{"id":1691,"date":"2026-04-18T18:28:03","date_gmt":"2026-04-18T18:28:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/1691\/"},"modified":"2026-04-18T18:28:03","modified_gmt":"2026-04-18T18:28:03","slug":"namibia-zeigt-was-moeglich-ist-trotz-rueckschritten-in-vielen-laendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/1691\/","title":{"rendered":"\u201eNamibia zeigt, was m\u00f6glich ist&#8220; \u2013 trotz R\u00fcckschritten in vielen L\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Startseite<\/a><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_politik\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Politik<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 26.12.2025, 20:15 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: <a class=\"id-Story-authors-link lp_west_author\" href=\"https:\/\/www.fr.de\/autor\/bascha-mika-gu4yj3xgv.html\" title=\"Zur Autorenseite von Bascha Mika\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" author-link=\"\" mika=\"\" data-k5a-pos=\"west_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bascha Mika<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/profile.google.com\/cp\/CgkvbS8wNHk5cHYaAA\" class=\"id-Story-googleFollowButton id-Story-googleFollowButton--default\" target=\"_blank\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" google-follow=\"\" auf=\"\" google=\"\" folgen=\"\" rel=\"nofollow noopener\">Uns auf Google folgen<\/a><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/40938398-maedchen-in-namibia-dicke-freundinnen-die-keiner-schlechten-zukunft-entgegenblicken-3X7a.jp.jpeg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"792\" width=\"1408\" alt=\"M&#xE4;dchen in Namibia &#x2013; dicke Freundinnen, die keiner schlechten Zukunft entgegenblicken. \"\/>M\u00e4dchen in Namibia \u2013 dicke Freundinnen, die keiner schlechten Zukunft entgegenblicken.  \u00a9\u00a0Krilt\/IStock<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Die Deutschland-Chefin der Organisation UN Women warnt vor R\u00fcckschritten beim Schutz von Frauenrechten. \u00dcberraschend positive Entwicklungen gibt es in Namibia.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Wie geht es Frauen und M\u00e4dchen weltweit am Ende dieses Jahres? Die Lage ist widerspr\u00fcchlich. Auf der einen Seite gibt es messbare Fortschritte: mehr Bildung, bessere Gesundheitsversorgung, neue Gesetze und internationale Aufmerksamkeit. Auf der anderen Seite erleben wir politische R\u00fcckschritte, autorit\u00e4re Gegenbewegungen und neue Formen von Gewalt und Ausgrenzung.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Frau Langenkamp, ein M\u00e4dchen, das heute geboren wird, hat statistisch bessere Chancen als fr\u00fcher \u2013 etwa auf Bildung oder F\u00fchrungspositionen. Gleichzeitig sind die Risiken enorm: Kinderheirat, Aufwachsen in Kriegsgebieten oder ein Leben in Armut. Wie w\u00fcrden Sie die weltweite Lage von Frauen und M\u00e4dchen Ende 2025 beschreiben?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Anhand zweier Beispiele. Das positive: Im September dieses Jahres fand im Rahmen der UN-Generalversammlung in New York ein hochrangiges Treffen zum 30-j\u00e4hrigen Bestehen der Pekinger Aktionsplattform statt \u2013 dem umfassendsten Konzept zur F\u00f6rderung der Gleichstellung der Geschlechter. Da berichteten Staaten aus aller Welt \u00fcber ihre Fortschritte bei Frauenrechten und Geschlechtergerechtigkeit. Besonders beeindruckend war der Beitrag der namibischen Pr\u00e4sidentin Netumbo Nandi-Ndaitwah. Sie wies darauf hin, dass in Namibia die Pr\u00e4sidentin, die Vizepr\u00e4sidentin, Sprecherin der Nationalversammlung und die Generalsekret\u00e4rin der Regierungspartei Frauen sind. Zudem sind 57 Prozent der Kabinettsposten weiblich besetzt \u2026<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/40936866-vor-einigen-jahren-erstritt-die-trans-frau-mercedez-von-cloete-einen-erfolg-vor-namibias-ho.jpeg\" loading=\"lazy\"   height=\"731\" width=\"1100\" alt=\"Vor einigen Jahren erstritt die trans Frau Mercedez von Cloete einen Erfolg vor Namibias Hohem Gericht in Windhoek.\"\/>Vor einigen Jahren erstritt die trans Frau Mercedez von Cloete einen Erfolg vor Namibias Hohem Gericht in Windhoek. \u00a9\u00a0HILDEGARD TITUS\/afp<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">\u2026 davon k\u00f6nnen viele L\u00e4nder, auch Deutschland, nur tr\u00e4umen.