{"id":15278,"date":"2026-05-09T12:07:08","date_gmt":"2026-05-09T12:07:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15278\/"},"modified":"2026-05-09T12:07:08","modified_gmt":"2026-05-09T12:07:08","slug":"brunnen-fuer-sauberes-trinkwasser-paar-aus-fellbach-baut-100-brunnen-in-kamerun-vfb-fan-setzt-besonderes-zeichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15278\/","title":{"rendered":"Brunnen f\u00fcr sauberes Trinkwasser: Paar aus Fellbach baut 100 Brunnen in Kamerun \u2013 VfB-Fan setzt besonderes Zeichen"},"content":{"rendered":"<p>Der Fellbacher Jochen H\u00f6fliger und seine Lebensgef\u00e4hrtin Alima Berger-Njoya haben vor viereinhalb Jahren ein Kamerun-Hilfswerk gegr\u00fcndet \u2013 inzwischen ist der 100. Brunnen im Bau.<\/p>\n<p>Gerade einmal viereinhalb Jahre ist es her, seit der Fellbacher Jochen H\u00f6fliger und seine Lebensgef\u00e4hrtin Alima Berger-Njoya den Verein \u201eHilfe zur Selbsthilfe <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Jaunde\" title=\"Kamerun\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kamerun<\/a>-Ghaame Nji\u201c gegr\u00fcndet haben. Seither haben sich die Lebensumst\u00e4nde von rund 100.000 Menschen in der Region um die Stadt Foumban enorm verbessert. W\u00e4hrend das Hilfswerk zun\u00e4chst vor allem Sachspenden in das zentralafrikanische Land verschiffte und in Schulen und Waisenh\u00e4usern verteilte, haben sich inzwischen die Schwerpunkte verlagert: Ein Kranken- und Bildungszentrum ist im Bau und der 100. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Brunnen\" title=\"Brunnen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Brunnen<\/a> steht kurz vor der Vollendung.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens an dieser Stelle dr\u00e4ngt sich die Frage auf, was einen Steuerberater mit eigener, offensichtlich gut ausgelasteter Kanzlei dazu veranlasst, ein Hilfswerk f\u00fcr die abgelegene Region Foumban zu gr\u00fcnden. Der Anlass war seine Lebensgef\u00e4hrtin Alima Berger-Njoya, die Jochen H\u00f6fliger \u00fcber Freunde kennengelernt hat. Die studierte Betriebswirtin und Medizintechnikerin lebt seit 2006 in Deutschland und hat in Schmiden eine kinesiologische Praxis aufgebaut. Sie stammt aus der Oberschicht von Foumban, und bereits ihre Mutter unterst\u00fctzte dort zwei Waisenh\u00e4user. <\/p>\n<p>\u201eIn dem Moment war uns klar, was unsere Aufgabe dort unten ist\u201c <\/p>\n<p>So entstand die Idee zur Gr\u00fcndung des Vereins \u201eHilfe zur Selbsthilfe Kamerun-Ghaame Nji\u201c, bei dem Alima Berger-Njoya die Vorsitzende ist und Jochen H\u00f6fliger passenderweise als Kassier amtiert. Ein erster gemeinsamer Besuch in der Region Foumban im Januar 2022 \u00f6ffnete Jochen H\u00f6fliger dann die Augen daf\u00fcr, dass sauberes Trinkwasser dort noch dringender ben\u00f6tigt wird als die nach wie vor begehrten Kugelschreiber, Rucks\u00e4cke und Laptops. Ein von einer anderen Hilfsorganisation gebauter Brunnen, den Jochen H\u00f6fliger eher zuf\u00e4llig entdeckte, dient seither als Blaupause f\u00fcr eine echte Erfolgsgeschichte: \u201eIn dem Moment war uns klar, was unsere Aufgabe dort unten ist.\u201c, sagt er.