{"id":17333,"date":"2026-05-15T15:07:09","date_gmt":"2026-05-15T15:07:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/17333\/"},"modified":"2026-05-15T15:07:09","modified_gmt":"2026-05-15T15:07:09","slug":"sudan-risiko-einer-hungersnot-bleibt-bestehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/17333\/","title":{"rendered":"Sudan: Risiko einer Hungersnot bleibt bestehen"},"content":{"rendered":"<p class=\"date\">15.05.2026 \u2013 16:19<\/p>\n<p class=\"customer\">\n                        <a class=\"story-customer\" title=\"weiter zum newsroom von UNICEF Deutschland\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/nr\/34777\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">UNICEF Deutschland<\/a>\n                    <\/p>\n<p>Sudan: Risiko einer Hungersnot bleibt bestehen<\/p>\n<p>Rund 19,5 Millionen Menschen im Sudan von akuter Ern\u00e4hrungsunsicherheit betroffen <\/p>\n<p>Konflikt, Vertreibung und eingeschr\u00e4nkter humanit\u00e4rer Zugang bringen mehr als 825.000 Kinder durch schwere Mangelern\u00e4hrung in Lebensgefahr <\/p>\n<p>New York \/ Port Sudan \/ Berlin, den 15. Mai 2026 <\/p>\n<p>FAO, WFP und UNICEF warnten heute, dass laut der j\u00fcngsten Analyse der  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.ipcinfo.org\/ipcinfo-website\/countries-in-focus-archive\/issue-151\/en\/\">Integrierten Klassifikation zur Ern\u00e4hrungssicherheitslage (IPC)<\/a> rund 19,5 Millionen Menschen im Sudan \u2013 also zwei von f\u00fcnf Menschen im Land \u2013 von akuter Ern\u00e4hrungsunsicherheit auf Krisenniveau (IPC-Phase 3 oder h\u00f6her) betroffen sind. <\/p>\n<p>Auch wenn in der j\u00fcngsten IPC-Analyse derzeit keine Gebiete mit einer Hungersnot (IPC-Phase 5) ausgewiesen werden, bleibt die Lage \u00e4u\u00dferst besorgniserregend. Die Analyse zeigt, dass fast 135.000 Menschen in 14 besonders betroffenen Gebieten in Darfur, S\u00fcd-Darfur und S\u00fcd-Kordofan von katastrophaler Ern\u00e4hrungsunsicherheit (IPC-Phase 5) betroffen sind; in den kommenden Monaten droht dort eine Hungersnot. Mehr als f\u00fcnf Millionen Menschen werden der IPC-Phase 4 (Notlage) zugeordnet, weitere 14 Millionen der IPC-Phase 3 (Krise). W\u00e4hrend der Zeit zwischen den Ernten von Juni bis September d\u00fcrfte sich die Lage weiter versch\u00e4rfen. <\/p>\n<p>Zu Beginn des vierten Jahres des B\u00fcrgerkriegs h\u00e4lt die Hungerkrise im Sudan unvermindert an. Gewalt, Vertreibung und massive Einschr\u00e4nkungen des humanit\u00e4ren Zugangs versch\u00e4rfen die Lage f\u00fcr Kinder, Familien und Gemeinden im ganzen Land. <\/p>\n<p>Sudan steht zudem vor einer schweren Ern\u00e4hrungskrise. Sch\u00e4tzungen zufolge werden 2026 rund 825.000 Kinder unter f\u00fcnf Jahren an schwerer akuter Mangelern\u00e4hrung leiden \u2013 ein Anstieg um sieben Prozent gegen\u00fcber 2025 und um 25 Prozent im Vergleich zum Vorkriegsniveau der Jahre 2021 bis 2023. Allein zwischen Januar und M\u00e4rz dieses Jahres mussten fast 100.000 Kinder wegen schwerer akuter Mangelern\u00e4hrung behandelt werden. Ohne rechtzeitige Behandlung kann diese lebensbedrohlich und