{"id":15207,"date":"2026-05-09T03:24:06","date_gmt":"2026-05-09T03:24:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15207\/"},"modified":"2026-05-09T03:24:06","modified_gmt":"2026-05-09T03:24:06","slug":"atomkongress-in-ruanda-russland-traeumt-nuklear-in-afrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15207\/","title":{"rendered":"Atomkongress in Ruanda: Russland tr\u00e4umt nuklear in Afrika"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">   In Ruandas Hauptstadt Kigali findet der erste afrikanische Innovationsgipfel zum Thema Nuklearenergie statt. Unter dem Motto \u201e600 Millionen Afrikaner haben keinen Zugang zu Strom\u201c preisen die Veranstalter die Atomenergie \u201emit ihren minimalen CO2-Emissionen und zunehmend wettbewerbsf\u00e4higen Kosten\u201c als praktikable Option.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Diskutiert werden vor allem die M\u00f6glichkeiten, mithilfe von sogenannten Small Modular Reactors (SMRs) und Mikroreaktoren (MMRs) die Energiewende auf dem Kontinent zu beschleunigen, <a href=\"https:\/\/www.neisafrica.org\/\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">wie es in der Ank\u00fcndigung hei\u00dft<\/a>.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">SMRs und MMRs sind kleinere Reaktoren, die aus vorgefertigten Teilen zusammengesetzt werden. Sie enthalten weniger Brennstoff und produzieren weniger Energie als gro\u00dfe AKWs. Von den Herstellern werden sie als sicherer gepriesen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Ein <a href=\"https:\/\/www.base.bund.de\/de\/forschung\/themenfelder\/nukleare-sicherheit\/_documents\/smr.html?nn=333114\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">Gutachten im Auftrag des deutschen Bundesamts f\u00fcr die Sicherheit der nuklearen Entsorgung<\/a> (BASE) kam jedoch zum Schluss, dass \u201edie hohe Anzahl an Reaktoren, die f\u00fcr die gleiche Produktionsmenge an elektrischer Leistung notwendig ist, das Risiko jedoch wiederum um ein Vielfaches erh\u00f6ht\u201c.<\/p>\n<p>      Weltbank vergibt neuerdings Kredite f\u00fcr AKWs<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Energie- und Infrastrukturminister aus zahlreichen afrikanischen L\u00e4ndern, Vertreter der Internationalen Atomenergiebeh\u00f6rde (IAEA), der UNO-Wirtschaftskommission f\u00fcr Afrika und des Nuklearverbandes (NEA) waren nach Kigali gereist. Selbst der Premierminister von Niger war anwesend, wo eine der gr\u00f6\u00dften Uran-Reserven Afrikas in der Erde schlummert.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Es gebe einen neuen \u201eglobalen Trend\u201c hin zur Nuklearenergie, so Rafael Mariano Grossi, Vorsitzender der IAEA, in seiner Er\u00f6ffnungsrede in Kigali: \u201eF\u00fcr viele Jahre war die Investition in Nuklearenergie keine Option.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Der Grund daf\u00fcr war in erster Linie das fehlende Geld, so Grossi. \u201eBislang waren alle T\u00fcren fest verschlossen f\u00fcr die Option, dass internationale Finanzinstitutionen in Nuklearprojekte involviert sind.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"9\">Doch <a href=\"https:\/\/www.worldbank.org\/en\/news\/press-release\/2025\/06\/26\/world-bank-group-iaea-formalize-partnership-to-collaborate-on-nuclear-energy-for-development\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">erst vor wenigen Tagen hat die Weltbank angek\u00fcndigt<\/a>, k\u00fcnftig den Bau kleiner Atomkraftwerke mit Krediten und Zusch\u00fcssen zu unterst\u00fctzen. Der Strombedarf in Entwicklungsl\u00e4ndern werde sich bis 2035 verdoppeln, begr\u00fcndete Weltbank-Chef Ajay Banga den Schritt. \u201eArbeitspl\u00e4tze brauchen Strom. Das gilt auch f\u00fcr Fabriken, Krankenh\u00e4user, Schulen und Wassersysteme.\u201c<\/p>\n<p>      Ruanda will stabile Stromversorgung<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"11\">Ruanda, das sich stets als \u201egr\u00fcn\u201c profiliert, geht voran. Noch immer haben dort 30 Prozent der Bev\u00f6lkerung keine einzige Gl\u00fchbirne zu Hause. \u201eRuanda m\u00f6chte f\u00fcr den Kontinent ein Beispiel sein\u201c, sagte der Vorsitzende des ruandischen Atomenergiebeh\u00f6rde (RAEB), Lassina Zerbo, in seiner Er\u00f6ffnungsrede.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"12\">Bereits im Vorfeld der Konferenz hatte RAEB angek\u00fcndigt, in den n\u00e4chsten f\u00fcnf bis acht Jahren die ersten Minireaktoren zu errichten und damit rund 3.