{"id":17376,"date":"2026-05-15T16:25:08","date_gmt":"2026-05-15T16:25:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/17376\/"},"modified":"2026-05-15T16:25:08","modified_gmt":"2026-05-15T16:25:08","slug":"bereits-65-todesfaelle-erneut-ebola-ausbruch-in-republik-kongo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/17376\/","title":{"rendered":"Bereits 65 Todesf\u00e4lle: Erneut Ebola-Ausbruch in Republik Kongo"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspA5jq tspA5jr\">In der Demokratischen Republik Kongo ist es <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/lebensbedrohliches-virus-gesundheitsbehorde-ebola-ausbruch-im-kongo-15600067.html?icid=in-text-link_15602307\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erneut zu einem Ausbruch des Ebola-Virus gekommen<\/a>. Es seien bereits 65 Menschen an den Folgen der Virusinfektion gestorben, 246 st\u00fcnden unter Verdacht, sich infiziert zu haben, meldete die Africa CDC, die Seuchenkontrollorganisation der Afrikanischen Union in Addis Abeba, \u00c4thiopien. <\/p>\n<p class=\"tspA5jq\">Von diesen Verdachtsf\u00e4llen seien 13 durch diagnostische Tests in einem Labor in der Hauptstadt Kinshasa best\u00e4tigt worden. Vier davon h\u00e4tten sich in der nord\u00f6stlichen Provinz Ituri an der Grenze zu Uganda und Sudan infiziert und seien verstorben. <\/p>\n<p>Wenn es so losgeht, ist es meistens katastrophal.<\/p>\n<p class=\"tspC2re\">\u00a0Maximilian Gertler, Tropenmediziner der Berliner Uniklinik Charit\u00e9<\/p>\n<p class=\"tspA5jq\">Unklar ist, um welche Variante der ausl\u00f6senden, sogenannten Orthoebolaviren es sich handelt. Erste Untersuchungen deuten allerdings darauf hin, dass es sich dieses Mal nicht um die vergleichsweise h\u00e4ufige Zaire-Variante handelt, gegen die es Medikamente und Impfungen gibt. Ergebnisse einer Erbgut-Sequenzierung, mit der die Virusvariante festgestellt werden kann, werden laut Africa CDC innerhalb der n\u00e4chsten 24 Stunden erwartet.<\/p>\n<p class=\"tspA5jq\">Bekannt seien vier verschiedene Virustypen, die Menschen befallen k\u00f6nnen, sagt Anne Cori vom Imperial College London: \u201eZaire, Sudan, Bundibugyo und Tai Forest.\u201c Die Zaire-Variante sei aufgrund der Beteiligung an gro\u00dfen Ausbr\u00fcchen wie in Westafrika von 2013 bis 2016 am besten dokumentiert. \u201eDer Sudan-Typ hat seit 1976 neun Ausbr\u00fcche verursacht, zuletzt im Januar 2025.\u201c Bundibugyo habe nur zwei Ausbr\u00fcche verursacht, und Tai Forest habe bislang nur eine einzige Person in der Elfenbeink\u00fcste infiziert, 1994.<\/p>\n<p class=\"tspA5jq\">\u201eSollte sich best\u00e4tigen, dass eine andere Variante als Zaire diesen Ausbruch verursacht hat, k\u00f6nnte es potenziell besonders herausfordernd werden, den Ausbruch zu kontrollieren, da Impfstoffe dann fehlen\u201c, \u00e4u\u00dferte sich Cori gegen\u00fcber dem britischen Science Media Center. Zwar gebe es einen zugelassenen Ebola-Impfstoff, der im Falle eines Ausbruchs bereitgestellt werden k\u00f6nne, etwa zur Impfung von Kontaktpersonen, doch dieser sch\u00fctzt nur vor einer Infektion mit der Zaire-Variante. <\/p>\n<p> Hohe Sterblichkeitsrate <\/p>\n<p class=\"tspA5jq\">Dies w\u00e4re der zweitgr\u00f6\u00dfte Ausbruch einer Nicht-Zaire-Virusvariante, sagt Cori. Das sei \u201ebesonders bedeutsam, da es darauf hindeutet, dass eine ungew\u00f6hnlich hohe Zahl von Verdachtsf\u00e4llen identifiziert wurde, bevor der Ausbruch offiziell gemeldet wurde.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspA5jq\">Dies lasse vermuten, dass der Ausbruch wahrscheinlich mehrere Wochen oder sogar Monate lang unentdeckt geblieben sei, was die wirksame Umsetzung von Standardma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung, wie beispielsweise die Kontaktverfolgung, erheblich erschweren k\u00f6nne. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/urn-binary-dpa-com-20090101-221216-99-924808-filed.jpeg\"   alt=\"HANDOUT - Colorized scanning electron micrograph of Ebola virus particles (green) both budding and attached to the surface of infected VERO E6 cells (orange). Image captured and color-enhanced at the NIAID Integrated Research Facility in Fort Detrick, Maryland.