t\u00f6dlich verlaufen. <\/p>\n<p>In Um Baru und Kernoi wurden im Dezember 2025 kritische Werte der Mangelern\u00e4hrung festgestellt. Es ist davon auszugehen, dass die akute Mangelern\u00e4hrung dort auf extrem hohem Niveau bleibt. Auch in weiteren Gebieten droht eine Versch\u00e4rfung, insbesondere in belagerten Regionen und in Gemeinden, die viele Vertriebene aufnehmen. <\/p>\n<p>Ende M\u00e4rz 2026 waren innerhalb des Sudan fast neun Millionen Menschen vertrieben. Viele Familien leben weiterhin in aktiven Konfliktgebieten oder haben in abgelegenen Regionen Zuflucht gesucht, wo sie kaum oder gar keinen Zugang zu humanit\u00e4rer Hilfe und grundlegender Versorgung haben. <\/p>\n<p>Die Zerst\u00f6rung ziviler Infrastruktur \u2013 darunter M\u00e4rkte, Gesundheitseinrichtungen, Wassersysteme und landwirtschaftliche Produktionsmittel \u2013 schr\u00e4nkt die Nahrungsmittelproduktion und den Zugang zu lebenswichtiger Grundversorgung erheblich ein. Rund 40 Prozent der Gesundheitseinrichtungen sind nicht funktionsf\u00e4hig. Sch\u00e4tzungsweise 17 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, und 24 Millionen Menschen fehlt es an angemessenen sanit\u00e4ren Einrichtungen. <\/p>\n<p>Wiederholte Ausbr\u00fcche von Cholera, Masern, Malaria, Dengue, Hepatitis, Diphtherie und Durchfallerkrankungen versch\u00e4rfen die Ern\u00e4hrungskrise zus\u00e4tzlich \u2013 insbesondere f\u00fcr kleine Kinder sowie schwangere und stillende Frauen. <\/p>\n<p>Die Einschr\u00e4nkungen beim humanit\u00e4ren Zugang geh\u00f6ren weiterhin zu den schwerwiegendsten weltweit. Unsicherheit, b\u00fcrokratische H\u00fcrden, Angriffe entlang von Versorgungsrouten, die Zerst\u00f6rung von M\u00e4rkten und Produktionsmitteln sowie Beschr\u00e4nkungen der Bewegungsfreiheit von Menschen und G\u00fctern verhindern weiterhin, dass humanit\u00e4re Organisationen Hilfe in dem erforderlichen Umfang leisten k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Bis April 2026 waren nur 20 Prozent des Humanitarian Needs and Response Plan f\u00fcr den Sudan finanziert. Gemessen am enormen Bedarf bleibt die humanit\u00e4re Hilfe damit bei Weitem unzureichend. Zwischen Februar und Mai hatte die humanit\u00e4re Gemeinschaft vor, monatlich 4,8 Millionen Menschen zu erreichen. Jedoch konnten im Februar lediglich rund 3,13 Millionen Menschen mit Hilfe erreicht werden. <\/p>\n<p>FAO, WFP und UNICEF rufen zu einem sofortigen Ende der Kampfhandlungen, zum Schutz der Zivilbev\u00f6lkerung und der zivilen Infrastruktur durch die Konfliktparteien sowie zu einem sicheren, schnellen und ungehinderten humanit\u00e4ren Zugang in allen vom Konflikt betroffenen Gebieten auf. Zugleich appellieren die Organisationen an die internationale Gemeinschaft, die Finanzierung f\u00fcr Nahrungsmittelhilfe, landwirtschaftliche Nothilfe, Ern\u00e4hrungsprogramme, Gesundheitsversorgung sowie Wasser-, Sanit\u00e4r- und Hygienedienste dringend aufzustocken und Ma\u00dfnahmen zur Wiederherstellung von Lebensgrundlagen zu unterst\u00fctzen. <\/p>\n<p>\u201eIm gesamten Sudan sind Kinder in einem Kreislauf aus anhaltender Gewalt, Hunger und Krankheiten gefangen\u201c, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. \u201eViele Familien wurden mehrfach vertrieben. Kinder mit schwerer akuter Mangelern\u00e4hrung erreichen v\u00f6llig \u00fcberlastete Einrichtungen h\u00e4ufig so geschw\u00e4cht, dass sie nicht einmal mehr weinen k\u00f6nnen. Ohne sofortiges Handeln und einen verl\u00e4sslichen humanit\u00e4ren Zugang werden noch mehr Kinder sterben.