{"id":15826,"date":"2026-05-11T09:38:20","date_gmt":"2026-05-11T09:38:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15826\/"},"modified":"2026-05-11T09:38:20","modified_gmt":"2026-05-11T09:38:20","slug":"angola-ist-afrikas-unentdecktes-abenteuerland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/15826\/","title":{"rendered":"Angola ist Afrikas unentdecktes Abenteuerland"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Neugierig blicken sie auf die kleine Touristengruppe, die in ihrer Nachbarschaft Zelte aufschl\u00e4gt. Ein gro\u00dfgewachsener, schlanker Mann, ein paar Frauen und einige Kinder stehen, in farbenfrohe Gew\u00e4nder geh\u00fcllt, einfach da und schauen zu. Die Frauen tragen ebenso bunte Kopfbedeckungen. Die Menschen geh\u00f6ren zu den Kuvale, einer der letzten halbnomadischen Volksgruppen Angolas, verwandt mit den Herero im benachbarten <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/namibia\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Namibia<\/a>.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"><a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/angola\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Angola<\/a> ist zwar das siebtgr\u00f6\u00dfte Land Afrikas, aber auf der Tourismus-Landkarte bislang ein wei\u00dfer Fleck. Das mag daran liegen, dass man dort weniger die Tierwelt wie in anderen afrikanischen L\u00e4ndern findet. Daf\u00fcr aber beeindruckende Landschaften und den Kontakt zu Menschen, die nicht vom Massentourismus genervt sind.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wie eben zur Kuvale-Gemeinschaft dort in der kleinen Siedlung Tchitundo Hulo. Der Reiseanbieter hatte vorher gefragt, ob die Deutschen dort eine Nacht bleiben d\u00fcrften. Solche Begegnungen sind f\u00fcr die Bewohner der Siedlung selten und daher ein H\u00f6hepunkt in ihrem von Stille und Arbeit mit dem Vieh gepr\u00e4gten Leben. Aber immerhin \u2013 so viel Tourismus ist ihnen schon gel\u00e4ufig, dass sie f\u00fcrs Fotografierenlassen Geld erwarten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das sie auch brauchen. Denn ansonsten leben sie fast ausschlie\u00dflich vom Verkauf von Vieh und Milchprodukten auf lokalen M\u00e4rkten, zum Beispiel im 30 Kilometer entfernten Ort Virei. 25 Menschen leben in der mit \u00c4sten umz\u00e4unten Kuvale-Gemeinschaft in einfachen, zeltf\u00f6rmigen Lehmh\u00fctten. Nebenan warten K\u00fche darauf, gemolken zu werden. Viele Tiere habe die Gruppe, sagt Manuel Pedro Bongischa. F\u00fcr Feldwirtschaft gebe es in diesem Ausl\u00e4ufer der Namib-W\u00fcste zu wenig Wasser, erkl\u00e4rt der Soba, der Chef des Dorfes. Das Vieh m\u00fcssen sie viele Kilometer zu den Wasserstellen treiben und den Orten, wo gegen Ende der Trockenzeit noch Gras w\u00e4chst.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein \u00e4lterer Sohn des Soba arbeitet in einem Steinbruch. Ansonsten wollen die Kuvale ihren traditionellen Lebensstil beibehalten. Daran \u00e4ndere auch der Kontakt zu den Besuchern nichts, ist Bongischa \u00fcberzeugt, er hat keine Sorge, dass der Tourismus die Kultur ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr eine Besonderheit ist Tchitundo Hulo bei arch\u00e4ologisch interessierten Menschen sehr bekannt. Auf Felsen in der Umgebung finden sich hunderte Gravuren, manche kreisf\u00f6rmig, andere geometrisch-symbolhaft. Die Kuvale wissen nicht, was sie bedeuten. Offenbar gibt es auch sonst wenig Interesse daran, denn die wom\u00f6glich bis zu 20.000 Jahre alten Gravuren liegen ungesch\u00fctzt da. Viele sind bereits durch Verwitterung verschwunden, obwohl Tchitundo Hulo zu den bedeutendsten arch\u00e4ologischen St\u00e4tten im S\u00fcdwesten Angolas z\u00e4hlt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">S\u00fcdlich von Tchitundo Hulo erstreckt sich in der Provinz Namibe \u2013 benannt nach der gleichnamigen K\u00fcstenstadt \u2013 der Iona-Nationalpark, ein Tor zur faszinierenden Welt der Namib-W\u00fcste. Als \u00e4ltestes und gr\u00f6\u00dftes Schutzgebiet Angolas reicht er bis \u00fcber die Grenze zu Namibia. Hier h\u00fcpfen Springb\u00f6cke zwischen teils uralten gr\u00fcnen Welwitschia-Pflanzen in der Savanne herum, deren gr\u00fcne Bl\u00e4tter ein wenig an Agaven erinnern. Weiter s\u00fcdlich weicht das Gr\u00fcn dann bizarren Felsformationen und endlosen Sandfl\u00e4chen, die fast surreale Landschaften formen und den Blick in die unendliche Weite der W\u00fcste ziehen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aus diesen s\u00fcdlichen Regionen nehmen Touristen, Einheimische und viele gro\u00dfe Lkw die Verbindungsstra\u00dfe EN 280 von Namibe zur zweitgr\u00f6\u00dften Stadt Angolas, Lubango. Die