{"id":15181,"date":"2026-05-08T23:58:14","date_gmt":"2026-05-08T23:58:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15181\/"},"modified":"2026-05-08T23:58:14","modified_gmt":"2026-05-08T23:58:14","slug":"die-destabilisierende-rolle-der-vereinigten-arabischen-emirate-in-afrikanischen-konflikten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15181\/","title":{"rendered":"Die destabilisierende Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate in afrikanischen Konflikten"},"content":{"rendered":"<p>Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) z\u00e4hlen inzwischen zu den aggressivsten externen Akteuren in afrikanischen Konflikten, besonders in \u00c4thiopien, Libyen, Sudan und Somalia. Beharrlich leugnet die F\u00fchrung in der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr bewaffnete Akteure, f\u00fchrte sie aber sogar w\u00e4hrend des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen Iran fort \u2013 trotz dessen gravie\u00adrender Auswirkungen auf das eigene Land. Diese Unterst\u00fctzung erschwert eine konstruktive Konfliktbearbeitung und versch\u00e4rft humanit\u00e4re Krisen und regionale Instabilit\u00e4t. Sie untergr\u00e4bt Europas Interesse an stabilen Handelswegen, Fluchtursachenbek\u00e4mpfung und regionaler Integration. Daher sollte Deutschland das destabilisierende Vorgehen der VAE wesentlich st\u00e4rker in den bilateralen Beziehungen gewichten, deutlicher kritisieren und gemeinsam mit seinen europ\u00e4ischen Partnern Sanktionen pr\u00fcfen. Der Kontext des Irankriegs sowie Spannungen zwischen den VAE und Saudi-Arabien bieten Chancen, einen Politikwechsel in Abu Dhabi zu bewirken.<\/p>\n<p>Der Irankrieg hat eine Entwicklung in den Hintergrund gedr\u00e4ngt, die Ende 2025 zunehmend ins Blickfeld der europ\u00e4ischen \u00d6ffentlichkeit ger\u00fcckt war: die Rolle der VAE in afrikanischen Konflikten \u2013 vor allem angesichts der verheerenden humani\u00adt\u00e4ren Folgen des fortdauernden Kriegs in Sudan. Dieser erreichte im Oktober 2025 einen neuen H\u00f6he\u00adpunkt, als die Rapid Support Forces (RSF) die Stadt El-Fasher in Nord-Darfur einnahmen und in der Folge Massaker <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/global-development\/2026\/mar\/25\/heroism-horror-and-the-pits-of-hell-inside-the-last-days-of-el-fasher\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">mit vermutlich zehntausenden Toten<\/a> begingen. Die VAE gelten als wich\u00adtigster milit\u00e4rischer, logis\u00adtischer und finan\u00adzieller Unterst\u00fctzer der RSF. Selbst nach Beginn des Irankriegs gingen zahlreiche <a href=\"https:\/\/www.lemonde.fr\/afrique\/article\/2026\/03\/18\/les-livraisons-d-armes-continuent-entre-les-emirats-arabes-unis-et-les-paramilitaires-soudanais-malgre-la-guerre-au-moyen-orient_6672024_3212.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ver\u00add\u00e4chtige Fl\u00fcge<\/a> von Frachtmaschinen aus den Emiraten <a href=\"https:\/\/www.criticalthreats.org\/analysis\/sudan-rsf-saf-sahel-drc-iscap-uganda-nigeria-boko-iswap-mali-fla-jnim-africa-file-march-26-2026#Sudan\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">nach<\/a> \u00c4thiopien, offenbar um Material \u00fcber die Grenze an die RSF zu leiten. Das Engagement der VAE in afrika\u00adnischen Konflikten reicht indes weit \u00fcber den Fall Sudan hinaus. Bereits im libyschen B\u00fcrgerkrieg unterst\u00fctzten sie ab 2014 die Libysch-Arabischen Streitkr\u00e4fte (Libyan Arab Armed Forces, LAAF) von Khalifa Haftar, so auch 2019\u201320 bei deren Gro\u00dfoffensive gegen die international anerkannte Regie\u00adrung in Tripolis. Die \u00e4thiopische Regierung von Abiy Ahmed konnte sich auf Drohnenlieferungen aus den VAE verlassen, um eine Offensive der Tigray-Rebellen im Herbst 2021 zur\u00fcckzuschlagen. Dabei ist typisch, dass die Emiratis nur wenig eigene Milit\u00e4r\u00adkr\u00e4fte einsetzen. Stattdessen \u00fcben sie ihren Einfluss haupts\u00e4chlich \u00fcber lokale Partner aus, dar\u00adunter h\u00e4ufig para- oder <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S003043872200028X\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">nichtstaat\u00adliche Gewaltakteure<\/a>.<\/p>\n<p class=\"TabGrafikFormalbezeichnungNr\"><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/2026A22_vae_afrika_001.png\" title=\"Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate in afrikanischen Konflikten: Zentrale Standorte\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/2026A22_vae_afrika_001.png\" alt=\"Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate in afrikanischen Konflikten: Zentrale Standorte\" title=\"\"\/><\/a>Karte 1<\/p>\n<p>                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Unterst\u00fctzung f\u00fcr disruptive\u00a0Akteure<\/p>\n<p>Zu den Verb\u00fcndeten der VAE z\u00e4hlen Haftars LAAF in Libyen, die RSF unter Mohamed Hamdan Dagalo (Hemedti) in Sudan, die <a href=\"https:\/\/smallwarsjournal.com\/2025\/11\/17\/puntland-model-stability-autonomy\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Puntland Maritime Police Force<\/a> (PMPF) sowie <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/world\/uae-to-train-somaliland-forces-under-military-base-deal-somaliland-president-idUSKCN1GR2ZH\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Polizei- und Milit\u00e4rkr\u00e4fte Somalilands<\/a> im Norden Somalias. An diese sowie an die \u00e4thiopische Regierung liefern die VAE laut Berichten Waffensysteme, die oft entscheidend f\u00fcr den Verlauf der Kriege sind, etwa moderne <a href=\"https:\/\/www.megatrends-afrika.de\/publikation\/mta-policy-brief-33-the-myth-of-the-gamechanger-drones-and-military-power-in-africa\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Drohnen<\/a> mit langer Reichweite. Eigene Luftangriffe flogen die VAE gegen die Regierung in Tri\u00adpolis und im somalischen Puntland, wo sie eine Zelle des so\u00adgenannten Islamischen Staates attackierten.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Drei der lokalen Partner der VAE \u2013 die LAAF, die RSF und die PMPF \u2013 haben ein an\u00adgespanntes bis feindseliges Verh\u00e4ltnis zur jeweiligen Zentralregierung. Sie ent\u00adstammen parastaatlichen Milizen und kon\u00adtrollieren eigenes Territorium. Die <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2021\/12\/20\/world\/africa\/drones-ethiopia-war-turkey-emirates.