{"id":15796,"date":"2026-05-11T08:10:54","date_gmt":"2026-05-11T08:10:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15796\/"},"modified":"2026-05-11T08:10:54","modified_gmt":"2026-05-11T08:10:54","slug":"krieg-gegen-islamistische-miliz-kenia-droht-sich-im-terrorstaat-somalia-zu-verkaempfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15796\/","title":{"rendered":"Krieg gegen islamistische Miliz: Kenia droht sich im Terrorstaat Somalia zu verk\u00e4mpfen"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der Kurzmitteilungsdienst Twitter ist f\u00fcr die Bewohner des St\u00e4dtchens Baidoa im S\u00fcden von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/themen\/somalia-politik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;http:\/\/www.welt.de\/themen\/somalia-politik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Somalia<\/a> \u00fcberlebenswichtig und zwar im w\u00f6rtlichen Sinne. \u00dcber die Internetseite k\u00f6nnen sie erfahren, ob sie demn\u00e4chst bombardiert oder beschossen werden.<\/p>\n<p>Baidoa und neun weitere St\u00e4dte in Somalia w\u00fcrden &#8222;ununterbrochen angegriffen&#8220;, k\u00fcndigt der Major der kenianischen Armee, Emmanuel Chirchir, auf seiner Twitter-Seite an. Und schickt die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article13693671\/Kenia-warnt-Dorfbewohner-via-Twitter-vor-Offensive.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;http:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article13693671\/Kenia-warnt-Dorfbewohner-via-Twitter-vor-Offensive.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bitte hinterher<\/a> , dass Somalier, die Verwandte oder Freunde in diesen St\u00e4dten haben, dort doch Bescheid sagen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Immer tiefer dringen die Truppen Kenias in das Nachbarland Somalia ein, inzwischen in der dritten Woche. Die Operation richtet sich nicht gegen die somalische Regierung, das versichern die Kenianer immer wieder. Man k\u00e4mpfe <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article13670038\/Kenia-und-Somalia-wollen-Islamisten-Miliz-ausloeschen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;http:\/\/www.welt.de\/politik\/article13670038\/Kenia-und-Somalia-wollen-Islamisten-Miliz-ausloeschen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gegen die islamistische Al-Schabab-Miliz<\/a> , die Kenia in seiner Souver\u00e4nit\u00e4t bedrohe. Dieser Kampf werde so lange dauern, bis die Miliz &#8222;ausgel\u00f6scht&#8220; sei.<\/p>\n<p>Es ist ein heikles und vor allem teures Unterfangen, auf das sich Kenia da eingelassen hat. Ausl\u00f6ser daf\u00fcr waren die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/weltgeschehen\/article13643355\/Terror-Miliz-ueberfaellt-gezielt-Touristen-in-Kenia.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;http:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/weltgeschehen\/article13643355\/Terror-Miliz-ueberfaellt-gezielt-Touristen-in-Kenia.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Entf\u00fchrungen von Ausl\u00e4ndern<\/a> auf kenianischem Gebiet. Aber seit <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/themen\/al-schabab\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;http:\/\/www.welt.de\/themen\/al-schabab\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">al-Schabab<\/a> mit Vergeltung droht, ist die Angst vor Terroranschl\u00e4gen in dem bei Touristen beliebten Urlaubsland gr\u00f6\u00dfer geworden.<\/p>\n<p>Kenianer melden Erfolge \u2013 \u00fcberpr\u00fcfen l\u00e4sst sich das nicht<\/p>\n<p>Sollten sich Berichte best\u00e4tigen, wonach die islamistische Miliz von Eritrea unterst\u00fctzt wird, ist auch ein gr\u00f6\u00dferer Konflikt im Osten Afrikas nicht ausgeschlossen. Die ohnehin von Hunger und Terror geplagte Bev\u00f6lkerung Somalias, die bislang im Nordosten Kenias Schutz gesucht hat, flieht nun vor den kenianischen Luftangriffen nach \u00c4thiopien.