{"id":17310,"date":"2026-05-15T14:16:07","date_gmt":"2026-05-15T14:16:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/17310\/"},"modified":"2026-05-15T14:16:07","modified_gmt":"2026-05-15T14:16:07","slug":"sudan-mit-basisdemokratie-gegen-den-horror-des-krieges","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/17310\/","title":{"rendered":"Sudan: Mit Basisdemokratie gegen den Horror des Krieges"},"content":{"rendered":"<p class=\"initiale\">Wenn Mohamed al-Tahir das Internet benutzen will, braucht er das Weltall. Genauer gesagt: eine Verbindung \u00fcber Starlink, das Satellitennetzwerk des US-amerikanischen Milliard\u00e4rs Elon Musk. \u201eKostet ein Dollar pro Stunde\u201c, sagt er im Gespr\u00e4ch auf WhatsApp. Reden ist teuer, er muss jeden Cent zweimal umdrehen. Al-Tahir, 30 Jahre alt, ist Finanzkoordinator f\u00fcr die \u201eEmergency Response Rooms\u201c (ERR) in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. Diese lokalen Selbsthilfeorganisationen haben am 2. Dezember in Stockholm den \u201eRight Livelihood Award\u201c, den \u201ealternativen Nobelpreis\u201c, bekommen. Das d\u00fcrfte ihrem Land endlich etwas mehr internationale Aufmerksamkeit einbringen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Nicht nur f\u00fcr die derzeit schlimmste humanit\u00e4re Katastrophe weltweit, sondern auch f\u00fcr die vielleicht mutigste und revolution\u00e4rste Antwort darauf.\u00a0<\/p>\n<p>Der Krieg in dem ostafrikanischen Land geht ins dritte Jahr. Was im April 2023 als blutiger Machtkampf zwischen den nationalen Streitkr\u00e4ften (SAF) und den paramilit\u00e4rischen \u201eRapid Support Forces\u201c (RSF) begann, ist l\u00e4ngst ein internationaler Konflikt geworden, befeuert von Nachbarl\u00e4ndern und Regionalm\u00e4chten. Die SAF wird unterst\u00fctzt von \u00c4gypten, der T\u00fcrkei, Iran und, wenn auch verhalten, von Saudi-Arabien. Wichtigster Verb\u00fcndeter der RSF sind die Vereinigten Arabischem Emirate. Es geht um Rohstoffe und Land, es geht um geostrategischen Einfluss in Afrika. Den Preis zahlen die Sudanesinnen und Sudanesen. Zw\u00f6lf Millionen sind vertrieben, \u00fcber 25 Millionen von Hunger bedroht. Die Zahl der Toten wird mittlerweile auf 150\u2009000 gesch\u00e4tzt. Die Kriegsparteien belagern St\u00e4dte, beschie\u00dfen Krankenh\u00e4user, bombardieren Fl\u00fcchtlingslager. Bei allem Hass aufeinander eint sie eine immense Zerst\u00f6rungswut gegen\u00fcber der eigenen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Aber die wehrt sich. Nicht mit Waffen, sondern mit \u201enafeer\u201c. Das Wort bedeutet im Sudan \u201eAufruf zum gemeinschaftlichen Handeln\u201c. Gleich nach Kriegsbeginn hatten sich die Vereinten Nationen und internationale NGOs aus der Hauptstadt und fast allen Regionen des Landes zur\u00fcckgezogen. In Khartum h\u00e4uften sich Explosionen, H\u00e4userk\u00e4mpfe, Pl\u00fcnderungen. Inmitten des Horrors blinkten auf den Handys der Menschen immer mehr WhatsApp-Nachrichten wie diese auf: \u201eHabe Notrationen f\u00fcr 70 Familien.\u201c \u201eWer sichere Schlafpl\u00e4tze und Trinkwasser braucht, hier anrufen.\u201c \u201eF\u00fcr Evakuierung aus Khartum hier melden.