{"id":16516,"date":"2026-05-13T07:18:16","date_gmt":"2026-05-13T07:18:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/16516\/"},"modified":"2026-05-13T07:18:16","modified_gmt":"2026-05-13T07:18:16","slug":"plattentektonik-bisher-unbekannter-riss-koennte-afrika-zerstueckeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/16516\/","title":{"rendered":"Plattentektonik: Bisher unbekannter Riss k\u00f6nnte Afrika zerst\u00fcckeln"},"content":{"rendered":"<p>Plattentektonik: Bisher unbekannter Riss k\u00f6nnte Afrika zerst\u00fcckeln &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>R\u00e4tselhafte Bruchzone: Bisher unbekannter Riss k\u00f6nnte Afrika zerst\u00fcckeln<\/p>\n<p>Ein Bruch bis zum Erdmantel k\u00f6nnte S\u00fcdafrika zu einem eigenen Kontinent machen. Vor allem aber verspricht er eine Ressource, die derzeit an der Stra\u00dfe von Hormus blockiert\u00a0wird: Helium.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Ein Boot mit zwei Personen f\u00e4hrt auf einem nebligen Fluss bei Sonnenaufgang. Die Sonne geht hinter einer Baumreihe am Horizont auf und taucht die Szene in ein warmes, orangefarbenes Licht. Die Wasseroberfl\u00e4che spiegelt das Licht wider, w\u00e4hrend das Boot eine leichte Welle hinterl\u00e4sst.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/GettyImages-520718496.jpg\" title=\"Ein Boot mit zwei Personen f\u00e4hrt auf einem nebligen Fluss bei Sonnenaufgang. Die Sonne geht hinter einer Baumreihe am Horizont auf und taucht die Szene in ein warmes, orangefarbenes Licht. Die Wasseroberfl\u00e4che spiegelt das Licht wider, w\u00e4hrend das Boot eine leichte Welle hinterl\u00e4sst.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Michele Westmorland \/ Getty Images (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Die Sonne geht \u00fcber dem Kafue River in Sambia auf: In der Region scheint sich ein unbekannter Riss in der Erdkruste zu verbergen. <\/p>\n<p>Afrika ist ein besonderer Kontinent. Seit Hunderten Millionen Jahren bildet er eine zusammenh\u00e4ngende Landfl\u00e4che, die heute zu gro\u00dfen Teilen mehr als einen Kilometer \u00fcber dem Meeresspiegel liegt. Doch auf diese Dauerhaftigkeit k\u00f6nnte ein spektakul\u00e4rer Zerfall folgen. Ein Bruch im S\u00fcden Afrikas reicht bis in den Erdmantel hinab, wie jetzt ein Team um die Geochemikerin R\u016bta Karolyt\u0117 von der University of Oxford berichtet. Damit w\u00e4re dieser Grabenbruch wom\u00f6glich die zweite dort neu entstehende Grenze zwischen Erdplatten\u00a0\u2013 und der Beginn einer Dreiteilung Afrikas. W\u00e4hrend das nur ein m\u00f6gliches Endergebnis des Prozesses ist, <a href=\"https:\/\/www.frontiersin.org\/journals\/earth-science\/articles\/10.3389\/feart.2026.1799564\/full\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">zeigt der jetzt in der Fachzeitschrift \u00bbFrontiers in Earth Science\u00ab ver\u00f6ffentlichte Befund<\/a>, dass die untersuchte Region wom\u00f6glich gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr Energie aus Erdw\u00e4rme und erhebliche Mengen des jetzt durch die Nahostkrise knappen Heliums besitzt. <\/p>\n<p>Der von der Arbeitsgruppe untersuchte Kafue-Grabenbruch in Sambia funktioniert <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/plattentektonik-wo-sich-afrika-ziemlich-sicher-teilen-wird\/2321319\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">wie der Ostafrikanische Grabenbruch<\/a>, die gigantische Nord-S\u00fcd-Narbe zwischen der Afar-Senke am Roten Meer bis hinunter nach Mosambik. Der Unterschied: Der von Ost nach West laufende, neu identifizierte Bruch ist\u00a0\u2013 geologisch gesprochen\u00a0\u2013 quasi neu geboren. Er besteht aus einer Serie von Senkungszonen, also oberfl\u00e4chlichen Dehnungsstreifen der Erdkruste. Anhand von Gasen in hei\u00dfen Tiefenw\u00e4ssern zeigten die Fachleute um Karolyt\u0117 jedoch, dass dort unter anderem Helium und Kohlendioxid aus sehr gro\u00dfer Tiefe aufsteigen. Die Bruchzone reicht bis tief in die Wurzeln des Kontinents.<\/p>\n<p>Das gesamte System erstreckt sich \u00fcber mehr als 2000\u00a0Kilometer von Ost nach West. Schon lange kennen Fachleute dort Bruchzonen, hei\u00dfe Quellen und andere Anomalien. Sie k\u00f6nnen auf einen Grabenbruch hindeuten\u00a0\u2013 m\u00fcssen aber nicht. Das Team analysierte nun die Verh\u00e4ltnisse zwischen den Heliumisotopen 3He und 4He, sowie den Anteil des Isotops 13C in Kohlendioxid und verglich Proben aus dem Rift selbst mit vulkanischen W\u00e4ssern au\u00dferhalb der Bruchzone. Dabei zeigten die Proben deutlichen Einfluss des Erdmantels. F\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Grenze zwischen Erdplatten spricht zudem, dass sich das Verwerfungssystem wahrscheinlich tief unter dem Meer bis zum Mittelatlantischen R\u00fccken zieht.<\/p>\n<p>Allerdings m\u00fcssen zuk\u00fcnftige Studien zeigen, ob die tiefe Verbindung in den Erdmantel sich \u00fcberhaupt \u00fcber die gesamte Bruchzone erstreckt. Nicht zuletzt k\u00f6nnen Grabenbr\u00fcche einfach inaktiv werden oder sich gar wieder schlie\u00dfen. Die Zukunft des Systems ist deswegen ungewiss. Kurzfristig spielt das ohnehin keine Rolle, denn Platten zerbrechen \u00fcber Zeitr\u00e4ume von Millionen Jahren. Innerhalb der Existenz der Menschheit sind deswegen nur die potenziellen Lagerst\u00e4tten von Helium und Wasserstoff und die geothermische Energie am tiefen Bruch durch die Erdkruste relevant. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Chemiker und Redakteur f\u00fcr Geowissenschaften, Chemie und scheu\u00dfliche Krankheiten. <\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p>Karolyte, R. et al., Frontiers in Earth Sciences 10.3389\/feart.2026.1799564, 2026 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/2b723eb8882f4ec98ecc288d047db04a.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Plattentektonik: Bisher unbekannter Riss k\u00f6nnte Afrika zerst\u00fcckeln &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltR\u00e4tselhafte Bruchzone: Bisher unbekannter Riss k\u00f6nnte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":16517,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[29,4815,4813,7505,4814,7504,6680,7503,4806,546],"class_list":{"0":"post-16516","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-afrika","8":"tag-afrika","9":"tag-erde-umwelt","10":"tag-erdkruste","11":"tag-erdmantel","12":"tag-geophysik","13":"tag-geothermie","14":"tag-grabenbruch","15":"tag-helium","16":"tag-plattentektonik","17":"tag-rohstoffe"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116566052210437864","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16516","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16516"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16516\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16517"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16516"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16516"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16516"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}