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Bislang besteht Ruandas Energiemix aus Solarenergie, Wasserkraft und jeder Menge Dieselgeneratoren.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-16\" pos=\"13\">Doch Solar- und Wasserkraft sind abh\u00e4ngig von Sonnen- und Regenzeiten und ohne Stromspeicher nicht immer verf\u00fcgbar. \u201eMan kann keine Industrialisierung f\u00f6rdern mit Stromausf\u00e4llen und instabiler Stromversorgung\u201c, sagte Grossi in Kigali.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"14\">Die Debatte, ob afrikanische Regierungen in Nuklearenergie investieren sollen, ist Jahrzehnte alt. Die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 hatte diese Option zun\u00e4chst zunichtegemacht, weil kaum ein Geldgeber mehr investieren wollte, vor allem nicht in Afrika, wo es kaum ausgebildetes Personal gibt.<\/p>\n<p>      Dann kam Russland<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-19\" pos=\"16\">Der Energiehunger blieb aber bestehen \u2013 und wurde stetig gr\u00f6\u00dfer. Dann legte Russland den Afrikanern ein Komplettpaket vor, das viele gar nicht ausschlagen konnten: von der Finanzierung \u00fcber den Betrieb, die Ausbildung von Fachkr\u00e4ften bis hin zur Entsorgung des Atomm\u00fclls.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-20\" pos=\"17\">\u201eWir glauben fest daran, dass die Kernenergie eine kosteng\u00fcnstige und verl\u00e4ssliche Alternative ist f\u00fcr L\u00e4nder, die ihre Energieversorgung erh\u00f6hen wollen\u201c, erkl\u00e4rte Dmitri Schornikow, Rosatom-Chef f\u00fcr Afrika, 2018 der taz.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-21\" pos=\"18\">Kurz darauf lud Rosatom die Afrikaner zur gro\u00dfen Atom-Expo nach Sotschi ans Schwarze Meer ein. Dort unterzeichneten Kenia, \u00c4thiopien, Sudan, Angola, die Republik Kongo und Uganda Abkommen mit Rosatom. Ruanda folgte ein Jahr sp\u00e4ter. Seitdem haben 130 junge Ruander in Russland studiert, um die junge Generation f\u00fcr die Technologie fit zu machen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-22\" pos=\"19\">Als Vorbild auf dem Kontinent gilt die Rosatom-Partnerschaft mit \u00c4gypten. Dort baut Rosatom in El Dabaa an der Mittelmeerk\u00fcste vier gro\u00dfe Meiler f\u00fcr umgerechnet 25 Milliarden Dollar. Neu war das Finanzierungskonzept: 85 Prozent werden von russischen Staatsbanken als Kredite direkt an Rosatom gestellt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-23\" pos=\"20\">Rosatom bleibt im Besitz der Reaktoren, bis die Kredite abbezahlt sind. Der Konzern verkauft den erzeugten Strom an \u00c4gyptens Regierung, die die Kosten wiederum auf die Konsumenten umlegt. Der Reaktor soll 2028 ans Netz gehen.<\/p>\n<p>      Auch westliche Unternehmen investieren in Ruanda<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-25\" pos=\"22\">Mittlerweile konkurrieren auch wieder westliche Unternehmen um die Auftr\u00e4ge aus Afrika. F\u00fcr die Errichtung kleiner Reaktoren ist Ruanda 2023 eine Partnerschaft mit dem deutsch-kanadischen Unternehmen \u201eDual Fluid Energy CEO\u201c eingegangen, ein Start-Up, das sich auf die Entwicklung von SMRs und MMRs spezialisiert hat.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-26\" pos=\"23\">Bei Vertragsunterzeichnung hatte Ruanda angek\u00fcndigt, den ersten Testreaktor 2026 einzuschalten und bis 2028 die Testphase erfolgreich zu Ende zu bringen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-27\" pos=\"24\">Ein weiteres Abkommen beschloss Ruandas Atombeh\u00f6rde im vergangenen Jahr mit der US-amerikanischen Firma NANO Nuclear Energy Inc., die ebenfalls Mini-Reaktoren baut. Als den Beginn einer \u201eneuen \u00c4ra\u201c bezeichnete Zerbo vom Ruandas Atombeh\u00f6rde die Partnerschaft.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-28\" pos=\"25\">Frank Habineza von der ruandischen Partei \u201eDie Gr\u00fcnen\u201c kritisiert gegen\u00fcber der taz die Idee: \u201eWir haben im Parlament dagegen gestimmt und versucht die Menschen aufzukl\u00e4ren\u201c, so Habineza im taz-Interview 2024. \u201eWenn etwas passiert, k\u00f6nnen viele sterben\u201c, warnt er.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Ruandas Hauptstadt Kigali findet der erste afrikanische Innovationsgipfel zum Thema Nuklearenergie statt. 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