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Unter\u00adst\u00fctzung f\u00fcr die \u00e4thiopische Regierung<\/a>, besonders w\u00e4hrend des Kriegs im Norden des Landes 2020\u201322, hebt sich von diesem Mus\u00adter ab, da die Emirate dort die inter\u00adnational anerkannte Regierung gegen die Tigray Defence Forces (TDF) st\u00e4rkten. Gleich\u00adwohl verfolgen alle diese Akteure \u2013 und mithin die VAE selbst \u2013 eine disruptive Agenda in Bezug auf das jeweilige politische System und treiben eine Verschiebung der innen\u00adpolitischen Machtverh\u00e4ltnisse voran.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Zum Instrumentarium der VAE geh\u00f6rt auch, ausl\u00e4ndische K\u00e4mpfer und S\u00f6ldner anzuwerben, auf Gefechtsfelder zu trans\u00adportieren oder zur logistischen Unterst\u00fctzung zu verwenden. Bereits 2010 setzten die VAE ein von S\u00fcdafrikanern gef\u00fchrtes privates <a href=\"https:\/\/docs.un.org\/en\/S\/2016\/919\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Milit\u00e4runternehmen<\/a> ein, um in Somalia die PMPF zur angeb\u00adlichen Pirate\u00adriebek\u00e4mpfung aufzubauen. Sp\u00e4ter <a href=\"https:\/\/docs.un.org\/en\/S\/2021\/40\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">bezahl\u00adten<\/a> sie sudanesische S\u00f6ldner, die auf der Seite von Khalifa Haftar um Tripolis k\u00e4mpf\u00adten. Und in Sudan organisierte das <a href=\"https:\/\/www.lasillavacia.com\/silla-nacional\/lobos-del-desierto-asi-operan-los-mercenarios-colombianos-en-sudan\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">emirati\u00adsche Sicherheitsunternehmen<\/a> <a href=\"https:\/\/thesentry.org\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Sudan-RSF-UAE-TheSentry-Nov2025-2.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Global Secu\u00adrity Services Group<\/a> Rekrutierung, Transport und Bezahlung mehrerer hundert kolumbianischer S\u00f6ld\u00adner, teils \u00fcber eine <a href=\"https:\/\/static1.squarespace.com\/static\/6967365f36aacc18599406e8\/t\/69e7da4dad33435e658c982c\/1776802495385\/BloodMoneyCIG.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Milit\u00e4r\u00adbasis<\/a> in den Emi\u00adraten. Sie verst\u00e4rkten die RSF mit \u00bbtaktischer und technischer Exper\u00adtise, dienten als Infanteristen und Artilleristen, als Drohnenpiloten, Fahrzeugf\u00fchrer und Aus\u00adbilder, von denen manche sogar Kinder f\u00fcr den Kampf trainierten\u00ab, <a href=\"https:\/\/home.treasury.gov\/news\/press-releases\/sb0330\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">wie die US-Regierung mitteilte<\/a>, als sie 2025 beteilig\u00adte Akteure (mit Ausnahme der genannten emiratischen Sicherheitsfirma) <a href=\"https:\/\/www.state.gov\/releases\/office-of-the-spokesperson\/2025\/12\/sanctioning-a-transnational-network-fueling-the-conflict-in-sudan\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">sanktionierte<\/a>.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Die milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung in diesen Konfliktarenen erfolgt nicht isoliert, son\u00addern f\u00fcgt sich in ein transnationales Netz\u00adwerk ein, das die Emirate aufgebaut haben. <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/how-remote-airstrip-libya-reshaped-sudans-civil-war-2025-12-22\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Lieferungen<\/a> an die RSF gingen unter ande\u00adrem \u00fcber den von den LAAF kontrollierten Teil <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/world\/how-u-a-e-arms-bolstered-a-sudanese-militia-accused-of-genocide-781b9803\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Libyens<\/a> (allen voran Kufra im S\u00fcden), \u00fcber N\u2019Djamena und <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2024\/09\/21\/world\/africa\/uae-sudan-civil-war.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Amdjarass<\/a> im <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/uae-flights-flood-airstrip-un-says-supplies-weapons-sudan-rebels-2024-12-12\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Tschad<\/a>, teilweise auch \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/uae-flights-flood-airstrip-un-says-supplies-weapons-sudan-rebels-2024-12-12\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Zwischenlandungen<\/a> in Kenia, Uganda und Ruanda. Bosaso in Punt\u00adland diente als Basis zur Unterst\u00fctzung der PMPF, aber auch zum <a href=\"https:\/\/3ayin.com\/en\/yemen-\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Transport von Waffen aus Jemen<\/a> und von kolumbianischen S\u00f6ld\u00adnern f\u00fcr die RSF. Die VAE passen die Routen und Liefermodalit\u00e4ten immer wieder an, um auf Ver\u00ad\u00e4nderun\u00adgen der milit\u00e4rischen Lage oder der Position \u00f6rtlicher Machthaber zu reagieren. Um sich Einfluss in den L\u00e4n\u00addern dieses logistischen Netzwerks zu ver\u00adschaffen, setzen sie hohe Geldsummen ein. So <a href=\"https:\/\/www.megatrends-afrika.de\/assets\/afrika\/publications\/policybrief\/MTA_Lacher_Policy_Brief_19_Dec_2023_final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">versprachen<\/a> die VAE dem tschadischen Pr\u00e4si\u00addenten D\u00e9by bei einem Besuch im Juni 2023 einen Kredit von 1,5 Milliarden US-Dollar. Emiratische Kredite halfen auch den Regierungen in <a href=\"https:\/\/www.cnbc.com\/2018\/06\/18\/united-arab-emirates-gives-ethiopia-1-billion-lifeline-to-ease-foreign-exchange-crisis.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u00c4thiopien<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/kenya-will-wait-draw-down-15-bln-uae-loan-finance-minister-says-2025-02-28\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Kenia<\/a>, kurz\u00adfristige Finanzprobleme zu \u00fcberwinden. Umgekehrt profi\u00adtieren die VAE vom Export und Schmuggel von <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2024\/12\/11\/world\/africa\/sudan-gold-rush-heart-civil-war.html?smid=nytcore-ios-share&amp;referringSource=articleShare\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Gold<\/a> aus Konfliktgebieten wie in Sudan.