{"id":15236,"date":"2026-05-09T07:12:25","date_gmt":"2026-05-09T07:12:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15236\/"},"modified":"2026-05-09T07:12:25","modified_gmt":"2026-05-09T07:12:25","slug":"misereor-pocht-auf-verantwortung-deutschlands-bei-entwicklungshilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15236\/","title":{"rendered":"Misereor pocht auf Verantwortung Deutschlands bei Entwicklungshilfe"},"content":{"rendered":"<p>In Zeiten zahlreicher Kriege und Konflikte in der Welt appelliert das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor an Deutschlands internationale Verantwortung. &#8222;Wir sind einer der gr\u00f6\u00dften Geber von Entwicklungsgeldern. Diese Rolle sollten wir offensiv annehmen und gestalten &#8211; auch in unserem eigenen Interesse&#8220;, sagte Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Andreas Frick bei der Jahrespressekonferenz des Hilfswerks am Mittwoch in Berlin.<\/p>\n<p>Deutschland k\u00f6nne stolz sein auf seine \u00fcber Jahrzehnte aufgebaute Entwicklungszusammenarbeit und sein Zeichen der Menschlichkeit, erg\u00e4nzte Frick.<\/p>\n<p>Andreas Frick<\/p>\n<p>Die geplanten K\u00fcrzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit und der humanit\u00e4ren Hilfe sollte die Bundesregierung aus Sicht des Hilfswerks dringend \u00fcberdenken. Die Entwicklungen in der US-Politik unter Pr\u00e4sident Donald Trump markierten eine tiefgreifende Z\u00e4sur. &#8222;Was Entwicklungszusammenarbeit &#8211; staatliche und nichtstaatliche &#8211; in den letzten Jahren erreicht und bewirkt hat, steht in vielen Regionen und L\u00e4ndern auf dem Spiel&#8220;, warnte Frick.\u00a0<\/p>\n<p>Es d\u00fcrfe nicht an der falschen Stelle gespart werden. Es sei dar\u00fcber hinaus besch\u00e4mend, so Frick, dass die Bundesregierung die mit dem Lieferkettengesetz gesicherten Sorgfaltspflichten in den Produktionsl\u00e4ndern im globalen S\u00fcden wieder aufgeben wolle.<\/p>\n<p>Deutschland muss auf Israel Einfluss nehmen<\/p>\n<p>Bernd Bornhorst, Misereor-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit, rief die Bundesregierung auf, ihren Einfluss zu nutzen und von der israelischen Regierung die Aufhebung der Hilfsblockade zu fordern. &#8222;Wir d\u00fcrfen uns nicht an den Krieg und das Leid gew\u00f6hnen&#8220;, mahnte Bornhorst. Die chaotischen Zust\u00e4nde mit Toten und Verletzten beim Warten auf Hilfslieferungen an wenigen Verteilzentren seien ein Skandal. Die milit\u00e4rische Operation m\u00fcsse zu einem Ende kommen, damit die Menschen in Gaza wieder Nahrung, sauberes Wasser und Medikamente erhielten.<\/p>\n<p>Der Vorsitzende der Katholischen Zentralstelle f\u00fcr globale Entwicklung, Pr\u00e4lat Karl J\u00fcsten, sprach sich f\u00fcr ein Ende aller R\u00fcstungsexportgenehmigungen f\u00fcr Israel aus. &#8222;Die Bundesregierung muss sich viel st\u00e4rker als bisher f\u00fcr schnelle und intensive Friedensverhandlungen einsetzen, um das Leid auf beiden Seiten zu beenden&#8220;, so J\u00fcsten. Und weiter: &#8222;Deutschland hat hier eine besondere Verantwortung.&#8220;<\/p>\n<p>Zugleich stellte J\u00fcsten die allgemeine Aufr\u00fcstung infrage. &#8222;Bei allen Notwendigkeiten f\u00fcr Investitionen in Deutschlands Verteidigungsf\u00e4higkeit &#8211; eine so starke Fokussierung aufs Milit\u00e4rische wird langfristig nicht allein f\u00fcr mehr Frieden sorgen.<\/p>\n<p>Deutschland sollte die Ziele der vergangenen Jahrzehnte nicht aus dem Blick verlieren: Der Kampf gegen Hunger, Armut und Klimawandel darf nicht gedrosselt werden, um Krisen vorzubeugen und Stabilit\u00e4t zu schaffen.&#8220;<\/p>\n<p>Leichter Spendenr\u00fcckgang<\/p>\n<p>Misereor hat im vergangenen Jahr 62,4 Millionen Euro aus Spenden und Kollekten eingenommen, ein leichter R\u00fcckgang von 2,2 Millionen im Vorjahresvergleich. Mit Mitteln des Entwicklungsministeriums standen dem Hilfswerk 229,9 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung. Aktuell unterst\u00fctzt Misereor mehr als 3.100 Projekte in 83 L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Kirchliche Entwicklungshilfe sei auch dort pr\u00e4sent, wo staatliche nicht umgesetzt werden k\u00f6nne, etwa aufgrund von politischen und wirtschaftlichen Sanktionen oder mangels staatlicher Kooperation. Als Beispiel nannte Misereor-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Frick Afghanistan, Venezuela, den Sahel oder Haiti. Jede Spende sei ein Zeichen von Mitmenschlichkeit, Empathie, Solidarit\u00e4t und Gerechtigkeit und zugleich ein Zeichen gegen populistische Kr\u00e4fte.<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.domradio.de\/glossar\/bischoefliches-hilfswerk-misereor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>      Bisch\u00f6fliches Hilfswerk Misereor <\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Misereor ist das weltweit gr\u00f6\u00dfte kirchliche Entwicklungshilfswerk. Es wurde 1958 von den katholischen Bisch\u00f6fen in Deutschland auf Vorschlag des damaligen K\u00f6lner Kardinals Josef Frings als Aktion gegen Hunger und Krankheit in der Welt gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Der Name bezieht sich auf das im Markus-Evangelium \u00fcberlieferte Jesuswort &#8222;Misereor super turbam&#8220; (Ich erbarme mich des Volkes). Sitz des Hilfswerks ist Aachen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Zeiten zahlreicher Kriege und Konflikte in der Welt appelliert das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor an Deutschlands internationale Verantwortung.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15237,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[242],"tags":[365,364],"class_list":{"0":"post-15236","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-tschad","8":"tag-chad","9":"tag-tschad"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116543379346001637","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15236","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15236"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15236\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15237"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15236"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15236"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15236"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}