{"id":15424,"date":"2026-05-10T03:34:14","date_gmt":"2026-05-10T03:34:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15424\/"},"modified":"2026-05-10T03:34:14","modified_gmt":"2026-05-10T03:34:14","slug":"d-r-kongo-ausfall-internationaler-hilfsgelder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15424\/","title":{"rendered":"D.R. Kongo: Ausfall internationaler Hilfsgelder"},"content":{"rendered":"<p>Minova\/Berlin, 7. Mai 2026. Das Wegbrechen internationaler Hilfsgelder hat in S\u00fcd-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo bereits weitreichende Folgen f\u00fcr die Menschen. Inmitten eines andauernden Konflikts und verbreiteter sexualisierter Gewalt hat sich die medizinische Versorgung der Menschen in der Provinz besorgniserregend verschlechtert.<\/p>\n<p>Inzwischen mangelt es in gro\u00dfen Teilen von S\u00fcd-Kivu an Medikamenten, Impfstoffen und Lebensmitteln. Gleichzeitig besteht ein hohes Epidemierisiko in Bezug auf Masern, Cholera und M-Pox. 24 der 34 Gesundheitszonen der Provinz meldeten im vergangenen Jahr Masernausbr\u00fcche, aber Masernimpfstoffe waren \u00fcber Monate nicht verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Durch die angespannte Sicherheitslage, logistische Schwierigkeiten und den Wegfall von Finanzmitteln funktionieren nationale Programme zur Eind\u00e4mmung von Malaria, Tuberkulose, HIV und Mangelern\u00e4hrung sowie Impfprogramme nicht mehr effektiv. Und in den Erstversorgungszentren fehlt es oft an lebensrettenden Medikamenten.<\/p>\n<p>Landeskoordinator Issa Moussa in S\u00fcd-Kivu<\/p>\n<p>Beispielhaft zeigen sich die Folgen wegbrechender Gelder in der Gesundheitszone Minova im Gebiet Kalehe: Seit die Weltbank ihre Finanzierung im Rahmen des Multisektoralen Ern\u00e4hrungs- und Gesundheitsprojekts (PMNS) einstellte und auch weitere internationale Partner Anfang 2026 ihre Unterst\u00fctzung beendeten, hat das Allgemeine Krankenhaus in Minova f\u00fcr die Geburtshilfe und die Versorgung Neugeborener neue Geb\u00fchren eingef\u00fchrt. F\u00fcr einen Kaiserschnitt m\u00fcssen Patientinnen nun bis zu 100 US-Dollar bezahlen. Die Versorgung eines fr\u00fchgeborenen Kindes kostet bis zu 50 US-Dollar. Das hat dazu gef\u00fchrt, dass Frauen Tage oder Wochen im Krankenhaus bleiben m\u00fcssen, bis sie ihre Rechnungen begleichen k\u00f6nnen. Andere entscheiden sich f\u00fcr eine risikoreiche Hausgeburt.<\/p>\n<p>Laut Klinikdaten sind seit dem Wegfall der Unterst\u00fctzung durch die Weltbank die Aufenthaltszahlen auf der Entbindungsstation zwischen Januar und Februar 2026 im Vergleich zum Vorjahr um fast 34 Prozent zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p>\u201eWir haben keine Hoffnung mehr. Ich kann einfach nicht bezahlen\u201c, sagt eine Patientin, die im Januar 2026 ins Minova Krankenhaus aufgenommen wurde.<\/p>\n<p>\u00c4rzte ohne Grenzen appelliert an internationale Geber<\/p>\n<p>\u00c4rzte ohne Grenzen wollte seine Aktivit\u00e4ten urspr\u00fcnglich schrittweise aus dem K\u00fcstenstreifen von Minova ins Numbi-Hochland verlegen, wo der humanit\u00e4re Bedarf besonders hoch ist. Angesichts der sich verschlechternden Lage unterst\u00fctzt die Organisation das Krankenhaus in Minova derzeit weiter.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen jedoch nicht dauerhaft die Gesundheitsbeh\u00f6rden, humanit\u00e4ren Partner und Entwicklungspartner ersetzen. Ohne rasche finanzielle und operative Hilfen wird die Gesundheitsversorgung an grundlegenden Stellen zusammenbrechen. Das wird sich in S\u00fcd-Kivu ganz konkret in der Sterblichkeit von M\u00fcttern und Neugeborenen zeigen.<\/p>\n<p>Issa Moussa<\/p>\n<p>Die Forderungen von \u00c4rzte ohne Grenzen:Internationale Geber sollten ihren R\u00fcckzug aus der Gesundheitsversorgung in S\u00fcd-Kivu \u00fcberdenken und helfen, die medizinische Grund- und Sekund\u00e4rversorgung sicherzustellen.Humanit\u00e4re und medizinische Organisationen sollten ihre Pr\u00e4senz und Koordination vor Ort verst\u00e4rken, insbesondere in Minova in S\u00fcd-Kivu.Die Konfliktparteien m\u00fcssen den Zugang zur Gesundheitsversorgung entpolitisieren und sicherstellen, dass nationale Gesundheitsprogramme (HIV, TB, Malaria, Impfungen und Ern\u00e4hrung) im Osten der Demokratischen Republik Kongo weitergehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Minova\/Berlin, 7. Mai 2026. 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