\u201c<\/p>\n<p>Mohamed al-Tahir half am dritten Tag des Krieges zusammen mit Nachbarn, die Notaufnahme im Krankenhaus seines Stadtteils ge\u00f6ffnet zu halten. Sie organisierten Diesel f\u00fcr einen Generator, weil der Strom ausgefallen war. So begann die Arbeit seines lokalen \u201eEmergency Response Room\u201c. Al-Tahir, gelernter Buchhalter, besorgte Nachschub an Medikamenten. Viele Apotheken waren bereits von K\u00e4mpfern \u00fcberfallen und ausgepl\u00fcndert worden, \u201eda durfte ich mitnehmen, was liegen geblieben war\u201c. Zweieinhalb Jahre sp\u00e4ter ist aus al-Tahir ein gewiefter Kassenwart f\u00fcr Khartums \u00fcber 160 ERRs geworden \u2013\u00a0und aus den einzelnen Initiativen ein landesweites Netz. Die ersten Spenden kamen aus der sudanesischen Diaspora, inzwischen geben auch westliche Regierungen und internationale Hilfsorganisationen Geld. Die ERRs betreiben Gemeinschaftsk\u00fcchen, evakuieren Familien aus umk\u00e4mpften Gebieten, verteilen Seife, Zahnpasta und Monatsbinden, reparieren zerschossene Wasserpumpen, betreuen \u00dcberlebende der massenhaften Vergewaltigungen. Bereits in den ersten Kriegsmonaten halfen sie rund 2,7 Millionen Menschen \u2013\u00a0darunter vielen in heftig umk\u00e4mpften und unzug\u00e4nglichen Gebieten.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Die Fortf\u00fchrung der Revolution<\/p>\n<p>Dass Zivilgesellschaften im Katastrophenfall eine enorme Tatkraft entwickeln und staatliche Aufgaben \u00fcbernehmen k\u00f6nnen, kennt man auch aus Syrien, der Ukraine, Myanmar oder dem Jemen. Der Fall des Sudan ist au\u00dfergew\u00f6hnlich, weil sich die Initiativen binnen kurzer Zeit eine nationale basisdemokratische Struktur gegeben haben.\u00a0<\/p>\n<p>Angeh\u00f6rige eines lokalen ERR, zust\u00e4ndig f\u00fcr einige Wohnbl\u00f6cke oder eine Nachbarschaft, w\u00e4hlen eine Vertreterin oder einen Vertreter f\u00fcr ein Bezirkskomitee. Dieses wiederum entsendet ein Mitglied in ein Komitee auf Ebene des jeweiligen Bundesstaates. Ein nationaler Koordinierungsrat vernetzt die ERRs aus allen Bundesstaaten mit anderen sudanesischen Organisationen der Zivilgesellschaft und mit internationalen NGOs. Welche Art der Hilfe wo geleistet wird, bestimmen die Nothelferinnen und -helfer an der Basis \u2013 und nat\u00fcrlich die engen Grenzen der finanziellen Ressourcen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>\u201eWir arbeiten nur humanit\u00e4r\u201c, betont Mohamed al-Tahir.\u00a0\u201eWir sind nicht politisch.\u201c Was einerseits stimmt, denn die ERRs verhalten sich im Krieg zwischen SAF und RSF strikt neutral. Nur sind sie andererseits in deren Augen alles andere als unpolitisch. Denn was die Nachbarschaftsinitiativen im Sudan seit April 2023 aufgebaut haben, ist eine Fortf\u00fchrung jener Revolution, die l\u00e4ngst gescheitert schien.\u00a0<\/p>\n<p>2019 hatten hunderttausende Sudanesinnen und Sudanesen mit Massenprotesten den damaligen Diktator Omar al-Baschir gest\u00fcrzt. Zu den Organisatoren des gewaltfreien Aufstands z\u00e4hlten tausende von \u201eNeighborhood Resistance Committees\u201c. Ihre meist jungen Mitglieder organisierten Demonstrationen, prangerten korrupte Politiker an und dokumentierten die oft t\u00f6dliche Gewalt von Armee und RSF \u2013 damals waren diese noch vereint in dem Bestreben, die Proteste niederzuschlagen. Nach Baschirs Sturz beteiligten sich die Komitees an der Verwaltung ihrer Wohnviertel und mobilisierten f\u00fcr freie