{"id":15607,"date":"2026-05-10T18:05:36","date_gmt":"2026-05-10T18:05:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15607\/"},"modified":"2026-05-10T18:05:36","modified_gmt":"2026-05-10T18:05:36","slug":"roland-fand-sein-glueck-in-afrika-deutscher-metzger-ist-der-wurst-koenig-von-ruanda-leben-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15607\/","title":{"rendered":"Roland fand sein Gl\u00fcck in Afrika: Deutscher Metzger ist der Wurst-K\u00f6nig von Ruanda | Leben &#038; Wissen"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"skip-content skip-content--link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5<\/a><a id=\"in-content-skip-link-target-v-0-0\" class=\"skip-content--target-link-hidden skip-content skip-content--target-link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">Artikel weiterlesen<\/a><\/p>\n<p>Schwalmstadt\/Kigali (Ruanda) \u2013 Wenn Roland Kastler (65) erkl\u00e4rt, warum er vor fast 32 Jahren nach Afrika auswanderte, reichen ihm drei Worte: \u201eWegen meiner Scheidung\u201c, sagt er, als BILD ihn in der ruandischen Hauptstadt Kigali trifft. Mit seiner \u201eGerman Butchery\u201c (deutsche Metzgerei) hat sich der gelernte Fleischer aus Hessen hier ein neues Leben aufgebaut. Seit 2003 verkauft er das beste Fleisch Kigalis.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend er seine Lebensgeschichte erz\u00e4hlt, sitzt er mit einem Kaffee in seinem Restaurant, das neben der <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/specials\/fleisch\/lifestyle-essen-trinken-nachrichten-news-fotos-videos-31692586.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fleischtheke<\/a> und einem Supermarkt zu seinem Metzgerimperium geh\u00f6rt. Sein Stammplatz: der erste Tisch links, mit Blick in den Raum. \u201eIch mag es nicht, dem Feind den R\u00fccken zu kehren. So habe ich den \u00dcberblick\u201c, sagt der ehemalige Bundeswehrsoldat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"821\" alt=\"Auf dem Gel\u00e4nde einer ehemaligen Kneipe hat Roland sich sein Metzgerimperium aufgebaut\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/7706f145c9b271d253e4682faedc7572,f09cfc67.jpeg\"   class=\"dynamic\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Auf dem Gel\u00e4nde einer ehemaligen Kneipe hat Roland sich sein Metzgerimperium aufgebaut<\/p>\n<p>Foto: Jenna M\u00fcller<\/p>\n<p>Leberk\u00e4se und Schweinshaxe schmecken auch den Einheimischen <\/p>\n<p>Besonders stolz ist Roland auf seine Produkt-Qualit\u00e4t. Fleisch kauft er lokal, Gew\u00fcrze importiert er aus Deutschland. \u201eIch bin mit dem Handwerk aufgewachsen. Mit acht lernte ich das Schlachten auf dem Hof meines Onkels. Mit 14 begann ich die Fleischerlehre.\u201c So hebt sich der Metzger-Meister von anderen Verk\u00e4ufern ab. \u201eWas die teils verkaufen, w\u00fcrde ich nicht mal meinem Hund zu fressen geben\u201c, sagt Roland.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"1178\" alt=\"In der Produktion: Hier wird das angelieferte Fleisch weiter zu den Produkten verarbeitet, die sp\u00e4ter an der Theke und im Restaurant verkauft werden\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/bb1ab87351ea92bfa3d3a5a74415f238,9a7ff027.jpeg\"   class=\"portrait\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">In der Produktion: Hier wird das angelieferte Fleisch weiter zu den Produkten verarbeitet, die sp\u00e4ter an der Theke und im Restaurant verkauft werden<\/p>\n<p>Foto: Jenna M\u00fcller<\/p>\n<p>Immer wieder kommen G\u00e4ste an seinen Tisch, er kennt sie alle beim Namen. Einer von ihnen: John, ein Arzt aus Kigali. \u201eHallo, alter Freund\u201c, begr\u00fc\u00dft Roland ihn auf Englisch. \u201eZeit f\u00fcr ein Bier?\u201c Neben den Stammg\u00e4sten geh\u00f6ren Touristen, aber auch Diplomaten zu den Kunden. Sogar der fr\u00fchere Bundespr\u00e4sident Horst K\u00f6hler (\u202081) a\u00df schon eine Bratwurst der \u201eGerman Butchery\u201c. Doch Cordon bleu, Leberk\u00e4se oder Schweinshaxe kommen auch bei Ruandern gut an. Verkaufsschlager ist die \u201ePili Pili\u201c-Wurst. \u201e\u201aPili Pili\u2018 ist ein scharfes Gew\u00fcrz, das hier alle lieben.