\u201c <\/p>\n<p>\u201eUm weiteres Sterben und Hunger zu verhindern, m\u00fcssen wir die landwirtschaftliche Nothilfe dringend ausweiten und die lokale Nahrungsmittelproduktion st\u00e4rken\u201c, sagte FAO-Generaldirektor QU Dongyu. \u201eBesonders gef\u00e4hrdete Familien mit Saatgut, Werkzeugen und anderen landwirtschaftlichen Betriebsmitteln zu unterst\u00fctzen, ist eine der schnellsten und wirksamsten M\u00f6glichkeiten, den Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln wiederherzustellen und die Abh\u00e4ngigkeit von Hilfslieferungen zu verringern. Der humanit\u00e4re Zugang und die Finanzierung dieser lebensrettenden landwirtschaftlichen Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen sofort und in gro\u00dfem Umfang verbessert werden.\u201c  <\/p>\n<p>\u201eDie Menschen im Sudan sind weiterhin von einer Hungersnot bedroht, w\u00e4hrend Hunger und Mangelern\u00e4hrung schon jetzt Millionen Menschenleben gef\u00e4hrden\u201c, sagte WFP-Exekutivdirektorin Cindy McCain. \u201eWFP leistet vor Ort Hilfe und ist bereit, diese Hilfe auszuweiten. Doch humanit\u00e4re Organisationen k\u00f6nnen diese Krise nicht allein bew\u00e4ltigen. Die internationale Gemeinschaft muss jetzt handeln \u2013 mit zus\u00e4tzlicher Finanzierung, verbessertem humanit\u00e4rem Zugang und dem politischen Willen, zu verhindern, dass diese Krise zu einer noch gr\u00f6\u00dferen Trag\u00f6die wird.\u201c <\/p>\n<p>Service f\u00fcr die Redaktionen <\/p>\n<p>Gerne stehen wir f\u00fcr Interviews zur Verf\u00fcgung und vermitteln Gespr\u00e4che mit unserem Team vor Ort. <\/p>\n<p>Gerne stellen wir Bild- und Videomaterialien zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Pressekontakt:<br \/>\nUNICEF Deutschland, Christine Kahmann, Sprecherin, 0221\/93650-315 oder 0159 04139723,  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/34777\/mailto:presse@unicef.de\">presse@unicef.de<\/a><\/p>\n<p>Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand. Folgen Sie uns auf: <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/twitter.com\/UNICEFgermany\"><br \/>\n <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/eur03.safelinks.protection.outlook.com\/?url=http%3A%2F%2Fwww.unicef.de%2F&amp;data=05%7C01%7C%7Cf9876d9b0247478acd5a08db7d49fb7e%7C777d345893ed4b52942c319b6d56e6c7%7C0%7C0%7C638241528926333054%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJWIjoiMC4wLjAwMDAiLCJQIjoiV2luMzIiLCJBTiI6Ik1haWwiLCJXVCI6Mn0%3D%7C3000%7C%7C%7C&amp;sdata=dqKBqLWwX0WpgKiFsI1uLI0hfxqvf%2Bsn8S0FWd7cLis%3D&amp;reserved=0\">Web<\/a>  |   <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" 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