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"meinvfbIcon\" src=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/media.media.0ea35dc3-cd0f-4f5f-9738-e5db772ac229.original.svg\"\/> <\/p>\n<p>Statt verseuchtes Oberfl\u00e4chenwasser abzusch\u00f6pfen, profitieren immer mehr Kameruner in der eigentlich wasserreichen Region von den in Handarbeit ausgehobenen und bis zu 22 Meter tiefen Brunnen. Sauber mit vor Ort hergestellten Betonringen abgeteuft, abgedeckt und mit einer Handpumpe versehen, stehen inzwischen 96 von einer Mauer gesch\u00fctzte Brunnen in den D\u00f6rfern rund um Foumban. Vier weitere der einheitlich braun-gelb gestrichenen Brunnen sind im Bau. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/media.media.9f757ec1-ecd8-4964-99e5-6225788d00d4.original1024.media.jpeg\"\/>     Im Foumbaner Ortsteil Kilombo entsteht derzeit ein Bildungs- und Gesundheitszentrum.    Foto: privat    <\/p>\n<p>Nur einer davon f\u00e4llt optisch aus der Reihe, denn auf wei\u00dfer Grundfarbe tr\u00e4gt seine Mauer einen roten Brustring. Der gro\u00dfz\u00fcgige Spender ist ein Anh\u00e4nger des <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/VfB_Stuttgart\" title=\"VfB Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">VfB Stuttgart<\/a>. Firmen in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Fellbach\" title=\"Fellbach\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fellbach<\/a> und Umgebung verzichten inzwischen auf Weihnachtsgeschenke an die Kunden und Geburtstagskinder auf Pr\u00e4sente, weil sie lieber die f\u00fcr einen Brunnen ben\u00f6tigten 2000 Euro sammeln. \u201eEin Anlass ist auch, einen Brunnen in Erinnerung an eine liebe verstorbene Person zu spenden und diesen Brunnen nach ihr zu benennen\u201c, sagt Jochen H\u00f6fliger.<\/p>\n<p>Der auch f\u00fcr kamerunische Verh\u00e4ltnisse g\u00fcnstige Baupreis ergibt sich, weil der lokale Bauunternehmer fast zum Selbstkostenpreis arbeitet \u2013 und daf\u00fcr von dem Renommee profitiert, dass \u201edie Deutschen\u201c mit ihm zusammenarbeiten. Rund sechs Wochen graben jeweils drei seiner inzwischen 22 Besch\u00e4ftigten an jedem Brunnen. \u201eDie Wertsch\u00f6pfung bleibt komplett vor Ort\u201c, sagt Jochen H\u00f6fliger, der die Kalkulation des Bauunternehmers \u00fcberpr\u00fcft hat. <\/p>\n<p>Jede Einweihung der mit einem Namensschild des Spenders versehenen Brunnen ist ein gro\u00dfes Fest, und st\u00e4ndig bewerben sich weitere D\u00f6rfer um einen Wasserspender. Die eingereichten Unterlagen landen alle bei Mama Njiawouo Nsangou, dem ehrenamtlichen Vertrauensmann vor Ort, der gleichzeitig Manager der gr\u00f6\u00dften staatlichen Schule in Foumban ist. Jeder Standort wird genau gepr\u00fcft. \u201eEtwa ein Drittel der Brunnen ist an Schulen angegliedert. Die Kinder bringen zum Unterrichtsbesuch den Eimer mit\u201c, sagt Jochen H\u00f6fliger. An den so ausgestatteten Schulen haben sich die Anmeldungen teils verdreifacht, Typhus und Cholera sind auf dem R\u00fcckzug und die bisher lange Wege zur\u00fccklegenden Frauen sind entlastet. <\/p>\n<p>  Bildungszentrum in Kilombo: 25.000 Euro fehlen zur Fertigstellung  <\/p>\n<p>Deren F\u00f6rderung haben sich Alima Berger-Njoya und Jochen H\u00f6fliger auch bei ihrem zweiten Gro\u00dfprojekt auf die Fahnen geschrieben. Im Foumbaner Ortsteil Kilombo entsteht derzeit f\u00fcr einen niedrigen sechsstelligen Betrag ein rund 2000 Quadratmeter gro\u00dfes, dreist\u00f6ckiges Bildungs- und Gesundheitszentrum. Aktuell ist das 650 Quadratmeter gro\u00dfe Erdgeschoss im Rohbauzustand. \u201eUns fehlen daf\u00fcr noch 25.000 Euro. Wenn wir die h\u00e4tten, dann w\u00e4re das Erdgeschoss im Sommer fertig\u201c, sagt Jochen H\u00f6fliger. Die