Wahlen. Die aber fanden nie statt. Zuerst putschten Armee und Paramilit\u00e4rs gemeinsam gegen eine \u00dcbergangsregierung. Dann begruben sie den demokratischen Aufbruch endg\u00fcltig mit ihrem m\u00f6rderischen Machtkampf. So dachte man jedenfalls. Doch die lokalen Widerstandskomitees waren nicht verschwunden. Mit Beginn des Krieges benannten sich viele in \u201eEmergency Response Rooms\u201c um und nutzen ihre Strukturen nun, um so viele Landsleute wie m\u00f6glich vor dem Terror der Kriegsparteien zu sch\u00fctzen \u2013 und um ihr basisdemokratisches Experiment zu retten.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr Armee wie Paramilit\u00e4rs ist das eine Bedrohung. \u00dcber 100 ehrenamtliche ERR-Helferinnen und -Helfer sind seit April 2023 get\u00f6tet worden. Andere wurden verschleppt und misshandelt. Mohamed al-Tahir ist bereits zweimal verhaftet worden, als die paramilit\u00e4rischen RSF Khartum kontrollierten. Zu seiner Sicherheit ist sein Name ge\u00e4ndert. Im vergangenen Fr\u00fchjahr hat die Armee die zerst\u00f6rte Hauptstadt eingenommen. Auch sie betrachtet die ERRs als Gegner. Genau wie die RSF braucht sie die Kontrolle \u00fcber Nothilfe, um staatliche Autorit\u00e4t zu reklamieren, den Gegner unter Druck zu setzen und die eigenen Kassen aufzuf\u00fcllen.\u00a0<\/p>\n<p>Zweigeteilter Sudan\u00a0<\/p>\n<p>De facto ist der Sudan heute geteilt. Die Armee kontrolliert den Osten, die Hauptstadt Khartum und die Mitte des Landes. Die RSF beherrschen die westliche Region Darfur und den gr\u00f6\u00dften Teil der Region Kordofan. Beide Seiten haben Regierungen aufgestellt. Die der Armeef\u00fchrung, von den Vereinten Nationen anerkannt, sitzt gr\u00f6\u00dftenteils noch in Port Sudan, der Hafenstadt am Roten Meer. Dorthin haben sich auch die UNO und andere internationale Hilfsorganisationen zur\u00fcckgezogen. Die Regierung der RSF befindet sich in Nyala, der gr\u00f6\u00dften Stadt in Darfur.\u00a0<\/p>\n<p>Beide Seiten haben Nothilfe immer wieder als Waffe eingesetzt und Lieferungen f\u00fcr Zivilisten in Gebieten unter Kontrolle des Gegners blockiert. Gleichzeitig verdienen beide Kriegsparteien an der Nothilfe, so sie diese zulassen. Die Armee, indem sie der UNO und internationalen NGOs in Port Sudan f\u00fcr jeden Hilfstransport exorbitante Geb\u00fchren abfordert. Die Paramilit\u00e4rs, indem sie den humanit\u00e4ren Konvois an Checkpoints \u201eWegz\u00f6lle\u201c in H\u00f6he von mehreren tausend Dollar abnehmen. Und beide Seiten wollen, dass sich unabh\u00e4ngige lokale Initiativen wie die \u201eEmergency Response Rooms\u201c ihrer Aufsicht unterordnen. Wie gro\u00df deren Spielraum bleiben wird, h\u00e4ngt nicht zuletzt von ihren Geldgebern ab \u2013 vor allem von gro\u00dfen internationalen NGOs und westlichen Staaten. Auch von Deutschland.<\/p>\n<p>Der Bottom-up-Ansatz der Nachbarschaftsinitiativen widerspricht der jahrzehntelangen Praxis im globalen System der humanit\u00e4ren Hilfe. Internationale Hilfsgelder werden meist von \u201eoben nach unten\u201c durchgereicht. Zuerst an gro\u00dfe internationale NGOs, von dort weiter an lokale, staatlich registrierte Organisationen, die wiederum von den internationalen kontrolliert werden. Das soll Transparenz und Professionalit\u00e4t garantieren, f\u00fchrt aber auch oft zu Projekten, die mehr den