\u201c <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"1178\" alt=\"Hier wird die beliebte Pili Pili-Wurst zubereitet\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/22d3535e685c28d7a93addb18ca2dd19,e58d10f2.jpeg\"   class=\"portrait\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Hier wird die beliebte \u201ePili Pili\u201c-Wurst zubereitet. Roland verkauft sie f\u00fcr 6 Dollar pro Kilo. \u201eBei mir ist alles etwas teurer, aber daf\u00fcr schmeckts besonders gut\u201c<\/p>\n<p>Foto: Jenna M\u00fcller<\/p>\n<p>\u201eIch hatte in Deutschland keine Perspektive mehr\u201c<\/p>\n<p>So zufrieden wie jetzt war Roland Kastler nicht immer. Als seine Ehe 1993 zerbrach, fiel er in ein Loch. \u201eIch hatte in Deutschland keine Perspektive mehr.\u201c In dieser Zeit spricht er mit seinem Lehrmeister, der in den 1980er-Jahren in <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/orte\/ruanda\/nachrichten-news-fotos-videos-17376484.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ruanda<\/a> eine Fleischerei aufgebaut hat. \u201eDer Otmar meinte, ich solle vorbeikommen. Ich holte meinen alten Atlas vom Schrank. Afrika-Karte auf \u2013 und ich denke: \u201aMensch, wo ist es denn?\u2018 Ruanda ist so klein, drehst du dich um, bist du schon an der n\u00e4chsten Grenze.\u201c <\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>Im Januar 1994 flog Roland nach Kigali und blieb zwei Monate. Er bl\u00fchte auf, doch zur\u00fcck in Deutschland blieb das Gef\u00fchl, dort nicht mehr anzukommen. Ende 1995 rief sein Lehrmeister wieder an. Roland l\u00f6ste seine Wohnung auf, verkaufte sein Auto und flog wieder nach Afrika. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"1178\" alt=\"Hier haben G\u00e4ste Spareribs und Nilbarsch bestellt\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/08870f596fcde2f368ba1c1fe5a768d0,4e66955f.jpeg\"   class=\"portrait\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Hier haben G\u00e4ste Spareribs und Nilbarsch bestellt<\/p>\n<p>Foto: Jenna M\u00fcller<\/p>\n<p>Einen Plan hatte er nicht. \u201eIch bin kein typischer <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/specials\/auswandern\/lifestyle-nachrichten-news-fotos-videos-19441188.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Auswanderer<\/a>. Ich habe nie gedacht, nach Afrika zu kommen.\u201c Heute ist er wieder verheiratet, hat vier Kinder und besch\u00e4ftigt 80 Mitarbeiter. Er selbst arbeitet nur noch im B\u00fcro. \u201eDass ich das letzte Mal Gummistiefel anhatte, ist 15 Jahre her. Jetzt kann ich mir erlauben, mal drei Stunden im Restaurant zu sitzen und nichts zu tun: Das habe ich mir verdient.\u201c <\/p>\n<p>Zehn Jahre will der 65-J\u00e4hrige noch machen, solange die Gesundheit mitspielt. \u201eFreunde aus Deutschland fragen immer, wann ich zur\u00fcckkomme. Was soll ich denn in Deutschland? Mein Leben ist hier. Ich werde in Ruanda sterben. Nicht heute, nicht morgen. Aber hier.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5Artikel weiterlesen Schwalmstadt\/Kigali (Ruanda) \u2013 Wenn Roland Kastler (65) erkl\u00e4rt, warum er vor fast 32 Jahren nach&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15608,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[29,7106,7103,1665,7104,7105,403,404,74],"class_list":{"0":"post-15607","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ruanda","8":"tag-afrika","9":"tag-auswandern","10":"tag-fleisch","11":"tag-kigali","12":"tag-metzger","13":"tag-restaurants","14":"tag-ruanda","15":"tag-rwanda","16":"tag-texttospeech"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116551609411540814","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15607","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15607"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15607\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15608"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15607"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15607"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15607"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}