&#10;Credit: NIAID&#10;&#10;&#10;ACHTUNG: Frei nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung \u00fcber die Studie bei Nennung des Credits. Foto: NIAID\" aria-labelledby=\"caption-9095227\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspALhn\"\/> Unter dem Elektronenmikroskop (hier nachkoloriert) sind verschiedene Ebolavirusvarianten nicht voneinander zu unterscheiden, dazu braucht es Erbguttests. <\/p>\n<p class=\"tspXft\"> \u00a9 NIAID <\/p>\n<p class=\"tspA5jq\">\u201eWenn es so losgeht, ist es meistens katastrophal\u201c, meint auch Maximilian Gertler, Tropenmediziner der Berliner Uniklinik Charit\u00e9.\u00a0Der Ausbruch m\u00fcsse seit Monaten unentdeckt vorangeschritten sein, falls sich die hohe Zahl der Verdachtsf\u00e4lle tats\u00e4chlich als Infektionen best\u00e4tige. Vermutlich kommt der Erreger \u201eaus einer sehr abgelegenen Gegend\u201c, so der Experte, der bereits mehrfach bei Ebola-Ausbr\u00fcchen im Einsatz war. <\/p>\n<p class=\"tspA5jq\">Die Africa CDC \u00e4u\u00dferte sich besorgt dar\u00fcber, dass der Ausbruch in einer st\u00e4dtischen Grenzregion ablaufe. Die intensiven Bev\u00f6lkerungsbewegungen dort bergen das Risiko, dass sich der Erreger rasch in die angrenzenden L\u00e4nder verbreitet. Eine dringende Sitzung zur Koordinierung mit Gesundheitsbeh\u00f6rden aus dem Kongo, Uganda und dem S\u00fcdsudan sowie internationalen Gesundheitsorganisationen sei daher einberufen worden.<\/p>\n<p class=\"tspA5jq\">Ebola\u00a0geh\u00f6rt zu den h\u00e4morrhagischen Erkrankungen. \u201eDie Symptome k\u00f6nnen pl\u00f6tzlich auftreten und umfassen Fieber, Ersch\u00f6pfung, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Halsschmerzen, gefolgt von Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag sowie inneren und \u00e4u\u00dferen Blutungen\u201c, sagt Cori.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspA5jq\">Ohne sofortige Behandlung sterben laut Robert-Koch-Institut etwa 90 Prozent der Infizierten. Als Behandlungsoption gibt es lediglich zwei monoklonale Antik\u00f6rper, die nur gegen die Zaire-Variante wirken. Meist k\u00f6nnen die \u00c4rzte lediglich mit Wasser die Dehydrierung bek\u00e4mpfen und den Blutdruck stabilisieren.  <\/p>\n<p> Konflikte machen Eind\u00e4mmung schwierig <\/p>\n<p class=\"tspA5jq\">Das Virus wird durch K\u00f6rperkontakt und Kontakt mit K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten \u00fcbertragen. Diese \u00dcbertragung zu verhindern, ist die wirksamste Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahme eines Ebola-Ausbruchs. Kontaktverfolgung, Isolation von Verdachtsf\u00e4llen und sichere Begr\u00e4bnisse der (infekti\u00f6sen) an Ebola Gestorbenen. In den Jahren 2014 und 2015 gelang das jedoch erst sehr sp\u00e4t, bei dem Ausbruch in Westafrika starben mehr als 11.000 Menschen.\u00a0<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/nach-drei-monaten-und-45-todesopfern-who-erklart-ebola-ausbruch-im-kongo-fur-beendet-15002513.html?icid=topic-list_15602307___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" data-hydrate-props=\"{&amp;escapedquot;element&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;type&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;relatedContent&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;fieldMap&amp;escapedquot;:{},&amp;escapedquot;relation&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;fields&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;isPaid&amp;escapedquot;:null},&amp;escapedquot;href&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;\/wissen\/nach-drei-monaten-und-45-todesopfern-who-erklart-ebola-ausbruch-im-kongo-fur-beendet-15002513.html&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;teaserTitle&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;kicker&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;Nach drei Monaten und 45 Todesopfern&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;headline&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;WHO