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Das andere Extrem ist Afghanistan. Dort werden M\u00e4dchen systematisch von der Sekundarschulbildung ausgeschlossen, Frauen vom \u00f6ffentlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben. Das zeigt, wie fragil Frauenrechte sind. Sie sind immer politisch \u2013 und nie selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Die UN-Agenda f\u00fcr nachhaltige Entwicklung sieht vor, Diskriminierung von Frauen und M\u00e4dchen bis 2030 zu beenden. Ist es bisher ein Fortschritt mit angezogener Handbremse?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Eigentlich nicht. Denn die Entwicklung ist nicht linear, sondern verl\u00e4uft \u2013 wie die beiden Beispiele zeigen \u2013 je nach politischem Kontext extrem unterschiedlich. Und weil es keine lineare Entwicklung ist, gibt es nichts, worauf wir uns ausruhen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Also kein langsames, aber stetiges Vorankommen? Mal geht es vorw\u00e4rts, mal r\u00fcckw\u00e4rts oder auch seitw\u00e4rts?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Genau. Das sehen wir in den USA, in Russland, in Ungarn. Ein Beispiel aus Europa: 2020 verabschiedete die EU unter deutscher Ratspr\u00e4sidentschaft eine ehrgeizige Agenda f\u00fcr die Gleichstellung der Geschlechter und die St\u00e4rkung der Rolle der Frau im ausw\u00e4rtigen Handeln der EU. Auch f\u00fcrs Binnenverh\u00e4ltnis wurde eine EU-Gender-Equality-Strategie verabschiedet, Titel \u201eA Union of Equality\u201c. Heute, f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter, unter ver\u00e4nderten politischen Mehrheiten und dem Einfluss starker Anti-Gender-Bewegungen, spricht die EU nur noch von einer \u201eRoadmap for Women\u2019s Rights\u201c. Das klingt \u00e4hnlich, ist aber ein deutlicher R\u00fcckschritt.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Weil es nur noch um Frauenrechte und nicht mehr um Geschlechtergerechtigkeit f\u00fcr alle geht?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Exakt. Themen wie Geschlechtervielfalt, sexuelle Orientierung oder gendertransformative Ans\u00e4tze tauchen nicht mehr auf. Statt strukturelle Ursachen von geschlechtsspezifischer Diskriminierung in all ihrer Vielfalt zu adressieren, r\u00fcckt das \u201eEmpowerment von Frauen\u201c wieder ins Zentrum.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Dahinter steckt also wieder ein r\u00fcckw\u00e4rtsgewandtes, konservatives Geschlechterbild?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Das ist das Fatale da dran: Es geht nur um M\u00e4nner und Frauen. Diese Entwicklung ist besorgniserregend und wird von rechten und rechtsextremen Ideologien massiv vorangetrieben. Ungarn zum Beispiel hat progressive Beschl\u00fcsse der EU und OECD zur Gleichstellung bereits 2020 nicht mitgetragen. Und 2022 hat die Regierung unter Viktor Orb\u00e1n entschieden, dass verheiratete Frauen unter 40 mit mehr als vier Kindern lebenslang von Steuern befreit sind. Ein klares Signal f\u00fcr ein traditionelles, staatlich gelenktes Frauen- und Familienbild.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Um Fortschritte und R\u00fcckschritte bei Geschlechtergerechtigkeit festzustellen, braucht es Zahlen, Daten, Fakten. Was l\u00e4sst sich denn \u00fcberhaupt messen und was bleibt eher verborgen?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Die UN-Agenda 2030 zum Beispiel misst bei ihren Zielen und Unterzielen nur, was datenbasiert belegbar ist. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel Bildung, Gesundheit, politische Teilhabe und gesetzliche Gleichstellung. Denn was w\u00e4re der Wert dieser Agenda, wenn es keine Rechenschaftsmechanismen g\u00e4be? Erg\u00e4nzend gibt es etwa die \u201eWomen, Business and the Law\u201c-Datenbank der Weltbank und den Gender Snapshot von UN Women. Sie zeigen, dass in den letzten f\u00fcnf Jahren weltweit 99 Gesetze zur Beseitigung von Diskriminierung verabschiedet oder reformiert wurden \u2013 ein enormer Fortschritt.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Wie steht es um M\u00e4dchen und Frauen in der Bildung?