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Die Emirate leugnen einen Gro\u00dfteil dieser Aktivit\u00e4ten, besonders die direkte milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung f\u00fcr Konflikt\u00adparteien wie die RSF. Nachdem 2024 in einem <a href=\"https:\/\/docs.un.org\/S\/2024\/65\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Ex\u00adper\u00adtenbericht der Vereinten Natio\u00adnen (VN)<\/a> von \u00bbglaub\u00adw\u00fcrdigen\u00ab Beweisen f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Emirate f\u00fcr die RSF gesprochen wurde, war davon im <a href=\"https:\/\/docs.un.org\/S\/2025\/239\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Folge\u00adbericht<\/a> keine Rede mehr, im <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/global-development\/2025\/apr\/14\/leaked-un-experts-report-raises-fresh-concerns-over-uaes-role-in-sudan-war\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">durchgestochenen Entwurf<\/a> desselben Berichts indes schon. Die VAE <a href=\"https:\/\/www.uae-embassy.org\/news\/statement-embassy-united-arab-emirates-regarding-sudan\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">verweisen<\/a> auf die ver\u00f6ffentlichte, augenscheinlich angepasste Version als Beweis ihrer angeblichen Nicht\u00adeinmischung und regen gar ein VN-Waffen\u00adembargo f\u00fcr ganz Sudan an (bisher gilt es nur f\u00fcr Darfur).<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Um internationale Kritik zu vermeiden, betreiben die VAE erheblichen Auf\u00adwand. So blieb die emiratische Staats\u00adminis\u00adterin Lana Nusseibeh im November 2025 <a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/article\/uae-avoids-blame-sudan-war-atrocities-eu-parliament-text\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">vier Tage in Br\u00fcssel<\/a>, um sich mit Abgeordneten des EU-Parlaments zu treffen. In der gleich\u00adzeitig ver\u00adabschiedeten <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/eli\/C\/2026\/1717\/oj\/eng\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Entschlie\u00dfung<\/a> des Parla\u00adments zu Sudan wird die Unterst\u00fctzung der VAE f\u00fcr die RSF nach <a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/my-europe\/2025\/11\/28\/european-parliament-condemns-war-in-sudan-without-mentioning-uae\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Widerstand der Frak\u00adtion<\/a> der Europ\u00e4ischen Volkspartei gegen entsprechende \u00c4nderungsantr\u00e4ge linker Fraktionen nicht erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Wirtschaft, Geopolitik und Selbstbereicherung<\/p>\n<p>Welche konkreten Interessen dem emira\u00adtischen Vorgehen in einzelnen Konflikten zugrunde liegen, bleibt oft unklar. Ent\u00adschei\u00addungen fallen im <a href=\"https:\/\/www.chathamhouse.org\/2020\/07\/risk-perception-and-appetite-uae-foreign-and-national-security-policy-0\/6-stretched\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">kleinen Kreis mit Moham\u00admed bin Zayed Al Nahyan, dem Emir von Abu Dhabi und Staatspr\u00e4sidenten, im Zen\u00adtrum<\/a>. Da die VAE bislang kaum poli\u00adti\u00adsche Kosten f\u00fcr ihren Inter\u00adventionismus tragen mussten, ist die Hemmschwelle f\u00fcr Ein\u00adgriffe niedrig. Diese folgen nicht zwin\u00adgend einer konsistenten Gesamt\u00adstrategie. Gleich\u00adwohl lassen sich grundlegende Motive er\u00adkennen. So wird das sicher\u00adheitspolitische Engagement der VAE h\u00e4ufig mit au\u00dfenwirt\u00adschaftlichen Interessen er\u00adkl\u00e4rt. Tats\u00e4chlich sind die Emirate in den vergangenen Jahren zu einem der <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2024\/dec\/24\/uae-becomes-africa-biggest-investor-amid-rights-concerns?utm_source=chatgpt.com\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">wichtigsten Wirtschaftspartner<\/a> zahlreicher afri\u00adkanischer Staaten avanciert. Die in Dubai und Abu Dhabi ans\u00e4ssigen staat\u00adlichen Logistik\u00adkonzerne <a href=\"https:\/\/www.bothogroup.com\/blog\/dp-world-and-ad-ports-the-emirati-logistics-firms-driving-uaes-investments-in-africa\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">DP World und AD Ports Group<\/a> betreiben oder entwickeln H\u00e4fen und zugeh\u00f6rige Infrastruktur unter ande\u00adrem in Somalia, Senegal, Tansania, Mosam\u00adbik, Angola und \u00c4gypten. Die Hafen\u00adprojekte sind Bestandteile strategisch be\u00addeut\u00ad\u00adsamer Wirtschaftskorridore, \u00fcber die Roh\u00adstoffe wie Mineralien, landwirtschaft\u00adliche Erzeug\u00adnisse und Energieprodukte zu internationalen M\u00e4rkten transportiert werden sollen.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">F\u00fcr die VAE sind diese Korridore auch deshalb essentiell, weil sie den lang\u00adfristigen Zugang zu strategischen Ressourcen und Handelsrouten sichern. Mit ihren Investi\u00adtionen unterf\u00fcttern die Emirate ihre Stra\u00adte\u00adgie, die Wirtschaft unabh\u00e4ngiger vom Erd\u00f6l zu machen. Milit\u00e4rinterventionen lassen sich daher als Instrument sehen, diese wirt\u00adschaftlichen Interessen abzusichern.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Angesichts der Wirkung emiratischer Regio\u00adnalpolitik jedoch st\u00f6\u00dft diese Deutung an ihre Grenzen. Das Engage\u00adment der VAE tr\u00e4gt oft zur De\u00adsta\u00adbilisierung wirtschaft\u00adlicher R\u00e4ume bei, was auf zus\u00e4tz\u00adliche, nicht vorrangig \u00f6konomische Beweg\u00adgr\u00fcnde schlie\u00ad\u00dfen l\u00e4sst. Zu nen\u00adnen ist hier zuvorderst das Bestreben der Emirate, mehr Einfluss in der Region und damit auch gr\u00f6\u00dfere internationale Bedeutung zu erlangen. In erster Linie geht es darum, sich gegen deutlich gr\u00f6\u00dfere Regionalm\u00e4chte zu behaupten, etwa gegen Iran, aber vor allem gegen den direk\u00adten gro\u00dfen Nachbarn auf der Arabischen Halb\u00adinsel, Saudi-Arabien. Keineswegs neu sind Spannungen zwischen den beiden \u00bbBruder\u00adstaaten\u00ab, wie sie <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/middle-east\/saudi-led-coalition-yemen-calls-civilians-mukalla-port-evacuate-saudi-state-news-2025-12-30\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Ende 