{"id":17005,"date":"2026-05-14T14:56:45","date_gmt":"2026-05-14T14:56:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/17005\/"},"modified":"2026-05-14T14:56:45","modified_gmt":"2026-05-14T14:56:45","slug":"geoffrey-andama-im-interview-max-planck-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/17005\/","title":{"rendered":"Geoffrey Andama im Interview | Max-Planck-Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class=\"summary\">Seit September 2025 leitet Geoffrey Andama\u00a0die Max-Planck-Humboldt-Forschungsgruppe an der<br \/>Muni University in Uganda. Die neue Gruppe widmet sich dem Aufbau der Astrophysik und<br \/>Astronomie auf dem afrikanischen Kontinent. Im Gespr\u00e4ch erz\u00e4hlt Andama von seinem<br \/>ungew\u00f6hnlichen Weg in die Wissenschaft, der Bedeutung von Mentoring und seiner Vision<br \/>f\u00fcr die Astronomie in Afrika.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" alt=\"Eine Person mit Brille und verschr\u00e4nkten Armen, der Astronom Geoffrey Andama aus Uganda, steht vor einer Wand, auf der ein deutlicher Schatten zu sehen ist. Die Beleuchtung ist warm.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/original-1770805494.jpg\" class=\"img-responsive\" title=\"Vom Mentee zum Forschungsgruppenleiter:Geoffrey Andama setzte fr\u00fch auf internationale Vernetzung \u2013 und kn\u00fcpfte von Uganda aus enge Kontakte mit dem Max-Planck-Institut f\u00fcr Astronomie in Heidelberg.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1778770605_100_original-1770805494.jpg\" class=\"visible-print-block mb-1 banner\" alt=\"Eine Person mit Brille und verschr\u00e4nkten Armen, der Astronom Geoffrey Andama aus Uganda, steht vor einer Wand, auf der ein deutlicher Schatten zu sehen ist. Die Beleuchtung ist warm.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Vom Mentee zum Forschungsgruppenleiter: Geoffrey Andama setzte fr\u00fch auf internationale Vernetzung \u2013 und kn\u00fcpfte von Uganda aus enge Kontakte mit dem Max-Planck-Institut f\u00fcr Astronomie in Heidelberg.<\/p>\n<p class=\"copyright hidden-print\" id=\"copyright_26082649\">\n          \u00a9 Anna Ziegler\n        <\/p>\n<p>\n          Vom Mentee zum Forschungsgruppenleiter:<br \/>Geoffrey Andama setzte fr\u00fch auf internationale Vernetzung \u2013 und kn\u00fcpfte von Uganda aus enge Kontakte mit dem Max-Planck-Institut f\u00fcr Astronomie in Heidelberg.\n        <\/p>\n<p>\n          \u00a9 Anna Ziegler\n        <\/p>\n<p>Wie begann Ihre Faszination f\u00fcr Astronomie und Planetenforschung?<\/p>\n<p>Geoffrey Andama: Das begann schon in meiner Kindheit, lange bevor ich wusste, dass Astronomie \u00fcberhaupt ein Forschungsfeld ist. Ich wuchs unter dem weiten Nachthimmel im l\u00e4ndlichen Uganda auf. Die zahllosen Sterne, die wie Diamanten funkelten, zogen mich schon fr\u00fch in den Bann. Wie sind diese Himmelsk\u00f6rper entstanden? Gibt es dort draussen andere Welten, die Leben beherbergen k\u00f6nnten und um ihre Sonnen kreisen? Welche Kr\u00e4fte halten diese Objekte an ihrem Platz? Dieses fr\u00fche Staunen legte das Fundament f\u00fcr meine sp\u00e4tere Leidenschaft.<\/p>\n<p>Wie gelang Ihnen trotz begrenzter Ressourcen in Uganda eine wissenschaftliche Laufbahn?