{"id":1566,"date":"2026-04-18T17:03:10","date_gmt":"2026-04-18T17:03:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/1566\/"},"modified":"2026-04-18T17:03:10","modified_gmt":"2026-04-18T17:03:10","slug":"dr-kongo-aktivistin-kamate-fordert-zivilen-widerstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/1566\/","title":{"rendered":"DR Kongo: Aktivistin Kamate fordert zivilen Widerstand"},"content":{"rendered":"<p>Micheline Kamate Mwendike, Mitbegr\u00fcnderin der kongolesischen B\u00fcrgerbewegung LUCHA, hatte vor Kurzem Papst Leo XIV. ihr Buch mit dem provokanten Titel \u201eDer Krieg ist gescheitert\u201c \u00fcberreicht. Im Interview mit den Vatikanmedien spricht sie nun \u00fcber die Sackgasse milit\u00e4rischer Strategien im Osten der Demokratischen Republik Kongo und ihre Hoffnung auf einen \u201eSieg der B\u00fcrger\u201c.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2025-10\/volksbewegungen-treffen-sich-in-rom-solidaritat-weg-zu-gerecht.html\" title=\"Volksbewegungen treffen sich in Rom: Solidarit\u00e4t als Weg zu gerechterer Welt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2025\/ottobre\/15\/IMG_7144AEM.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Volksbewegungen treffen sich in Rom: Solidarit\u00e4t als Weg zu gerechterer Welt\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Das f\u00fcnfte Welttreffen der Volksbewegungen findet n\u00e4chste Woche in Rom statt, gefolgt von einer Heiligjahr-Wallfahrt. Beides steht im Zeichen einer intensiven Auseinandersetzung &#8230;\n     <\/p>\n<p>Jean-Paul Kamba, SJ und Mario Galgano &#8211; Vatikanstadt<\/p>\n<p>Micheline Kamate, die ihre Kindheit im kriegsgebeutelten Goma verbrachte, schreibt aus einer tiefen pers\u00f6nlichen \u00dcberzeugung heraus. Ihr Werk ist mehr als ein Zeugnis; es ist eine Anklage gegen die Logik der Gewalt. \u201eEs gab noch nie einen Befreiungskrieg. Es gab noch nie einen Krieg, der ein Land entwickelt hat\u201c, stellt sie unmissverst\u00e4ndlich klar. Jede Form von Krieg sei entmenschlichend und ein Teufelskreis, in dem am Ende jeder verliere.<\/p>\n<p>Goma: Widerstand durch Menschlichkeit <\/p>\n<p>Trotz der Bomben, die in ihrer Kindheit nahe dem Elternhaus einschlugen, erinnert sich Kamate vor allem an die Liebe ihrer Familie, die sie vor Traumata bewahrte. F\u00fcr sie ist ihre Heimatstadt Goma das Symbol eines zutiefst menschlichen Widerstands. \u201eEs ist eine gemarterte Stadt, durchzogen von Hassideologien. Und doch gibt es dort Liebe: Man teilt Wasser und Essen, man lacht, singt und tanzt.\u201c Der Krieg sei auch deshalb gescheitert, weil die Menschen sich weigerten, ihre Menschlichkeit aufzugeben.<\/p>\n<p>Das Versagen der milit\u00e4rischen Strategie <\/p>\n<p>Die Sicherheitslage im Osten des Kongo beurteilt die Aktivistin kritisch. Der milit\u00e4rische Weg habe seine Grenzen erreicht. \u201eHeute ist die milit\u00e4rische Strategie ein Misserfolg, weil das Gewaltmonopol nicht mehr bei der nationalen Armee liegt\u201c, erkl\u00e4rt Kamate. Die Proliferation bewaffneter Gruppen, die ethnische oder politische Motive vorschieben, gehe allein zu Lasten der Zivilbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>\u201eWenn man eine Waffe ausgibt, kann sie sich gegen jeden wenden.\u201c<\/p>\n<p>Besonders kritisch sieht sie die Bewaffnung von Zivilisten (die sogenannten Wazalendo): \u201eWenn man eine Waffe ausgibt, kann sie sich gegen jeden wenden.