2025 im Jemen eska\u00adlierten<\/a>. Standen fr\u00fcher Grenz\u00adstreitigkeiten und Kompetenzgerangel inner\u00adhalb des Golf\u00adkooperationsrats im Vordergrund, manifestiert sich die Riva\u00adlit\u00e4t heute \u00fcber\u00adwiegend in <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/10.18449\/2023A51\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">konkurrierenden wirtschaftlichen Entwicklungs- und Regio\u00adnal\u00adstrategien<\/a>. Beide Staa\u00adten verfolgen ambi\u00adtionierte Pl\u00e4ne, sich als zentrale Handels-, Logistik- und Investitionsdrehscheiben zwi\u00adschen Afrika, Asien und Europa zu eta\u00adblie\u00adren. Sp\u00e4testens seit dem von Riad erzwungenen R\u00fcckzug Abu Dhabis aus S\u00fcdjemen ist klar geworden, wie gravierend der zuvor eher schwelende Konflikt tats\u00e4chlich ist \u2013 mit unmittel\u00adbaren regionalen Auswirkungen. Berichten zufolge <a href=\"https:\/\/www.criticalthreats.org\/analysis\/somalia-cancels-uae-agreements-sudan-pakistan-arms-deal-potential-inter-congolese-dialogue-africa-file-january-15-2026\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">sperrten<\/a> Saudi-Arabien ebenso wie \u00c4gypten und Somalia ihren Luftraum f\u00fcr Versorgungsmissionen aus den VAE an die mit ihnen verb\u00fcndeten RSF. In der Folge gewann \u00c4thiopien als logistischer Knotenpunkt f\u00fcr solche Lieferungen an Bedeutung. Selbst der Iran\u00adkrieg, von dem sowohl die VAE als auch Saudi-Arabien stark betrof\u00adfen sind, \u00e4nderte wenig an den bilateralen Spannungen. Diese waren auch der Grund daf\u00fcr, dass bei der internatio\u00adna\u00adlen Sudan\u00adkonferenz in Berlin am 15.\u00a0April 2026 zu\u00adn\u00e4chst <a href=\"https:\/\/www.crisisgroup.org\/anb\/africa\/sudan-egypt-saudi-arabia-united-arab-emirates-united-states\/latest-sudan-conference-shows-diplomacy-backsliding\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">keine gemeinsame Abschlusserkl\u00e4rung<\/a> zustande kam. Ende April 2026 <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/energy\/view-uae-leave-opec-opec-oil-producer-groups-2026-04-28\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ver\u00adk\u00fcndeten<\/a> die VAE zudem ihren Austritt aus dem\u00a0\u00d6lkartell OPEC+, was ihr Verh\u00e4ltnis zu\u00a0Saudi-Arabien weiter belasten d\u00fcrfte.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Das regionale Engagement ist \u00fcberdies ma\u00df\u00adgeblich von der ideologischen Geg\u00adner\u00adschaft der herrschenden Familie Al Nahyan in Abu Dhabi zur Mus\u00adlimbruderschaft gepr\u00e4gt. Die Familie will das autorit\u00e4re Herr\u00adschaftsmodell erhalten und richtet sich gegen islamistische Str\u00f6mungen, die gesell\u00adschaftliche Mobilisierung betreiben und politische Teilhabe einfordern. Deshalb verfolgt Abu Dhabi eine Politik der aktiven Eind\u00e4mmung solcher Akteure, die sich sowohl in innenpolitischer Repression als auch in interventionistischer Au\u00dfen\u00adpolitik widerspiegelt. Besonders offenkundig wurde dies w\u00e4hrend der wesentlich von Abu Dhabi vorangetriebenen Blockade des Nach\u00adbar\u00adlandes Katar zwischen 2017 und 2021. Dessen F\u00fchrung wurde vor\u00adgeworfen, die Muslimbruderschaft in der Region zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Auch in afrikanischen Konflikten \u00e4u\u00dfert sich diese Linie in der gezielten Ko\u00adoperation mit lokalen Machtakteuren wie den RSF, die sich explizit gegen die Mus\u00adlimbruder\u00adschaft oder ihr nahestehende Kr\u00e4fte positio\u00adnieren. Gleichzeitig bleibt die Abgrenzung der Emirate gegen\u00fcber anderen islamistischen Akteuren <a href=\"https:\/\/www.chathamhouse.org\/sites\/default\/files\/publications\/research\/2018-03-27-yemen-southern-powder-keg-salisbury-final.pdf#page=22\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">oft unscharf<\/a>. Sicherheits\u00adpolitische Allianzen sind prag\u00admatischer Natur und stehen nicht zwangs\u00adl\u00e4ufig mit den offiziell verk\u00fcndeten Zielen der Terrorismusbek\u00e4mpfung im Einklang.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Schlie\u00dflich spielen auch Netzwerke von Mitgliedern der herrschenden Familien in Abu Dhabi und Dubai eine Rolle. <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2025\/06\/29\/world\/middleeast\/emirates-manchester-city-soccer-sudan.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Mansour bin Zayed <\/a> etwa, ein Bruder des Staatspr\u00e4sidenten und Vorsitzender des Staatsfonds Mubadala, hat laut Medien- und Forschungs\u00adberichten enge Beziehungen zu lokalen Macht\u00adakteuren in afrikanischen Konflikten, darunter Haf\u00adtar in Libyen und Dagalo in Sudan. Handel und Schmuggel mit Gold und anderen Res\u00adsourcen bieten den RSF und dem regul\u00e4ren sudanesischen Milit\u00e4r (Sudanese Armed Forces, SAF) lukra\u00adtive Einnahmequellen, aber auch deren Ge\u00adsch\u00e4ftspartnern in den VAE.<\/p>\n<p>                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Versch\u00e4rfung und Ausbreitung von Konflikten<\/p>\n<p>Die Konflikte in Sudan, \u00c4thio\u00adpien, Libyen und Somalia haben jeweils eigene Ursachen, sind also keine blo\u00dfen Stellvertreterkonflikte. Dennoch f\u00f6rdert externe milit\u00e4\u00adrische und finanzielle Unter\u00adst\u00fctzung \u2013 hier durch die VAE \u2013 die Bereitschaft der Konfliktparteien, ihre Ziele gewaltsam und kompromisslos zu verfolgen. Dies hat Folgen: Der Krieg in Sudan hat die gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Krise weltweit ausgel\u00f6st, gemessen an der Zahl von Men\u00adschen, die laut den <a href=\"https:\/\/humanitarianaction.info\/document\/global-humanitarian-overview-2026\/article\/gho-country-plans-interactive-dashboard#page-title\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Vereinten Nationen auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesen<\/a> sind (33,7 Mil\u00adlionen), vertrieben wurden (<a href=\"https:\/\/dtm.iom.int\/reports\/sudan-three-years-conflict-and-displacement?close=true\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zeitweise \u00fcber 15 Millio\u00adnen)<\/a> oder an <a