<\/p>\n<p>Ich habe schon sehr fr\u00fch begonnen, gezielt nach Kooperationen zu suchen und Forschende im Ausland zu kontaktieren. Erm\u00f6glicht wurde das durch Initiativen wie das East African Astronomical Research Network (EAARN), das vom International Science Programme der Universit\u00e4t Uppsala in Schweden unterst\u00fctzt wird. Sp\u00e4ter halfen mir Programme wie ARTEMIS dabei, meine Verbindungen zum Max-Planck-Institut f\u00fcr Astronomie und zum Zentrum f\u00fcr Stern- und Planetenentstehung in Kopenhagen zu vertiefen. Diese Netzwerke waren entscheidend daf\u00fcr, meine Forschung international anschlussf\u00e4hig zu machen.<\/p>\n<p>Was waren bislang die gr\u00f6ssten Herausforderungen auf Ihrem akademischen Weg?<\/p>\n<p>Dass mein Weg alles andere als geradlinig verlief. Ich bin eigentlich Ingenieur und habe jahrelang in der Dienstleistungsbranche gearbeitet, bevor ich den Schritt in die Wissenschaft wagte. Der Wechsel in die Astrophysik bedeutete, dass ich enorme Wissensl\u00fccken schliessen und gleichzeitig den hohen Anforderungen des Fachs gerechtwerden musste. Hinzu kamen fehlende Ressourcen und Infrastruktur vor Ort. Und es kann sehr isolierend sein, wenn man in einem Umfeld arbeitet, in dem kaum jemand die eigenen Forschungsinteressen teilt.<\/p>\n<p>Sie waren einer von 25 Mentees in der ersten ARTEMIS-Runde der Max-Planck-Gesellschaft. Was hat Sie motiviert, sich zu bewerben?<\/p>\n<p>Ich hatte bereits Kontakte nach Heidelberg. Kolleginnen und Kollegen am Max-Planck-Institut f\u00fcr Astronomie erz\u00e4hlten mir von dem Programm und ermutigten mich, mich zu bewerben.<br \/>Sie waren \u00fcberzeugt, dass es eine wertvolle Gelegenheit w\u00e4re, die Forschungswelt in Heidelberg kennenzulernen \u2013 und sie hatten absolut recht.<\/p>\n<p>Haben Sie nie dar\u00fcber nachgedacht, dauerhaft in einem anderen Land zu forschen?<\/p>\n<p>Trotz meiner internationalen Vernetzung bin ich bewusst in Uganda geblieben, aus der festen \u00dcberzeugung heraus, dass Spitzenforschung in Afrika auch mit begrenzten Ressourcen und Infrastruktur m\u00f6glich ist. Nat\u00fcrlich\u00a0tr\u00e4umen viele Studierende davon, ins Ausland zu gehen. Doch mir wurde klar, dass echter wissenschaftlicher Fortschritt aus dem eigenen gesellschaftlichen und kulturellen Kontext heraus entstehen muss.<\/p>\n<p>Welchen Einfluss hatte das Mentoring konkret auf Ihre wissenschaftliche Laufbahn?<\/p>\n<p>ARTEMIS hat mir geholfen, mein Potenzial nicht nur als Forscher, sondern auch als F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit zu erkennen. Als dann die Ausschreibung f\u00fcr die Leitung einer Max-Planck-Humboldt-Forschungsgruppe in Afrika ver\u00f6ffentlicht wurde, f\u00fchlte ich mich bereit. ARTEMIS hatte sowohl meine wissenschaftlichen als auch meine professionellen Kompetenzen gest\u00e4rkt. Also beschloss ich, mich um die F\u00f6rderung zu bewerben \u2013 und einfach zu sehen, was passiert.<\/p>\n<p>Und Sie waren erfolgreich \u2026<\/p>\n<p>Ja. Seit September 2025 baue ich an der Muni University in Uganda meine Max-Planck-Humboldt-Forschungsgruppe auf. Mein Ziel ist es, wissenschaftliche Exzellenz und Forschungskapazit\u00e4ten in Afrika zu etablieren \u2013 auf einem Kontinent, auf dem die Astronomie noch am Anfang steht. Wir wollen den Zugang zu Spitzenforschung direkt aus Afrika heraus erm\u00f6glichen. \u00dcber f\u00fcnf Jahre hinweg steht uns ein j\u00e4hrliches Budget von 150.000 Euro zur Verf\u00fcgung, um Postdocs und Promovierende zu gewinnen.<\/p>\n<p>Das ist eine grosse Chance. Wo sehen Sie die gr\u00f6sste Herausforderung?