{"id":15232,"date":"2026-05-09T06:59:09","date_gmt":"2026-05-09T06:59:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15232\/"},"modified":"2026-05-09T06:59:09","modified_gmt":"2026-05-09T06:59:09","slug":"trumps-gesundheitsvertraege-in-afrika-geld-gegen-daten-und-rohstoffe-news","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15232\/","title":{"rendered":"Trumps Gesundheitsvertr\u00e4ge in Afrika: Geld gegen Daten und Rohstoffe &#8211; News"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-paragraph\">Nach der Zerschlagung von USAID schliesst die Trump-Regierung neue \u00abGesundheitsvertr\u00e4ge\u00bb mit Entwicklungsl\u00e4ndern ab. Von \u00fcber 30 L\u00e4ndern, die unterzeichnet haben, liegen zwei Drittel in Afrika.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Die Bedingungen gehen weit: Geld fliesst nur gegen Zugang zu Gesundheitsdaten, biologischen Proben \u2013 teils sogar zu Rohstoffen. Sambia, Simbabwe und Ghana haben die Verhandlungen auf Eis gelegt, in Kenia hat ein Gericht das Abkommen vor\u00fcbergehend gestoppt. SRF-Afrika-Korrespondent Fabian Urech ordnet ein.<\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" alt=\"Fabian Urech\" class=\"image__img\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/df2cd9.webp\"\/><\/p>\n<p class=\"person-details__name\">\n                Fabian Urech\n    <\/p>\n<p class=\"person-details__function\" itemprop=\"jobTitle\">\n        Afrika-Korrespondent\n    <\/p>\n<p>    Personen-Box aufklappen<br \/>\n    Personen-Box zuklappen<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Fabian Urech ist seit dem Fr\u00fchjahr 2024 Afrika-Korrespondent von Radio SRF. Er lebt in Ghanas Hauptstadt Accra. Zuvor war er w\u00e4hrend sieben Jahren Afrika-Verantwortlicher der \u00abNZZ\u00bb.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>                                                        Was steckt hinter diesen neuen US-Gesundheitsvertr\u00e4gen?<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Es ist die \u00abAmerica First Global Health Strategy\u00bb \u2013 ein Neustart des amerikanischen Engagements im globalen Gesundheitssektor. Der neue Ansatz unterscheidet sich stark vom bisherigen, nicht zuletzt sind die Beitr\u00e4ge deutlich geringer. Im Schnitt ist von einem R\u00fcckgang um knapp die H\u00e4lfte die Rede.<\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" alt=\"Ein Mann neben einem Ambulanzfahrzeug.\" class=\"image__img\" loading=\"lazy\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\"\/><\/p>\n<p>                    Legende:<\/p>\n<p>                Ein Spital in Accra nimmt Mitte April neue Krankenwagen in Betrieb: Ghana verzichtet vorl\u00e4ufig auf Hilfsgelder aus Washington f\u00fcr den Gesundheitssektor.<\/p>\n<p>                    Keystone \/  Frank Kporfor<\/p>\n<p>                                                        Welche L\u00e4nder wehren sich \u2013 und warum?<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Sambia und Simbabwe haben die Verhandlungen abgebrochen, in Kenia erkl\u00e4rte ein Gericht das bereits unterzeichnete Abkommen f\u00fcr ung\u00fcltig. Letzte Woche stoppte auch Ghana die Gespr\u00e4che. Im Zentrum der Kritik steht der Datenschutz. Die Abkommen geben amerikanischen Beh\u00f6rden weitreichenden Zugang zu Gesundheitsdaten und biologischen Proben. Ein Regierungsvertreter in Ghana sagte nach dem Abbruch: \u00abDas Abkommen h\u00e4tte bedeutet, dass wir die ganze Architektur der eigenen Gesundheitsdaten ausgelagert h\u00e4tten.\u00bb<\/p>\n<p>                                                        In Sambia geht es zus\u00e4tzlich um Rohstoffe. Wie das?<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Die USA haben den Gesundheits-Deal mit Sambia gem\u00e4ss geleakten Informationen an einen besseren Zugang zu den grossen Kupfer- und Kobaltvorkommen gekn\u00fcpft. Die Botschaft an Lusaka war unverhohlen: Hilfsgelder f\u00fcr HIV-Kranke oder Spit\u00e4ler gibt es nur gegen bevorzugten Zugang zu den Rohstoffen. Sambia hat abgelehnt \u2013 und verzichtet damit auf bis zu zwei Milliarden Dollar \u00fcber f\u00fcnf Jahre. F\u00fcr ein schuldengeplagtes Land eine bemerkenswerte Entscheidung.<\/p>\n<p>                                                        Wof\u00fcr wollen die USA all diese Gesundheitsdaten und biologischen Proben \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Offiziell geht es um die Fr\u00fcherkennung von Infektionswellen und Pandemien zum Schutz der US\u2011Bev\u00f6lkerung. Daneben kursieren weitere, scharf kritisierte Vermutungen. So heisst es, biologische Proben k\u00f6nnten f\u00fcr die US-Impfstoffentwicklung genutzt werden. Und Gesundheitsdaten k\u00f6nnten beim Training amerikanischer KI-Modelle landen. Alles ohne Zustimmung der Betroffenen.<\/p>\n<p>                                                        Wem n\u00fctzen diese Abkommen \u2013 den afrikanischen L\u00e4ndern oder den USA?<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Amerikanische Interessen stehen klar im Zentrum. Mit eigentlicher Entwicklungs\u00adzusammenarbeit hat das nur wenig gemein: Es ist keine wirkliche Zusammenarbeit, sondern ein Diktat aus Washington. Und um die Entwicklung der afrikanischen L\u00e4nder geht es h\u00f6chstens am Rande. <\/p>\n<p>                                                        Ist das ein rein amerikanisches Ph\u00e4nomen?<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Nein, auch in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern hat sich die Entwicklungs\u00adzusammenarbeit in den letzten Jahren stark ver\u00e4ndert. Erstens wird massiv gespart: Allein die Hilfe der G7-L\u00e4nder ist im letzten Jahr gegen\u00fcber 2024 um \u00fcber ein Viertel geschrumpft. Zweitens orientiert sich die Hilfe wieder viel st\u00e4rker an nationalen Interessen der Geberstaaten \u2013 an Migration, geopolitischer Konkurrenz mit China, am Zugang zu \u00d6l, Kupfer, Kobalt. Trumps Gesundheitsabkommen sind ein Extrembeispiel, doch die Tendenz gibt es auch anderswo. Es markiert einen Bruch mit der bisherigen Entwicklungshilfe \u2013 und kurzfristig ist klar, wer den Preis bezahlt: die Menschen vor Ort, die auf rasche Hilfe ohne Gegenleistung angewiesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>                                                        Diskutieren Sie mit:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach der Zerschlagung von USAID schliesst die Trump-Regierung neue \u00abGesundheitsvertr\u00e4ge\u00bb mit Entwicklungsl\u00e4ndern ab. Von \u00fcber 30 L\u00e4ndern, die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15233,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[29],"class_list":{"0":"post-15232","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-afrika","8":"tag-afrika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116543328247433338","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15232","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15232"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15232\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15233"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15232"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15232"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}