href=\"https:\/\/www.ipcinfo.org\/ipcinfo-website\/ipc-dashboard\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">extremem Hunger<\/a> leiden. Die\u00a0RSF, Partner der VAE, sind f\u00fcr gezielte Gewalt gegen die sudanesische Zivilbev\u00f6lkerung verantwortlich. Das umfasst auch sexuelle Gewalt, Geiselnahmen, Pl\u00fcnderungen, Ver\u00adtreibung, Angriffe auf medizinische Ein\u00adrichtungen und Mas\u00adsent\u00f6tungen. All dies richtet sich oft gegen Angeh\u00f6rige nicht\u00adarabischer Minderheiten wie die Masa\u00adlit in West-Darfur oder die Zaghawa in Nord-Darfur. Die Stadt El-Fasher, welche die SAF und ihre Verb\u00fcndeten bis Oktober 2025 als letzte Provinzhauptstadt in Darfur kontrol\u00adlierten, belagerten die RSF f\u00fcr anderthalb Jahre. Bei der Einnahme gingen sie derart organisiert gegen die nichtarabische Zivil\u00adbev\u00f6lkerung vor, dass eine <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/documents\/thematic-reports\/ahrc6177-sudan-hallmarks-genocide-el-fasher-report-independent\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">VN-Untersu\u00adchungskommission von V\u00f6lkermord<\/a> sprach.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Das logistische Netzwerk der VAE, das sie\u00a0vor allem zur Unterst\u00fctzung der RSF geschaffen haben, tr\u00e4gt dazu bei, Konflikte in verschiedenen L\u00e4ndern st\u00e4rker mitein\u00adander zu verkn\u00fcpfen. So haben die VAE seit Herbst 2025 ein <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/investigations\/ethiopia-builds-secret-camp-train-sudan-rsf-fighters-sources-say-2026-02-10\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Trainingscamp<\/a> f\u00fcr die RSF in Benishangul-Gumuz im Westen \u00c4thiopi\u00adens aufgebaut. F\u00fcr die RSF bestimmte R\u00fcs\u00adtungsg\u00fcter, die mutma\u00dflich \u00fcber die Stadt Berbera in Somaliland kommen, werden anscheinend auch auf einem <a href=\"https:\/\/files-profile.medicine.yale.edu\/documents\/6fd54e48-167c-4af0-995b-942bee4727f9\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">St\u00fctzpunkt der \u00e4thiopischen Streitkr\u00e4fte<\/a> umgeladen. Gleichzeitig haben die RSF im S\u00fcden des sudanesischen Bundesstaats Blauer Nil eine Offen\u00adsive gestartet, bei der sie offenbar auch Einheiten von <a href=\"https:\/\/acleddata.com\/report\/blue-nile-peripheral-front-central-battleground-sudan-conflict\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">S\u00fcdsudan aus<\/a> einsetzen.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Die emiratische Versorgung f\u00fcr die RSF\u00a0via Tschad bedroht das fragile Gleich\u00adgewicht dort. Mehrere Bev\u00f6lkerungsgruppen in Darfur \u2013 und damit die dorti\u00adgen Konfliktparteien \u2013 haben enge Ver\u00adbin\u00addun\u00adgen in den Tschad, von wo auch ein Teil der K\u00e4mpfer stammt. Pr\u00e4sident D\u00e9by erm\u00f6glichte den VAE zeitweise, das Land als logis\u00adtische Drehscheibe zur Unterst\u00fctzung der RSF zu nutzen. Diese rekrutieren sich \u00fcberwiegend aus arabischen Gruppen, was Spannungen innerhalb der tschadischen Milit\u00e4relite befeuert. Vereinzelte <a href=\"https:\/\/www.lemonde.fr\/international\/article\/2026\/02\/23\/le-tchad-ferme-sa-frontiere-avec-le-soudan-a-cause-d-incursions-repetees_6667907_3210.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Zusammen\u00adst\u00f6\u00dfe<\/a> zwischen den RSF und der tschadischen Armee im Grenzgebiet waren Anzei\u00adchen, dass der Konflikt\u00ad eskalieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Welche langfristigen Konsequenzen sich aus dem emiratischen Interventionismus f\u00fcr Europa ergeben k\u00f6nnen, zeigt Libyen. Dort war das <a href=\"https:\/\/d1y8sb8igg2f8e.cloudfront.net\/documents\/This_War_is_Out_of_Our_Hands_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">fr\u00fche Eingreifen<\/a> der VAE zu\u00adgunsten Haftars ma\u00dfgebend daf\u00fcr, dass dessen Angriff auf Tripolis im April 2019 in einen B\u00fcrgerkrieg ausartete. Er dauerte l\u00e4nger als ein Jahr und hatte eine st\u00e4n\u00addige t\u00fcrkische und russische Milit\u00e4r\u00adpr\u00e4senz in dem Land zur Folge. Ob die VAE die Ein\u00admischung der russischen Gruppe Wagner in diesen Konflikt <a href=\"https:\/\/thesentry.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/EasternLibyaMoneyMan-TheSentry-April2026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">finanzierte<\/a>, wie der US-Milit\u00e4rnachrichtendienst 2020 <a href=\"https:\/\/media.defense.gov\/2020\/Dec\/04\/2002546287\/-1\/-1\/1\/LEAD%20IG%20EAST%20AFRICA%20AND%20NORTH%20AND%20WEST%20AFRICA%20COUNTERTERRORISM%20OPERATIONS.PDF\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">behauptete<\/a>, bleibt unklar. Gesichert ist dagegen die enge Kooperation der VAE mit Wagner w\u00e4hrend des Kriegs: Die Wagner-Logistik st\u00fctzte sich unter anderem auf <a href=\"https:\/\/www.newamerica.org\/future-frontlines\/reports\/the-abu-dhabi-express\/looking-at-the-logistics-and-following-the-money\/#flight-patterns\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Transportfl\u00fcge<\/a> aus den VAE, die VAE stationierten <a href=\"https:\/\/www.thetimes.com\/world\/us-world\/article\/russian-missile-system-spirited-out-of-libya-by-us-hjjtz0kd2\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Pantsir-Luftabwehrsysteme<\/a>, die von Wagner-Kr\u00e4ften bedient wurden, und Letztere liefer\u00adten <a href=\"https:\/\/reaktionbooks.co.uk\/work\/the-wagner-group\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Zielkoordinaten<\/a> f\u00fcr emiratische Droh\u00adnen. Die Emi\u00adrate sind daher mitverantwortlich f\u00fcr die mittlerweile fest etablierte rus\u00adsische Milit\u00e4rpr\u00e4senz in Libyen und damit die anhaltende Spaltung des Landes.