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">M\u00e4dchen schlie\u00dfen heute h\u00e4ufiger die Schule ab als je zuvor. In der Grundbildung gibt es fast keine Geschlechterunterschiede mehr. Auch an Universit\u00e4ten und Fachbereichen, in denen Frauen fr\u00fcher nicht vertreten waren, steigt ihre Zahl an \u2026<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">\u2026\u2009Bildung scheint der Schl\u00fcssel f\u00fcr fast alles Weitere zu sein.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Bildung erm\u00f6glicht wirtschaftliche Teilhabe, Kenntnis der eigenen Rechte und Zugang zu digitalen Informationen. L\u00e4nder wie Namibia zeigen, was m\u00f6glich ist, wenn gezielt in Bildung und politische Teilhabe von Frauen investiert wird. Laut dem vom Weltwirtschaftsforum j\u00e4hrlich erstellten Gender Gap Report fiel Deutschland im Jahr 2024 auf den 9. Rang zur\u00fcck \u2013 hinter Namibia, das auf Rang 8 steht.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Was wird im Gesundheitsbereich gemessen?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Der Zugang zu sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdienstleistungen und ihre Folgen \u2013 vor allem M\u00fcttergesundheit. Die M\u00fcttersterblichkeit ist seit 2000 um fast 40 Prozent gesunken. Das sind gro\u00dfe Erfolge \u2013 auch wenn noch immer t\u00e4glich rund 800 Frauen an vermeidbaren Ursachen rund um Schwangerschaft und Geburt sterben. Und das im Jahr 2025.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Und welche Bereiche entziehen sich der Messbarkeit?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Vor allem Gewalt gegen Frauen und M\u00e4dchen \u2026<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">\u2026\u2009aber auch da werden doch die Zahlen in vielen L\u00e4ndern erfasst \u2026<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Erfasst wird aber nur, was angezeigt wird. Die Dunkelziffer ist enorm \u2013 besonders in L\u00e4ndern, wo es keine Gesetze, keine Anlaufstellen oder kein Vertrauen in die Justiz gibt. Ein Justizsystem muss so angelegt sein und die dahinterstehenden Organe so geschult, dass sich eine Frau traut, Gewalt zu melden, weil sie hofft, dass ihr Gerechtigkeit widerf\u00e4hrt. Dass die T\u00e4ter identifiziert, verfolgt und bestraft werden.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">In Deutschland haben wir gerade das Gewalthilfegesetz verabschiedet. Von Gewalt betroffene Frauen und M\u00e4dchen haben jetzt ein Anrecht auf Schutz, die T\u00e4ter werden verfolgt und k\u00f6nnen auch zum Tragen einer Fu\u00dffessel verurteilt werden.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Das ist eine absolute Errungenschaft, die nur gelang, weil gesellschaftliche Kr\u00e4fte aller Couleur daf\u00fcr gek\u00e4mpft haben \u2013 von Nichtregierungsorganisationen \u00fcber Politiker:innen und Prominente. Aber Sie d\u00fcrfen nicht vergessen: Laut der Weltbank gibt es in 98 von 190 L\u00e4ndern keine Gesetze gegen sexuelle Bel\u00e4stigung und in 137 keine gegen h\u00e4usliche Gewalt.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Und in diesen L\u00e4ndern sind Frauen v\u00f6llig schutzlos?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Wo kein Gesetz besteht, besteht kein Schutz. Aber auch in L\u00e4ndern, in denen es Gesetze gegen sexuelle Bel\u00e4stigung gibt, sind Menschen nicht davor besch\u00fctzt. Ein Beispiel: Fr\u00fcher habe ich f\u00fcr die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr internationale Zusammenarbeit gearbeitet und ein Vorhaben in \u00c4gypten zum Thema sexuelle Bel\u00e4stigung von Frauen und M\u00e4dchen gepr\u00fcft. Da hat nicht nur die absolute Mehrzahl von Frauen angegeben, dass das Teil ihrer Lebensrealit\u00e4t im \u00f6ffentlichen Raum ist, sondern auch \u00fcber 70 Prozent der M\u00e4nner meinten, das sei normal. Das darf nicht normal sein: Im Rahmen der Orange-the-World-Kampagne haben wir, UN Women Deutschland, zusammen mit innn.it und prominenten Unterst\u00fctzer:innen die Petition \u201eSchluss mit Catcalling \u2013 sexuelle Bel\u00e4stigung strafbar machen! Kein Kompliment\u201c gestartet. Sie wurde bereits von \u00fcber 57\u2009000 Menschen unterschrieben.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Auf der einen Seite gibt es Staaten, die sich sehr gezielt f\u00fcr Geschlechtergerechtigkeit und die gleichen Rechte und Chancen f\u00fcr M\u00e4dchen und Frauen in all ihrer Diversit\u00e4t einsetzen. Auf der anderen Seite ist in UN-Berichten von einem globalen \u201eGender Backlash\u201c die Rede. Was bedeutet das konkret?