<\/p>\n<p>Vor allem die Rekrutierung wird schwierig. Wir fangen praktisch bei null an, denn in Afrika gibt es bislang nur wenige Fachleute auf diesem Gebiet. Deshalb werde wir auch international rekrutieren \u2013 um Expertise aufzubauen und gleichzeitig lokale Studierende zu begeistern. Sie sollen sehen, dass Astronomie eine echte Perspektive bietet. Durch unsere enge Kooperation mit dem Max-Planck-Institut f\u00fcr Astronomie k\u00f6nnen unsere Studierenden zudem Teile ihrer Forschung in Heidelberg durchf\u00fchren. Der Zugang zu dieser Infrastruktur wird ihnen helfen, den Anforderungen moderner Forschung gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Was muss sich \u00e4ndern, damit mehr junge Menschen in Afrika eine Karriere in der Astronomie einschlagen?<\/p>\n<p>Viele talentierte Studierende ziehen Astronomie gar nicht erst in Betracht, weil sie das Fach nicht als reale Option kennen. Eine fr\u00fchere Verankerung im Bildungssystem k\u00f6nnte viel bewirken. Ebenso wichtig ist physische Infrastruktur: Zugang zu Teleskopen, Forschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Netzwerken. Und wir brauchen personelle Ressourcen \u2013 Mentorinnen und Mentoren, die junge Forschende f\u00f6rdern und sie in die globale Wissenschaftsgemeinschaft einbinden.<\/p>\n<p>Was nehmen Sie aus Ihrer Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut f\u00fcr Astronomie mit?<\/p>\n<p>Wissenschaftlich war die Zusammenarbeit sehr bereichernd und transformativ. Sie er\u00f6ffnete mir neue Dimensionen der Forschung und zeigte das Wechselspiel zwischen Theorie, Beobachtung und Modellierung auf. Die Arbeit mit herausragenden Forschenden hat meinen Anspruch an mich selbst erh\u00f6ht und mich ermutigt, weiter \u00fcber meine eigenen Grenzen hinauszuwachsen.<\/p>\n<p>Und auf pers\u00f6nlicher Ebene?<\/p>\n<p>Bei Max-Planck habe ich die menschliche Seite wissenschaftlicher Exzellenz erlebt \u2013 eine Kultur der offenen Zusammenarbeit und des hohen wissenschaftlichen Anspruchs, in der Ideen unabh\u00e4ngig von Hierarchien gesch\u00e4tzt werden. Ich weiss nun, dass Wissenschaft am besten in Gemeinschaft gedeiht. Und genau diesen Geist m\u00f6chte ich nun in meine eigene Gruppe tragen: eine Forschung, die kompromisslos in der Qualit\u00e4t, kreativ und zutiefst gemeinschaftlich ist. Denn am Ende ist herausragende Wissenschaft nicht nur eine Frage der Brillanz, sondern vor allem des Miteinanders.<\/p>\n<p style=\"text-align:right\">Das Interview f\u00fchrte Petra Maa\u00df\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit September 2025 leitet Geoffrey Andama\u00a0die Max-Planck-Humboldt-Forschungsgruppe an derMuni University in Uganda. Die neue Gruppe widmet sich dem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":17006,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[7767,7768,7769,207],"class_list":{"0":"post-17005","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-uganda","8":"tag-geoffrey-andama","9":"tag-max-planck-humboldt-forschungsgruppe","10":"tag-muni-university","11":"tag-uganda"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116573515483145926","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17005","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17005"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17005\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17006"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17005"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17005"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17005"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}