Vorstellungen der Geber entsprechen als den Bed\u00fcrfnissen der Bev\u00f6lkerung in Not. Und es f\u00fchrt zu erheblichen Kosten bei den internationalen Hilfsorganisationen \u2013 unter anderem f\u00fcr die Finanzierung von Leitungspersonal, das oft aus dem Globalen Norden stammt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/shop\/kennenlernen\/blaetter-probeabo\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Banner-Probe-Mai.png\" alt=\"Probeabo: 2 Monate, 14\u20ac\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Entkolonisierte Hilfe<\/p>\n<p>\u201eDieses Drehbuch haben wir auf den Kopf gestellt\u201c, sagt Alsanosi Adam, wie Mohamed al-Tahir ein ERR-Aktivist der ersten Stunde. Adam, ein Dokumentarfilmer, agiert als einer der Pressesprecher f\u00fcr seine Bewegung aus dem kenianischen Exil, weswegen man seinen richtigen Namen verwenden kann. \u201eLokalisierung der Hilfe\u201c hei\u00dft die Praxis der ERRs im Expertenjargon. \u201eDecolonised aid\u201c, entkolonisierte Hilfe, nennt sie die Jury des \u201eRight Livelihood Award\u201c, weil sie den direkt betroffenen Menschen die M\u00f6glichkeit gebe, ihre eigenen Priorit\u00e4ten zu definieren. \u201eUnd jeder Dollar, der gespendet wird\u201c, sagt Adam, \u201ekommt auch bei den Leuten an\u201c, denn die ERRs haben keine Kosten f\u00fcr Geh\u00e4lter, B\u00fcros oder Autos.\u00a0<\/p>\n<p>Einer der ersten gro\u00dfen Geber, der sich mit Kriegsbeginn auf dieses Modell einlie\u00df, war USAID. Unter der Administration von Joe Biden versorgte die Beh\u00f6rde f\u00fcr internationale Entwicklung mehr als jedes andere Land die ERRs mit Geld und \u2013 soweit m\u00f6glich \u2013 Hilfsg\u00fctern. Mit dem Amtsantritt von Donald Trump im Januar wurde USAID abgewickelt, und zwar von Elon Musk. Die Beh\u00f6rde sei ein \u201eSchlangennest radikaler Marxisten\u201c, erkl\u00e4rte der reichste Mann der Welt, vom neuen Pr\u00e4sidenten mit \u201eB\u00fcrokratieabbau\u201c beauftragt. Von einem Tag auf den anderen mussten hunderte Gemeinschaftsk\u00fcchen der ERRs im Sudan schlie\u00dfen.\u00a0<\/p>\n<p>Dass Musk auch noch durch Starlink an der Not der sudanesischen Bev\u00f6lkerung verdient, st\u00f6\u00dft vielen Mitgliedern der ERRs bitter auf. \u201eAber was bleibt uns anderes \u00fcbrig\u201c, sagt al-Tahir, der Finanzkoordinator in Khartum. Die Infrastruktur ist in vielen Teilen des Landes zerst\u00f6rt, Armee wie Paramilit\u00e4rs erzwingen immer wieder Blackouts der lokalen Internetanbieter. Also geh\u00f6ren Starlink-Stationen und Solarpaneele heute zur Ausstattung vieler ERRs, auch um Geld zu empfangen oder zu versenden. Bezahlt und eingekauft wird meist \u00fcber die App einer Bank. Mit Bargeld herumzulaufen, sei zu gef\u00e4hrlich, so al-Tahir. Und die meisten Banken sind ohnehin geschlossen.\u00a0<\/p>\n<p>Gek\u00fcrzte Hilfsbudgets, fehlende Diplomatie<\/p>\n<p>Bisher hat niemand die L\u00f6cher stopfen k\u00f6nnen oder wollen, die mit der Zerschlagung von USAID entstanden sind. Zum einen tun sich Geberl\u00e4nder immer noch schwer mit lokalen Netzwerken wie den ERRs, die autark agieren, nicht staatlich registriert sind und denen man in Kriegszeiten nicht eben mal einen Berater zur Evaluierung ihrer Arbeit vorbeischicken kann.