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Zun\u00e4chst die R\u00fcckkehr zu traditionellen Rollenbildern, zu einer Geschlechterordnung, in der die Frau ihren Platz in der Familie hat, dem dominanten Mann unterstellt ist und die sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen eingeschr\u00e4nkt werden. Wir sehen das zum Beispiel in Ungarn, Russland, den USA und im Iran. In diesem M\u00e4rz hat Putin Sch\u00fclerinnen und Studentinnen Geld geboten, wenn sie Kinder geb\u00e4ren f\u00fcr den Staat. Hinzu kommt: Konservative Anti-Gender-Netzwerke in Europa haben zwischen 2018 und 2022 \u00fcber 1,18 Milliarden Dollar mobilisiert \u2013 f\u00fcr Lobbyarbeit, Medienkampagnen und Rechtsstreitigkeiten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/40938264-angela-langenkamp-ist-seit-juni-2025-vorsitzende-von-un-women-deutschland-als-keramikerin-l.jpeg\" loading=\"lazy\"   height=\"1100\" width=\"1100\" alt=\"Angela Langenkamp ist seit Juni 2025 Vorsitzende von UN Women Deutschland. Als Keramikerin, Lehrerin und promovierte Geografin blickt sie auf eine bunte Vita mit 36 Jahren Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit zur&#xFC;ck.\"\/>Angela Langenkamp ist seit Juni 2025 Vorsitzende von UN Women Deutschland. Als Keramikerin, Lehrerin und promovierte Geografin blickt sie auf eine bunte Vita mit 36 Jahren Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit zur\u00fcck.\u00a0In unterschiedlichen Funktionen setzt sie sich seit \u00fcber 40 Jahren aktiv f\u00fcr gleiche Rechte und Chancen f\u00fcr alle Menschen unabh\u00e4ngig von ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung und ihrer Geschlechteridentit\u00e4t ein.  \u00a9\u00a0privat<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Eine organisierte Gegenbewegung?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Genau. Und die ist international vernetzt und wirkt \u00fcber geopolitische und L\u00e4ndergrenzen hinweg. Es geht um Propaganda, Kampagnen und gezielte Aktionen, um traditionelle Rollenbilder zu glorifizieren, um Geschlechtervielfalt und das Selbstbestimmungsrecht zu verp\u00f6nen und Frauenhass zum Beispiel in sozialen Medien zu verbreiten. Diese Entwicklung nimmt enorm an Fahrt auf. Das Ergebnis: Sexistische Sprache, Hass in sozialen Medien und die Ausgrenzung queerer Menschen nehmen wieder zu \u2013 und werden gesellschaftsf\u00e4higer. In Ostdeutschland hat die AfD erfolgreich Wahlwerbung mit dem Spruch gemacht: Es gibt nur zwei Geschlechter.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Haben Sie dennoch eine positive Botschaft f\u00fcrs neue Jahr?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Ja klar. Mich beeindruckt eine Entwicklung in Afrika. Dort haben Staats- und Regierungschefs erkannt, dass die patriarchalen Strukturen und die daraus resultierende Gewalt gegen Frauen und M\u00e4dchen eines der gr\u00f6\u00dften Hindernisse f\u00fcr die Entwicklung ihrer L\u00e4nder sind. Daher hat die Afrikanische Union drei Jahre in Folge sogenannte Men\u2019s Conferences unter der Schirmherrschaft m\u00e4nnlicher Staats- und Regierungschefs organisiert und damit den Grundstein f\u00fcr die Verabschiedung der \u201eAfrican Union Convention on Ending Violence Against Women\u201c 2024 gelegt. Faszinierend. Dieses Beispiel zeigt: Gleichberechtigung gelingt nur gemeinsam. Genau da m\u00fcssen wir ansetzen, um die Gleichberechtigung der Geschlechter gelebte Realit\u00e4t werden zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"StartseitePolitik Stand: 26.12.2025, 20:15 Uhr Von: Bascha Mika DruckenTeilen Uns auf Google folgenM\u00e4dchen in Namibia \u2013 dicke Freundinnen,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1692,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[414],"class_list":{"0":"post-1691","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-namibia","8":"tag-namibia"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1691","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1691"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1691\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1692"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1691"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1691"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1691"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}