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Die humanit\u00e4ren Folgen der Konflikte, in\u00a0denen die VAE intervenieren, sind weit\u00adreichend \u2013 wobei die VAE selbst weit\u00adgehend von ihnen isoliert sind. Vor allem auf den Nachbarstaaten lastet die massive Fl\u00fcchtlingskrise, die der Krieg in Sudan verursacht hat. Sie schl\u00e4gt sich aber auch in einer wachsenden Zahl sudanesischer Gefl\u00fcchteter nieder, die \u00fcber das Mittelmeer nach Europa kommen. Unter den Ank\u00fcnften in Italien <a href=\"https:\/\/data.unhcr.org\/ar\/documents\/download\/120377\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">verdoppelte<\/a> sich von 2024 bis 2025 sowohl die Anzahl als auch der Anteil suda\u00adnesischer Staatsangeh\u00f6riger, von 3 auf 6\u00a0Prozent. In Griechenland stell\u00adten sudane\u00adsische Gefl\u00fcchtete 2025 mit <a href=\"https:\/\/data.unhcr.org\/en\/documents\/details\/120817\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">mehr als einem F\u00fcnftel<\/a> bereits die zweit\u00adgr\u00f6\u00dfte Gruppe.<\/p>\n<p>                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Unterminierung internationaler Konfliktbearbeitung<\/p>\n<p>Nicht nur bei Interventionen, sondern auch beim Umgang der VAE mit internationaler Konfliktbearbeitung zeigt sich ein durchg\u00e4ngiges Muster. Die Emirate beteiligen sich an diplomatischen Prozessen zur Been\u00addi\u00adgung von Konflikten, nutzen die inter\u00adnatio\u00adnale B\u00fchne aber vor allem, um sich als vor\u00adgeblich konstruktiver Akteur darzustellen.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Das prominenteste Beispiel f\u00fcr solch diplomatisches Taktieren ist das Quad-For\u00admat (\u00c4gypten, Saudi-Arabien, USA, VAE), das im <a href=\"https:\/\/www.state.gov\/releases\/2025\/09\/joint-statement-on-restoring-peace-and-security-in-sudan\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">September 2025 gemeinsame Ziel\u00advorstellungen<\/a> f\u00fcr einen Waffenstillstand in Sudan vorlegte. Dazu geh\u00f6rt ein Ende der externen Unterst\u00fctzung, welche die VAE jedoch <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/world\/how-u-a-e-arms-bolstered-a-sudanese-militia-accused-of-genocide-781b9803\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">2025 laut US-Geheimdienstberichten <\/a>noch intensivierten. Die diplomatischen Vorst\u00f6\u00dfe dienten eher dazu, dass sich die RSF zum wiederholten Male als bereit\u00adwilliger <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2025\/11\/24\/rsf-announces-unilateral-three-month-humanitarian-truce-in-sudan\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Partner f\u00fcr einen Waffenstillstand pr\u00e4sentieren<\/a> konn\u00adten, w\u00e4hrend sie ein Massaker ver\u00fcbten.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Die VAE inszenierten sich zudem als humanit\u00e4rer Geber f\u00fcr Sudan. Auf einer <a href=\"https:\/\/www.mofa.gov.ae\/en\/mediahub\/news\/2025\/2\/14\/14-2-2025-uae-sudan\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">gemeinsam mit der Afrikanischen Union (AU), der regionalen Wirtschaftsgemeinschaft IGAD und \u00c4thiopien<\/a> ausgerichteten Konferenz im Februar 2025 sagten sie 200 Millionen US-Dollar zu und bei einer US-Konferenz 2026 <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/middle-east\/uae-pledges-500-million-for-sudan-aid-washington-gathers-donors-2026-02-03\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">weitere 500 Millionen US-Dollar<\/a>. Wohin diese Mittel flie\u00dfen, ist jedoch ungewiss, da die VAE 2025 <a href=\"https:\/\/fts.unocha.org\/donor-grouped\/100\/countries\/2025\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">lediglich rund 33 Millionen US-Dollar<\/a> in den VN-koordinierten Plan einzahlten. Deutschland hatte bereits im Berliner Libyen-Prozess (2019\u201320) erlebt, wie die VAE diplomatische Bem\u00fchungen unterliefen: Trotz Zusagen (gemeinsam mit Russ\u00adland und der T\u00fcrkei), die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die libyschen Konflikt\u00adparteien einzustellen, wurde sie weiter <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2020\/02\/02\/world\/middleeast\/libya-un-arms-embargo.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ver\u00adst\u00e4rkt<\/a>. Selbst am Tag der Berliner Libyen-Konferenz im Januar 2020 flogen <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2020\/09\/03\/world\/middleeast\/libya-russia-emirates-mercenaries.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Transport\u00admaschinen<\/a> aus den Emiraten nach Ost\u00adlibyen. Infolgedessen endete der Krieg nicht aufgrund diplomatischer Anstrengungen, sondern wegen des durch die Interventionen ent\u00adstandenen milit\u00e4rischen Kr\u00e4ftegleich\u00adgewichts. Sowohl Libyen als auch aktuell Sudan zeigen: Ohne Druck verspricht die Einbindung der VAE in diplomatische Pro\u00adzesse zur Konfliktl\u00f6sung wenig Erfolg.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Das Agieren der VAE untergr\u00e4bt zudem ein wichtiges Instrument multilateraler Konfliktbearbeitung: Waffenembargos. Die offene Missachtung des VN-Embargos f\u00fcr Libyen durch die VAE ab 2014 und beson\u00adders w\u00e4hrend des Kriegs um Tripolis 2019\u201320 d\u00fcrfte Staaten wie die T\u00fcrkei ermutigt haben, sich ebenso zu verhalten. \u00c4hn\u00adliches gilt seit 2023 f\u00fcr Sudan. <a href=\"https:\/\/docs.un.org\/en\/S\/2026\/224\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Ein VN-Experten\u00adbericht<\/a> listet zwischen Oktober 2024 und Ende 2025 458 Fl\u00fcge mit schweren Trans\u00adportmaschinen von Mili\u00adt\u00e4r\u00adflugh\u00e4fen in den VAE oder vom emiratischen Umschlagplatz Bosaso nach Ostlibyen. Darunter waren <a href=\"https:\/\/docs.un.org\/en\/S\/2026\/224\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">239\u00a0Fl\u00fcge nach Kufra<\/a>, einem Knotenpunkt zur Unterst\u00fctzung der RSF. Diese Trans\u00adporte verletzten mutma\u00dflich das VN-Waffen\u00adembargo f\u00fcr Libyen und jenes f\u00fcr Darfur. Dabei ist klar: Auch die Unter\u00adst\u00fctzung f\u00fcr\u00a0die SAF durch \u00c4gyp\u00adten, Saudi-Arabien, Russland, die T\u00fcr\u00adkei, Iran und andere L\u00e4nder befeuert den Krieg.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">F\u00fcr beide Konflikte gilt, dass sich west\u00adliche Regierungen gegen\u00fcber den VAE auf\u00adf\u00e4llig mit Kritik zur\u00fcckhalten, was sie auch daran hindert, st\u00e4rker gegen\u00ad\u00fcber anderen intervenierenden Staaten auf Einhaltung der Embargos zu dr\u00e4ngen. So hat noch kein Mitglied des VN-Sicher\u00adheitsrats in Sitzungen explizit die Unterst\u00fctzung der VAE f\u00fcr die RSF angesprochen. Diese Nach\u00adsicht gegen\u00fcber emiratischem Interventionismus hat ma\u00dfgeblich zum Glaubw\u00fcrdigkeits\u00adverlust der Sanktions\u00adregime beigetragen.