erkl\u00e4rt Ebola-Ausbruch im Kongo f\u00fcr beendet&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;id&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;15002513&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;type&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;story&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;isPartOfList&amp;escapedquot;:true,&amp;escapedquot;topicListType&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;topic-list&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;showArrow&amp;escapedquot;:true}\" data-hydrate-slots=\"{&#039;default&#039;:[]}\" class=\"tspDBry tspC9rv\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nach drei Monaten und 45 Todesopfern WHO erkl\u00e4rt Ebola-Ausbruch im Kongo f\u00fcr beendet <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/wie-unsicher-sind-hochsicherheitslabors-die-schattenseite-der-virusforschung-13399255.html?icid=topic-list_15602307___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" data-hydrate-props=\"{&amp;escapedquot;element&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;type&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;relatedContent&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;fieldMap&amp;escapedquot;:{},&amp;escapedquot;relation&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;fields&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;isPaid&amp;escapedquot;:true},&amp;escapedquot;href&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;\/wissen\/wie-unsicher-sind-hochsicherheitslabors-die-schattenseite-der-virusforschung-13399255.html&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;teaserTitle&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;kicker&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;Wie unsicher sind Hochsicherheitslabors?&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;headline&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;Die Schattenseite der Virusforschung&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;id&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;13399255&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;type&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;story&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;isPartOfList&amp;escapedquot;:true,&amp;escapedquot;topicListType&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;topic-list&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;showArrow&amp;escapedquot;:true}\" data-hydrate-slots=\"{&#039;default&#039;:[]}\" class=\"tspDBry tspC9rv\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wie unsicher sind Hochsicherheitslabors? 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Im September 2025 starben bei der insgesamt 16. Ebola-Epidemie seit 1976 in der s\u00fcdwestlichen Provinz Kasa\u00ef 45 Menschen. Insgesamt hat die Weltgesundheitsorganisation WHO 40 Ebola-Ausbr\u00fcche in Afrika seit 1976 registriert. <\/p>\n<p class=\"tspA5jq\">Das Risiko f\u00fcr europ\u00e4ische L\u00e4nder sei jedoch \u201esehr gering\u201c, sagt Cori. Selbst zwischen 2013 und 2016, als es in Westafrika zeitweise zehntausende Ebola-Infizierte gab, gab es nur eine Handvoll F\u00e4lle, in denen Infizierte die Erkrankung in die USA oder nach Europa einschleppten. <\/p>\n<p class=\"tspA5jq\">Allerdings tobe in der Ituri-Provinz ein \u201ebrutaler Konflikt\u201c, gibt der Mediziner Paul Hunter von der Universit\u00e4t East-Anglia in England zu bedenken, \u201ein dessen Verlauf Zivilisten ins Visier genommen wurden\u201c. Das mache eine Eind\u00e4mmung des Ausbruchs schwierig, da Helfer bei fr\u00fcheren Ausbr\u00fcchen ermordet wurden. Schon jetzt habe der Konflikt die Erkennung des Ausbruchs verz\u00f6gert, \u201ewas wiederum zu einer versp\u00e4teten Intervention und einer anhaltenden Ausbreitung beigetragen hat\u201c. (mit dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der Demokratischen Republik Kongo ist es erneut zu einem Ausbruch des Ebola-Virus gekommen. 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