beiden anderen Stockwerke werden gebaut, w\u00e4hrend das Erdgeschoss bereits im Betrieb ist. <\/p>\n<p>Der Nordfl\u00fcgel des ausgekl\u00fcgelten Baus soll der medizinischen Versorgung der lokalen Bev\u00f6lkerung dienen. Eine Bettenstation ist ebenso vorgesehen wie Unterk\u00fcnfte f\u00fcr nicht st\u00e4ndig in Foumban arbeitende \u00c4rzte und Lehrer, die zwecks Ausbildung lokaler Kr\u00e4fte auch aus Europa kommen k\u00f6nnen. \u201eEs gibt auf den D\u00f6rfern keine \u00c4rzte oder Krankenstationen\u201c, erkl\u00e4rt Alima Berger-Njoya.<\/p>\n<p> Bildungszentrum st\u00e4rkt Frauen mit N\u00e4hkursen und Sexualkunde <\/p>\n<p>Im S\u00fcdfl\u00fcgel des Baus entsteht ein Bildungszentrum mit vielf\u00e4ltigem Angebot. Neben Computerkursen und einer Erste-Hilfe-Ausbildung sollen Spezialistinnen auch Sexualkundeunterricht erteilen. In dem teilweise muslimischen Staat ist Letzteres keine triviale Aufgabe. Speziell f\u00fcr Frauen ist ein Ausbildungsprogramm f\u00fcr N\u00e4herinnen geplant. Jede Absolventin wird eine der \u2013 vom Hilfswerk aktuell besonders h\u00e4nderingend gesuchten \u2013 N\u00e4hmaschinen erhalten. Damit k\u00f6nnen sie sich unabh\u00e4ngig von einem Ehemann eine eigene berufliche Existenz aufbauen. <\/p>\n<p>Zudem soll eine Werkstatt f\u00fcr Prothesen entstehen. Der Stuttgarter Jochen Weigel ist nicht nur eines von lediglich acht Vereinsmitgliedern, sondern zugleich Inhaber einer Stuttgarter Firma f\u00fcr orthop\u00e4dietechnische Medizinprodukte. In Kamerun wird er sein Wissen lokalen Nachwuchskr\u00e4ften zur Verf\u00fcgung stellen. Sie will er in die Herstellung von Prothesen einweisen, die Kriegsopfern oder aus anderen Gr\u00fcnden amputierten Menschen zu neuer Bewegungsfreiheit verhelfen.<\/p>\n<p>Bei all dem und bei den weiteren Projekten des Vereins hat die Hilfe zur Selbsthilfe oberste Priorit\u00e4t: \u201eWir wollen, dass sich die Menschen selbst versorgen k\u00f6nnen\u201c, sagt Jochen H\u00f6fliger.<\/p>\n<p>  Unterst\u00fctzen Sie das Hilfswerk: Spenden f\u00fcr Brunnen und Bildung  <\/p>\n<p>Info: Wer die Arbeit des Fellbacher Vereins \u201eHilfe zur Selbsthilfe Kamerun-Ghaame Nji\u201c unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann sich unter 0711\/57 88 05-0 oder per E-Mail (info@selbsthilfe-kamerun.de) an Jochen H\u00f6fliger wenden. Neben Sachspenden sind (steuerlich absetzbare) Geldspenden besonders erw\u00fcnscht. So kann beispielsweise f\u00fcr einen namentlich gekennzeichneten Brunnen ebenso gespendet werden wie f\u00fcr einen Quadratmeter des Kranken- und Bildungszentrums.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Fellbacher Jochen H\u00f6fliger und seine Lebensgef\u00e4hrtin Alima Berger-Njoya haben vor viereinhalb Jahren ein Kamerun-Hilfswerk gegr\u00fcndet \u2013 inzwischen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15279,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[7002,222,7001,2698,2244,163,7003,5664],"class_list":{"0":"post-15278","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kamerun","8":"tag-brunnen","9":"tag-cameroon","10":"tag-fellbach","11":"tag-hilfswerk","12":"tag-jaunde","13":"tag-kamerun","14":"tag-menschen-rems-murr","15":"tag-vfb-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116544539334438625","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15278"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15278\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}