<\/p>\n<p>&#8222;Es l\u00e4uft gut an der Front&#8220;, twittert Major Chirchir, der Sprecher der kenianischen Armee ist. &#8222;Betet weiter f\u00fcr uns.&#8220; Immer neue D\u00f6rfer und St\u00e4dte in Somalia melden die Kenianer als von der Miliz &#8222;befreit&#8220;, immer weiter r\u00fccken die Truppen angeblich auf die Hochburgen von al-Schabab vor.<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcfen kann das kaum jemand, die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Journalisten, aus dem S\u00fcden Somalias zu berichten, sind beschr\u00e4nkt. Es gibt dort kaum Strom oder Mobilfunknetze, geschweige denn befestigte Stra\u00dfen. Selbst die kenianische Armee marschiert teilweise zu Fu\u00df, weil ihre Fahrzeuge auf den vom Regen aufgeweichten Pisten steckenbleiben. Nur die Luftwaffe fliegt ungehindert Angriffe auf Stellungen von al-Schabab.<\/p>\n<p>Somalische Minderheit wird noch feindlicher betrachtet<\/p>\n<p>Die ersten Folgen dieses Krieges sind ausgerechnet 600 Kilometer von der somalischen Grenze entfernt, in der Hauptstadt Nairobi, zu sp\u00fcren. Wer l\u00e4nger als ein paar Minuten vor einem der gro\u00dfen Hotels stehen bleibt, wird von Wachleuten fortgeschickt; wer einen Supermarkt oder ein B\u00fcrogeb\u00e4ude betreten will, muss seine Tasche vorzeigen; wer einen Bus besteigt, wird mit einem Metalldetektor abgetastet. Doch die Kontrollen sind lax, kaum jemand muss die Hosentaschen leeren, wenn der Detektor piept.<\/p>\n<p>Dennoch \u2013 oder deshalb \u2013 ist die Unsicherheit gro\u00df. Seit zwei Handgranaten in Nairobi explodiert sind, fahren die Hauptst\u00e4dter fr\u00fcher als sonst von der Arbeit nach Hause. Superm\u00e4rkte und Einkaufszentren verlieren nach eigenen Angaben kaum Kunden, aber sie geben mehr Geld f\u00fcr Sicherheit aus. Die ohnehin nicht gut angesehene somalische Minderheit im Land wird noch feindlicher betrachtet.<\/p>\n<p>Restaurants und Hotels an der K\u00fcste melden geringeren Umsatz, auch wenn der kenianische Tourismusverband versichert, Safari- und Strandurlaube seien nach wie vor gefragt. &#8222;Die Nationalparks sind weit weg von den Gegenden im Nordosten, vor denen ausl\u00e4ndische Regierungen ihre Touristen gewarnt haben&#8220;, betont die Verbandsvorsitzende Lucy Karume.<\/p>\n<p>Al-Schabab macht in Somalia Stimmung gegen Kenia<\/p>\n<p>Die politischen Folgen der kenianischen Intervention sind nicht abzusch\u00e4tzen. Es sei ja &#8222;nicht einmal klar, was das Ziel der Operation ist&#8220;, sagt der Politikwissenschaftler Musambai Katumanga von der Universit\u00e4t Nairobi. &#8222;Al-Schabab zu eliminieren, das kann alles hei\u00dfen.&#8220;<\/p>\n<p>Die kenianische Armee erobere zwar viele St\u00e4dte. Aber das sei noch kein Erfolg, meint Katumanga. &#8222;Der Krieg eines Staates gegen eine Miliz ist asymmetrisch.&#8220; Er werde wohl erst dann richtig beginnen, wenn die kenianische Armee tief in Somalia stehe und al-Schabab Stimmung gegen Kenia mache.<\/p>\n<p>Diese Gefahr ist schon jetzt real. Bei kenianischen Luftangriffen im S\u00fcden Somalias wurde ein Fl\u00fcchtlingslager getroffen; nach Angaben von \u00c4rzte ohne Grenzen starben f\u00fcnf Zivilisten. Die kenianische Seite behauptet, al-Schabab habe einen Lastwagen mit Sprengstoff in das Lager gelenkt. Man werde den Vorfall untersuchen.<\/p>\n<p>&#8222;Sollte es weitere zivile Opfer geben, k\u00f6nnte sich die positive Stimmung in Somalia gegen\u00fcber Kenia schnell drehen&#8220;, glaubt Andrews Atta-Asamoah vom Institut f\u00fcr Sicherheitsstudien in Nairobi. Hilfsorganisationen kritisieren Kenia inzwischen offen daf\u00fcr, dass der Krieg die Nothilfe f\u00fcr die Hungernden Somalier gef\u00e4hrde. Sie trauten sich nicht mehr, nach Kenia zu kommen.