{"id":15276,"date":"2026-05-09T12:06:15","date_gmt":"2026-05-09T12:06:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15276\/"},"modified":"2026-05-09T12:06:15","modified_gmt":"2026-05-09T12:06:15","slug":"sudan-krieg-groesste-humanitaere-krise-wird-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15276\/","title":{"rendered":"Sudan-Krieg: Gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Krise wird vergessen"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Am 15. April \u2013 also an diesem Mittwoch \u2013 j\u00e4hrt sich der Krieg im <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/sudan\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sudan<\/a> zum dritten Mal. Und wie jedes Jahr wird zu dem Anlass eine internationale Sudan-Konferenz veranstaltet, diesmal wird sie im Ausw\u00e4rtigen Amt in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/berlin\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a> sein. Viel hat sich dadurch an der wohl schlimmsten humanit\u00e4ren Krise nicht ge\u00e4ndert. 2,87 Milliarden Dollar sind notwendig, um die zivile Bev\u00f6lkerung zu versorgen. Nur gut 16 Prozent davon werden aktuell finanziert. Das reicht nicht aus, um die 21 Millionen von Hunger bedrohten Menschen zu versorgen, und es reicht auch nicht aus, um die fast 14 Millionen Vertriebenen angemessen unterzubringen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch durch den Krieg in der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ukraine\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a>, in Gaza und nun im <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/iran\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Iran<\/a>, liegt der Sudan in der medialen sowie politischen Aufmerksamkeit nicht vorne. Der Konflikt in dem afrikanischen Land wird deswegen auch der vergessene Krieg genannt. Nachdem 2019 der ehemalige Pr\u00e4sident Umar al-Baschir nach 30 Jahren an der Macht durch einen Milit\u00e4rputsch abgesetzt wurde, konnte sich die Situation in drei Richtungen entwickeln: Eine weitere Milit\u00e4rdiktatur, Demokratie oder ein B\u00fcrgerkrieg. <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/politik\/ausland\/krieg-im-sudan-es-ist-ein-schlachthaus-was-aus-darfur-nach-aussen-dringt_aid-140815529\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Es kam zu Letzterem.<\/a><\/p>\n<p>Kriegsparteien nicht eingeladen      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Mittelpunkt stehen zwei M\u00e4nner: Der F\u00fchrer der paramilit\u00e4rischen Miliz RSF (Rapid Support Forces) unter Mohammed Hamdan Daglo, besser als \u201eHemeti\u201c bekannt, und sein Widersacher, Armeegeneral Abdel Fattah Burhan, waren urspr\u00fcnglich Verb\u00fcndete. Sie putschten 2021 gemeinsam gegen die \u00dcbergangsregierung nach Al-Baschir. Doch seitdem haben sich beide Seiten in einem Zerm\u00fcrbungskrieg festgefahren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die beiden Rivalen, die f\u00fcr die Situation im Sudan verantwortlich sind, wurden nicht zur Konferenz eingeladen. Das stie\u00df vor allem bei den F\u00fchrern der Milit\u00e4rregierung in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/khartum\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Khartum<\/a> auf Unmut. Der Ministerpr\u00e4sident der De-Facto-Regierung, Kamil Idris, sagte dazu: \u201eSollte die sudanesische Regierung nicht an der Berliner Konferenz am 15. April beteiligt werden, kann ich Ihnen versprechen, dass es ein totaler Fehlschlag werden wird.\u201c Seit der ersten Konferenz in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/paris\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Paris<\/a> 2024 protestieren die Kriegsparteien gegen den Ausschluss von der Konferenz, so auch in diesem Jahr. Doch die Gastgeberl\u00e4nder schlie\u00dfen eine Einladung aus, bis es nicht zumindest zu einer Waffenruhe kommt. Die ist jedoch nicht in Sicht.<\/p>\n<p>Sinkende Finanzierungshilfen      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Seit dem Beginn des Krieges sind zwei Drittel der sudanesischen Bev\u00f6lkerung auf der Flucht, die meisten innerhalb des eigenen Landes, wo es vor allem im Osten Gebiete ohne Kriegshandlungen gibt. Diese Lage kann sich jedoch jederzeit wieder \u00e4ndern. In den angrenzenden L\u00e4ndern, wie beispielsweise dem Tschad, werden riesige Fl\u00fcchtlingscamps von Hilfsorganisationen aufgebaut. Das Deutsche Sudan-Netzwerk erkl\u00e4rte k\u00fcrzlich, dass rund die H\u00e4lfte aller Menschen im Land von akuter Mangel- und Unterern\u00e4hrung betroffen seien, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/politik\/analyse-und-meinung\/sudan-dramatische-mangelernaehrung-von-kindern-und-schwangeren_aid-134495895\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">andere Regionen st\u00fcnden vor einer Hungersnot<\/a>.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Umso wichtiger w\u00e4ren internationale Hilfen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. Die Welthungerhilfe ist selbst im Sudan vor Ort. Im Vorfeld der Konferenz fordert ihr Generalsekret\u00e4r, Mathias Mogge, einen besseren Zugang zur Region. \u201eHumanit\u00e4re Hilfe muss unabh\u00e4ngig von einer Waffenruhe gew\u00e4hrleistet sein\u201c, sagte er. \u201eDie Konferenz muss hier klare Ergebnisse liefern.\u201c \u00c4hnlich \u00e4u\u00dfern sich auch andere Hilfsorganisationen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Konferenz in Berlin ist auch eine sogenannte Geberkonferenz, die von <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/deutschland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a>, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/frankreich\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a>, der EU und der Afrikanischen Union (AU) organisiert wird. Die teilnehmenden L\u00e4nder verpflichten sich dazu, gewisse Summen bereitzustellen. Im letzten Jahr steuerte Deutschland 200 Millionen bei, dieses Jahr k\u00f6nnte eine \u00e4hnliche Summe bereitgestellt werden. Trotz dramatischer Einschnitte bei der Entwicklungshilfe unter Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/donald-trump\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> sind die USA noch immer der gr\u00f6\u00dfte Geldgeber. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr in London rund eine Milliarde US-Dollar zusammen, vor zwei Jahren in Paris war es noch doppelt so viel.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Teilnehmer der Konferenz werden Diplomaten, Politiker und zivile Hilfsorganisationen sein. Besonders wichtig f\u00fcr die Debatte sind die eingeladenen sudanesischen Nicht-Regierungsorganisationen. Auch wenn ein baldiger Frieden aktuell so gut wie ausgeschlossen ist, bleibt es wichtig, f\u00fcr die Zeit nach dem Krieg Netzwerke zu schmieden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In einer fr\u00fcheren Version hie\u00df es, dass 2,87 Billionen Dollar f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe ben\u00f6tigt werden. Richtig sind Milliarden. Das wurde korrigiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 15. 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