\u201c Wahre Sicherheit k\u00f6nne nur durch eine starke, disziplinierte Armee und den Schutz der Grenzen entstehen \u2013 beides sieht sie derzeit als nicht gegeben an.<\/p>\n<p>Rohstoffe als Treibstoff des Konflikts <\/p>\n<p>Ein zentraler Punkt der Instabilit\u00e4t bleibt der Reichtum an Bodensch\u00e4tzen. Kamate beklagt, dass Minen wie in Rubaya (Territorium Masisi), die einen erheblichen Teil des weltweiten Coltans liefern, eher den Krieg als den Frieden finanzieren. \u201eEin Gro\u00dfteil der Mineralien gelangt \u00fcber Ruanda auf den internationalen Markt. Die Gewalt wurde so normalisiert, dass sich der Krieg von selbst finanziert.\u201c<\/p>\n<p>Kampf gegen die \u201eBalkanisierung\u201c <\/p>\n<p>Kamate warnt davor, dass eine faktische Teilung des Landes (Balkanisierung) bereits im Gange sei. Der Kongo sei heute gespalten zwischen verschiedenen Systemen, geschlossenen Bankwegen und getrennten Verwaltungsstrukturen. Doch sie betont den unersch\u00fctterlichen Willen der Bev\u00f6lkerung zur Einheit: \u201eDas Volk erkennt sich im Kampf Lumumbas f\u00fcr einen geeinten Kongo wieder. Diese Teilung ist kein Schicksal, sie wird uns aufgezwungen. Der Kongo wird eins und unteilbar bleiben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer Kongo wird eins und unteilbar bleiben.\u201c<\/p>\n<p>Appell an die Jugend <\/p>\n<p>Die Arbeit von LUCHA konzentriert sich auf Bildung, soziale Gerechtigkeit und strikte Gewaltfreiheit. Es sei inakzeptabel, dass in einer Stadt einige Zugang zu Wasser haben und andere nicht. An die Jugend des Kontinents richtet sie den dringenden Appell, sich von jedem gewaltt\u00e4tigen Projekt und jeder Rebellion zu distanzieren: \u201eDer Krieg f\u00fchrt nirgendwohin; er ist ein R\u00fcckschritt f\u00fcr Entwicklung, Demokratie und Institutionen.\u201c<\/p>\n<p>Hintergrund: Was ist LUCHA? <\/p>\n<p>Die Bewegung LUCHA (Lutte pour le Changement \u2013 Kampf f\u00fcr den Wandel) ist eine gewaltfreie B\u00fcrgerbewegung in der DR Kongo. Sie setzt sich f\u00fcr Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und eine bessere Regierungsf\u00fchrung ein. Die Aktivisten riskieren oft Verhaftungen und Repressionen durch staatliche Stellen.<\/p>\n<p>(vatican news &#8211; mg)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Micheline Kamate Mwendike, Mitbegr\u00fcnderin der kongolesischen B\u00fcrgerbewegung LUCHA, hatte vor Kurzem Papst Leo XIV. ihr Buch mit dem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1567,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[246],"tags":[451,391,191,1265,1264,1263,1262,1261,164,386,385],"class_list":{"0":"post-1566","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-republik-kongo","8":"tag-buergerkrieg","9":"tag-coltan","10":"tag-dr-kongo","11":"tag-friedensbewegung","12":"tag-gewaltfreiheit","13":"tag-goma","14":"tag-lucha","15":"tag-micheline-kamate","16":"tag-papst-leo-xiv","17":"tag-republic-of-the-congo","18":"tag-republik-kongo"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1566","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1566"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1566\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1567"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1566"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1566"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1566"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}