Stra\u00dfe f\u00fchrt durch die Berglandschaft Serra da Leba. Beeindruckend ist vor allem die Passstra\u00dfe, die sich in kurvenreichen Serpentinen tausend Meter in die H\u00f6he schl\u00e4ngelt und spektakul\u00e4re Aussichten auf das Tal gew\u00e4hrt. Von Lubango geht es in einem anderthalbst\u00fcndigen Flug in die Hauptstadt Angolas, Luanda, wo \u00fcblicherweise auch eine Angola-Reise beginnt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Luanda ist ein Moloch mit einer Einwohnerzahl irgendwo zwischen vier und zehn Millionen. Es ist laut, \u00fcberall dr\u00e4ngen Menschen in Gesch\u00e4fte oder Sammeltaxis. Auf den gro\u00dfen M\u00e4rkten ist das Get\u00fcmmel und Geschrei besonders intensiv. Es gibt dort alles \u2013 von Gem\u00fcse \u00fcber lebende H\u00fchner und Ziegen bis zu Werkzeug, Batterien, Solarlampen Uhren oder Kleidung jeder Art. Die Festung San Miguel mit ihrem Milit\u00e4rmuseum ist da einer der wenigen Ruhepole in der Stadt. Ein mit blau-wei\u00dfen Azulejos (Kacheln) ausgestatteter Raum zeigt Szenen aus der Kolonialgeschichte. Ruhiger geht es auch in edlen Strand-Gastronomien wie dem Caf\u00e9 del mar zu, wo Luandenses und Ausl\u00e4nder gehoben speisen und feiern.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Angola-Reisende zieht es meist bald wieder in die ruhige Natur, die auch im Norden des Landes einiges zu bieten hat, zum Beispiel die spektakul\u00e4ren Kalandula-Wasserf\u00e4lle, 380 Kilometer \u00f6stlich der Hauptstadt. Mit einer Breite von 400 Metern und einer H\u00f6he von 100 Metern gelten sie nach den Victoria-F\u00e4llen als die zweith\u00f6chsten Wasserf\u00e4lle Afrikas. Etwa 100 Kilometer entfernt ein weiteres Naturwunder: Fast mystisch erheben sich die Felsformationen der Pedras Negras in bis zu 200 Metern H\u00f6he und verleihen der Landschaft eine fast surreale Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Irdischer geht es auf der Fazenda Terras do Kol\u00f3 zu, die 17 Quadratkilometer umfasst. Mit etwa 5300 Nelore-Rindern und 130 Besch\u00e4ftigten ist die Farm einer der gr\u00f6\u00dften landwirtschaftlichen Betriebe der Region. Touristen finden komfortable Unterk\u00fcnfte auf dem Gel\u00e4nde im Kahombo Resort Rural \u2013 und beobachten Szenen, die einem klassischen Western entnommen sein k\u00f6nnen, wenn die Vaqueros, die Cowboys Angolas, die Rinder treiben. Ein paar der Vaqueros kommen aus Brasilien, zum Beispiel Sidney Pinto. Der Veterin\u00e4r lebt seit zwei Jahren hier und freut sich, die afrikanische Weise der Runderzucht kennenzulernen. Umgekehrt gehen Angolaner auch nach Brasilien. Die L\u00e4nder sind eng verflochten durch die gemeinsame Kolonialgeschichte. Viele Menschen der Region wurden als Slaven nach Amerika verschifft. Und in beiden L\u00e4ndern spricht man portugiesisch.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ruhig war es selten in dem Land. Als Angola 1975 nach langem Kampf gegen <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/portugal\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Portugal<\/a> die Unabh\u00e4ngigkeit erlangte, brach ein B\u00fcrgerkrieg aus, der erst 2005 endete. Seither ist Angola zwar offiziell eine Demokratie, wird aber autokratisch gef\u00fchrt und geh\u00f6rt zu den korruptesten Staaten der Welt. Touristen bekommen davon wenig mit. Interessant ist das Land f\u00fcr Reisende, die Afrika schon gut kennen und etwas Neues suchen, f\u00fcr Abenteurer, die den Massentourismus meiden, und f\u00fcr Bewunderer von Natur und alten Kulturen. Wer die kapverdischen Inseln sch\u00e4tzt, d\u00fcrfte sich auch in Angola wohlf\u00fchlen. Gro\u00dfe Tierherden gibt es hier nicht, daf\u00fcr spektakul\u00e4re Landschaften und eine noch vom Tourismus kaum ber\u00fchrte Welt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Tourismus steckt noch in den Kinderschuhen. Daher ist Angola noch sehr urspr\u00fcnglich, die Menschen sind noch neugierig auf die Besucher. Man muss andererseits damit rechnen, dass vieles noch nicht so funktioniert wie in etablierten Regionen. Aber die Standards seien gut, sagt Thomas Thadewaldt, Reiseleiter bei Diamir Erlebnisreisen. \u201eAngola bietet wunderbare Landschaften, das afrikanische Lebensgef\u00fchl und erm\u00f6glicht ein l\u00e4ssiges Reisen.\u201c Besucher erleben auch die Verbindung mit der portugiesischen Kultur.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Redaktion wurde von \u00adDiamir Erlebnisreisen und vom Tourismusministerium von \u00adAngola zu der Reise eingeladen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neugierig blicken sie auf die kleine Touristengruppe, die in ihrer Nachbarschaft Zelte aufschl\u00e4gt. 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