\u00a0<\/p>\n<p>Zum anderen k\u00fcrzen europ\u00e4ische Staaten, auch Deutschland, schon seit Jahren ihre Budgets f\u00fcr internationale Hilfe und haben ihre schrumpfenden Mittel in andere Krisenregionen verteilt, vor allem die Ukraine. Im Fall des Sudan bleibt die Finanzierung weit hinter dem zur\u00fcck, was gebraucht w\u00fcrde. F\u00fcr 2025 hat die UNO 4,2 Mrd. Dollar veranschlagt. Bis Ende September waren gerade einmal 25 Prozent der Summe eingegangen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Nur ein Bruchteil dieser Gelder geht bislang an die \u201eEmergency Response Rooms\u201c. Je schw\u00e4cher sie finanziell dastehen, desto mehr ist auch ihr demokratisches Experiment in den Zeiten des Krieges in Gefahr. Dessen Ende ist vorerst nicht abzusehen. Im September schien sich kurz ein Fenster f\u00fcr Verhandlungen zu \u00f6ffnen: Trumps Berater f\u00fcr Afrika, Massad Boulos, hatte die Hauptverb\u00fcndeten der Kriegsparteien \u2013 \u00c4gypten, Saudi-Arabien und die VAE \u2013 zu einem gemeinsamen Statement gen\u00f6tigt, in dem eine humanit\u00e4re Waffenruhe gefordert und der Stopp jeglicher Waffenlieferungen an die Kriegsparteien f\u00fcr \u201eunabdingbar\u201c erkl\u00e4rt wurde.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Doch der Vorsto\u00df scheint bereits wieder zu verpuffen. Armee und Paramilit\u00e4rs k\u00e4mpfen unvermindert weiter, ohne Nachschubprobleme und ohne jede R\u00fccksicht auf die Zivilbev\u00f6lkerung.\u00a0<\/p>\n<p>Weitgehend unbemerkt von der Welt\u00f6ffentlichkeit belagern die RSF seit \u00fcber einem Jahr Al-Faschir, die einzige noch von der Armee gehaltene Stadt in Darfur mit rund 260\u2009000 Einwohnern. Fast t\u00e4glich werden Dutzende von ihnen durch Drohnenangriffe get\u00f6tet, Nahrungsmittel gibt es kaum noch, auch die meisten K\u00fcchen der ERRs mussten schlie\u00dfen. Die Menschen ern\u00e4hren sich von Tierfutter.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Nur gibt es keinen internationalen Aufschrei, keine Kampagne f\u00fcr eine Luftbr\u00fccke, keine diplomatischen Initiativen, um massiven Druck auf die VAE auszu\u00fcben, den Hauptsponsor der Paramilit\u00e4rs, auch nicht seitens der EU oder Deutschlands. Und auch in Khartoum ist Mohamed al-Tahir im dritten Jahr des Krieges wieder auf der Suche nach Medikamenten.\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Awarded 2025. Emergency Response Rooms, rightlivelihood.org.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Nicholas Noe, Accelerating Localization: A Roadmap for The Sudan Humanitarian Fund, refugeesinternational.org, 19.9.2025.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Khartoum State ERR, khartoumerr.org.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Key facts and figures for the Sudan crisis (As of 30 September 2025), reliefweb.int, 30.9.2025.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> U.S. Department of State, Joint Statement on Restoring Peace and Security in Sudan, state.gov, 12.9.2025.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Global Center for the Responsibility to Protect, Joint Statement: Safe Passage: Protection for Civilians Under Siege in El Fasher. Open Letter, globalr2p.org, 1.10.2025.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn Mohamed al-Tahir das Internet benutzen will, braucht er das Weltall. 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