<\/p>\n<p>Waffengang ist Z\u00e4sur in Kenias Au\u00dfenpolitik<\/p>\n<p>Jahrelang hat Kenia, die gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft in Ostafrika, auf Diplomatie gesetzt und die Folgen des staatlichen Zerfalls Somalias still ertragen. Der Waffengang ist eine Z\u00e4sur. &#8222;Mit den Entf\u00fchrungen war eine Linie \u00fcberschritten&#8220;, sagt Politologe Katumanga. Die K\u00fcste, der Tourismus \u2013 das sei f\u00fcr Kenia lebenswichtig.<\/p>\n<p>&#8222;Ein Staat kann nicht alles hinnehmen. Kenia wurde in diesen Krieg hineingezwungen.&#8220; Auch f\u00fcr den Sicherheitsexperten Atta-Asamoah hat der Krieg \u00f6konomische Gr\u00fcnde. &#8222;Jetzt aber&#8220;, glaubt er, &#8222;sind wir vom Opfer militanter Gruppen zu einem ihrer Ziele geworden \u2013 mit gro\u00dfen Folgen f\u00fcr unsere Sicherheit.&#8220;<\/p>\n<p>Durch Diplomatie versucht Kenia, den v\u00f6lkerrechtlich fragw\u00fcrdigen Gang \u00fcber die Grenze abzusichern. Solidarit\u00e4tsadressen afrikanischer Staaten gibt es reichlich, selbst die EU hei\u00dft den Einmarsch gut. Die USA, Gro\u00dfbritannien und Frankreich helfen milit\u00e4risch.<\/p>\n<p>Somalische Regierung lehnt Kenias Intervention aus<\/p>\n<p>Nur der Schulterschluss mit der somalischen \u00dcbergangsregierung will nicht ganz gelingen. Ein Formelkompromiss, wonach die Somalier das Oberkommando haben und Kenia den Kampf gegen al-Schabab &#8222;unterst\u00fctzt&#8220;, soll f\u00fcr Ruhe sorgen. Doch \u00dcbergangspr\u00e4sident Scheich Sharif Ahmed ist klar gegen kenianische Truppen im eigenen Land.<\/p>\n<p>Die kenianische Armee verfolgt trotzdem ihr Ziel, den somalischen Hafen Kismayu am Indischen Ozean unter ihre Kontrolle zu bringen. Er gilt als wichtigste Geldquelle f\u00fcr al-Schabab. Was danach passiert, ist v\u00f6llig offen. Die eigentliche Aufgabe, die politische Stabilisierung Somalias kommt noch.<\/p>\n<p>Die Rede ist von der Einrichtung einer Sicherheitszone, die von multinationalen Truppen kontrolliert wird. Angeblich sucht Kenia auch schon F\u00fchrungsfiguren, die an der Spitze einer halb-autonomen Provinz im S\u00fcden Somalias stehen sollen. Ob die Somalier sich das gefallen lassen, ist zweifelhaft, auch der Nachbar \u00c4thiopien wird mitreden wollen.<\/p>\n<p>Eritrea wiederum verd\u00e4chtigt \u00c4thiopien, das Ger\u00fccht \u00fcber Waffenlieferungen an al-Schabab in die Welt zu setzen. Das seien &#8222;komplette L\u00fcgen&#8220;, protestiert die Regierung in Asmara. Allerdings wird Eritrea schon in einem UN-Bericht vom Juli beschuldigt, die Islamisten zu unterst\u00fctzen. &#8222;Wir werden alle gelieferten Waffen zerst\u00f6ren&#8220;, twittert der kenianische Major.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Kurzmitteilungsdienst Twitter ist f\u00fcr die Bewohner des St\u00e4dtchens Baidoa im S\u00fcden von Somalia \u00fcberlebenswichtig und zwar im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15797,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[248],"tags":[7253,7252,115,1213,118,428,345],"class_list":{"0":"post-15796","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-somalia","8":"tag-al-schabab","9":"tag-asmara","10":"tag-eritrea","11":"tag-innenpolitik","12":"tag-kenia","13":"tag-somalia","14":"tag-terrorismus"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116554935982938007","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15796"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15796\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15797"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}