<\/p>\n<p>                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Kein konstruktiver Partner<\/p>\n<p>Die Analyse emiratischer Interventionen in Afrika verdeutlicht, dass die VAE f\u00fcr euro\u00adp\u00e4ische Bem\u00fchungen der Konfliktpr\u00e4ven\u00adtion und -bearbeitung auf dem Kon\u00adtinent bislang kein verl\u00e4sslicher Partner sind. Viel\u00admehr agiert das Land als Spoiler, dessen Eingreifen lokale Konfliktdynamiken ver\u00adsch\u00e4rft, Gewalt\u00f6konomien stabilisiert und die Fragmentierung der Staaten bef\u00f6rdert. Die Folgen sind nicht nur f\u00fcr die betroffenen Gesellschaften desastr\u00f6s, sondern ber\u00fchren auch europ\u00e4ische Interessen \u2013 von regio\u00adnaler Stabilit\u00e4t \u00fcber Migration bis hin zur Sicherung multilateraler Ordnungsstrukturen.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Diese Einsch\u00e4tzung ist durchaus nicht neu. F\u00fcr ihr Handeln mussten die VAE den\u00adnoch bisher nicht mit sp\u00fcrbaren politischen Konsequenzen seitens Deutschlands und seiner europ\u00e4ischen Partner rechnen. In der Abw\u00e4gung dominieren andere Gesichtspunkte der Beziehungen: Wirtschafts- und Handelsinteressen, die sicherheitspolitische Kooperation, die im Zuge des Irankriegs noch gr\u00f6\u00dfe\u00adren Stellenwert erhielt, die enge Abstimmung der VAE mit Israel, das strate\u00adgische Ziel, die Emirate nicht weiter in Richtung China oder Russland abdriften zu lassen, sowie j\u00fcngst die Zusammenarbeit im Bereich K\u00fcnstliche Intelligenz.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Dabei bedarf es dringend einer n\u00fcchternen und umfassenden Pr\u00fcfung des Ver\u00adh\u00e4lt\u00adnisses zu den VAE, zumal andere Aspekte bisher kaum ins Gewicht fallen. Zu nennen sind etwa die ambivalente bis blockierende Rolle der Emirate in internationalen Klima\u00adverhandlungen, ihr <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2023\/08\/08\/world\/middleeast\/uae-russia-china-us.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">pragmatisch-freund\u00adlicher<\/a> Umgang mit Russland sowie politi\u00adsche <a href=\"https:\/\/www.mediapart.fr\/journal\/international\/180126\/freres-musulmans-le-plan-secret-des-emirats-pour-influencer-le-debat-public-francais\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Einflussnahme<\/a> in Europa \u2013 darunter <a href=\"https:\/\/www.mediapart.fr\/journal\/france\/211016\/le-travail-d-influence-des-emirats-arabes-unis-aupres-de-marine-le-pen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Beziehungen<\/a> zu <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/f4e6e5b4-264f-4593-9542-03d34464ef99\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">rechtspopulistischen<\/a> bis <a href=\"https:\/\/www.mediapart.fr\/journal\/politique\/280525\/le-rapprochement-entre-le-rn-et-les-emirats-arabes-unis-se-concretise\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">rechtsextremen<\/a> <a href=\"https:\/\/www.mediapart.fr\/journal\/france\/110121\/la-justice-saisie-de-l-affaire-du-pret-emirati-de-8-millions-d-euros-au-rn\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Parteien<\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.newyorker.com\/magazine\/2023\/04\/03\/the-dirty-secrets-of-a-smear-campaign\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Unterst\u00fctzung<\/a> von <a href=\"https:\/\/www.lemonde.fr\/les-decodeurs\/article\/2025\/12\/03\/qui-a-commande-les-sondages-controverses-sur-les-musulmans-en-france_6655880_4355770.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Netzwerken<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/schweiz-wie-privatermittler-fuer-die-vereinigten-arabischen-emirate-in-europa-politik-beeinflussten-a-a23274f9-2a23-4216-97f6-9438021f3232\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Desinformation<\/a> verbreiten. Die emiratische Au\u00dfenpolitik in Afrika ist daher kein isoliertes Defizit eines an\u00adsonsten konstruktiven Partners. Sie sollte vielmehr als Ausdruck eines konsistent macht\u00adpolitischen Ansatzes ver\u00adstanden werden: Die VAE f\u00f6rdern gezielt dis\u00adruptive Akteure und verkn\u00fcpfen mili\u00adt\u00e4rische Unterst\u00fctzung systematisch mit kommer\u00adziellen und ideologischen Inter\u00adessen.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Dieses Vorgehen k\u00f6nnte zuk\u00fcnftig noch intensiviert werden. Nachdem die VAE zum Jahreswechsel 2025\/26 ihre verbliebenen Trup\u00adpen im Jemen aufgrund der Differenzen mit Saudi-Arabien vollst\u00e4ndig abgezogen haben, gewinnen afrikanische Schau\u00adpl\u00e4tze stra\u00adte\u00adgisch weiter an Bedeutung: als Knotenpunkte entlang der Handels- und Energierouten durch das Rote Meer, als Standorte f\u00fcr Hafen- und Logistikprojekte im Rahmen einer expansiven Au\u00dfenwirtschaftspolitik, als Zug\u00e4nge zu Rohstoffen sowie als sicher\u00adheitspolitische Einfluss\u00adzonen. Dass die logis\u00adtische Unterst\u00fctzung f\u00fcr die RSF in Sudan selbst inmitten irani\u00adscher Angriffe auf die VAE andauerte, zeigt, wel\u00adchen Stel\u00adlenwert die Emirate dieser Poli\u00adtik einr\u00e4umen. Auch die j\u00fcngst begon\u00adnene emiratische Zusammenarbeit mit Israel im <a href=\"https:\/\/www.lemonde.fr\/afrique\/article\/2026\/04\/06\/au-somaliland-la-discrete-implantation-d-une-base-militaire-construite-par-les-emirats-pour-les-etats-unis-et-israel_6677457_3212.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Aufbau einer Milit\u00e4rpr\u00e4senz in Somaliland<\/a> spiegelt solche Ambitionen wider.