulitzerpreistr\u00e4gerin<\/p>\n<p>:<a class=\"f1mro3s7 lzfsw8u _nl_\" id=\"83bc0908\" href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/politik\/ausland\/interview-anne-applebaum-autokraten-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Applebaum: Darum geht es Autokraten wie Orban<\/a><\/p>\n<p>Viele Autokraten sind demokratisch gew\u00e4hlt \u2013 und beginnen dann, den Rechtsstaat zu ihren Gunsten umzubauen. Die Journalistin und Historikerin Anne Applebaum \u00fcber Autokratien.<\/p>\n<p>mit Video1:29<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/orban-putin-104~384x216.jpeg\"  alt=\"Viktor Orban und Wladimir Putin\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\"  style=\"object-fit:cover;object-position:center\" fetchpriority=\"low\" class=\"f1mqliu0\"\/><\/p>\n<p>Interview<\/p>\n<p>ZDFheute auf WhatsApp<img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/logo-whatsapp-100~384x216.jpeg\"  alt=\"Icon von whatsapp\" decoding=\"async\" loading=\"eager\"  style=\"object-fit:cover;object-position:center\" fetchpriority=\"high\" class=\"f1mqliu0\"\/>Quelle: dpa<\/p>\n<p class=\"r1nj4qn5 rvqyqzi\">Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie beim ZDFheute-WhatsApp-Channel richtig. Hier erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Podcast &#8222;Kurze Auszeit&#8220; inspirieren. Zur Anmeldung: <a data-testid=\"richtext-link\" href=\"https:\/\/whatsapp.com\/channel\/0029VaDL1i89cDDZkGqJRr2S\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"\">ZDFheute-WhatsApp-Channel<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Narzisstischer Diktator:Libyens Gaddafi im Fokus der Profiler 42 Jahre lang, von 1969 bis 2011, hielt sich Muammar al-Gaddafi&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15130,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[286,285],"class_list":{"0":"post-15129","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-libyen","8":"tag-libya","9":"tag-libyen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116540454020653990","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15129"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15129\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}