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Zugleich d\u00fcrfte Abu Dhabi derzeit weit st\u00e4rker als fr\u00fcher daran interessiert sein, seine guten Beziehungen gerade zu den Europ\u00e4ern nicht zu verspielen. Die wachsen\u00adde Kritik in der Region an emiratischer Politik, die Spannungen mit Saudi-Arabien sowie die im Iran\u00adkrieg offengelegte wirt\u00adschaftliche und sicher\u00adheitspolitische Ver\u00adwundbarkeit bie\u00adten Gelegenheit, effektiver Druck auf die VAE auszu\u00fcben. Konkret bestehen f\u00fcr Deutschland und seine euro\u00adp\u00e4ischen Part\u00adner f\u00fcnf Handlungsoptionen, um auf eine konstruktivere emiratische Regionalpolitik hinzuwirken:<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Erstens sollte die reputative Dimension in der Politik gegen\u00fcber Abu Dhabi st\u00e4rker genutzt werden. Die VAE legen gro\u00dfen Wert auf ihr Image als moderner, stabiler und verantwortungsvoller Akteur. Eine offenere internationale Thematisierung kon\u00adfliktversch\u00e4rfender Aktivit\u00e4ten kann politischen Druck erzeugen. Statt nur all\u00adgemein von externer Unterst\u00fctzung f\u00fcr Kon\u00adfliktakteure in Afrika zu sprechen, sollte Deutschland sowohl die VAE als auch andere entsprechend involvierte Staaten ausdr\u00fccklich erw\u00e4hnen, ohne sich dabei in die Rivalit\u00e4ten am Golf hineinziehen zu lassen. Ein Reputationsschaden kann auch wirt\u00adschaftliche Folgen haben, wie im Falle der mutma\u00dflichen Verwicklung des fr\u00fche\u00adren Chefs von DP World in das Epstein-Netz\u00adwerk \u2013 <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/548f8ce5-b9e3-4b5f-97ac-0105039d7d14\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">er trat nach der Intervention eines kanadischen Pensionsfonds zur\u00fcck<\/a>.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Zweitens sollte die EU ihre Finanzsank\u00adtionen ausweiten und konsequenter an\u00adwenden \u2013 gerade dort, wo emiratische Akteure nachweislich gegen VN-Embargos versto\u00dfen oder bewaffnete Gruppen unter\u00adst\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Drittens sollte die deutsche R\u00fcstungs\u00adexportpolitik gegen\u00fcber den VAE grund\u00adlegend \u00fcberpr\u00fcft werden. Denn trotz des gestiegenen Bedarfs der Emirate, sich gegen iranische Angriffe zu sch\u00fctzen, gilt: Die Gefahr der Weitergabe oder des Ein\u00adsatzes deutscher R\u00fcstungsg\u00fcter in Drittstaatenkonflikten ist real. So statteten die VAE Haftars Offensive auf Tripolis in Libyen mit <a href=\"https:\/\/www.theafricareport.com\/68186\/libya-how-the-us-and-turkey-agreed-to-share-a-captured-russian-defence-system\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Pantsir-Luftabwehrsystemen<\/a> auf <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/warum-rheinmetall-militaertrucks-im-buergerkrieg-in-libyen-auftauchen-9276370.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">MAN-\/ Rheinmetall-Chassis<\/a> aus. Das <a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/en\/latest\/news\/2024\/11\/sudan-french-manufactured-weapons-system-identified-in-conflict-new-investigation\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">franz\u00f6sische Abwehrsystem Galix<\/a> kam auf bewaffneten Fahrzeugen der VAE in Sudan zum Einsatz.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">Viertens k\u00f6nnten strengere Ma\u00dfst\u00e4be bei der Anwendung von Geldw\u00e4sche- und Trans\u00ad\u00adparenzstandards angelegt werden. Die Rolle emiratischer Finanzpl\u00e4tze als Dreh\u00adscheiben f\u00fcr Konflikt\u00f6konomien, informelle Kapital\u00adfl\u00fcsse und Sanktionsumgehung sollte st\u00e4rker in den Fokus europ\u00e4ischer Regu\u00adlie\u00adrung r\u00fccken. Zwar wurden die VAE 2024 von der \u00bbGrauen Liste\u00ab der Financial Action Task Force <a href=\"https:\/\/www.moodys.com\/web\/en\/us\/kyc\/resources\/insights\/fatf-announces-decision-remove-united-arab-emirates-grey-list.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">gestrichen<\/a>, nachdem Reformschritte im Bereich Geldw\u00e4schebek\u00e4mpfung eingeleitet worden waren. Zivilgesellschaft\u00adliche Organisationen und Transparenzinitia\u00adtiven <a href=\"https:\/\/thesentry.org\/2024\/02\/23\/80513\/uae-removed-from-fatf-grey-list-despite-evidence-of-role-in-illicit-arms-and-gold-trade\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">kritisierten<\/a> diese Entschei\u00addung jedoch als verfr\u00fcht. Sie verwiesen auf fortbestehen\u00adde strukturelle Defizite bei der Durchsetzung sowie auf die anhaltende Attrak\u00adtivit\u00e4t emiratischer Finanzpl\u00e4tze f\u00fcr problematische Kapitalstr\u00f6me.<\/p>\n<p class=\"StandardEinzug\">F\u00fcnftens bedarf auch das diplomatische Engagement einer Neubewertung. Eine \u00bbstrategische Partnerschaft\u00ab, die Deutschland seit 2004 mit den VAE unterh\u00e4lt, sug\u00adgeriert weitgehende Interessenkongruenz. Diese Partnerschaft angesichts der Konfliktinterventionen nicht zumindest auszusetzen konter\u00adkariert den von Deutschland vor\u00adgetragenen Anspruch auf ein zuverl\u00e4ssiges, also regel\u00adbasiertes Verhalten. Nur wenn die Emirate ihre Poli\u00adtik in Afrika erkennbar auf Deeska\u00adlation aus\u00adrichten, kann die Partnerschaft glaubw\u00fcrdig fortgef\u00fchrt werden \u2013 und zu\u00adgleich das vorhandene finanzielle Gewicht und die politischen Netzwerke Abu Dhabis f\u00fcr eine konstruktive Konfliktbearbeitung nutzbar gemacht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) z\u00e4hlen inzwischen zu den aggressivsten externen Akteuren in afrikanischen Konflikten, besonders in \u00c4thiopien,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15182,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[235],"tags":[112,110,113,109,267,108,114,111],"class_list":{"0":"post-15181","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-sudan","8":"tag-aussenpolitik","9":"tag-deutsches-institut-fuer-internationale-politik-und-sicherheit","10":"tag-sicherheitspolitik","11":"tag-stiftung-wissenschaft-und-politik","12":"tag-sudan","13":"tag-swp","14":"tag-unabhaengiges-forschungsinstitut","15":"tag-wissenschaftliche-politikberatung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116541672739519481","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15181","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15181"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15181\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15182"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15181"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15181"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15181"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}